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ÖBB-Tarifreform: Vorteilscard wertlos bei Gruppenreisen

20.07.2012 | 11:58 |   (DiePresse.com)

Still und heimlich verschwand bei der Tarifumstellung der ÖBB Anfang Juli der Minimax-Tarif, der es mehreren Vorteilscard-Besitzern ermöglichte, gemeinsam günstiger zu reisen.

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Die Tarifreform der ÖBB war auch eine Tarif-Bereinigung, das war auch schon in der Ankündigung klar. Die durchschnittlichen Preiserhöhungen von acht Prozent sollten durch eine billigere Österreichcard (gilt in allen ÖBB-Zügen) kommunikativ wettgemacht werden. Bei der Lichtung des Tarif-Dschungels ist allerdings auch das beliebte Minimax-Ticket dem Sparstift zum Opfer gefallen. Mit der Konsquenz, dass es für Vorteilscard-Besitzer keine brauchbare Gruppenermäßigung mehr gibt.

Vor der Tarifreform, die mit 2. Juli in Kraft getreten ist, war es so: Mehrere Vorteilscard-Besitzer kauften sich ihr Ticket gemeinsam am Automat und bekamen automatisch einen Rabatt abgezogen. Das ist nun vorbei. Die ÖBB verweisen auf die billigeren Gruppentarife, bei denen gestaffelte Vergünstigungen - je nach Personenanzahl - berechnet werden. Ab zehn Personen vergünstigt sich das Ticket pro Person um 30 Prozent. Vorteilscard-Besitzern nützt das wenig. Der Tarif gilt nämlich für alle, auch Reisende ohne Vorteilscard bekommen diesen Rabatt. Wer eine Vorteilscard besitzt, fährt mit einem Einzelticket aber günstiger, da damit Tickets um bis zu 50 Prozent billiger gekauft werden können. Doppelrabatte seien abgeschafft worden, erklären die ÖBB gegenüber DiePresse.com.

ÖH Innsbruck: "Inakzeptable Preiserhöhung"

Hauptbetroffen davon sind viele Studenten, die ihre Wochenendfahrten in die Heimat gemeinsam organisiert haben. "Gerade Vorarlberger, aber auch Studierende aus anderen Bundesländern, verabredeten sich in der Vergangenheit und fuhren gemeinsam nach Hause. Mit der damaligen Konstellation - nämlich Gruppenticket und ÖBB-Vorteilscard - konnte einiges an Geld gespart werden", erklärt der Vorsitzende der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) an der Universität Innsbruck, Benjamin Rohrer (AktionsGemeinschaft). Monats- oder Jahrestickets zahlen sich bei nur wenigen Fahrten im Jahr nicht aus.

"Nach dem Wegfall des Nahverkehrmonatstickets für Hochschüler ist dies der nächste Tiefschlag in der Studierendenpreispolitik der ÖBB", führt Rohrer weiter aus. Das bisherige Vorteilscard-Gruppenticket kostete in der Vergangenheit beispielsweise auf der Strecke Wien-Brenner 17 Euro, seit 2. Juli muss man schon 32 Euro berappen. "Diese Preissteigerung von fast 80 Prozent ist einfach inakzeptabel und hindert viele Studierende daran, an Wochenenden nach Hause zu fahren und soziale Kontakte und ehrenamtliches Engagement aufrecht zu erhalten", zeigt sich Rohrer besorgt.

ÖBB: "Unfaire Nutzung"

Doch genau der oben beschriebene Fall von organisiertem Ticketkauf sei auch der Anlass gewesen, das Minimax-Ticket zu streichen. "Das Ticket war nicht mehr zeitgemäß und wurde unfair genutzt. Es war ursprünglich als Gruppenausflugsticket geplant, aber es haben sich fremde Menschen teilweise auf sozialen Medien organisiert. Das Unternehmen ÖBB hat dadurch einen jährlichen Verlust von zwei Millionen Euro verzeichnet", erklären die ÖBB.

Als Alternative wird die Sparschiene (9 - 29 Euro-Tickets, die allerdings auf beliebten Strecken rasch ausverkauft sind) und das Einfach-Raus-Ticket beworben (bis zu fünf Personen fahren einen Tag lang um 32 Euro in allen Regionalzügen). Für den Fall der Studenten, die eine Fernreise mit Schnellverbindungen planen, keine Alternative. Wer eine Vorteilscard hat, schaut bei eher spontaneren Gruppenreisen seit 2. Juli durch die Finger.

(klepa)

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43 Kommentare
 
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Gast: essay
24.07.2012 10:12
0 1

Ca. 235 Prozent des bisherigen Minimax-Tarifs...

...Vorteilscard-Tarifs bezahle ich seit 2. Juni, wenn ich weiterhin in einer Fünfergruppe, jetzt mit "Gruppenticket", nach Hause fahre. Danke ÖBB!
Das sind 135 % Preiserhöhung. DankeÖBB!
In diesem Wert sind die 8 % Preiserhöhung per 2. Juli noch gar nicht eingerechnet.

Eine solche Gebarung kann man nur als Aufforderung verstehen, mit den Füßen abzustimmen und sich andere Transportmittel zu suchen.
Ein komfortabler 50sitziger Fernreisebus kostet einen Bruchteil der entsprechenden Anzahl von ÖBB-Halbpreistickets zum entsprechenden Zielort.

Chartern wir uns also Busse, teilen uns die Kosten, und bezahlen bei voller Auslastung (NICHT Überfüllung wie bei der Bahn) ca. ein Sechstel des Bahnfahrpreises.
DAS wäre eine lohnende Aufgabe für die ach so serviceorientierte Hochschülerschaft und ihre Reisereferate.

1 0

Liebe Journalisten,

warum kommt ihr da alle erst jetzt plötzlich drauf?

Das stand Mitte Juni in einer Pressemitteilung:
http://personenverkehr.oebb.at/de/Presse/Presseinformationen/2012_06_14_Neue_Tarife/index.jsp

Sämtliche Details zum Tarif waren ebenfalls seit Mitte Juni unter http://www.oebb.at/static/tarife/ zu finden. Warum tun jetzt alle so, als ob das eine Neuigkeit wäre?

Antworten Gast: Erst informieren, dann posten
23.07.2012 17:58
0 1

Re: Liebe Journalisten,

Die Tatsache, dass aufgrund der umstrittenen Tariferhöhung die Vorteilscard auf eine maximale Ermäßigung von höchstens 50% (meist darunter) eingeschränkt wird, wurde von der ÖBB nie und nirgends kommuniziert - auch nicht in den von Ihnen angegebenen Links. Das nächste Mal sollten Sie sich zuerst informieren, die von Ihnen verlinkten Seiten selbst lesen und erst anschließend posten, falls Sie dann noch etwas zu sagen haben.
Die umstrittene Tariferhöhung bedeutet für Vorteilscardinhaber eine massive Angebotsverschlechterung und ist als eine während der Laufzeit erfolgte einseitige Vertragsänderung letztklassig.

Gast: vorwärts nimmer - rückwärts immer
21.07.2012 08:08
2 3

Der neue Mafia-Paragraf lässt grüßen.

Dorli von der Staatsbahn.

Gast: ungeliebter Heike
20.07.2012 23:19
7 2

Wieviele hunderttausende Minimaxe

müssen sich auf facebook verabredet haben?
Irgendwie glaube ich denen ihre Rechnerei nicht wirklich.

Aber dass die ÖBB-Wappler für die Verlängerung der Vorteilscard im Moment gute 5 Monate brauchen, ist Fakt. Darüber wird eisern nix publik.

Gast: Anne
20.07.2012 21:17
4 0

Das ist doch normal

Sämtliche Firmen ändern einseitig die Bedingungen, egal ob ÖBB, Banken, Telefonanbieter, etc...
nicht zu Vergessen auch der Staat - Kürzung der Zuschüsse zu laufenden Bausparverträgen, Pensionsvorsorgen,.......... Also es ist durchaus üblich, dass Verträge nur vom Vertragsnehmer einzuhalten sind.
Aber nachdem ich von St.Pölten nach Wien stehen musste, da leere Waggonabteilung einfach zugesperrt waren, da diese nur mit Reservierung benützt werden dürfen - fahre ich diese Strecke nur mehr mit dem Auto.

Gast: Schwachköpfe
20.07.2012 21:02
2 2

Ich war eigentlich gegen die Westbahn.

Jetzt nicht mehr.

zuhause ist es auch schön

wozu also reisen


1 2

Bravo ÖBB! Kern vor den Vorhang!

Großartige Leistung.

Und Tagzug nach Venedig gibt es noch immer nicht.

Antworten Gast: Railfan
20.07.2012 23:15
2 1

Re: Bravo ÖBB! Kern vor den Vorhang!

Es will einfach nicht aus den Köpfen:

einen Tageszug nach Venedig gibt es täglich und an den Wochenden von Ende März bis Ende Oktober sogar zwei aber nicht von Wien sondern von Innsbruck und das kann ein Wiener natürlich nicht vertragen!

Ein Tageszug ab Wien scheitert an der Weigerung der Trenitalia diesen in Tarvis zu übernehmen.

Also, bitte, Ball flach halten!!

0 1

Re: Re: Bravo ÖBB! Kern vor den Vorhang!

Nun, so ein ÖBB - Fan wie Sie bin ich natürlich nicht, dass ich von Wiener Neustadt über Innsbruck nach Venedig fahre!

Hören Sie auf, uns zu frotzeln!

Gast: @Die Presse!
20.07.2012 17:05
0 5

"Wer allerdings eine Vorteilscard besitzt fällt durch den Rost!"

Hiermit ersuche ich diesen Text im 2. Absatz geschichtlich neutral zu verändern!

Durch den Rost fallen kam in Konzentrationslagern auf, die es nicht schafften überleben zu dürfen, die verbrannte Asche der ermordeten Menschen viel durch den Rost!

(Ich gehe nicht davon aus das diese Wortwahl vorsätzlich viel, sondieren schlicht aus Unwissenheit!)

Antworten Gast: @Die Presse!
20.07.2012 21:54
1 0

Danke für die Korrektur!

An die Kritiker hier, hier der Beleg für meine Krikik:

Es gibt nur ganze Juden - Wiener Zeitung Online
http://www.wienerzeitung.at/meinungen/blogs/juedisch_leben/472429_Es-gibt-nur-ganze-Juden.html

Zitat aus dem letzer Absatz:
"Durch den Rost fallen" ist eindeutig zugeordnet und nur mehr wenige verwenden diese Redewendung unbedacht.

2 0

Vor 2009 gab es auch nicht mehr als 50%.

Die Minimax-Ermäßigung wurde ja erst 2009 eingeführt, und jetzt eben wieder abgeschafft, stattdessen gibt es aber mittlerweile die Sparschiene auch für Fahrten innerhalb Österreichs.

Und wenn es nach Haselsteiner geht, sollen die Fahrkarten eh noch teurer werden.

Gast: Tiroler in Wien
20.07.2012 16:13
3 2

Gruppe bilden und dann mit dem Auto

Wir sind jetzt 4 und fahren jetzt gemeinsam mit dem Auto: unabhängig von Fahrplan und machen dort Pause, wo wir wollen und eine funktionierende Klimaanlage.

Alternative und günstiger als ÖBB:
Mitfahrzentralen

Gast: xxxx
20.07.2012 16:01
3 4

Höhere Ticketpreise = weniger Staatszuschuss

Warum soll der Steuerzahler den schnorrenden Rentnern das lustige Herumfahren subventionieren?
Sollen halt zu Fuß gehen. Haben eh Zeit genug.

Gast: justerix
20.07.2012 15:57
5 3

Vorteilscard wertlos....

Zwischen wien und Salzburg ist es auf alle Fälle günstiger die (neue) Westbahn zu benützen! Halber ÖBB-Preis ohne Vcard und weitere diverse Ermäßigungen und ein freundliches Zugpersonal; habe erst gestern wieder die Westbahn benutzt.

Gast: Robert
20.07.2012 15:29
3 3

Die sollen das Auto nehmen

.. jeder der rechnen kann, weiß dass das Auto bei einer Gruppe von sagen wir mal 5 Personen deutlich günstiger ist als der Zug.

Wer hier nicht auf das Auto umsteigt, ist der Feind seines eigenen Geldes (außerdem ist man deutlich schneller unterwegs).

0 0

Es ist halt blöd ...

... dass Autos nicht auf Bäumen wachsen und man das Zeug kaufen muss.


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Re: Es ist halt blöd ...

Genau. Ich geh mir schnell mal 10 dag Eisenbahn vom ÖBB Baum pflücken.

Gast: gseiburger
20.07.2012 14:48
0 2

oder einfach auf die Westbahn bis Feldkirch warten.... hoffentlich nicht vergeblich, mittlerweile Westbus?

haselsteiner erhöre uns!

schade...

wir haben das ticket oft verwendet, um von innsbruck nach wien zu fahren, um die family zu besuchen.
mitn regionalzug machen wir das.sicher nicht.. oft umsteigen, mind. doppelt so lange fahren.. dann gibts weniger heimatbesuche.

Gast: Mal sehen
20.07.2012 14:04
4 1

Kristin Hanusch-Linser, Leiterin ÖBB-Konzernkommunikation irrt

"... Durch den Aufbau von Vertrauen und eine Qualitätsoffensive ist es der ÖBB gelungen, eine Tariferhöhung von beachtlichen acht Prozent durchzuführen, ohne Empörung bei Medien und Kunden hervorzurufen. ... (Kristin Hanusch-Linser, Leiterin der Konzernkommunikation bei der ÖBB)

http://www.pressetext.com/news/20120704017

Die ÖBB-Pressestelle soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Es wird wohl nicht so bleiben

Gast: Grüne Anfrage
20.07.2012 13:58
2 0

Nachteile für Vorteilscard-Inhaber durch ÖBB-Tarifreform

Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Dr. Gabriela Moser an die Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie betreffend Nachteile für Vorteilscard-Inhaber durch ÖBB-Tarifreform.

http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/J/J_12390/imfname_259171.pdf

Diskussion:Vorteilscard
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Vorteilscard

Antworten Gast: Des Pudels Kern
20.07.2012 21:07
0 0

Re: Nachteile für Vorteilscard-Inhaber durch ÖBB-Tarifreform

Und sie erwarten von ihr wirklich eine ernsthafte Antwort?

 
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