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Heftige Unwetter: "Das Schlimmste ist überstanden"

22.07.2012 | 09:19 |   (DiePresse.com)

Nach Überflutungen und Murenabgängen entspannt sich die Lage in der Steiermark langsam. Die Murecker Schiffsmühle versank aber erneut.

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Nach dem verheerenden Unwetter entspannt sich die Lage langsam. "Das Schlimmste ist überstanden", hieß es Sonntagvormittag seitens der Landeswarnzentrale Steiermark. Die Pegelhöchststände sollten nach Berechnungen der Experten erreicht sein, Entwarnung sei das aber noch keine. In Deutschfeistritz und Wildon trat die Mur über die Ufer, Brücken sowie Unterführungen in Graz und Umgebung mussten aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Die Pegel erreichten mehr als sechs Meter.

Murecker Schiffsmühle versunken

Zum mittlerweile vierten Mal innerhalb von zehn Jahren ist am Sonntag die Murecker Schiffsmühle in den Fluten der Mur versunken. In den Morgenstunden dürfte Treibgut im Hochwasser des Flusses das Beischiff getroffen und ein Leck geschlagen haben. Innerhalb von nur 20 Minuten ging es unter und zog das Hauptschiff in Schieflage, sodass dieses ebenfalls bis zum Dach unter Wasser stand, berichtete Paul Maier von der Freiwilligen Feuerwehr Mureck. Schon 2002 und zweimal im Jahr 2006 war die Touristenattraktion in der Südsteiermark gesunken.

In Deutschfeistritz (Bezirk Graz-Umgebung), wo Samstagabend die Mur über die Ufer getreten ist, gingen die Abpump- und Aufräumarbeiten weiter. Feuerwehr-Sprecher Dietmar Jantscher bezeichnete die Lage Sonntagfrüh aber als "stabil".

Feuerwehrmann leicht verletzt

Insgesamt seien acht Gebäude, davon sieben Wohnhäuser, von den Fluten bis zu eineinhalb Meter unter Wasser gesetzt worden. Die Mur überschwemmte die Uferbereiche großflächig. Eine Evakuierung der betroffenen Gebäude war laut Jantscher vorerst nicht nötig. Nachdem sich die Gefahr eines erhöhten Pegelstandes in den Morgenstunden nicht verschärft hatte, versuchte man, mit Pumpen das hoch stehende Wasser im Uferbereich wegzuschaffen. Doch jene Menge, die man abpumpte, floss sofort wieder nach, erklärte der Feuerwehrmann. Ein junger Kollege von der Freiwilligen Feuerwehr Deutschfeistritz hat sich beim Einsatz leichte Verletzungen zugezogen, wurde ins Spital gebracht und befand sich am Sonntag schon am Weg der Besserung.

(c) Die Brucker Schnellstraße musste am Samstag teilweise gesperrt werden (c) APA/Asfinag

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In Göß (Bezirk Leoben) stürzte am Samstag gegen 21 Uhr ein 51-jähriger Niederösterreicher mit seinem Pkw in den hochwasserführenden Göß-Bach, konnte sich aber selbst befreien. Während der Lenker mit dem Schrecken davonkam, konnte die Feuerwehr sein Fahrzeug vorerst nur sichern. Eine Bergung war nicht möglich.

Brücken gesperrt

Im Grazer Stadtgebiet wirken sich gesperrte Brücken, wie etwa die Hauptbrücke, nicht nur auf den Individualverkehr, sondern auch auf den öffentlichen Verkehr aus. Laut Holding Graz muss der gesamte Ersatzverkehr für die Straßenbahnlinien 1, 3, 6 und 7, der im Sommer wegen Bauarbeiten mit Bussen geführt wird, über die Wielandgasse und die Radetzkybrücke ausweichen. Die Haltestellen Andreas-Hofer-Platz, Schloßbergbahn und Schloßbergplatz wurden vorerst nicht angefahren.

Eine Sperre nördlich von Graz musste am Samstag für die Unterführung zwischen Graz-Raach und Judendorf-Straßengel eingerichtet werden, denn sie stand beinahe einen halben Meter unter Wasser. Die Feuerwehr Judendorf-Straßengel pumpte mehrere 1000 Liter Wasser aus der Unterführung ab. Die Arbeiten mussten jedoch nach einer Stunde eingestellt werden, da immer mehr Grundwasser nachfloss.

Steiermark: Schwere Unwetter und Murenabgänge

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Betroffen war auch der bekannte Murradweg R2, der in den Nachtstunden an mehreren Stellen von der Mur überschwemmt wurde. Laut Landeswarnzentrale wurde das 30-jährige Hochwasser nicht wie prognostiziert erreicht. Dennoch trat die Mur wie befürchtet im Raum Wildon südlich von Graz an manchen Stellen über die Ufer.

In St. Lorenzen im Paltental blieb es die Nacht über ruhig. Sonntag gegen 7.30 Uhr starteten 181 Pioniere des Bundesheeres mit den Aufräumarbeiten. Die am Samstag teilweise abgeschnittenen Ortschaften seien zur Versorgung wieder erreichbar, hieß es von der Landeswarnzentrale. An der Zufahrt zum Ort Oppenberg werde noch gearbeitet. Zu den fünf Ortschaften, in denen am Samstag der Katastrophenalarm ausgerufen worden war (Etmißl, Thörl, Pusterwald, Kleinsölk und Tragöß), kamen über Nacht keine weiteren hinzu.

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6 Kommentare
Gast: mmmh
22.07.2012 16:33
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in

erster linie folgen solche katastrophen auf unglaublich grosse regenmengen innerhalb kürzester zeit auf kleinem raum. den opfern gehört grosszügig und rasch geholfen!
auf grösserer ebene wird sich herausstellen, dass bodenversiegelung und die begradigungen der 1960er-80er jetzt bezahlt werden.
die steiermark erfährt jedes jahr (!) eine vielzahl von gewittern, wenn es dort nicht so viele dicht bewaldete gebiete gäbe, dann würde es noch wesentlich schlimmer ausgehen...
ich beneide die landeswarnzentralen nicht, die müssen dieser tage wieder einmal für kommunalpolitische entscheidungen herhalten.

Helfer

wo sind die Kräfte des Bundesheeres ?
sehe sie im Tv nur im Ausland . Unnötige Steuergeldverschwendung. Haben alle vergessen für wen sie da sind. Also ab zum Einsatz in die Steiermark, Gewehre könnt ihr in der Kaserne lassen. Schaufeln und Bagger nicht vergessen.

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Re: Helfer

Die Bundesheereinheiten die für Katastropheneinsätze gerüstet sind, sind die Pioniere. Wie man im Artikel lesen kann sind die eh schon im Einsatz.
Die anderen Bundesheereinheiten haben kein Gerät für Katastropheneinsätze (also auch keine Bagger) und könnten nicht viel helfen.
Wunder darf man sich da aber keine erwarten, denn das BH hat soweit ich weiß gerade einmal 2 Pionierbataillone von denen jeweils höchstens 1 Kompanie (ca. 100 - 150 Mann) einsatzbereit/ausgebildet ist. Mehr geht sich bei einer Wehrpflichtdauer von 6 Monaten nicht aus.

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Erfahrungsgemäss ...

... sitzt das Bundesheer auf gepackten Rucksäcken und wartet darauf bis sich jemand in ausreichend hoher (ziviler) Position dazu herablässt es anzufordern.

Niederschlagsreicher Juli

Die Wetterkarten der Uni Wien unter http://www.univie.ac.at/amk/veraflex/test/public/ zeigen einen sehr niederschlagsreichen Juli, vorallem im Bereich zwischen Liezen und Leobe sind schon über 300 Lieter/m^2 gefallen. Die Monatsstatistik für den Niederschlag im Alpenraum kann beispielsweise unter
http://www.univie.ac.at/amk/veraflex/test/statistik/statistik_karten/Alpen/par_1_FP/Sum/Alpen_Sum_par_1_FP_201207_aktuell.png abgerufen werden.

Gast: Blankensteiner Husar
22.07.2012 11:59
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Das ist wohl klar. Wenn erst einmal das Haus und Auto davongeschwommen sind, dann ist das Schlimmste überstanden

Was haben die Wildbachverbauung und der Flussbau des Landes Steiermark die letzten 100 Jahre getan, wenn sogar eine Schnellstrasse bei einem nichtmal 30jährigen Hochwasser absäuft??????