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St. Lorenzen: Aufräumarbeiten dauern noch Monate

23.07.2012 | 11:57 |   (DiePresse.com)

Nach der meterhohen Schlammlawine vom Wochenende beseitigen 400 Soldaten und Feuerwehrleute St. Lorenzen das Geröll. Die Lage bleibt kritisch.

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Im obersteirischen St. Lorenzen im Paltental, das am vergangenen Wochenende von einer Mure zum Teil verwüstet wurde, ist am Montag das große Aufräumen angelaufen. Rund 400 Helfer von Bundesheer und Feuerwehren waren mit der Beseitigung von Schlamm und Geröll und der Wiederherstellung der Infrastruktur beschäftigt. Betretungsverbote und Evakuierung konnten noch nicht aufgehoben werden, die Lage ist im Hinblick auf mögliche weitere Regenfälle weiter kritisch: "Jeder Tropfen ist zu viel", so der Leiter der Katastrophenschutzabteilung des Landes, Kurt Kalcher, am Montag.

"Die Aufräumarbeiten werden noch Monate in Anspruch nehmen, es wird vermutlich bis Anfang 2013 dauern, bis die Infrastruktur wieder vollständig hergestellt ist", sagte Walter Danklmaier, der in der Katastralgemeinde von Trieben den Einsatz der Feuerwehren leitet. Die Wehren unterstützen u.a. mit Tankwagen die Pioniere des Bundesheeres, die mit schwerem Gerät angerückt sind. "Wenn der Schlamm nicht rasch wegkommt und trocknet, wird er wie Beton", so Katastrophenreferent Kalcher.

Die 240 in Sicherheit gebrachten Personen bleiben bis auf weiteres bei Verwandten und in Pensionen untergebracht. Eine erste Schadensbilanz im Bereich der Gebäude habe rund 60 beschädigte oder zerstörte Objekte - darunter zwei Wohnhäuser - ergeben: "Es war ein Ereignis von einer Schadensdimension, wie sie in den vergangenen 30 Jahren nicht vorgekommen ist", sagt Kalcher. Auch wenn die akute Bedrohung abgewendet zu sein scheint, blicken die Helfer sorgenvoll auf die Wetterprognosen, die ab Dienstag neuerliche Niederschläge ankündigen.

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Kritik an Wildbachverbauung wird laut

Inzwischen sind aus der Bevölkerung auch Kritik an den Schutzmaßnahmen durch die zum Lebensministerium gehörenden Wildbach- und Lawinenverbauung laut geworden. Die aktuelle Katastrophe wurde durch eine Verklausung am Lorenzerbach ausgelöst, Sperren wurden weggerissen und eine fünf bis sieben Meter hohe Schlammwelle wälzte sich bis in den Ort.

Gerhard Baumann von der Wildbach- und Lawinenverbauung Steiermark verweist auf die Vorgeschichte: Durch die großen Regenmengen des vergangenen Monats sei der Boden "angesoffen", oder, so der Fachjargon, "tiefgründig durchnässt" gewesen. Zudem sei die Region von rutschanfälligem Schiefergestein dominiert. Nach den ersten Schadensfällen im Juni habe man mit der Projektierung von Murenrückhaltebecken im Schwarzenbachtal begonnen, nun werde man auch das noch größere Problem "Lorenzerbach" in Angriff nehmen. Dafür benötige man fünf bis sechs Millionen Euro.

Zur Frage, ob die beschädigten und zerstörten Objekte sofort wieder aufgebaut werden sollen oder ob man neue Schutzmaßnahmen abwarten soll, meinte Baumann: "Man sollte sich das gut überlegen und keine Schnellschüsse machen".

(APA)

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