Wien/Apa/Ks. Zumindest am Dienstag dürften die Aufräumarbeiten in der Steiermark von Unwettern verschont bleiben. Ab Mittwoch, spätestens Donnerstag, ist aber erneut mit Gewittern und Regen zu rechnen – in ganz Österreich, speziell aber wieder in der Steiermark. „Man kann noch nicht genau sagen, ob es auch das Potenzial vom Gewitter am Wochenende haben wird. Mein Gefühl sagt mir aber, dass es nicht mehr so extrem wird“, sagt Thomas Turecek von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).
Für die vom Hochwasser betroffenen Gebiete in der Steiermark ist das allerdings wenig beruhigend: „Jeder Tropfen ist zu viel“, sagt Kurt Kalcher, Leiter der Katastrophenschutzabteilung der Steiermark.
Verantwortlich für die für Mittwoch beziehungsweise Donnerstag vorausgesagten Gewitter ist ein Italien-Tief, das feuchte und labile Luft bringt. Turecek: „Der Schwerpunkt liegt zuerst im Süden und Südosten des Landes. Ab Mittag kann es dann kräftige Gewitter in ganz Österreich geben.“ Die Temperaturen dürften aber wieder sommerlicher werden. Tageshöchstwerte um die 30, 31 Grad Celsius sollten sich im Laufe der Woche halten.
Nassester Juli seit 1927
Dass der Juli in den betroffenen Regionen besonders verregnet war, belegt nun auch die Statistik. Laut den Aufzeichnungen der ZAMG ist der Juli 2012 schon jetzt der nasseste Juli seit Beginn der Aufzeichnungen – zumindest in den beiden Regionen Oberwölz und Fresach, wo seit 1927 beziehungsweise 1967 gemessen wird.
Dass die Häufigkeit und Intensität von Wetterextremen zunimmt, lässt sich laut ZAMG-Meteorologen allerdings (noch) nicht sagen. „In den letzten drei, vier Jahren beobachten wir aber verstärkt Wetterphänomene in einzelnen Regionen mit großen Niederschlagsmengen in Verbindung mit Gewittern. Wissenschaftliche Belege gibt es dazu aber noch keine, in ein paar Jahren dürften wir mehr wissen“, sagt Michael Hofstätter von der Klimaforschung.
Fakt ist, dass die Steiermark generell eine Region ist, die stärker von Wetterextremen und Gewittern betroffen ist. „Das liegt daran, dass die Region in einem Einflussbereich liegt, wo die feuchte Luftmasse der Adria auf die kalte Luftmasse der Alpen trifft.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2012)
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