Wien/Graz/Kb. Das Schadensausmaß nach den jüngsten Unwettern in der Obersteiermark kann noch nicht genau beziffert werden, fest steht aber: Der Schaden geht in die Millionen. Wer sein Haus nicht über eine sogenannte Katastrophendeckung gegen Hochwasser und Murenabgänge versichert hat, bleibt auf seinem Schaden sitzen bzw. ist auf finanzielle Hilfe des Landes und des Bundes angewiesen. Denn die Sturmversicherung im Rahmen der Hausratsversicherung deckt zwar Sturm-, Hagel- und Erdrutschschäden, aber keine durch Hochwasser und Murenabgänge entstandenen Schäden.
Für die Betroffenen hat Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) bereits rasche finanzielle Hilfe versprochen: „Wir werden größere Hilfen vom Bund bekommen, das hat mir der Bundeskanzler zugesagt, und wir vom Land werden dafür schauen und danach trachten, dass es im Einzelfall keine existenzgefährdenden Situationen gibt.“
Zur Behebung der Schäden an den Hochwasserschutz-Einrichtungen stehen laut Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Schäden an Privathäusern müssen bei der Bezirkshauptmannschaft gemeldet werden. Hier wird die Hilfe je nach Bedarf der Betroffenen über den „Katastrophenfonds“ abgewickelt.
Einen hundertprozentigen Schutz vor Naturkatastrophen könne es nie geben, betonte Berlakovich. Die Schutzmaßnahmen in der Steiermark seien auf ein 150-jähriges Hochwasser ausgerichtet gewesen, bei der aktuellen Situation handle es sich aber um ein „tausendjähriges“ Ereignis.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2012)
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