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Nummerntafel für Radfahrer? Experten zweifeln an Nutzen

23.07.2012 | 18:24 |  CHRISTINE IMLINGER (Die Presse)

Erneut tobt eine Debatte um die Kennzeichnung von Fahrrädern. Die Schweiz hat indes ihre Velovignette mangels Erfolgs wieder abgeschafft.

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Wien. Wenn Wiens Autofahrer schon neuerlich zur Kasse gebeten werden, dann sollen bitte auch die Radfahrer zahlen. Außerdem wären diese so leichter zu verfolgen – Stellungnahmen wie diese finden sich zahlreich rund um Debatten um eine Taferlpflicht für Fahrradfahrer. Und bei einer Gallup-Umfrage (im Auftrag der „Tageszeitung Österreich“) sollen gar 57 Prozent für Kennzeichen gestimmt haben.

Obwohl diese Diskussion regelmäßig aufflammt, hält eine breite Front von Politikern und Experten von Kennzeichen wenig. Auch die Schweiz hat ihre Velovignette, die sicherstellen sollte, dass Radfahrer haftpflichtversichert sind, Ende 2011 abgeschafft. Zu aufwendig, im Vergleich zum Nutzen viel zu teuer. Außerdem seien ohnehin mehr als 90Prozent der Radfahrer haftpflichtversichert. „Nachdem die Schweiz das Kennzeichen abgeschafft hat, darf bezweifelt werden, ob es bei uns funktioniert“, heißt es aus dem Rathaus-Klub der SPÖ. Um Radfahrer von Gehsteigen fernzuhalten, brauche es aber „Maßnahmen“. Welche? Da harre man der Vorschläge von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou.

 

„Reine Ressentimentdiskussion“

„Alle Jahre wieder“ – für Christoph Chorherr (Grüne) gehört die Diskussion schon zum Sommer. Allerdings liege die Kompetenz dafür ohnehin beim Bund. Die Grünen stünden für mehr Radverkehr, eine Kennzeichenpflicht wäre eine zusätzliche Hürde. „Es wäre auch eine Verwaltungsaufblähung. Außerdem gibt es solche Nummerntaferl nirgendwo auf der Welt“, sagt Chorherr und spricht von einer „reinen Ressentimentdiskussion“.

Auch die ÖVP spricht sich gegen Taferln aus. Man könne mit Überreglementierung nichts anfangen und stehe in dieser Frage für Entbürokratisierung, heißt es aus dem Büro von Stadtparteichef Manfred Juraczka. Lieber solle man dafür sorgen, dass bestehende Regeln eingehalten werden. Einzig die FPÖ pocht auf Kennzeichen und geht sogar noch weiter: An das Taferl sei eine Haftpflichtversicherung zu koppeln, auch eine Helm- und Warnwestenpflicht sei zu prüfen.

Verkehrsexperten halten von solchen Ideen wenig. „Es soll keine Hürden für den nicht motorisierten Verkehr geben. Schließlich soll der Trend zum Radfahren gefördert werden“, meint Heike Hochhauser vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Dass „Radrowdys“ in Wien überhandnehmen, sei ein „medial gepushtes“ Thema. Außer Frage stehe, dass es zu Konflikten komme, weil es zu wenig Platz für die gewachsene Zahl an Radfahrern gebe. „Statt zu strafen, sollte man die Radfahrer mit Positivkampagnen zur Ordnung rufen.“

In puncto Sicherheit würde ein Taferl wenig bringen. „Es wäre kompliziert, kostenintensiv, andere Maßnahmen bringen mehr“, sagt Klaus Robatsch vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Etwa eine klare Trennung von Geh- und Radwegen statt der „Billigmaßnahme, einen Strich hinzupinseln“, die Radwegeplanung nicht vor Kreuzungen enden zu lassen oder rechtliche Graubereiche zu klären.

 

ÖAMTC: „Notwendigkeit wäre da“

Beim ÖAMTC sieht man das anders. „Die Notwendigkeit einer Kennzeichnung wäre da, um die Moral zu heben“, sagt Martin Hoffer, der Leiter der Rechtsdienste. Man habe auch alle Varianten geprüft – aber: „Es ist derzeit unsinnig und so gut wie unmöglich.“ Es scheitert etwa daran, dass eine Registrierung sämtlicher Rahmen kaum durchzuführen sei, aber auch an verfassungsrechtlichen Fragen wie einer Lenkerauskunftspflicht oder der Missbrauchssicherheit. Und nicht zuletzt daran, dass eine Nummer an einem fahrenden Rad mit freiem Auge kaum zu lesen wäre. Unter anderem daran sei auch die Velovignette gescheitert.

Auf einen Blick

Kennzeichenpflicht? Eine Umfrage brachte kürzlich eine Mehrheit für eine Kennzeichenpflicht für Fahrräder. Doch eine breite Front aus Experten und Politikern hält davon nur wenig: Der Aufwand wäre riesig, praktikable Modelle gibt es nicht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2012)

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130 Kommentare
 
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Gast: Patient
01.08.2012 15:39
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Eine Umfrage brachte kürzlich eine Mehrheit für eine Kennzeichenpflicht für Fahrräder?

Seltsam. Alle Umfragen, die ich bisher gelesen habe, einschließlich der in der Presse, ergaben eine breite Ablehnung von Kennzeichen.

Gast: Rad1
28.07.2012 10:15
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Kennzeichnen ist gut

Ja dann sollte man auch alle Jugendlichen kennzeichnen - lärmen im Park um 2 Uhr früh mit dem Obstler in der Hand? Einfach Nummer abschreiben und ans nächste Wachzimmer smsen.

Gast: globetrotterneu
25.07.2012 10:46
0 0

alles nur mehr krank in diesem staat

und was kommt als nächstes helmplicht für fussgänger.

NEEEEIN!!

So viele Strafzettel könnte ich NIE bezahlen!!! :P

Gast: Ösi
24.07.2012 22:26
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Leiwand!

Ich nehme mir dann als Wunschkennzeichen auf meinem supercoolen roten Renner: Ösi1

Na ja, vielleicht nicht so eine kluge Idee, denn wenn mich da ein Presse-Poster radeln sieht (...) Oh, oh

Antworten Gast: bärle
25.07.2012 18:06
0 0

Re: Leiwand!

Mit Stützrädern besteht noch keine Kennzeichen-Pflicht! Dafür dürfen sie ein Kuscheltier in den Gepäckträger setzen.

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Und noch etwas:

Typisierung und Zulassung für Fahrräder. Heute erst wieder einen Typen in 2m Höhe dahinfahren gesehen, von den anderen windigen Schweißarbeiten ganz zu schweigen.

Beim KFZ oder Motorrad darfst jeden von der Norm abweichenden Scheinwerfer extra überprüfen lassen - nicht, daß mich das interessiert oder betrifft - aber die Radhampel können schweißen wie sie wollen und auf öffentlichen Verkehrsflächen fahren, womit ihnen gerade einfällt. Bremsen und Beleuchtung wären das mindeste, was regelmäßig zu überprüfen wäre.

Antworten Gast: 3er BMW
24.07.2012 21:06
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Re: Und noch etwas:

Gestern habe ich einen Kinderwagen mit einem Platten gesehen. Skandal.

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Re: Re: Und noch etwas:

Sofern der Kinderwagen auf Fahrbahnen unterwegs ist, die für den motorisierten Verkehr vorgesehen sind, wäre das allerdings ein Skandal.

Aber Kinderwagen hängen ja jetzt als Fahrradanhänger in Bodennähe am Drahtesel des verantwortungslosen Erzeugers, pardon - des/der Erzeuger_in (Homos und Transen mitgemeint) und sind durch einen Wimpel auf einer 2m-Stange der Obhut des Fließverkehrs überantwortet. Denn der/die/das Erzeuger_in muß ja radfahren.

Antworten Antworten Antworten Gast: Matador
25.07.2012 13:21
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Re: Re: Re: Und noch etwas:

Und sind damit sicherer als Kindersitze.
Sie können geifern soviel Sie wollen - Sie werden den Trend nicht aufhalten.
Aber Ihre Tiraden sind trotz mäßiger sprchlicher Qualität doch ein wenig unterhaltsam.

Eadfahren schützt vor Herzinfarkt und kann somit ihr Leben retten!

Wenn man sich manche Presse-Kommentare hier so durchliest, dann kommt man unweigerlich zu der Erkenntnis, dass der Großteil offenbar unter Bluthochdruck leidet. Also, liebe Mitposter, steigt auf's Rad.

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Daß die VerkehrsClowns Österreichs dagegen sind ...

... war ja zu erwarten. Wieviele Radhampel habe ich heute wieder Ampeln ignorieren gesehen? 5, auf einer Fahrtstrecke.

Re: Daß die VerkehrsClowns Österreichs dagegen sind ...

ich war am mittwoch an der ecke laudongasse/ lederergasse, baustellenbedingt war die laudongasse stadteinwärts gesperrt (fahrverbotstafel, umleitungstafel, richtungspfeil zum abbiegen) und 9 von 10 autofahrern war das egal uns sie sind einfach bei allen tafeln vorbei durch das fahrverbot gefahren!!! und zu übersehen waren die tafeln sicher nicht, immerhin sind auch einge an der ampel zuvor gestanden, direkt vor und neben den tafeln und denen war das egal.... also kennzeichen heben nicht die moral oder die gesetzestreue... und nein ich habe keinen angezeigt wie die fussgänger am ring die sich von radfahrern am ring bei ihren spaziergängen am radweg belästigt fühlen.

Antworten Gast: Gast mm
24.07.2012 14:38
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Re: Daß die VerkehrsClowns Österreichs dagegen sind ...

Und was bringt dir da das Nummerntaflerl? Dass du dich hinstellen kannst und Radfahrer aufschreibst? Dir ist fad, stimmts?

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Re: Re: Daß die VerkehrsClowns Österreichs dagegen sind ...

Wie Sie vielleicht wissen, gibt es mittlerweilen Kameras an Ampeln zu eben diesem Zweck, allerdings nur die Autofahrer betreffend. Da muß man nicht herumstehen und warten.

Antworten Antworten Antworten Gast: Kurt Davinko
24.07.2012 21:08
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Re: Re: Re: Daß die VerkehrsClowns Österreichs dagegen sind ...

Techniker sind Sie auch keiner.

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Re: Re: Re: Re: Daß die VerkehrsClowns Österreichs dagegen sind ...

Sie meinen, ich kann die Möglichkeiten der Bildverarbeitung nicht einschätzen? Daß Sie sich da mal nicht täuschen. Aber ich bin mit Sicherheit kein "Techniker" des VCÖ. Da ginge nämlich, Radhampel betreffend, gar nichts.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Kurt Davinko
25.07.2012 09:33
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Re: Re: Re: Re: Re: Daß die VerkehrsClowns Österreichs dagegen sind ...

Genau, das denke ich. Wenn Sie glauben, dass man Text einer 10x10-Tafel bei Regenwetter oder Dämmerung zweifelsfrei lesen kann, haben Sie zuviel CSI gesehen.

Weiters denke ich, dass Sie keine Ahnung über die datenschutzrechtlichen Probleme haben, bzw., falls on request gesteuert, von der Schwierigekeit der Auslösung.

Gast: Fritziiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii
24.07.2012 12:46
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Wenns in der Schweiz schon gescheitert ist, frage ich mich, warum bei uns überhaupt...

..noch jemand darüber diskutiert. Will da jemand sinnlos Geld beim Fenster raus werfen?

Antworten Gast: vor dem arlberg
24.07.2012 16:38
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Re: Wenns in der Schweiz schon gescheitert ist, frage ich mich, warum bei uns überhaupt...

Weil wir heute noch 20 Jahre hinter den Schweizern sind. Von denen könnten wir viel lernen. Dort hat der Souverän noch ein Mitspracherecht, bei uns fährt man über alles drüber, ohne Rücksicht auf Verluste.

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Wer die Durchschnitts Verkehrs Disziplin

Der Radfahrer kennenlernen und sehen möchte braucht nur an einem Wochenende den Tag in der Prater Hauptallee oder auf der Donauinsel zu verbringen.

In Wien dürfte der geistige Verfall einiger Bevöklkerungsgruppen seit min. 20 Jahren schnell voran schreiten.
Ob es sich da um einen Virus handelt ????

Antworten Gast: Der Steuerzahler
24.07.2012 11:25
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Re: Wer die Durchschnitts Verkehrs Disziplin

Stellen Sie sich an den Gürtel und schauen Sie sich die Verkehrsdisziplin dort _trotz_ Nummerntaferl an.

und noch ein gratis-Hinweis: Die Autofahrer am Morgen sind vielleicht die Radler am Abend, oder vice-versa. Sind nämlich keine eigene Rasse, diese Radler.

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Nummerntafeln für Hunde ..

... um die Besitzer für die Verunreinigung der Gehsteige, Radwege, Wiesen und Strassen effektiv zur Rechenschaft ziehen zu können!!!!

Antworten Gast: Kurt Davinko
24.07.2012 11:25
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Re: Nummerntafeln für Hunde ..

Nummerntafeln für alles !!!1!1

Re: Re: Nummerntafeln für Hunde ..

Mein Hund hat jetzt schon zwei Marken umhängen (eine, dass er gechipt ist und eine, dass er angemeldet ist), dann noch ein Brustgeschirr und eine Hundeleine plus Gackisackerl und der Equipment Check für 'ne 5 Minuten Gassi-Runde übersteigt schon den eines US-Elitekämpfers. Und jetzt auch noch 'ne Nummerntaferl, lol!?

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Re: Re: Nummerntafeln für Hunde ..

Auch für Politiker ???

 
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