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Unwetter: Gefahrenzonenpläne wurden lange ignoriert

24.07.2012 | 10:38 |   (DiePresse.com)

Trotz Verbots wurden Häuser in Gefahrenzonen gebaut. Die Aufräumarbeiten nach den Unwettern sind intensiv im Gange, der Schutt wird abtransportiert.

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Die Aufräumarbeiten in der Region Trieben in der Obersteiermark sind nach wie vor in vollem Gang. In St. Lorenzen im Paltental sind 320 Bundesheersoldaten und 120 Feuerwehrleute im Einsatz. Michael Feiertag, Pressesprecher der Einsatzleitung, sagte am Dienstag: "Die Spuren des letzten Unwetters sind noch lange nicht beseitigt, wir tun jetzt alles, um weitere Schäden zu verhindern". Knapp 1000 Lkw-Ladungen Schutt und 2000 Raummeter Holz sind bereits abtransportiert worden. In der Steiermark befinden sich rund 55.000 Wohngebäude in Gefahrenzonen.

Insgesamt sind noch rund 100 Personen aus St. Lorenzen bei Freunden bzw. Familienangehörigen untergebracht. Laut Feiertag könne man noch nicht sagen, wie lange man die Evakuierung aufrechterhalten müsse. Am Montagnachmittag wurde zumindest die Evakuierung des Schwarzenbachtals aufgehoben. 140 Personen durften wieder zurück in ihre Häuser. "Man ist aber weiterhin in Alarmbereitschaft", meinte Feiertag.

 

Angst vor neuen Unwettern

Die wichtigste Präventivmaßnahme ist die Reinigung des Baches. "Beim nächsten Regen darf sich kein Holz und Gerümpel mehr im Wasser ansammeln, nur so kann eine erneute Katastrophe in diesem Ausmaß vermieden werden", hieß es seitens der Einsatzleitung. "Um weiteren Verklausungen vorzubeugen, säubert man den Bach von unten nach oben", berichtete Feiertag. "Noch scheint die Sonne", erklärte Feiertag. "Panik kommt keine auf - es dominiert der Wille, alles in Ordnung zu bringen. Zum Teil arbeiten Angehörige der betroffenen Familien bis in die Nacht hinein." Am Mittwoch rechnete man im Bezirk Liezen mit erneuten Regenfällen, die zu weiteren Schäden in der kleinen Ortschaft führen könnten.

Auch Christian Csekits von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) berichtete, dass es am Mittwoch in den betroffenen Gebieten wieder regnen könnte. Unwettergefahr bestünde ebenso, diese werden jedoch nicht so heftig ausfallen wie vergangenes Wochenende. Die Gefahr sei allerdings nicht zu unterschätzen. "Der Boden ist vollgesogen mit Wasser, der Regen wird wahrscheinlich wieder ausreichen, um weitere Überschwemmungen zu verursachen", fürchtete Csekits.

9000 Kubikmeter Schutt beseitigt

In etwa 1000 Lkw-Ladungen haben die Helfer bis Dienstagmittag rund 9000 Kubikmeter Schutt weggeschafft. "Würde man die Lkw aneinanderreihen, dann entspricht das einer Länge von zehn Kilometern", so Thomas Meier, Sprecher des Feuerwehrverbands. Die 2000 Raummeter gesammeltes Holz entsprechen etwa zehn Hektar Nutzwald. Der Verbund, der am Wochenende mehrere Kraftwerke wegen des Hochwassers abstellen musste, teilte am Dienstag in einer Aussendung mit, dass sämtliche Kraftwerke am Nachmittag wieder in Betrieb sein würden.

Die Mure vom vergangenen Wochenende traf St.Lorenzen zwar in der Dimension, nicht aber vom Ereignis her überraschend: Die rund 60 betroffenen Gebäude sind im Gefahrenzonenplan "rot und "gelb" ausgewiesen, hier herrscht weitgehend Bauverbot. Die Tabuzonen gelten freilich nur für Neubauten - in der roten Zone stehen landesweit rund 17.000 Objekte als "Sünden der Vergangenheit". Nach den jüngsten Ereignissen wird die Planung für die Neuerrichtung und Verbesserung der an sich in der Region schon dicht vorhandenen Schutzbauten forciert.

Unglück von Gasen leitete Wende ein

Erst die Muren im oststeirischen Gasen vom 22. August 2005 markierten in der Steiermark ein Umdenken. Zwar gibt es das Bundesgesetz, wonach die dem Umweltministerium unterstellten Wildbach- und Lawinenverbauung für alle Gemeinden Gefahrenzonenpläne zu erstellen hat, schon länger, die Bürgermeister als Baubehörde erster Instanz agierten in der Vergangenheit aber nicht immer vorausschauend und gaben öfter dem Baudruck nach. Dadurch war sukzessive auch immer mehr Sicherungsbedarf für Siedlungsraum und Infrastruktur entstanden. "Es wurde zu viel in gefährliche Bereiche hineingebaut", räumte Landesrat Johann Seitinger (ÖVP) ein.

Die Erstellung der Gefahrenzonenpläne wurde in der Steiermark 2011 abgeschlossen, "Hotspots" wie jene um Trieben - zu der auch die Katastralgemeinde St. Lorenzen gehört - verfügen schon viel länger über die entsprechenden Ausweisungen. Das Gefahrenpotenzial in diesem von rutschanfälligem Schiefergestein dominierten Gebiet ist groß: In den Gräben kann es nach größeren Niederschlagsmengen zu Hangrutschungen und Verklausungen kommen, aus kleinen Bächen werden reißende Sturzfluten, die Schlamm und Geröll mit sich reißen.

Zahlreiche Schutzmaßnahmen umgesetzt

In Kenntnis dieser Gefahrenlage wurden in den vergangenen Jahren in Kalwang, Treglwang, Gaishorn, Trieben und Rottenmann zahlreiche Schutzbauten errichtet. So ist etwa ein 2,1 Millionen Euro-Projekt am Tobeitschbach, der am 21. Juni in Treglwang arge Vermurungen anrichtete, in Umsetzung. Ähnliches gilt auch für den Flitzenbach in Gaishorn und das Schwarzenbachtal, wo jeweils Planungen laufen. Für den Lorenzerbach, der für die Riesen-Mure vom vergangenen Wochenende verantwortlich war und in dem vorhandene alte Schutzbauten vermutlich Schlimmeres verhindert haben, müsste man Murenrückhaltebecken um fünf bis sechs Millionen Euro bauen, so Schutzwasserbau-Experte Baumann. Doch alleine die Bauvorbereitungen würden bei einem Vorhaben dieses Ausmaßes ein dreiviertel Jahr dauern. Für die Errichtung von Schutzbauten stehen in der Steiermark im Jahr insgesamt 14 Millionen Euro zur Verfügung.

Insgesamt rund 55.000 Wohnobjekte in der Steiermark sind nach Berechnungen der Wildbach- und Lawinenverbauung in Gefahrenzonen. 17.000 Gebäude stehen in der roten Zone, etwa 38.000 in der gelben Zone. Die Objekte können entweder von Hochwasser naher Wildbäche, Lawinen oder auch von Steinschlag bedroht werden. Die Tabuzonen gelten freilich nur für Neubauten - in der roten Zone stehende Gebäude seien "Sünden der Vergangenheit", so Gerhard Baumann, Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung Steiermark. Österreichweit befinden sich laut einer Aussendung von Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V) ungefähr 400.000 Gebäude in roten und gelben Zonen. "Ein Bauverbot muss auch in der Praxis umgesetzt werden und nicht dem Baudruck nachgegeben werden. Die Sicherheit der Menschen hat klaren Vorrang vor allen anderen Interessen", appelliert der Minister.

 

Versicherungen: "Zweistelliger Millionenbetrag"

Bis die Höhe der Unwetterschäden vom vergangenen Wochenende feststehen wird, werden nach Angaben der privaten Versicherer noch mehrere Wochen vergehen. "Was man aber schon sicher sagen kann, ist, dass von Mitte Juni bis Mitte Juli in der Steiermark ein paar Tausend Schadensmeldungen bei den Versicherungen eingegangen sind", sagte Harald Panhofer, Abteilungsleiter bei der Grazer Wechselseitigen (Grawe). Dabei gehe es insgesamt um einen zweistelligen Millionenbetrag. Die Schäden seien in der Steiermark heuer größer als in den vergangenen zwei Jahren, "wobei solche Unwetter typisch für den Sommer sind", so Panhofer. Die Anzahl der Unwetter sei nicht deutlich gestiegen, auffällig seien aber die Intensität und die Häufung in der Steiermark.

Die Bundesregierung sagte den Opfern der Unwetter in der Steiermark volle Unterstützung zu. Man werde ausreichend Mittel im Katastrophenfonds zur Verfügung stellen und wenn nötig, um jeden notwendigen Betrag aufstocken, versprach Bundeskanzler Werner Faymann (S). Eine Summe wollte die Regierungsspitze noch nicht nennen, da man die Schäden noch nicht beziffern könne.

(APA)

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27 Kommentare
 
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Gast: Frau Holle
25.07.2012 11:51
3 0

ENDLICH ABSCHAFFUNG DER BÜRGERMEISTER ALS 1.BAUINSTANZ

Diese "Struktur", dass die Gemeinden und der Bürgermeister für das Bauwesen zuständig ist, macht alles derart korrupt, dass solche Dinge entstehen, wie Baubewilligungen in der roten Zone. Der Bürgermeister braucht Wählerstimmen, der Bauer will Grund zu Baugrund verkaufen.

In der roten Zone sollte auch jegliche zusätzliche Widmung auf ZUBAU verboten werden, sodass nichts neues mehr in diesen Zonen entsteht, solange es derartige Unwetter mit derartigen Regenmengen gibt.

Und das allerbeste daran ist, wie bei Lärmschutzwänden und Fluglärm, dass die Menschen den billigen Baugrund kaufen, bauen, und dann von der Allgemeinheit wie selbstverständlich "Sicherungsmassnahmen" fordern. Das gehört ebenfalls abgeschafft.

Eine obligatorische Beratung durch Architekten und Raumplaner würde zudem von solchen Pfuschereien abhalten. Wenn ein Architekt das Grundstück nicht als "baufähig erachtet" sollte er/würde er von einem Bau abraten. Aber bei uns wird ja alles vom "Häuslbauer" gebaut.

Mir tut niemand leid, der dort gebaut hat, mit dem Wissen, es könnte gefährlich werden.

Das Problem ist die VERHABERUNG und das österreichische Bewusstsein: Ich kann mir mein Haus selbst bauen. Das Resultat ist nicht nur eine visuelle kulturelle Verschandelung der Landschaft durch die Häuslbauer, sondern auch die Kosten, die endesletzt der Allgemeinheit entstehen.

Gast: Abwechslung
25.07.2012 09:21
1 0

Ein informativer Bericht

Danke.
(Zumindest im Inland hat Die Presse offensichtlich noch Journalisten.)

Gast: Halbwissen
25.07.2012 09:10
4 0

Wenn die Verluste nicht sozialisiert werden,

sollens doch bauen wo sie wollen !

2 2

Ein Land DER PFUSCHER und wo kein Kläger kein Richter würde man hier meinen... gut so dass die alle weggespüllt wurden. jetzt kann man dort mehr Radwege und Kinderspielplätze errichten!!!


naja... manchmal kauft jemand halt einen grund in der roten zone, der - oh wunder - dann in eine gelbe umgewidmet wird.

da sollte man/frau halt wissen, wer zu schmieren ist.

und im dreistesten fall baut man das ding halt illegal. was steht, steht.

Re: naja... manchmal kauft jemand halt einen grund in der roten zone, der - oh wunder - dann in eine gelbe umgewidmet wird.

frau = falsch
Frau = richtig
man = falsch
Mann = richtig

"man" als Pronomen wäre richtig, dann wäre aber "frau" vollkommener Unfug. So einfach ist Deutsch.

Antworten Gast: SchauGenau
25.07.2012 07:01
1 2

Re: naja... manchmal kauft jemand halt einen grund in der roten zone, der - oh wunder - dann in eine gelbe umgewidmet wird.

Oh, da spricht die personifizierte Sachkenntnis!
Gewidmet wird die Flächenwidmung, darum heisst sie so!
Gefahrenzonen werden ausgewiesen und nicht "umgewidmet", schon gar nicht auf Zuruf!
Bei illegalen Bauten gibt's nach einer Anzeige einen Abbruchbescheid, dass es Missbrauch gibt ist natürlich nicht auszuschliessen!

bgm die dort bauen lassen

seien gerichtlich verfolgbar. ja genau. no comment.

1 0

Re: bgm die dort bauen lassen

Wenn die Genehmigung nachträglich erfolgt ist genau gar nichts "straf- und verwaltungsrechtlich verfolgbar"...

Gast: zonenwanderer
24.07.2012 22:17
2 0

Die roten Zonen mögen zwar jetzt oder vor 30 Jahren gegolten haben, aber

die Zonen verschieben sich ja auch. Man kann so eine Zonenerstellung nur befristet erstellen. Danach müsste eine Evaluierung geschehen.


Erst im nachhinein in roter Zone

Stimmt zwar das Häuser in der roten Zone stehen aber dieser Plan wurde wurde erst 2011 erneuert. Da standen ja die Häuser schon oder waren gerade im Bau.

Wir haben dermaßen viele...

...Ganzkörperscanner, Staubschutzmasken und Jodkapseln, dass wir noch unsere Kindeskinder damit versorgen können. Aber ein kleiner Murenabgang bringt die komplette Republik aus der Contenance! Oh, Monsieur, das packt man nicht!

Gast: Ich bin der Meinung
24.07.2012 21:26
3 0

Das Grundübel ist die fehlende bzw. nicht beachtete Raumordnung

Ortskaiser und deren Parteigenossen haben seit Jahrzehnten das Land zersiedelt. Die Folge durch Naturkatastrophen sieht man jetzt. Die andere Folge entlang der Verkehrswege in Form von Lärmschutzwänden.
Oder auch an ganz anderer Stelle dieser Tage heftig diskutiert am drohenden Ärztemangel am Land.

Dagegen kann man jetzt (fast) nichts mehr tun. Zumindest schafft es die am Ruder befindliche Politikerkaste kaum, diesem langsam fortschreitenden GAU Einhalt zu gebieten.

Die ersten spärlichen Ansätze sind die Besteuerung der Umwidmungsgewinne. Nur wie auch die KEST wird sie in Zeiten wie diesen wenig bringen usw. usw....

4 0

"Denn: Das Erklären von Bauplätzen oder Erteilen von Baubewilligungen in roten Zonen sei schlichtweg verboten."

Man verzeihe mir das Gekicher.

Antworten Gast: ja aber
24.07.2012 22:00
6 0

Re: "Denn: Das Erklären von Bauplätzen oder Erteilen von Baubewilligungen in roten Zonen sei schlichtweg verboten."

die leute haben dor trotzdem gebaut. wahrscheinlich sind die aber nicht versichert.
jetz fordern sie vom staat kompensation.
gut oder nicht?

Gast: b754
24.07.2012 18:19
9 1

wozu gibt es die rote zone wenn man dann eh dort bauen läßt


Die in Gefahrenzonen bauen ...

sollen ganz allein das Risiko tragen.

Re: Die in Gefahrenzonen bauen ...

Problem wird oft nicht erkannt. Man hat einen sicheren Grund, dann wird oberhalb der Hang geschlägert und mit Monokulturen von Flachwurzlern bepflanzt. Plötzlich kommt der Hang. Was nun, wer ist schuld? der, der gebaut hat, oder der, der geschlägert hat. Nächstes Problem. Der Wald wird nicht mehr durchforstet, es liegt massenweise Totholz im Wald. Bei starkem Regen wird es notgedrungen in den Bach geschwemmt. Es kommt wieder zu Verklausungen. Wer ist schuld? Der, der sich nicht wehren kann. Denn die Großgrundbesitzer pflegen ihren Wald nur mehr, wenn es sich lohnt und nicht mehr aus Verantwortung gegenüber der Umwelt. So ist der Stand der Dinge.

Re: Re: Die in Gefahrenzonen bauen ...

Naturnaher Waldbau wäre die Antwort. Das Konzept gibt es seit den 1950er Jahren.

Gast: bergziege
24.07.2012 17:53
4 0

Die Natur lässt sich nicht übertölpeln,

irgendwann schlägt sie zurück. Schlimm, dass immer Unglück passieren muss, damit die Menschen verstehen, dass nicht alles gemacht werden darf, was man will. Rote und gelbe Zonen zu ignorieren ist nur dumm. Gute Beziehungen und Einnahmen hin oder her. Es bleibt dumm. Erfahrungen aus der Vergangenheit und das Wissen der Leute, die sich mit diesen Gefahren ernsthaft auseinandergesetzt haben, sollten respektiert und akzeptiert werden. Das Ergebnis, wenn das nicht geschieht, kennen die Betroffenen jetzt. Dabei waren es wahrscheinlich meistens gar nicht sie, die diese Limits ignorierten.

Re: Die Natur lässt sich nicht übertölpeln,

Das hat wohl weniger was mit einer sich nicht übertölpeln lassenden Natur zu tun, als mit dem Faktum, das eine Spezies, die dumm genug ist auf ewiges quantitatives Wachstum bei begrenztem Platz zu setzen, eben alles besiedeln muss, was irgendwie geht.

Bei weniger Menschen und mehr Platz, müsste niemand an gefährdeten Orten wohnen und man könnte sogar nachhaltig wirtschaften, im Land.
Die Lebensqualität wäre höher (mehr Fläche pro Person bedeutet mehr Ressourcen zur Verfügung).

Bei ewigem Wachstum auf Basis ökologischer und ökonomischer Schulden, ist vorprogrammiert, dass es nicht besser wird, in Zukunft... und umfassende,vollständige Verbauung scheint mir als Alternative auch nicht gerade die Lebensqualität zu steigern.

20 0

Trotz Verbots wurden Häuser in Gefahrenzonen gebaut.

darum; zu Recht, KEIN Geld vom Staat !

Jedem sollte längst bewusst sein, dass wenn er an einem "wilden Wasser" baut und wohnen will, auch Gefahren eingeht welche schwer vorraussehbare Folgen beherbergen.

"Trotz Verbots wurden Häuser in Gefahrenzonen gebaut" bedeutet auch, dass keine Versicherung dafür haftbar gemacht werden darf da man nun als Betroffener sich selbst, in diese Missäre begeben hat.

Wenn ich mein Auto oder meine Wohnung nicht zusperr und es bricht jemand ein; wer soll dann dafür haften ???

Klar- es waren gute Geschäfte für die Gemeinden !

Jedes neue Haus brachte einen Haufen Gebühren und konstante Steuereinnahmen- das hat man es net so genau genommen mit den Gefahrenzonen und Baugenehmigungen. Was mich dabei wirklich schon seit Jahren extrem alarmiert ist,wie rasch sich die Orte in den Bergen verdoppelt oder gar verdreifacht hatten. Und das alles innerhalb eines Zeitraumes von vielleicht 60 Jahren.

Hunderte wenn nicht tausend Jahre brauchten die Orte bis sie die Grösse von 1950 erreicht hatten- und danach nur ganze 60 Jahre für eine flächenmässige Verdreifachung- dies zeigt anschaulich, wie ausser Rand und Band unsere Welt- nicht nur beim Bevölökerungswachstum und beim Klima- geraten ist- der Individualisierungs- und Egozentrik-Wahn des Menschen liess es jahrzehntelang nicht mehr zu,dass Kinder auch weiterhin- so wie das immer früher war- mit ihren Eltern unter einem gemeinsamen Dach wohnen konnten-nein:kaum war man 18 geworden, musste bereits eine Weide oder Wiese in Bauland umgewidmet werden, damit der Nachwuchs mit spätestens 20 dann im eigenen neuen Haus (natürlich auch mit eigenem neuen Auto)wohnen konnte- und das ging jahrzehntelang so.......und jahrzehntelang wurde in Gefahrenzonen hineingebaut (obwohl die ganz Alten immer davor gewarnt hatten) auf Teufel komm raus.

Niemand hat sich um irgendwas geschert, weil man ja nur das eigene Weiterkommen im Schädel hatte und hat. Und das rächt sich jetzt und wird sich noch viele weitere Jahre rächen......

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Untergangsprophet

> "Was mich dabei wirklich schon seit Jahren extrem alarmiert ist,wie rasch sich die Orte in den Bergen verdoppelt oder gar verdreifacht hatten."
Meines Wissens sind solche kleinen Bergdörfer im Aussterben begriffen, weil kaum Infrastruktur. Und es gibt nicht viele Junge, die hoch oben am Berg od. im hintersten Tal leben wollen.

> "dies zeigt anschaulich, wie ausser Rand und Band unsere Welt- nicht nur beim Bevölökerungswachstum und beim Klima- geraten is"
Vor allem das Bevölkerungswachstum in Österreich, das nur durch Zuwanderung einen positiven Saldo aufweist!?!
Das Klima bzw. Wetterphänomene im Allgemein haben sich nicht verschlimmert, nur der Mensch baut halt in immer kritischeren Zonen... weil's halt günstiger ist. Zumindest bei uns gibt's aber seit ein paar Jahren ein entsprechendes Umdenken, wie auch der Artikel aufzeigt.
Außerdem werden Statistiken durch div. Interessensgruppierungen (die Klima-Lobbyisten, die ihre hohen Budgets rechtfertigen müssen - die Versicherungen, die mit furchterregenden Statistiken ihre Prämienerhöhungen leicht rechtfertigen können) nochmal zusätzlich beeinflusst.

>"kaum war man 18 geworden, musste bereits eine Weide oder Wiese in Bauland umgewidmet werden, damit der Nachwuchs mit spätestens 20 dann im eigenen neuen Haus (natürlich auch mit eigenem neuen Auto)wohnen konnte"
Hier greift der freie Immobilienmarkt:
Sehen Sie sich die Grundstückspreise z.B. in Zell am See, Wolfgangsee, etc. an - für Junge beinahe unerschwinglich...

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Re: Klar- es waren gute Geschäfte für die Gemeinden !

stimmt, und deshalb sollen auch die Gemeinden, und NICHT der Staat dafür haften müssen wie das ja auch in GR sichtlich der fall zu sein scheint !


Re: Re: Klar- es waren gute Geschäfte für die Gemeinden !/Luzius

"...und deshalb sollen auch die Gemeinden, und NICHT der Staat dafür haften"

'tschuldigen schon, aber einfältiger geht's wohl nicht mehr? Woher bekommen denn die Gemeinden den größten Anteil am Budget? Vor Allem - KLEINERE Gemeinden ohne nennenswertes Steuereinkommen!

 
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