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Sperre: Salzburger meiden die Altstadt

24.07.2012 | 17:20 |  Von Claudia Lagler (Die Presse)

Die ÖVP fordert ein sofortiges Ende der sommerlichen Einfahrtssperre in die Salzburger Altstadt, der zuständige Stadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) denkt aber sogar an eine Ausweitung der Maßnahme nach.

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Salzburg. Kein Stau, zügiger Verkehr, freie Parkplätze in den Altstadtgaragen, pünktliche Busse: Die seit einer Woche geltende mittägliche Sperre eines Teils der Salzburger Altstadt für Autos funktioniert – zumindest was den Verkehr betrifft. Denn während die Touristen offenbar mit der Regelung kein Problem zu haben scheinen und auch ohne die zwangsweise Ableitung an Schlechtwettertagen verstärkt die Park-and-ride-Plätze am Stadtrand nützen, bleiben die Einheimischen als Besucher der Stadt aus.

Geschäfte klagen über starke Umsatzrückgänge, in den Lokalen bleiben viele Tische leer. Und das nicht nur wochentags, wenn die Sperre gilt, sondern auch am Wochenende. Glaubt man einer vom Altstadtverband in Auftrag gegebenen Studie, entgehen den Kaufleuten in den fünf Wochen, während die Regelung gilt, rund sechs Millionen Euro an Umsätzen. „Die Vertreibungsaktion hat voll gegriffen. Es gibt Umsatzrückgänge in allen Bereichen“, wetterte Vizebürgermeister Harald Preuner (ÖVP) und forderte eine sofortige Beendigung der Sperre: „Die Innenstadtkaufleute dürfen nicht länger die Leidtragenden dieses missglückten Feldversuchs sein.“ Ganz anders der für die Sperre ressortverantwortliche Stadtrat, Johann Padutsch (Bürgerliste): Er denkt sogar über eine Ausweitung der Maßnahme nach.

Bald ganztägige Sperre?

Padutsch kann sich vorstellen, dass man den Bereich zwischen Müllner Hügel, Neutor und Staatsbrücke, der noch bis 16. August von zehn bis 14 Uhr nur von Anrainern, Taxis und Einsatzfahrzeugen befahren werden darf, in Zukunft ganztägig und ganzjährig sperrt und so eine Art erweiterte eingeschränkte Fußgängerzone schafft. Eine solche Lösung müsse aber mit der Altstadt und den Bewohnern abgeklärt werden In italienischen Städten seien drei bis vier Quadratkilometer verkehrsbeschränkt, „da ist die Welt auch nicht untergegangen“.

Die Klagen über Umsatzrückgänge sind aber auch für Padutsch bitter. Die Einheimischen seien verunsichert, gesteht er ein. Doch das liege vor allem an der Kommunikation durch die Geschäfte und den Altstadtverband, meinte der Stadtrat. Die Botschaft an die Kunden müsse lauten: „Die Altstadt ist 24 Stunden erreichbar, die Regelung funktioniert.“ Die Stadt gewinne durch die Reduzierung des Verkehrs stark an Lebensqualität, es gebe günstige Bus- und Bahntickets, um in die Stadt zu gelangen.

Bei einem Gespräch zwischen Vertretern des Altstadtverbands und Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) wurden am Dienstag begleitende Maßnahmen vereinbart. Unter anderem soll die Kommunikation über die Mittagsregelung verstärkt werden, um auch die Salzburger Bevölkerung wieder in die Stadt zu locken. Immerhin gehen rund zwei Drittel der Umsätze in der Salzburger Altstadt auf das Konto der Einheimischen.

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9 Kommentare
Gast: Klaus
27.07.2012 00:14
0 0

ach ...

... in Italien geht nicht gerade die Welt unter (wirtschaftlich)?

Gast: Der Steuerzahler
25.07.2012 09:36
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Öffnung der Wiener Kärntner-Strasse sofort

das Leiden der dortigen Händler soll nicht so weitergehen.

Wo ist die FPÖVP mit Volksbegehren, wenn man sie einmal braucht??ß?

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... wenn man linke wirtschaftsfeinde verkehrsplanung machen lässt, kommt eben so etwas raus.


zum drüberstreuen gibts dann noch zusätzliche abzocke in form von geschmalzenen parkgebühren, vertrottelte streuung von kurzparkzonen, in sbg zusätzliche kosten fürs öffi vom parkhaus ins zentrum usw usw.
dafür wird dem werten zahler eingeredet, er möge sich doch aufs rad schwingen - mit kindern oma, einkauf, laptop - und das ganze bei jedem wetter im winter wie im sommer für über-30-jährige bis ins hohe alter sicher das wahre vergnügen. - total überlegt also :P

wieviele blödheiten soll man sich von diesen linken meinungsterroristen und frechen abzockern denn noch gefallen lassen?
verjagt sie endlich von der politischen bühne !
vergesst das nicht bis zur nächsten wahl !

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traurig...

da sieht man mal wie abhängig schon viele vom Auto sind. Einmal mehr als 1000 Meter zu Fuß zu gehen ist anscheinend bei vielen schon unmöglich geworden.
Man ist einfach heute viel zu bequem um mit den Öffis zu fahren oder zu Fuß zu gehen weil das eigene Auto ist halt doch bequemer.

Anscheinend muss der Sprit noch teurer werden damit es manche Leute verstehen...

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Re: traurig...

Denken Sie mal darüber nach, wie viele NICHT aufs Auto verzichten können! Sie wären überrascht... auch Sie können das indirekt nicht, oder wollen Sie das die Rettung mit dem Zug kommt?!?

Wer den Schaden hat, braucht sich um einen Padutsch nicht zu sorgen!

Damit ist alles gesagt!

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Die haben schon Recht ...

... muss man sich nur mal Kärntner Straße und Graben anschauen, seit's Fußgängerzone ist - totes Ödland, in dem sich Kebabbuden und Callshops aneinanderreihen.

Immer wieder schön, wie die Denkweise mancher Menschen in der grandios gescheiterten "autogerechten Stadt" der 60er stehengeblieben ist.


Gast: Karl Karl
24.07.2012 15:52
0 1

Ich dachte...

dass soetwas nur in Kärten möglich wäre ;-)