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Kriminalstatistik: Warum Opfer nicht Anzeige erstatten

24.07.2012 | 17:25 |  Von Klaus Stöger (Die Presse)

Eine Untersuchung soll klären, warum Opfer von Straftaten nicht immer zur Polizei gehen – und damit wertvolle Hintergrunddaten zur Kriminalstatistik liefern. Erste Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen.

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Wien. Exakt 540.007 Straftaten wurden 2011 in Österreich angezeigt. Das weist die Kriminalstatistik aus. Doch die spiegelt nicht unbedingt die Kriminalitätswirklichkeit wider. Denn viele Opfer zeigen – aus den verschiedensten Gründen – Straftaten nicht an. In der Kriminologie wird diese Differenz zwischen den amtlich registrierten Straftaten und der mutmaßlich geschehenen Kriminalität Dunkelfeld genannt. Eine breit angelegte Untersuchung, die derzeit das Institut Makam im Auftrag des Sicherheitsforschungsprogramms Kiras durchführt, soll nun Zahlen darüber liefern, wie hoch diese Differenz in Österreich ist. „Damit soll ein realistischeres Bild der Kriminalitätswirklichkeit entstehen“, sagt Makam-Koordinatorin Ilona Reindl.

Beim Projekt „Viktimisierung“ (Viktimologie ist die Lehre vom Verbrechensopfer) wurde in einer Vorstufe in Kleingruppen mit Experten und Betroffenen über die Thematik diskutiert. In einer zweiten Stufe werden 10.000 Menschen befragt. Erste Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen.

Scham vor Gang zur Polizei

Die Gründe, warum Opfer von Straftaten nicht zur Polizei gehen, sind laut ersten Erkenntnissen der Studie vielfältig. Gerade bei kleinen Delikten mit geringem Schaden, wie etwa dem Diebstahl eines Fahrrades, scheint für viele der Aufwand zu groß. Andere meinen, die Versicherung werde sowieso nichts bezahlen. Anderen wiederum fehlt das Vertrauen in die Arbeit der Polizei. Manche Opfer wollen partout nichts mit der Exekutive zu tun haben, einige schweigen aus Scham (etwa bei Sexualdelikten oder Gewalt in der Familie) oder Angst (Schutzgelderpressungen).

Allerdings: Ist das Delikt besonders schwer, ist die Bereitschaft zur Anzeige größer. Während Morde, Geiselnahmen oder Raubüberfälle fast immer der Polizei gemeldet werden, ist das bei Kellereinbrüchen, Sachbeschädigungen oder kleineren Diebstählen seltener der Fall. Häufiger werden auch Delikte angezeigt, deren Schäden durch Versicherungen abgedeckt sind und bei denen die Versicherungen die Vorlage einer polizeilichen Anzeige verlangen (etwa bei Autodiebstählen oder Wohnungseinbrüchen). Zum Anzeigeverhalten trägt aber auch die Berichterstattung in den Massenmedien bei.

Aktuelle Forschungen haben ergeben, dass vor allem im Bereich der Computerkriminalität zahlreiche Betrugsdelikte nicht angezeigt werden. Auch sogenannte „opferlose“ Delikte wie Drogenhandel oder Korruption haben ein hohes Dunkelfeld.

Vor sicherheitspolitischen oder polizeistrategischen Entscheidungen wird häufig die offizielle Kriminalstatistik herangezogen. „Je aussagekräftiger diese Daten sind, desto zielgerichteter können wir unsere Schritte, vor allem auch in der Prävention, setzen“, sagt Silvia Strasser aus dem Bundeskriminalamt (BK). Das BK ist für die Erstellung der österreichischen Kriminalstatistik verantwortlich.

Die Ergebnisse der Studie werden dann den Daten der Kriminalstatistik gegenübergestellt – so will man Rückschlüsse ziehen, wie viele tatsächliche Verbrechen auf die Zahl der Anzeigen kommen. Zudem sollen dadurch Beziehungen zwischen Tätern und Opfern analysiert werden.

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68 Kommentare
 
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Gast: letscy
26.07.2012 22:24
1 0

Anzeigen

Eine Anzeige zu machen hat in der heutigen Rgierungsmisere wenig Sinn,denn erstens haben die Täter nichts um eine Entschädigung zu leisten,dann werden sie von einer bestimmten Parteigruppierung vollstens unterstützt,was für uns Bürger nicht in Frage kommt.
Und der Polizei fehlen vor allem alle Rechtsmittel,sind selbst oft machtlos weil die Hauptschuld an den beiden Ressortministerinnen liegt,die unfähig sind ihre Ämter ordnungsgemäss auszuführen.Ein Spruch sagt schon" der Fisch fängt als erstes am Kopf zu stinken an.Die EU und ihre Gefolgsmariontten sind letztendliche unser Untergang.

wenn es irgendwie geht,

ist es besser man geht der Polizei aus dem Wege, denn nur allzu schnell wird aus einem Opfer ein Täter!

Gast: tango korrupti
26.07.2012 10:18
1 0

SCHERZfrage

"Was ist der Unterschied zwischen einem Bullen und einem Schwerkriminellen?" - "Der eine hat einen Dienstausweis."
wobei dieses System natürlich nur deshalb wie geschmiert funktioniert, weil Justiz & Politik dabei mit Begeisterung & aus Überzeugung mitmachen.

Gast: joseph
26.07.2012 09:31
2 0

fakten zur grenzeoeffnung

seit november 1989 sind die grenzen zum ostblock geoeffnet.

seit 1990 zeigt sich ein beachtlicher anstieg der kriminellen handlungen in oesterreich.

Prävention

Jedes Haus und jede Wohnung zu einer Festung ausbauen und hoffen, dass niemand in der Familie stirbt. Jedes Begräbnis nur mehr in der Verwandtschaft mittels Rundruf organisieren und keinen Patezettel aushängen.

Gast: Papa Schlumpf
26.07.2012 00:16
1 0

Bitte, bitte! Was täterten wir ohne unsere Polizei?

Was sollten wir denn sonst in diese Uniformen stecken?
Stroh?
Mensch! Wären ja dann alle blond!

hab jetzt mal selbstanzeige gemacht

weil ich ein parkendes auto beschädigt habe. ist nicht gut angekommen auf der wache, macht schliesslich arbeit und bringt nix. da brauchts dann aber auch niemanden mehr zu wundern, wenn mans irgendwann nicht mehr tut.

noch dazu bei einer polizei, die kinderporografiekonsumenten als ihre beamten duldet (bericht letzte woche).

Noch ein Fall!

Habe versucht einen Jugendlichen (15 Jahre alt) gegenüber einem Freund und Helfer zu verteidigen.

Polizei verjagt 10 Personen von öffentlichem Grundstück wegen privater Geburtstagsparty (alles gesittet und ruhig abgelaufen - die Geburtstagsparty).
Jugendlicher nimmt eine Bottle Whiskey - nur um sie wegzutragen.
Polizist sieht das und fragt ihn nach seinem Ausweis.
Jugendlicher hat selbst keinen Alkohol getrunken.

Ich schreite ein.

Wortgefecht zwischen Polizist und mir (seine Kollegin musste einschreiten und ihn an der Hand führend von mir weg zu geleiten - der Typ war schon auf 180).

5 Meter entfernt drehte er sich noch einmal zu mir um und sagte: "Dich kriegen wir auch noch, dann fahren wir ein anderes Programm!"

Herrlich solche Geschichten. Noch dazu wenn sie der Realität entspringen.

Anruf bei der Kiewerei

Wegen einer zu tätigenden Anzeige!

ICH: Ist Frau ...... zu sprechen?
BULLE: Nein die ist im Außendienst.

2x, 3x - nicht erreichbar!
Bitte um Rückruf - NICHTS!

ICH: Na wann hat sie den wieder Dienst!
BULLE: Weiss ich nicht probiern's sie's halt öfter!
ICH: Glauben's ich ruf zum Spaß an?
BULLE: Vielleicht wegen der Millionenshow (wortwörtlich)?
ICH: Arschloch und aufgelegt.

War ebenfalls kein Scherz!

Kürzlich bei mir Zu Hause!

Sitz im Wohnzimmer. Auf einmal einen Kracher und "eine" Bereicherung (von ungeheurem Ausmaß - ähhmm Umfang) stand vor mir.

Hab sie angeschrien sie soll sich sofort schleichen, bevor ich sie .....
Anscheinend hat die mich nicht verstanden. Sie hat versucht mit mir zu diskutieren.

Ich ruf die Polizei an:

ICH: Mir wurde gerade die Wohnungstür eingetreten, kommens vorbei die is nu do!
POLIZEI: Dafür sind wir nicht zuständig, setzen Sie sich mit ihrem Rechtsanwalt in Verbindung.
ICH: Wos is los??? De Oide steht bei mir im Wohnzimmer und ich soll mich mit meinem Rechtsanwalt in Verbindung setzen - jetzt um 10 Uhr nachts??? Moment i frag sie kurz nach ihren Daten. Darf ich die wenigstens telefonisch durchgeben??? Ihr hobt's an Vogel. Zu wos brauch i überhaupt a Kiewerei? Donn moch is selber.
POLIZEI: Na Moment, wir schauen vorbei!

Die Alte is abgerissen als sie gemerkt hat, daß ich die Polizei gerufen habe (mein Bruder war anwesend) und ist an den Polizisten sogar vorbei gelaufen - die wohnen ja gerade mal zwei Strassen weiter.

Irgendwelche Konsequenzen - Nein!
Ein Gefühl der Sicherheit - Nein!
Scherereien - jede Menge!

Hauptsache meine Daten haben die!

Nächstes Mal - gar nicht mehr anrufen. Bewaffnung bis an die Zähne und der Nächste ist weg!

Das war jetzt kein Scherz - hat sich exakt so zugetragen.

Gast: k.u.k Feldmarschall
25.07.2012 19:19
4 0

Aufgabe der Polizei ist es Geschwindigkeitsübertretungen-, abgelaufene Erste-Hilfe-Kästen- und Pannendreieckkriminelle zu stellen und finanziell zu bestrafen!

Auch die Bei-Grünblinken-in-die-Kreuzung-Fahren-Verbrecher müssen verfolgt werden!
Denn das ist ein direkter Angriff auf die Innere Sicherheit!
Genauso wie junge linke Demonstranten, die allesamt unter Generalverdacht stehen und um die Watschen betteln!
Polizei ist super, hart und teutsch!

Gast: Be-obachter
25.07.2012 18:25
1 0

Nicht die Polizei, sondern die Gesetze verhindern Gerechtigkeit.

Ich höre das immer so:
Wirst auf der Straße belästigt oder gar geprügelt, dann werden die Täter allenfalls protokolliert, keinesfalls aber zur Verantwortung gezogen.
Bei Nichtanzeige hast wenigstens die Chance, den Tätern selbst mal aufzulauern und keiner erfährt was davon.
Existiert aber ein Protokoll, dann läutet dich die Polizei aus dem Bett und will wissen, ob du Selbstjustiz verübt hast...

Gast: total crash
25.07.2012 18:10
5 0

Tatsache,

meiner Mutter (86) auf einem Auge blind mit dem anderen sieht sie auch nicht viel,wurde von einem "Vertreter" eine Gesundheitsdecke um 5000€ (Fünftausend) "verkauft",keine Rechnung,kein Namen,keine Telefonnummer,rein nix.

Selbstverständlich eine Anzeige versucht.

Antwort eines Kriminalbeamten ,jo wauns nix siecht kauns ah kah Identifizierung moch`n,do kenma nix tuan.

Gast: Staatsbeobachter
25.07.2012 17:10
5 0

Wenn man zur Polizei geht, beginnen die Probleme erst.

Der Staat ist der natuerliche Feind des Menschen. Wer sich vom Staat Hilfe erwartet, endet meist rasch in einem Lager, oder auch untere der Erde.

Gast: E.T.
25.07.2012 15:27
2 0

Na ja

Selbst hatte ich bisher zwar nur als Autofahrer mit der Polizei zu tun. Zum Glück wenig, aber das auch nicht unbedingt wirklich positiv, somit glaube ich persönlich eher, dass ich, außer es wäre unbedingt notwendig, ebenfalls nicht anzeigen würde, wenn ich Probleme hätte, da ich glaube, dann würden diese erst beginnen. Und das erspare ich mir gerne.

Gast: ungeliebter Heike
25.07.2012 15:21
3 0

Die Jeder-kann-alles-Polizei

von "Experte" Strasser Ernsti will (und kann) halt doch nicht alles. Der Erfolg ist entsprechend mau, und jeder weiß das inzwischen. Aber solange das Gefolge von Strasser Ernst in BMI und Polizei an der Macht ist, werden strukturelle Fehlentscheidungen schöngeredet.
Eine Polizei, die man nicht sieht, weil sie sich breitarschig vor dem PC einbunkert und tippselt, braucht keiner.

Entweder tippseln, oder ermitteln.
Zentraler Schreibdienst wichtiger Baustein der Kriminalitätsbekämpfung
http://www.cop2cop.de/2012/07/19/zentraler-schreibdienst-wichtiger-baustein-der-kriminalitatsbekampfung/

2 1

ist es so schwer?

1960: ca. 270.000 / > 50% / ca. 44%
1970: ca. 280.000 /> 50% / ca. 39%
1980: ca. 400.000 / > 50% / ca. 21%
1990: 457.623 / 49,8% / 15,6%
1995: 486.433 / 48,7% / 14,3%
2000: 560.306 / 48,7% / 7,6%
2005: 605.272 / 39,6% / 7,5%
2009: 591.597 / 39,9% / 6,4%
2010: 535.745 / 41,4% / 7,1%
2011: 540.007 / 43,4% / 6,8%

kann man nicht erkennen dass die taeter bei der polizei arbeiten?

1 1

so ist das

naja die polizei sieht ihren hauptschwerpunkt wohl in der crowd control... auf leute einzugehen und zu helfen gehoert nicht dazu - es ist strafbar!

Re: so ist das

@ewoewo: Wenn Sie so ein Gegner der Polizei sind, dann wünsche ich Ihnen, dass sie diese einmal brauchen und sie nicht kommt. Wer so über eine absolut notwendige Institution spricht wie Sie, der hat das Denken verlernt. Erkundigen Sie sich doch über die Arbeit unserer PolizistInnen, bevor Sie so einen Schwachsinn schreiben.

Antworten Antworten Gast: Hollertscheck
25.07.2012 15:26
2 0

Re: Re: so ist das

Zum Beispiel Koerperverletzungsanzeigen in Raufhandelsanzeigen umwandeln, das koennen sie. Fuer die Kriminalstatistik, haha. Und ein Druckmittel haben sie auch gleich noch, wenn sich der freche Buerger nach dem Fortgang der Ermittlungen erkundigen will.

3 0

Re: Re: so ist das

die kommt eh nicht...

3 0

Re: Re: Re: so ist das

oder woher glauben sie kommen 6% aufklaerung?

Gast: Wiener Ente
25.07.2012 11:42
6 1

Wundert das jemanden ???

Wenn Delikte gesetzt werden, dann stellt die Staatsanwaltschaft diese(wahrscheinlich um keine Arbeit zu haben) meist mit den lapidaren vorgefertigten Floskeln in den Schreiben an die Opfer " Die Staatsanwaltschaft hat keinen Grund zur weiteren Verfolgung von XXX gefunden und das Ermittlungsverfahren eingestellt."
Übrig bleiben die Polizei, die brav gearbeitet hat( und es das nächste Mal nicht mehr tut, da sowieso alles im Sand verläuft) und die Opfer. Und die liebe hochbezahlte Anklagebehörde hat um ein Arbeitsstück weniger.....
Und das wundert jemand in Österreich ????

Antworten Gast: Wie bitte?
25.07.2012 15:01
1 0

Re: Wundert das jemanden ???

Die Polizei ermittelt brav? Da ist man doch schon froh, wenn sie sich dazu herablassen, die Anzeige überhaupt aufzunehmen, statt einen abzuwimmeln.
Und die Staatsanwaltschaft ist hoch bezahlt? Ihre Leistung ist zwar nicht sehr überzeugend, zugegeben... aber hoch bezahlt?
Sie müssen in einem anderen Land leben...

Gast: RA
25.07.2012 11:12
6 0

Anzeigenverweigerung

Erst gestern hat ein Mandant erzählt, er wollte bei der Wiener Polizei einen "ebay-Betrüger" anzeigen.

Mit der Begründung, das wäre eine zivilrechtliche Sache und überdies müßte man gegen ebay vorgehen, verweigerten die Polizisten die Anzeige.

Ein anderer Mandant wurde von seiner in Scheidung lebenden Frau bestohlen. Sie hat die Wohnung ausgeräumt. Auch hier verweigerte die Polizei die Entgegennahme der Anzeige mit der Begründung, während der Ehe gehöre beiden alles und wäre das höchstens eine zivilrechtliche Angelegenheit.


Gast: Jo Gartner
25.07.2012 10:56
7 0

Problem Anzeige

Immer wieder berichten Menschen, dass berechtigte Anzeigen bei der Polizei entweder überhaupt nicht entgegengenommen werden oder die Anzeigenerstattung faktisch unmöglich gemacht wird.

Im besten Fall dauert sie einfach nur Stunden.

 
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