Graz/Red. Die Aufräumarbeiten in der Region Trieben in der Obersteiermark sind nach wie vor in vollem Gang. In St. Lorenzen sind 300 Bundesheersoldaten und mehr als hundert Feuerwehrleute im Einsatz, sagte Michael Feiertag, Sprecher der Einsatzleitung St. Lorenzen am Dienstag: „Die Spuren des letzten Unwetters sind noch lange nicht beseitigt, wir tun jetzt alles Menschenmögliche, um weitere Schäden zu verhindern.“
Insgesamt sind noch rund 100 Personen aus St.Lorenzen bei Freunden bzw. Familienangehörigen untergebracht. Laut Feiertag könne man noch nicht sagen, wie lange die Sperre des Wohngebiets noch aufrechterhalten wird. Am Montagnachmittag wurde zumindest die Evakuierung des Schwarzenbachtals aufgehoben – 140 Personen durften wieder zurück in ihre Häuser.
Die wichtigste Präventivmaßnahme ist die Reinigung des Baches. „Beim nächsten Regen darf sich kein Holz und Gerümpel mehr im Wasser ansammeln, nur so kann eine erneute Katastrophe in diesem Ausmaß vermieden werden“, hieß es seitens der Einsatzleitung: „Im Moment geht es darum, weiteren Schaden zu minimieren.“ Bisher wurden rund 1000 Lkw-Ladungen Schutt aus St.Lorenzen abtransportiert. Der Verbund, der am Wochenende mehrere Kraftwerke wegen des Hochwassers abschalten musste, erklärte am Dienstag, dass sämtliche Kraftwerke wieder in Betrieb sind.
Für Mittwoch rechnete man im Bezirk Liezen mit erneuten Regenfällen, die zu weiteren Schäden führen könnten. Auch Meteorologe Christian Csekits (ZAMG) erklärte, dass es in den betroffenen Gebieten wieder regnen könnte. Auch Unwettergefahr bestünde. Diese Unwetter würden jedoch nicht so heftig ausfallen wie vergangenes Wochenende. Die Gefahr sei trotzdem nicht zu unterschätzen, so Csekits: „Der Boden ist vollgesogen mit Wasser, der Regen wird wahrscheinlich wieder ausreichen, um weitere Überschwemmungen zu verursachen.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.07.2012)
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