Wien/Graz/Red. Die am Samstag von Hochwasser und Muren schwer in Mitleidenschaft gezogene obersteirische Region rund um Trieben ist von den Niederschlägen des aktuellen Tiefs weitgehend verschont geblieben. Dennoch wird in und um St.Lorenzen im Paltental weiter intensiv an Schutzmaßnahmen gearbeitet. Die noch bestehenden Evakuierungen bleiben aufrecht, eine Siedlung in Gaishorn wurde wegen eines drohenden Hangrutsches alarmiert.
Die 240 Bewohner von 80 Häusern im Köberlgraben in Gaishorn wurden schriftlich informiert und in „Alarmbereitschaft“ versetzt. Damit gilt der gleiche Status wie im Schwarzenbachtal. Insgesamt sind noch rund 100 Personen aus dem noch immer teilweise gesperrten St.Lorenzen bei Familienangehörigen untergebracht.
Die Wetterprognosen sind mittelfristig nicht sehr günstig: Nach einer Wetterberuhigung am Freitag muss laut Meteorologen bereits am Wochenende auch in der Obersteiermark wieder mit Gewittern und Starkregen gerechnet werden.
440 Helfer im Einsatz
Auch seitens des Bundesheeres wurde die Situation weiter als „angespannt“ beurteilt. Die befürchteten weiteren schweren Niederschläge seien zwar ausgeblieben, dennoch sei die Gefahr von neuen Murenabgängen nicht gebannt.
Zur Beobachtung der Hänge wurden von der Freiwilligen Feuerwehr Beobachtungsposten gestellt. Mit Hubschraubern wurden für Hangabsicherungen Sandsäcke in das schwer zugängliche Gelände transportiert. In St.Lorenzen waren am Mittwoch 320 Bundesheersoldaten und 120 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Strom- und Wasserversorgung sei nun überall zumindest provisorisch wiederhergestellt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.07.2012)
St. Lorenzen: Vorbereitung auf neue Gefahren
Steiermark: Schwere Unwetter und Murenabgänge
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