Die verheerenden Überschwemmungen in der Steiermark haben die Diskussion um Rückhaltebecken wieder entfacht. Derzeit gibt es 106 solcher Becken, die bei Hochwasser, gewisse Wassermengen zusätzlich aufnehmen können. Die Erhaltung der Becken stellt für die Gemeinden aber große finanzielle Belastungen dar.
Beispielsweise kostet die Reinigung der Hochwasser-Rückhaltebecken im steirischen Trieben rund 860.000 Euro. "Die Gemeinden sind an ihre finanziellen Grenzen gestoßen", erklärt Dietmar Schwab, Stadtamtsdirektor von Trieben.
Loch in Gemeindekasse
Rückhaltebecken werden zwar vom Bund gebaut, für die Erhaltung sind jedoch die Gemeinden zuständig. Das wurde in den vergangenen Jahren, in denen es immer wieder Hochwasser und Überschwemmungen gab, zunehmend zum finanziellen Problem. In Trieben, wo es in den vergangenen Wochen besonders heftige Unwetter gegeben hat, gibt es ungefähr zehn Rückhaltebecken unterschiedlicher Größe, berichtet Schwab. Nach den Regenfällen steht nun die Reinigung mit Baggern und Lkw an, die mit bis zu 100.000 Euro pro Becken ein tiefes Loch in die Gemeindekasse reißen.
Im heurigen Sommer könnten sich sowohl Land als auch Bund an der Instandhaltung beteiligen, gaben Landesrat Johann Seitinger und Umweltminister Nikolaus Berlakovich (beide ÖVP) bekannt.
Überschwemmungen verhindern
Bei den aktuellen Überschwemmungen in der Gemeinden St. Peter bei Graz und im Ragnitztal hat sich gezeigt, dass Hochwasserverbauungen ohne Rückhaltebecken keinen ausreichenden Schutz bieten. Durch so genannte Verklausungen, dem Verstopfen eines Abflusskanals, kam es zum Rückstau der Wassermassen. Vermutlich hätten Rückhaltebecken die Katastrophe verhindern können. Diese seien aber in Planung, hieß es seitens der Stadt Graz.
(APA)
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