Ein Unwetter hat am Samstag auf einem Mittelalterfest im niederösterreichischen Pöchlarn (Bezirk Melk) gewütet. Nach Angaben des Landesfeuerwehrkommandos stürzten Baumäste im Schlosspark auf Zelte und Menschen. Das Unglück forderte auch ein Todesopfer: Ein 51-jähriger Pöchlarner erlag nach der Einlieferung ins Krankenhaus seinen Verletzungen. Er war Medienberichten zufolge von einem Ast am Kopf getroffen worden.12 weitere Menschen wurden verletzt, vier von ihnen schwer. Unter den Opfern ist auch ein siebenjähriger Bub. Er erlitt eine Gehirnerschütterung.
Rund 400 Besucher tummelten sich am Samstag auf dem Mittelalterfest, als am Samstag gegen 18 Uhr ein schwerer Sturm mit Windspitzen von bis zu 120 km/h über das Gelände fegte und Starkregen einsetzte. Dabei wurden die Äste eines dicken Baums auf dem Schlosspark abgerissen. Einige Personen wurden unter den Ästen eingeklemmt. Sie mussten von der Feuerwehr mit Kettensägen befreit werden. Das Gelände wurde dann evakuiert, die Besucher vorübergehend in einer Turnhalle untergebracht.
"Menschen sind um ihr Leben gerannt"
Es habe zunächst nach einem "normalen" Gewitter ausgesehen, weshalb einige Besucher das Gelände verließen, schilderte Johann Ertl, Obmann der Wieselburger "Sturmfalken", die bei dem Mittelalterfest als Darsteller mitwirkten. Sie selbst zurrten noch die Zelte fest, als eine Böe bereits diverse Stände umwarf. Als dann große Äste vom Sturm abgerissen wurden, "sind die Menschen um ihr Leben gerannt", so Ertl. Von seiner Gruppe kamen alle - "bis auf ein paar blaue Flecken" - unverletzt davon.
Einige Besucher kritisierten, dass zu spät vor dem Unwetter gewarnt wurde, berichtet der ORF. Die Veranstalter beteuern aber, dass das Unglück nicht vorhersehbar gewesen wäre. Die Staatsanwaltschaft hat den Park vorläufig sperren lassen. Die Polizei sagte gegenüber dem ORF jedoch, dass der Sturm "überraschend" kam.
Felssturz in Salzburg
Auch über Oberösterreich zog am Samstag ein schweres Gewitter hinweg. Die Feuerwehren mussten 550 Einsätze bewältigen. Selbst das Dach der Landesfeuerwehrkommando-Zentrale blieb nicht verschont. Und in Salzburg musste die Bundesstraße 166 nach einem Felssturz gesperrt werden. Felsbrocken, Geröll und Bäume verschütteten die Straße zwischen Abtenau und Annaberg. Die Aufräumarbeiten dürften noch bis Montag andauern, teilte die Polizei mit.
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(APA/Red.)
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