Nach dem heftigen Unwetter vom Samstagabend mit zwei Todesopfern beim Mittelalterfest im Schlosspark von Pöchlarn (Bezirk Melk) ermittelt die Staatsanwaltschaft St. Pölten wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Außerdem wurde ein Sachverständiger beauftragt. Er soll die Beschaffenheit jenes Baumes prüfen, von dem Äste auf Zelte gestürzt waren und Menschen unter sich begraben hatten.
Die Ermittlungen richten sich gegen zwei Personen, die als Ansprechpartner bzw. Verantwortliche des Mittelalterfestes aufscheinen, sagte die Leitende Staatsanwältin Michaela Schnell am Dienstag. Einvernahmen seien angeordnet. Noch am Montag sei überdies der Sachverständige bestellt worden. Wie lange es dauern werde, bis ein Gutachten vorliegt, sei nicht absehbar, so Schnell. Der Schlosspark in Pöchlarn bleibt gesperrt.
Möglicherweise werde auch zu klären sein, wie akut die Unwetterfront am Samstagabend über der Stadtgemeinde aufgezogen war, so Schnell weiter. Daraus könnte die Frage resultieren, ob das Festgelände im Schlosspark rechtzeitig zu räumen gewesen wäre. Der Schlosspark in Pöchlarn bleibt unterdessen weiterhin gesperrt.
Mittlerweile zwei Todesopfer
Am Montagabend ist ein Mann im Krankenhaus Amstetten seinen Verletzungen erlegen, teilte die Landeskliniken-Holding mit. Er ist das zweite Todesopfer des Unfalls am Mittelalterfest in Pöchlarn. Bereits in der Nacht auf Sonntag war ein 51-Jähriger aus Pöchlarn in St. Pölten gestorben. Der acht Jahre alte Sohn des Mannes wurde damit zum Vollwaisen, die Mutter starb Anfang 2010. Der Bub erlitt bei dem Unglück schwere Kopfverletzungen. Er wird auf der Kinderstation im Landesklinikum St. Pölten behandelt. Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP), die "Katastrophenhilfe Österreichischer Frauen" und "Pro NÖ" haben finanzielle Hilfe zugesagt.
(APA)
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