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Unwetter: St. Lorenzen wird „murensicher“

01.08.2012 | 18:14 |  KÖKSAL BALTACI (Die Presse)

In dem von einem Murenabgang verwüsteten Ort werden zehn Millionen Euro in neue Hochwasserschutzwerke investiert. Alle Bewohner können in ihre Häuser zurückkehren.

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Wien/Graz. Innerhalb einiger Wochen die Niederschlagsmenge eines halben Jahres, ein verheerender Murenabgang mit einem Todesopfer – und in der Folge zehn Millionen Euro für Schutzmaßnahmen. Diese Voraussetzungen braucht es, um in der obersteirischen Gemeinde St.Lorenzen das Unmögliche möglich zu machen und in wenigen Tagen ein „ganz neues Paket“ zu schnüren, das den Ort künftig „hochwasser- und murensicher“ machen soll.

Genau ein solches Paket hatte Kurt Kalcher, Leiter des Katastrophenschutzes, nach dem schweren Unwetter vor eineinhalb Wochen gefordert. Alle bisherigen Konzepte müssten überdacht werden. Ansonsten seien derartige Katastrophen auch in Zukunft „unvermeidbar“. Kalcher warf sogar die Frage auf, ob es angesichts der unerwarteten Wucht der Schlammlawine überhaupt noch sinnvoll sei, dass die Bewohner in ihre Häuser, die in ausgewiesenen Gefahrenzonen liegen, zurückkehren.

 

„Risiko wird minimiert“

Eine Warnung, die offenbar gefruchtet hat, denn plötzlich ging es schnell. Bei einem Krisengipfel am Dienstag sicherte Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) zehn Millionen Euro für den Ausbau von neuen Hochwasserschutzmaßnahmen zu. Sechs Millionen stellt der Bund zur Verfügung, vier das Land, das damit auch den Anteil der Gemeinden (20 Prozent) übernimmt. Zugleich wurde klargestellt, dass die Betroffenen ihre zerstörten Häuser wieder aufbauen können, an eine Umsiedlung werde nicht gedacht. In extremen Härtefällen sollen durch den Murenabgang entstandene Schäden (insgesamt laut Kalcher „mehrere zehn Millionen Euro“) sogar vollständig ersetzt werden.

„Das von mir angesprochene, ganz neue Sicherheitskonzept mit aufwendig ausgebauten Schutzwerken in der Wildbach- und Lawinenverbauung konnten wir in den vergangenen Tagen tatsächlich erstellen“, sagt Kalcher im Gespräch mit der „Presse“. „Geplant ist ein Vollausbau der gefährdeten Bäche Lorenzenbach und Schwarzenbach. Damit können wir sicherstellen, dass sich eine solche Katastrophe nicht wiederholt, das Risiko wird auf ein absolutes Minimum reduziert.“

Die größte Gefahr sei bereits jetzt gebannt, da der Lorenzenbach ausgebaggert und mit Stemmverkleidung gesichert wurde. Dieser „Grundschutz“ werde in den kommenden Monaten optimiert, sodass St.Lorenzen bis zum nächsten Sommer wieder „sehr sicher“ sein werde. Der Ausbau der beiden Bäche unter anderem mit Stahlbetonrechen werde hingegen noch einige Jahre dauern und für „nahezu 100-prozentigen Schutz“ sorgen.

 

Lage entspannt sich

Unterdessen entspannt sich die Lage in St.Lorenzen langsam. Christoph Schlüßlmayr vom Bezirksfeuerwehrverband Liezen zufolge seien die größten Katastrophenbaustellen mittlerweile beseitigt: „Es könnte aber jederzeit wieder eine Mure abgehen, da die Hänge noch vom Regen aufgeweicht sind.“ Kommenden Freitag soll eine Bürgerversammlung stattfinden, bei der von den Evakuierungen betroffene Bewohner erfahren, wann sie in die Häuser zurück dürfen. Zudem sollen die neuen Schutzmaßnahmen vorgestellt werden, die nahtlos an die aktuellen Arbeiten anschließen werden.

In der Zeit vom 21.Juni bis 30.Juli waren im Bezirk Liezen 219 Feuerwehren mit insgesamt 2425 Helfern im Einsatz. Seitens des Bundesheeres mussten am Mittwoch 330 Soldaten mit anpacken, berichtet Oberst Christian Fiedler. Mittlerweile konzentriere man sich auf Hangsicherungsmaßnahmen. Das Bundesheer werde noch bis Ende August für die Errichtung neuer Brücken in der Region präsent sein, wenn auch mit geringerer Mannstärke.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.08.2012)

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14 Kommentare
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Und nächstes Jahr...

genau dasselbe. Nur halt woanders.

Aber egal, Hauptsache die Medien haben etwas, womit sie das Sommerloch füllen können.
Und Politiker haben die Gelegenheit, sich betroffen dreinblickend in selbigen abbilden zu lassen - und längst bekannte Umwelt- und Bausünden mit Millionenbeträgen in Form von "Soforthilfe" zu belohnen....

Gast: Papa Schlumpf
02.08.2012 10:42
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Einfach ausgedrückt: der Wiener in seinem Gemeindebau zahltden St.Lorenzenern das Einfamilienhaus im Grünen

Das finde ich voll Sozi!

Gast: Kibietz
02.08.2012 09:59
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Was die "St.Lorenzener"??? Das ist die Geminde Trieben, bekanntwegen Stadtbankrott und Schulden bis übers Dach!

Wie soll eine bankrotte Gemeinde etwas finanziern? 2 Mio, wo sie doch jetzt schon seit Jahren kein Geld mehr bekommt!!!!
Deswegen sind ja alle Ausschotterungsbecken und Bäche so schlimm beeinander, weil die alles Geld verjuxt haben.
Da glaubt man die FPK haust dort, aber nein, es sind die Sozen, also Voves Hawara!

"murensicher" ?

aber nicht deppensicher.
die erste frage sollte einmal sein wieviele gebäude in roter und gelber zone stehen.

Gast: Wie lange noch ?
02.08.2012 09:43
1 0

Wie lange noch ?

Wie lange wird sich das die Gemeinschaft noch leisten könnnen. Um einige Häuser im Wert von 5 mio erhalten zu könnnen geben wir 10 mio aus.

So schön das Wohnen in den Alpen auch sein mag, es ist ein Risikogebiet und oft auch ein Hochrisikogebiet.

Wollen wir die Alpen zubetonieren ?


Gast: otto f.krammer
02.08.2012 09:06
0 0

Wasserretentionen oben, wirken auch für alle ..

dartunterliegende Ansiedlungen, also nicgt nur für diese "handvoll" Häuser!
Es ist die Eigenart der Verantwortlichen, den kostbaren Regen hauptsächlich für Überschwemmungen zu nutzen, anstatt den Niederschlag für Bewässerung zu bewirtschaften.
Wassser ist Leben und Reichtum und viel zu schade, den Niederschlag schnell zu kanalisieren und damit Schaden anzurichten.

1 0

Mit der sinnlosen Kyoto-Milliarde ...

... könnte man im Land noch viel Sinnvolleres machen.

Gast: Mr. Incredible
01.08.2012 21:25
4 0

10 Mio Euro = 50 neue Einfamilienhäuser

und wenn man das noch irgendwie in Dorfform (also irgendwie verbunden, verdichteter Schwachbau voll Öko) macht, gehn sich sicher 100 neuwertige Wohneinheiten aus.

Und was helfen die "Bauwerke" (Betonsperren) wenn sie zwar vorhanden aber mangels Personal nicht geräumt werden können? Zur Erinnerung: die Verklausung war bekannt und die Vermurung von der Bevölkerung erwartet

Na egal zahlt ja eh der Staat und das Geld kommt von .....

Re: 10 Mio Euro = 50 neue Einfamilienhäuser

Diese Entscheidung ist so typisch für dieses System, das nur Flickwerk bildet und nichts grundlegend löst.

Gast: Papa Schlumpf
01.08.2012 21:04
3 0

Alle 40 Jahre rauscht eine Sturflut durch Trieben und Umgebung, sagen die Chroniken

Jetzt wird lustig was verbaut und in 40 Jahren ist es wieder soweit.
Sowohl Trieben und St.Lorenzen liegen am Ausgang enger Klammen mit rutschgefährdeten Graphitschiefern.
Soll mal einer erzählen, wie er 20.000 m3 Mure mit Holz, Felsen und Schlamm aufhalten will. Und wie die durch Häuserfluchten schießen sollen, die gerade mal gemeindestrassenbreit sind.
Jetzt wird wieder fleissig an Einfamilienwohnhäuserngebaut und dann wird bei der nächsten unausweichlichen Katastrophe wieder gejammert.

Gast: otto f.krammer
01.08.2012 20:33
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wichtig bei solchen Bauwerken, ist einen auf denjeweiligen Ort

zugeschnittenen nachhaltigen Mehrfachnutzen vorzusehen, damit die Erhaltungskosten damit hereinkommen können.
Das schlechtestete ist bei solchen Retentions und Schutzanlagen eine leere trockene Wiese ohne jegliche Bewirtschaftung!

Gast: otto f.krammer
01.08.2012 20:31
0 0

wichtig bei solchen Bauwerken, ist einen auf denjeweiligen Ort

zugeschnittenen nachhaltigen Mehrfachnutzen vorzusehen, damit die Erhaltungskosten damit hereinkommen können.
Das schlechtestete ist bei solchen Retentions und Schutzanlagen eine leere trockene Wiese ohne jegliche Bewirtschaftung!

Gast: Wos Frogst
01.08.2012 20:09
1 0

Ist eine Umsiedlung nicht billiger für den Steuerzahler?


Gast: Blankensteiner Husar
01.08.2012 19:44
2 0

Ja, so wirtschaftlich denkt die Beamtokratura: 10 Mio für eine Handvoll Häuser!

Und was halt wieder keiner gneisst: 20 % zahlt alleine die Gemeinde=der Bewohner selber!
Und wie hoch ist das Gemeindebudget? Wieviel kostet wohl die Erhaltung der Bauwerke?
Die Gemeinde ist auf einen Schlag bankrott. Und alle freuen sich.
Österreich eben!
PS: sofort eine Wiese dort kaufen, wird bald Baugrund!

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