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Golfballgroße Hagelkörner, Muren und Blitzschlag

05.08.2012 | 13:52 |   (DiePresse.com)

Am Samstagabend und in der Nacht auf Sonntag sind in weiten Teilen Österreichs schwere Unwetter niedergegangen. Zwei Frauen starben.

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Die schweren Unwetter, die in der Nacht auf Sonntag in Tirol und Südtirol niedergegangen sind, in Südtirol sind zwei Todesopfer zu betrauern.  In Afens im Pfitschtal bei Sterzing wurde ein Hof von einer Mure verschüttet. Dabei kam eine 84-Jährige ums Leben. In Tulfer konnte eine Vermisste nur noch tot aus den Erdmassen geborgen werden. Rund 480 Feuerwehrleute standen im Einsatz. Die Brennerbahnstrecke, die in der Nacht vermurt worden war, bleibt voraussichtlich rund zwei Wochen gesperrt.

Auch in Nordtirol waren die Aufräumarbeiten voll im Gang. Im Virgental in Osttirol waren Sonntagvormittag nach wie vor rund 1000 Haushalte ohne Strom. Auch die Virgentalstraße musste bei Virgen wegen mehrerer Murenabgänge gesperrt werden.

Gesperrt waren unter anderem die Loferer Straße (B178) zwischen Erpfendorf und Waidring, die Felbertauern Straße (B108) bei St. Johann im Walde, die Namloser Landesstraße (L21) und die Planseestraße (L255). Weiterhin unterbrochen war die Karwendelbahnstrecke zwischen Scharnitz und Seefeld. Die Bahnlinie soll Sonntagabend wieder freigegeben werden.

Für schwere Schäden sorgten zum Teil golfballgroße Hagelkörner, die Samstagnachmittag in Innsbruck und Umgebung niedergingen. Die Österreichischen Hagelversicherung schätzte das Schadensausmaß am Sonntag vorerst auf etwa 500.000 Euro. Besonders betroffen waren neben Grünland vor allem Glas- und Folienhäuser sowie Obstkulturen.

OÖ: 600 Kinder in Sicherheit gebracht

Eine Gewitterfront mit Starkregen hat in der Nacht auf Sonntag rund 250 Einsätze der Feuerwehr in Oberösterreich nötig gemacht. Besonders stark betroffen war der Zentralraum, wie das Landes-Feuerwehrkommando Oberösterreich mitteilte. Zahlreiche Keller in den Gemeinden Ansfelden, Marchtrenk, Leonding, Pucking und Traun mussten ausgepumpt werden, auch umgerissene Bäume mussten von den Straßen entfernt werden. In Schlüßlberg (Bezirk Grieskirchen) schlug ein Blitz in einen Bauernhof ein und beschädigte ein Dach.

Bei einem Feuerwehr-Jugendlager, das derzeit in Walding stattfindet, wurden 600 Kinder während des Unwetters im Feuerwehrhaus in Sicherheit gebracht, einige Zelte des Lagers wurden beschädigt. Bis 22 Uhr waren mehr als 100 Feuerwehrtruppen im Einsatz.

Wieder Murenabgänge in der Obersteiermark

In der Obersteiermark ist es am Samstagabend zu schweren Unwettern gekommen, die erneut mehrere Muren verursacht haben. Diesmal war vor allem der Bezirk Murfeld betroffen, wo eine große Mure eine Bundesstraße verschüttete. Es gab auch zahlreiche Verklausungen und Überschwemmungen, im Gemeindegebiet Bretstein mussten mehrere Häuser evakuiert werden, teilte die Polizei mit. Verletzt wurde niemand.

Die Gewitter und starken Regenfälle richteten diesmal in den Gemeinden St. Johann am Tauern, Möderbrugg, Oberzeiring, Bretstein und Hohentauern Schaden an. In St. Johann am Tauern ging eine Mure ab, die die Bundesstraße (B114) auf einer Länge von rund 150 Meter verschüttete. Geologen befürchteten Nachfolgemuren oder Gefahr durch Auflösung von Verklausungen, daher wurde erst am Sonntag mit den Aufräumarbeiten begonnen.

In Hohentauern gab es ebenfalls auf der B114 zwei weitere kleinere Murenabgänge und eine Überflutung, während in Bretstein der Bretsteinbach über die Ufer trat. Dort mussten mehrere Häuser von der Feuerwehr evakuiert werden. Wie lange die Sperre der B114 dauern wird, war am Sonntagvormittag nicht absehbar.

Überschwemmungen auch in Salzburg

Auch Salzburg ist nicht von Unwettern verschont geblieben. In den frühen Abendstunden zog eine Gewitterfront über das Bundesland. Vor allem im Flachgau führten starke Regenfälle zu kleinräumigen Überschwemmungen. Auch mehrere Muren gingen auf Straßen ab. Insgesamt mussten die Freiwilligen Feuerwehren zu 53 Einsätzen ausrücken, sagte ein Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos.

Am stärksten betroffen war dieses Mal das Gebiet um Hof und Faistenau. Dort kam es im Bereich Tiefbrunnau und Baderluck zu zwei Murenabgängen. Im Bereich des Jagdhofes wurde die Wolfgangsee Bundesstraße von Schlamm und Geröll verlegt. Alle Muren konnten aber rasch beseitigt werden, sodass es zu keinen gröberen Verkehrsbehinderungen kam, so ein Polizeisprecher. Auch auf die Großglockner Hochalpenstraße ist laut Feuerwehr eine Gerölllawine abgegangen.

Der überwiegende Teil der insgesamt 53 Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren betraf überschwemmte Keller, Unterführungen und umgestürzte Bäume. In Summe standen 299 Helfer von 18 Feuerwehren im Einsatz. Die Berufsfeuerwehr in der Landeshauptstadt musste witterungsbedingt lediglich einmal ausrücken, weil in eine Wohnung Wasser eingedrungen war.

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) verfügt zwar in den am stärksten betroffenen Gebieten über keine eigenen Messstellen, Meteorologin Claudia Riedl schätzt aber aufgrund der Entwicklung der Gewitterzelle, dass dort rund 40 bis 60 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen sein dürften. "Das ist keine besonders große Menge, aber sie fiel in sehr kurzer Zeit, und das war das Problem."

 

(APA)

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10 Kommentare
Gast: Klaus
05.08.2012 15:03
2 0

Panorama Österreich

... und dann über die ITALIENISCHE Provinz Südtirol (Alto Adige) berichten? Hallo?

Re: Panorama Österreich

paßt scho

Re: Re: Panorama Österreich

bzw. passt scho

Gast: Blankensteiner Husar
05.08.2012 14:43
4 2

Auch auf meiner Terrasse hat das Unwetter gewütet!

Der Zyklon hat mir eine schöne alte Fuchsie umgehauen! Da sind mehrere Ästchen beschädigt worden!
Und auch einen Oleander hat es erwischt als wäre ein Blitz eingeschlagen.
Die Tontöpfe original Toskana sind Schrott!
Wäre ich nicht ein Steirer, Mann-oh-Mann, dann würde ich jetzt Suizidgedanken haben.
Aber bei uns ist die Natur sowieso unerbittlich und jeder Tag, ach was sage ich, jede Stunde ist ein Kampf mit den Naturgewalten.
Da waren wir uns beim Frühschoppen alle einig!

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sehr traurig für alle Betroffenen...

sieht man jedoch, wie sich in den letzten Jahrzehnten, der Mensch baulich in jeden Winkel hinein gräbt, wundert sich hoffentlich niemand mehr. Straßen, Lifte, Parkplätze bilden perfekte Wassersammler. In kürzester Zeit kommen so immense Wassermengen zusammen, die angeschnittenen Hänge rutschen wie auf Schmierseife ab. Da kommt noch einiges auf uns zu! Das hat nichts mit Klimawandel zu tun, sondern mit dem dringend erforderlichen Meinungsumschwung im Bereich der Raumordnung. Und auch wenn wir es nicht wahr haben wollen, der Mensch ist dabei immer der Verlierer.

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Re: sehr traurig für alle Betroffenen...

Österreich muss 10m unterwasser stehen, dann könnte es eventuell mit dem klimawandel zutun haben, stimmts?

Re: Re: sehr traurig für alle Betroffenen...

"unterwasser" ist wohl das Gegenteil - nein, nicht "gegenteil" - von "oberwasser", wie?

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Re: Re: Re: sehr traurig für alle Betroffenen...

Probieren sie es aus, und erzãhlen sie von ihrer Erfahrung.
Wir sprachen ausdrücklich nicht von Kraftwerken, also war wohl "unter Wasser" gemeint. I hät a "abgesoffen" schreiben können.

Antworten Gast: Erklärbär_m²
05.08.2012 14:31
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Re: sehr traurig für alle Betroffenen...

Auch wenn sie vorgeben ein höchst schlaues Kerlchen zu sein, es hapert doch ganz gewaltig.

Beschäftigen sie sich mit Machu Pichu und sie werden erkennen, dass sie zumindest in Bezug auf das Klima gar nichts wissen.

Der Mensch muss nicht unbedingt der große Verlierer sein. Dazu wäre es jedoch erforderlich, das sich die Politik nicht länger von privaten Geldgebern beeinflussen läßt.
Da ein Politiker jedoch im Grunde ein Verbrecher ist, dürfte das höchst schwierig werden.

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Re: sehr traurig für alle Betroffenen...

aber wie so oft, selbst schuld an Tragödien welche vermeidbar wären !

Ich lese aber heute schon die noch kommenden Schlagworte- samt Zeilen dazu seitens manch Parteien, dass man doch nun erst überhaupt, eine neue (Unwetter)Steuer einführen muss, um eventuell alle Jahre die Kosten nicht den Versicherungen anlasten zu müssen ?!

Längst muss man nämlich der Versicherung nachweisen das ma nnicht selbst schuld an etwas sei, und dies kann und darf leider heute sehr lange mittels "rechtlicher Einsprüchen" hinausgezögert werden !
Dabei hofft man oft auf das Ableben der betreibenden Partei oder aufgabe der selben, um ja nicht bezahlen zu müssen....