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Nebel um neue Westbahntrasse lichten sich

05.08.2012 | 18:20 |  GEORG RENNER (Die Presse)

Ab Dezember sparen sich Bahnreisende auf der Tullnerfeld-Strecke zwischen St. Pölten und Wien eine Viertelstunde Reisezeit. Die wichtigsten Eckdaten um den Verkehr auf der neuen Trasse sind inzwischen entschieden.

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St. pölten/Wien. Am meisten freuen dürfen sich Pendler zwischen St. Pölten und Wien: Die niederösterreichische Landeshauptstadt rückt mit dem Fahrplanwechsel am 9.Dezember deutlich näher an die Bundeshauptstadt: Nur noch 27Minuten soll die Fahrt vom St. Pöltner Hauptbahnhof zum Wiener Westbahnhof (ab 2014 zum Hauptbahnhof) dann dauern – derzeit brauchen auch die schnellsten Verbindungen, die „Railjet“-Züge der ÖBB für dieselbe Strecke 40 Minuten.

Angenehm für Pendler aus der Landeshauptstadt ist auch eine aktuell bekannt gewordene Übergangsregelung: Wie „Die Presse“ vom Verkehrsverbund Ostregion (VOR) erfahren hat, sollen Jahreskarten, die für die bestehende Verbindung zwischen St.Pölten und Wien ausgestellt worden sind, ab Dezember auch für jene (schnelleren) Züge gelten, die auf der neuen Trasse verkehren.

Das ist deswegen keine Selbstverständlichkeit, weil die Jahreskarten im VOR für bestimmte Tarifzonen ausgestellt werden – streng genommen könnte ein Jahreskarteninhaber, der derzeit die fünf Zonen der Wienerwald-Strecke innehat, also nicht auf der neueren Strecke fahren, die durch andere Zonen verläuft.

Relevant ist das für viele Pendler, denn die VOR-Tickets gelten sowohl für alle ÖBB-Züge in der Region als auch für jene der teilprivaten Westbahn, die ausschließlich die neue Trasse nutzen wird.

Zwischen ÖBB, Westbahn und dem Land Niederösterreich hat es in den vergangenen Monaten übrigens enge Verhandlungen um die neue Trasse gegeben. Konkret ging es darum, wie viele Züge in dem neu erbauten Bahnhof Tullnerfeld halten werden: Niederösterreich war nämlich besonders darauf bedacht, diesen Bahnhof, der weit abseits jeder Siedlung auf freiem Feld steht, als Pendlerbahnhof zu etablieren – und damit das Tullnerfeld als Wohnregion zu stärken.

 

Skurriler Bahnhofsdeal

Was gelungen ist: Als Ergebnis der Verhandlungen präsentierten Land, Bund und ÖBB vor Kurzem die Lösung, dass auf dem 25 Millionen Euro teuren Bahnhof künftig 42 Züge pro Tag halten werden. Allerdings mit einer skurrilen Neuaufteilung: Die Westbahn wird 15-mal täglich vom Tullnerfeld nach Wien fahren – dort jedoch nicht in der Gegenrichtung stehen bleiben. Im Gegensatz dazu bedienen die ÖBB den Bahnhof auch mit Intercity-Zügen – jedoch nur für Reisende in Richtung St. Pölten.

Die 1,6 Millionen Euro teure Errichtung der 44 Kilometer langen Tullnerfeld-Trasse, mit deren Planung 1990 begonnen wurde, war vor allem notwendig geworden, weil die Kapazität der bisherigen Westbahnstrecke nach St. Pölten durch den Wienerwald erschöpft war.

Die alte „Kaiserin-Elisabeth-Bahn“ verlief vergleichsweise steil und über viele Kurven, sodass diese meistbefahrene Bahnverbindung Österreichs das stetig steigende Verkehrsaufkommen nicht mehr bewältigen konnte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.08.2012)

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7 Kommentare
Gast: ogel
07.08.2012 09:24
0 0

1,6 Millionen?

Die 44 Km lange Bahnstrecke durch das Tullnerfeld soll nur 1,6 Millionen Euro gekostet haben? Um diesen Preis darf die ÖBB wohl noch einige Strecken neu bauen........

Gast: BHMelk
06.08.2012 11:55
2 0

Was müssen sicsh die Bevölkerung aus den Bezirken Melk/Scheibbs denken?

Das sind 120.000 Menschen, die bis heute - und wahrscheinlich auch in Zukunft KEINEN Schnellzughalt haben!

Diese 120.000 Menschen müssen mit den REXen und Regionalzügen gen Landesmetropole und Wien gondeln (vermutlich auch in Zukunft durch den Wienerwald?).

Dagegen hat das Weizenfeld nahe Tulln 42 (!) Schnellzughalte, inkl. RJ-halt!

Verrückt!

Von Amstetten bis Wien fährt man ab DEZ12 in 50 Minuten (126km), von Ybbs eineinhalb Stunden, von Melk weiterhin 1:20 Stunden (85km).

der Bahnhof Amstetten hat weniger Einwohner-Einzugsbereich als der Bahnhof Melk; jeder IC-Zug aber hält in Amstetten, viele Railjet, und die Westbahn!

Dann fährt man von Amstetten 90 km bis St. Pölten durch, die 120.000 EW des Erlauftales, Melktales und Donauraumes zw. Ybbs und Loosdorf linksliegenlassend.

Was hat man sich dabei gedacht?

Vielleicht könnte ja Haselsteiner/Westbahn einmal einspringen und in Melk halten - das würde die Fahrzeiten nach Wien in manchen Regionen bis zu 45 Minuten beschleunigen.

Wenn die ÖBB kein Interesse daran hat, und lieber im Weizenfeld mit IC hält...

Fazit:
Wenn in Kapfenberg mit 6.000 Einwohnern jeder Ralijet hält, warum hält dann in Melk - bei einem potenziellen Einzugsbereich von 120.000 Einwohnern KEIN Schnellzug, sondern nur Regionalzüge?

Ferner blockiert die Zockel-Erlauftalbahn jede Verkehrsentwicklung (Verm. wg. Monopolstellung).

Buslinien zum BH Melk würden eine attraktive Lösung für viele Regionen sein, die heute fakt. öffentlich abgehängt sind!

Antworten Gast: asdfafa
10.08.2012 12:34
1 0

Re: Was müssen sicsh die Bevölkerung aus den Bezirken Melk/Scheibbs denken?

Außerdem falsch:

Kein railjet hält in Amstetten und ebenso wird es auch in Tullnerfeld sein!

Schnellzughalt in Melk? - Lächeriches Kirchturmdenken! 5 schnelle REX-Verbindungen Amstetten - Wien und zurück über Tullnerfeld mit Halten in Melk, Pöchlarn usw. wird es geben, mehr will das Land nicht zahlen - Beschwerden bitte dorthin richten! Mit einem Umstieg in St. Pölten wird die Strecke Wien - Melk den ganzen Tag über in ca. 50 Minuten zu bewältigen sein, das sollte doch akzeptabel sein!

Hoffe nur stark, dass die derzeitige Lösung im Tullnerfeld nicht ewig währt und sich langfristig dort ein REX im Stundentakt etabliert, dann wäre auch die ganze Melk-Diskussion hinfällig!

Antworten Gast: ferdl e.
06.08.2012 13:18
0 0

Re: Was müssen sicsh die Bevölkerung aus den Bezirken Melk/Scheibbs denken?

Ziemlich viel Falsches:
Kapfenberg hat 20.000 EW und es hält nicht jeder Railjet.
Warum sollte ein Schnellzug in einem 5000 EW-Nest wie Melk halten?

Absurd...

Schön,

dass unser Staat ab und zu auch noch was sinnvolles macht...

Re: Schön,

bis auf den unnötigen stop im tullnerfeld.... an einem bahnhof im niemandsland.
wie kann man nur einen interCITY dort anhalten lassen?

freundlichst, ihr
eco

Antworten Antworten Gast: zetto
06.08.2012 10:48
1 0

Re: Re: Schön,

sie wagen es, am Landeshauptmann von Österreich zu zweifeln?
An den Pranger!