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Konflikt: Tirol bekämpft Hotelkäufe von Russen

07.08.2012 | 16:45 |  Von Köksal Baltaci (Die Presse)

Russische Investoren haben im Ötztal drei namhafte Hotelburgen über eine spanische Gesellschaft gekauft. Was laut EU-Gesetz legal ist. Der Grundverkehrsreferent des Landes ist über die Entwicklung besorgt.

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Wien. Das Grundverkehrsgesetz in Tirol sieht beim Kauf vom Immobilien eine Reihe von Auflagen vor. So dürfen etwa Nicht-EU-Bürger Baugründe oder Gebäude nur dann kaufen, wenn sie ein öffentliches oder wirtschaftliches Interesse nachweisen können. Beispiel: Ein für die touristische Infrastruktur des Ortes wichtiges Hotel steht vor dem Konkurs und findet keinen (einheimischen) Käufer. Das gilt auch für Konzerne, die sich mehrheitlich im Besitz von EU-Ausländern (Drittstaatsangehörigen) befinden.

Der Erwerb von drei namhaften Hotelburgen im Ötztal durch spanische Gesellschaften, die von russischen Investoren beherrscht werden, hat deshalb in Tirol eine hitzige Debatte ausgelöst.

Denn die neuen Eigentümer sind offenkundig Russen. Auch wenn sie die Hotels nicht selbst, sondern über ein Firmenkonstrukt mit Hauptwohnsitz innerhalb der EU gekauft haben. Und ein allgemeines wirtschaftliches Interesse mussten sie auch nicht nachweisen. Die Gesetzeslage ist eindeutig: „Wenn der Kauf über eine Gesellschaft in der EU – wie in diesem Fall in Spanien – abgewickelt wird, kann sie von Russen, Chinesen oder Amerikanern dominiert werden, es gelten dennoch dieselben Richtlinien wie für Österreicher und EU-Bürger“, erklärt Europarechtsexperte Walter Obwexer von der Universität Innsbruck. „Denn hier greift eines der Grundgesetze der EU, nämlich die Niederlassungsfreiheit.“

Weil die Gesellschaft nach den Gesetzen eines EU-Staates errichtet wurde, würden in Tirol nicht die Bestimmungen des Ausländergrundverkehrs gelten.

Angst vor Preistreiberei

Für Richard Bartl, stellvertretender Grundverkehrsreferent des Landes, ist dies eine „äußerst bedenkliche“ Entwicklung. Denn damit bestehe in Tirol die Gefahr der Preistreiberei bei Immobilien. „Außerdem wird bei solchen verschachtelten Firmenkonstrukten der Geldwäsche Tür und Tor geöffnet.“

Bartl fordert daher, dass das Land diese Rechtsmeinung „auf jeden Fall“ bis zu den Höchstgerichten bekämpft. Obwexer zufolge ein aussichtsloses Unterfangen, die Niederlassungsfreiheit sei unantastbar. Auch der Tiroler Verfassungsdienst sieht kaum Chancen, rechtlich gegen das Gesetz vorzugehen, wie Christian Ranacher, Leiter des Verfassungsdienstes, im Gespräch mit der „Presse“ sagt.

„Tiroler haben es in der Hand“

„Die Befürchtungen der Bevölkerung, dass russische Investoren durch den Erwerb von strategisch wichtigen Hotelanlagen in touristischen Hochburgen Tirols ihren Einfluss in diesen Orten vergrößern wollen oder nur auf schnelle Gewinnmaximierung aus sein könnten, sind durchaus nachvollziehbar und rechtlich auch möglich“, sagt Obwexer. „Schließlich haben die großen Hotels in Gebieten wie Sölden und Obergurgl eine Art Leadership-Funktion und bestimmen Entwicklungen wie den Ausbau von Skiliften oder die touristische Infrastruktur des Ortes mit.“

Das Land könne aber sehr wohl gegen solche Entwicklungen vorgehen, „indem beispielsweise Käufern von Hotels Auflagen erteilt werden, wonach sie die erworbenen Objekte eine Zeit lang, sagen wir zehn Jahre, in derselben Kategorie weiterführen müssen.“

Dies könne man etwa im Rahmen des Raumordnungs- oder Fremdenverkehrsgesetzes durchsetzen, ohne mit geltenden EU-Gesetzen zu kollidieren. So könne man möglicherweise verhindern, dass Hotels zu reinen Spekulationsobjekten verkommen und irgendwann als Investitionsruinen enden.

„Aber bei allem Verständnis für die Sorgen der Menschen in den betroffenen Gebieten“, so Obwexer, „die Tiroler haben es immer noch selbst in der Hand, wem sie ihre Grundstücke und Gebäude verkaufen.“ Natürlich sei es nicht leicht, den teilweise ausgesprochen großzügigen Angeboten der reichen Russen zu widerstehen.

Aber wenn man nicht Gefahr laufen wolle, dass ausländische Investoren eigene, dem Gemeinwohl eines Ortes konträre Absichten verfolgen, könne man dem nur entgegenwirken, indem man auf die astronomischen Summen verzichte und an Österreicher oder eben gar nicht verkaufe.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.08.2012)

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13 Kommentare
Gast: Russe
08.08.2012 10:04
0 0

Rückfluss des Geldes

Nachdem wir sinnlos Gelder nach Griechenland,Spanien und andere notleidende EU Projekt geblecht haben, kommen zumindest kleine Teile wieder nach Österreich zurück

Gast: joseph
08.08.2012 08:48
0 0

eu

wiederum ein beweis dafür, dass es seit der eu-mitgliedschaft mehr probleme gibt !

Antworten Gast: Zurlinden
09.08.2012 09:59
0 0

Re: bla bla

Kein Beweis für gar nichts, außer dass immer mehr steinreiche Tiroler gibt, die das heilige Erbe ihrer Väter verhökert haben. Dass man ua über eine Firmenkonstruktion Grundverkehrsbeschränkungen mehr oder weniger legal umgehen kann, ist nun wirklich nichts neues, das hat es immer schon gegeben. Generationen Tiroler Anwälte haben fürstlich davon gelebt.

Gast: b754
08.08.2012 08:33
1 0

da ist die fpö ruhig

denn da verdinen ihre klienten

Re: da ist die fpö ruhig

"Verdienen", nicht "verdinen"!

Gast: derseppvomberg
08.08.2012 08:23
0 0

???

...dass auch österreichische Käufer Hotels zu Investitionsruinen verkommen lassen können, sieht man gegenwärtig in Bad Gastein.

Gast: Slapp34
08.08.2012 07:40
1 0

Warum auch nicht?

Schließlich machen unsere Politiker es vor:
Http://de.wikipedia.org/wiki/Cross-Border-Leasing.

Was gehört bereits nicht mehr "uns" (Beispiele):
Austro Control (Flugsicherungsanlagen)
einige Strom-, Gasnetze
Connect Austria (Übertragungsanlagen)
Wiener Linien (U-Bahn, Straßenbahnnetz)
TIWAG (Wasserkraftwerke)
Verbund (Donaukraftwerke)


die dumben ausländer sollen das hotel kaufen,

alle schulden zahlen, dann gefälligst wieder verschwinden und die immobilie der gemeinde schenken - so ungefähr stellen sichs die tiroler vor.

Gast: TOM22
07.08.2012 21:07
1 0

Rausverkauf

wir brauchen Gesetze die den verkauf unserer heimat stoppen!

Gast: 1967
07.08.2012 19:28
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solche Hotelburgen hätten von Anfang an nie errichtet werden dürfen

Der Massentourismus zerstört alles.

Gast: Blankensteiner Husar
07.08.2012 19:26
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Ich verstehe die Tyrolla nicht! Die Russen sind doch vom selben Schlag!

Nur mal nachdenken.
Wer sauft gerne viel Hochprozentiges?
Wer gröllt, äh pardon, "jodelt" dann lauthals?
Und wen kann man nicht verstehen, weils so gutural reden?

Re: Ich verstehe die Tyrolla nicht! Die Russen sind doch vom selben Schlag!

Ihr "gröllt" will ich gar nicht kommentieren, Sie Bemitleidenswerter.

Re: Ich verstehe die Tyrolla nicht! Die Russen sind doch vom selben Schlag!

"... gutural ..."
Bedeutet dieses Adjektiv "mir gefällt der Ural", um bei einem russischen Bezug zu bleiben? Und gibt es auch das Adjektiv "schlechtural"?
Sie meinten wohl nicht "guttural", weil dann hätten Sie es ja bestimmt geschrieben, oder?

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