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Tirol: Zweite Leiche nach Erdrutsch geborgen

13.08.2012 | 14:10 |   (DiePresse.com)

Bei einem Hangrutsch auf dem Forstweg zur Inzinger Alm wurde ein Pkw mitgerissen. Die Bergung der Leichen gestaltete sich äußerst schwierig.

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Ein riesiger Hangrutsch hat am Sonntagnachmittag zwei Todesopfer gefordert. Die Mure verschüttete bei Inzing (Bezirk Innsbruck-Land) die Zufahrtsstraße zur Inzinger Alm auf einer Breite von rund 100 Metern und riss einen Pkw mit in die Tiefe. Die beiden Insassen, ein 31-jähriger Mann und eine 24-jährige Frau aus dem Bezirk Innsbruck-Land, kamen dabei ums Leben, wie die Sicherheitsdirektion Innsbruck mitteilte. Feuerwehrleute, die mit schwerem Bergergerät stundenlang an dem Auto im Einsatz waren, sahen für die beiden Opfer keine Überlebenschance.

Die Leiche des Mannes konnte erst am Montag geborgen werden.  Der Einsatz gestaltete sich äußerst schwierig. Zuvor mussten Geologen die Unglücksstelle begutachten. Der von den Erdmassen mitgerissene Pkw war auf dem Dach gelegen, weshalb die Einsatzkräfte zuerst die Bodenplatte aufschneiden mussten. Der Leichnam des 31-Jährigen wurde mit dem Hubschrauber des Innenministeriums ins Tal geflogen.

Der gewaltige Erdrutsch auf der Forststraße von Inzing zur Inzinger Alm löste am Sonntag einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Bergrettung aus. Der Erdrutsch war kurz nach 13 Uhr beobachtet worden, nachdem eine riesige Staubwolke aufgegangen war. Die Suche nach einem Geländefahrzeug war dann allerdings abgebrochen worden, nachdem dieses Fahrzeug auf der Alm aufgetaucht war.

Nach mehrstündiger Suche wurde am frühen Abend zunächst Entwarnung gegeben. Nachdem die beiden jungen Tiroler am Abend als abgängig gemeldet wurden, nahmen die Einsatzkräfte die Suche mit Hubschraubern und Handypeilung jedoch wieder auf. Gegen 20.30 Uhr wurde das Fahrzeug schließlich gefunden. Für die beiden Insassen kam jede Hilfe aber zu spät.

Bergung wird heute fortgesetzt

Eine der eingeklemmten Leichen konnte von der Feuerwehr noch am Abend geborgen werden. Sonntagabend wurde die Bergungsaktion aus Sicherheitsgründen abgebrochen, nachdem bei Dunkelheit weitere Gesteinsmassen zu Tal gedonnert waren. In den frühen Vormittagsstunden wurde die Lage zunächst von einem Hubschrauber aus begutachtet. Dann erfolgte die Begehung des Geländes.

Landesgeologe Günther Heißel sprach von einem nicht vorhersehbaren Ereignis. Der Hang sei "mit hoher Geschwindigkeit" gerutscht und erst am Gegenhang zum Stillstand gekommen. Der Staub sei auf den Bäumen sichtbar. Der Hang sei komplett trocken gewesen und nicht mit einer Mure mit viel Wasser zu vergleichen. Unmöglich sei, alle Forst- und Almwege in Tirol auf derartige Ereignisse präventiv zu überprüfen. "Es ist unmöglich, aus den Alpen eine Sperrzone zu machen", meinte Heißel.

Fahrverbot für Zufahrtsstraße nicht exekutiert

Für die der Gemeinde gehörende Zufahrtsstraße gebe es zwar ein Fahrverbot, das aber nicht exekutiert werde, sagte der Bürgermeister. Die Straße werde von Ortskundigen auch mit dem Auto benutzt. Angeblich habe ein anderer Fahrzeuglenker vor dem instabilen Hang gewarnt. Das Paar könnte eine Ausweiche zum Umkehren gesucht haben, als es von den Erd- und Gesteinsmassen erfasst und auf den Gegenhang katapultiert und begraben wurde.

Die Zufahrtsstraße zur Inzinger Alm ist bis auf weiteres gesperrt. Die rund 150 durch die Mure von der Außenwelt abgeschnittenen Gäste der Inzinger Alm wurden von der Feuerwehr über einen sicheren Weg nach Hatting begleitet. Die Feuerwehr stand mit 40 Mann, die Bergrettung mit weiteren 30 Mann im Einsatz.

(APA)

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6 Kommentare

So ein Zufall

und genau eine Nadelwaldmonokultur rutscht! (Falls das Bild stimmt.) Also genauso, wie wir es in der Volksschule bereits gelernt haben.

Meiner Ansicht nach ist das ein Fall für die Staatsanwaltschaft, da die Ursachen schon längst erforscht sind, jedoch niemand auch nur einen Deut bei der "Bewirtschaftung" ändert.

Antworten Gast: InzingeWald
13.08.2012 15:22
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Re: So ein Zufall

Nachdem der Hang im Abbruchgebiet eine Neigung von größer als 40° hat würde auch ein Mischwald eine Hangrutschung in dieser Dimension kaum verhindern können.

Antworten Gast: yoshi1
13.08.2012 12:02
1 0

Re: So ein Zufall

Ich will Ihnen nicht zu nahe treten - aber haben sie schon einmal einen Laubwald jenseits von 800 Höhenmetern angetroffen? Ich nicht.

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Re: So ein Zufall

nach ihrer These wären ungefähr 85% der bewaldeten Fläche Tirols eine "Nadelwaldmonokultur" - das Ereignis steht in keinster Weise mit dem Bewuchs in Zusammenhang!

Gast: Inzinger
13.08.2012 08:42
1 0

Falsches Gemeindegebiet

Liebe Presse Redaktion,

der Zufahrtsweg zur Inzinger Alm liegt nicht auf Zirler Gemeindegebiet, sondern auf Inzinger Gemeindegebiet.

Gast: Nur Gott kennt die Wahrheit
13.08.2012 08:40
3 0

Schei* Pech! Wie viele solcher verdammter Hangrutsche gibt's in Österreich im Jahr?

Beileid den Angehörigen dieses jungen Paares!