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Tiroler Heimkinder mussten für Darbo arbeiten

16.08.2012 | 11:39 |   (DiePresse.com)

Der Lohn dafür wurde vom Marmelade-Produzenten an das Heim überwiesen, die Kinder sahen davon nichts. Auch der Leuchtenhersteller EGLO ist mit Vorwürfen konfrontiert.

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Nach dem Bekanntwerden von Kinderarbeit in der berüchtigten Tiroler Landeserziehungsanstalt St. Martin in Schwaz für den Kristallhersteller Swarovski, dürften weitere namhafte heimische Unternehmen mit derartigen Vorwürfen konfrontiert sein. Demnach sollen auch der Marmeladenhersteller Darbo mit Sitz in Stans im Unterinntal und der Leuchtenhersteller EGLO in den 1960er und 1970er Jahren auf die Arbeitskraft von 15- bis 18-Jährigen zurückgegriffen haben, berichtete der "Kurier" in seiner Donnerstagsausgabe.

"Ich habe an einer Maschine gearbeitet. Dort ist Honig abgefüllt worden", erinnerte sich eines der Heimkinder, das 1979 bis 1981 in St. Martin untergebracht war. Eine weitere betroffene, inzwischen erwachsene Frau sprach gegenüber der Zeitung davon, dass sie "einige Male" für Darbo gearbeitet und dabei hinter einer Lagerhalle die guten von den faulen Äpfeln getrennt habe. Geld hätte sie dafür aber nie bekommen.

EGLO bestätigt kurze Zusammenarbeit

Beim Leuchtenhersteller EGLO mit Sitz in Pill im Bezirk Schwaz wurde inzwischen eine "wenige Wochen" andauernde Zusammenarbeit mit dem Kinderheim im Jahr 1981 bestätigt. Ein früheres Heimkind hatte in dem Zeitungsbericht angegeben, Lampenschirme angefertigt zu haben. Obwohl sowohl Darbo als auch EGLO für die Leistung bezahlt haben dürften, hätten die Kinder keinen Lohn erhalten. Höchstens Groschen-Beträge, und diese seien wiederum im Heim geblieben, da die Mädchen ihr Geld lediglich am dortigen Kiosk ausgeben konnten.

Firmen fordern Aufklärung

Sowohl Darbo als auch EGLO haben am Donnerstag die Aufklärung der Vorwürfe gefordert. Sollte der ausbezahlte Lohn nicht weitergegeben worden sein und sich dabei jemand bereichert haben, "war das eine richtig kleine Mafia", meinte der Gesellschafter des Leuchtenherstellers, Ludwig Obwieser, gegenüber der APA. EGLO habe in jedem Fall einen bestimmten Stückpreis bezahlt. Was mit dem Geld gemacht worden sei, sei für das Unternehmen nicht nachvollziehbar.

Offensichtlich habe aber das Heim mitverdient, weshalb Obwieser eine faire und offene Vorgangsweise bei der Aufarbeitung forderte. "Die Zusammenarbeit war nicht fruchtbar", begründete der EGLO-Gesellschafter. Deshalb habe man diese beendet.

Darbo: "Tageweise Einsätze"

"Vor etwa dreißig Jahren hatten wir kurzzeitig zwei Mitarbeiterinnen, die in St. Martin gewohnt haben", teilte der Vorstandsvorsitzende des Marmeladenherstellers, Martin Darbo, in einer Stellungnahme mit. Nach einigen tagweisen Einsätzen sei die Beschäftigung aber wieder eingestellt worden. Die Jugendlichen seien damals rund 15 Jahre gewesen und gesetzlich entlohnt worden.

Den Hinweisen, dass jemand aus dem Umfeld des Heims das Geld entgegengenommen und nicht vereinbarungsgemäß an die Mitarbeiterinnen weitergeleitet habe, wolle Darbo lückenlos nachgehen. "Es darf auf keinen Fall sein, dass die beiden Mitarbeiterinnen im Endeffekt umsonst bei uns gearbeitet haben", fügte der Darbo-Chef hinzu. Er habe bereits eine Anfrage an das Heim geschickt und werde mit den Betroffenen in Kontakt treten. Darbo hoffe auf eine Klärung im persönlichen Gespräch.

(APA)

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52 Kommentare
 
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Hallo! Wer postet da

Den überwiegendenden Kommentaren nach zu schließen Gymnasiasten und (ehemals?) jugendliche Arbeitsverweigerer. SICHER KEINE Lehrlinge und Ferialpraktikanten, da die wissen, dass Arbeit ab 14 keine Kinderarbeit ist. Hier geht es offensichtlich um korrupte Praktiken der Heimleitung

Warum gehen

die ebenfalls (im ersten Kurierbericht, aber auch auf mehreren Opferseiten im Internet seit Jahren) erhobenen Vorwürfe (die Jugendlichen mussten waschen, bügeln, nähen...) gegen das Bundesheer derart unter?
Überhaupt habe ich den Eindruck, dass die Politik sehr froh ist, dass die ganze Aufmerksamkeit auf die privaten Unternehmen (genauer: einige ausgewählte gerichtet ist (wie sonst auf die Kirche). Dabei scheint die erwzungene Arbeit der Normalfall gewesen zu sein, die Fälle die Spitze des Eisberges; dass die Löhne einbehalten wurden, dürfte wohl einzig an der Heimleitung oder allenfalls den damaligen Bestimmungen liegen.

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es riecht verdammt nach

.. wir wollen Entschädigungszahlungen vom Land.
Ich habe schon mit 11 Jahren bei Landwirten im Sommer gearbeitet. Heute dürfen die Armen Kleinen ja nicht einmal mehr gehen. Schon aufstehen müssen in der früh fällt unter Sklaventum?
In welcher Welt leben wir. Aber bei Kik und Co. kaufen wir nicht ungern. Wer will schon ein Schnäppchen auslassen!

Seltsam,

dass es 30 - 50 Jahre dauert, bis so etwas an die Öffentlichkeit kommt. Das wäre doch auch zur damaligen Zeit ein gefundenes Fressen für die Presse gewesen.

Seltsam, dass die Schlagzeilen negativ für die Firmen verfasst werden (Heimkinder mussten für ... arbeiten, im Teletext sogar "schuften"), obwohl eben auch in Erwägung gezogen werden muss, dass die Heimleitung die Hände im Spiel hatte. Keine Frage, das gehört aufgeklärt, soweit das nach so langer Zeit überhaupt möglich ist.

Genauso kritisch sollten wir uns aber alle hinterfragen, unter welchen Bedingungen HEUTE unsere Kleidung, Schuhe, Spielzeug, Elektronikgeräte, Möbel u. a. in Niedriglohnländern produziert werden, wovon der hiesige Handel und die Werbung profitieren. Oder wie es bei diversen Handelsketten zugeht, bei denen wir jeden Tag einkaufen. Kaum jemand kommt ohne diese Produkte aus, und nur wenige Konsumenten machen sich da Gedanken.
Dass Firmen in reichen Ländern riesige Profite einstreichen, während sie die Arbeiter selbst für dortige Begriffe mit Hungerlöhnen abspeisen, das ist der institutionalisierte Skandal unserer globalisierten Welt.

Re: Seltsam,

"Dass Firmen in reichen Ländern riesige Profite einstreichen, während sie die Arbeiter selbst für dortige Begriffe mit Hungerlöhnen abspeisen, das ist der institutionalisierte Skandal unserer globalisierten Welt."

Nicht ganz! Der wirkliche Skandal ist, dass WIR das genau wissen, dieses Vorgehen mit "das ist eben wirtschaftliches Denken, wenn Firmen Hochlohnländer verlassen, wo sie sonst ausbluten (was immer das heißt)" gutheißen und sorgenvollen Mitbürger*I*nnen wo immer es geht um "die Schädel" hauen und öffentlich sehr laut böse werden, wenn ein im Inland gefertigtes Produkt zu viel kostet! So etwas nennt man auch "Heuchelei", wird aber nicht gerne gehört und/oder gelesen.


Swarovski, da leuchten die Kinderaugen. Vor Angst und Wut.


Re: Swarovski, da leuchten die Kinderaugen. Vor Angst und Wut.

@Wortmann: sofern Swarovsky - was ich annehme - ebenso die Leistungsentlohnung an die Heimleitung überwiesen hat wie Darbo, Eglo etc., ist ihr hirnloser und oberflächlicher Kommentar entbehrlich.
Also Augen ( ob wissenlos matt oder in Unkenntnis leuchtend) und das tun, was intelligente Leute zumindest versuchen: sich vorher ausreichend informieren und seriös posten, statt sich nach dem Motto: "ich kann auch schreiben" hirnlos Vorzeigeunternehmen mit jahrzehntelanger Sozialkompetenz angreifen (nur zur Info: habe keinerlei Nahe- oder Abhängigkeitsverhältnis zu Swarovski, interessiere mich nur für Firmenentwicklung und deren Historie)

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Gehts noch!

Wann beginnt ein Lehling zu arbeiten, heute mit 15 Jahren und in den 60 igern mit 14 nach beendigung der Pflichschulzeit also was soll das Theater.

wo ist das Problem?

In jeder Bauernfamilie, in jeder Familie von Selbständigen müssen die Kinder zwischen 10-18 unentgeltlich mitarbeiten. Warum nicht auch in einem Kinderheim. Es hat uns nicht geschadet!

Antworten Gast: ROTFRONT
17.08.2012 09:47
0 1

Nur, lieber Freund,....

bekommt das Bauernkind die Arbeit sowieso auf die Pension angerechnet.
Jeder andere nicht.

jaaa - mehr sklaven braucht die welt...

sgibt da schon einen gewissen unterschied ob man am eigenen hof arbeitet oder ein dritter von der arbeit profitiert. aber so kann ein jugendlicher aus problematischem umfeld gleich ganz früh erfahren wie sinnlos seine anstrengung ist.... yeah....

Re: wo ist das Problem?

es ist ein Unterschied, ob ich im eigenen Familienbetrieb mitarbeite und damit vom gemeinsam Erwirtschafteten profitiere oder ob ich als Heimkind für ein Unternehmen unbezahlt arbeiten muss.

Gast: Gasti
16.08.2012 18:37
3 1

Die sozialistischen Einrichtungen sind offenbar die schlimmsten.

Misshandlung, systematische Vergewaltigung, Sklavenarbeit und Erniedrigung.

Das scheint das 'Sozialprogramm' der Heime zu sein.

Wo bleibt die lueckenlose Aufklaerung? Wer ist fuer diese Schweinereien verantwortlich?

Ich will Koepfe rollen sehen.

Gast: ROTFRONT
16.08.2012 18:30
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Jawohl! Das heilige Land Tyrol!

Na glaubts. dass die Kinder in den katholischen Missbrauchsanstalten fürs Missbrauchtwerden Geld bekommen haben????

Gast: guckmal
16.08.2012 18:17
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"Es darf auf keinen Fall sein, dass die beiden Mitarbeiterinnen im Endeffekt umsonst bei uns gearbeitet haben", fügte der Darbo-Chef hinzu.

gehts noch? das war Kinderarbeit!!

Werd mir den Konsum von Darbo naturrein Marmelade in Zukunft verkneifen!!

Re: "Es darf auf keinen Fall sein, dass die beiden Mitarbeiterinnen im Endeffekt umsonst bei uns gearbeitet haben", fügte der Darbo-Chef hinzu.

Wo leben Sie denn? Von wegen Kinderarbeit mit 15!!! Wann startet in Ö ein Lehrling. Ihrer Meinung nach offensichtlich mit Sondergenehmigung einer "Kinderarbeit huldigenden Obrigkeit" ab dem 14. Lebensjahr. Alle verwerflichen und abscheuungswürdigenden Lehrherren vereinigt Euch zu einer Betroffenengemeinschaft und werft sofort die Opfer Eurer vorsätzlichen Sucht, ¨Kinder" ab 14 Jahren unter dem Vorwand der Berufsausbildung raus.
@guckmal: vielleicht gehen Sie zukünftig mal um Laternenmasten herum statt zu glauben, die stellen au. Hier geht es offensichtlich um korrupte Praktiken der Heimleitung und/-mitarbeiterInnen, nicht um kriminelle Aktivitäten von Darbo, der ohnehin für die Arbeit bezahlt hat.

Re: "Es darf auf keinen Fall sein, dass die beiden Mitarbeiterinnen im Endeffekt umsonst bei uns gearbeitet haben", fügte der Darbo-Chef hinzu.

so ein Unsinn, das ist keine Kinderarbeit! in jeder Bauern- und Selbständigenfamilie arbeiten die Kinder mit!

Re: "Es darf auf keinen Fall sein, dass die beiden Mitarbeiterinnen im Endeffekt umsonst bei uns gearbeitet haben", fügte der Darbo-Chef hinzu.

Kinderarbeit? Die waren 15 - 18 Jahre alt, da habe ich schon bis zu 14 Stunden auf der Baustelle gearbeitet.

Antworten Antworten Gast: guckmal
16.08.2012 22:41
0 0

Re: Re: "Es darf auf keinen Fall sein, dass die beiden Mitarbeiterinnen im Endeffekt umsonst bei uns gearbeitet haben", fügte der Darbo-Chef hinzu.

ich auch, aber dafür gabs auch Gehalt!

Gast: gast:1
16.08.2012 16:19
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wenn wir schon dabei sind: IKEA?

hat noch jemand unlängst "MarktCheck" auf ARD/ZDF (?) gesehen?

IKEA hat in der DDR von Strafgefangenen seine Sachen fertigen lassen.
IKEA hat geprüft, ob man in Nordkorea (!) noch billiger produzieren könnte...

Ist das nicht auch interessant ?

Re: wenn wir schon dabei sind: IKEA?

Ich vermute auch österreichische Strafgefangene müssen extrem billig sein sonst würde es kaum Aufträge für sie geben. Ist wohl dann relevant, wenn nicht alle in den anstaltseigenen Betrieben unterkommen. (Sie sind übrigens arbeitslosenversichert und es herrscht Arbeitspflicht und der ausbezahlter Lohn ist vermutlich auch wegen Abzug eines Unkostenbeitrages für den Aufenthalt mikrig).

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Re: wenn wir schon dabei sind: IKEA?

Was sollen Strafgefangene denn machen? Pausenlos das Gefägnis ausmalen? Die müssen ja irgendwas arbeiten. Es soll sogar ein Privileg sein, arbeiten zu dürfen, weil man sonst wahnsinnig wird, wenn man den ganzen Tag nur in die Luft schaut.

Bezahlt bekommen die sowieso nichts, die Lebenshaltungskosten im Gefängnis sind enorm. DAnn zahlen sie quasi wenigstens einen Teil davon. Ich muss auch für meinen Lebensunterhalt selbst aufkommen. Warum sollten das Straftäter nicht?

Antworten Antworten Gast: gast:1
16.08.2012 17:05
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Re: Re: wenn wir schon dabei sind: IKEA?

ich denke du hättest die Doku sehen sollen... würdest dann wohl nicht so reden..

vielleicht ist sie ja in der Mediathek der Sender noch zu finden...

Gast: NPT
16.08.2012 15:34
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?

Beginnt man nicht mit 15 Jahren zu arbeiten, wenn man die Schulpflicht abgeschlossen hat?
Das Geld hätten die Jugendlichen (hier ist dauernd von Kindern die Rede, die sie, dem Gesetz nach, mit diesem Alter nicht mehr sind) bekommen müssen. Die Lehrlingsentschädigung ist auch heute extrem niedrig und da wird einiger Missbrauch betrieben und darum schert sich leider Niemand!

Re: ?

Na es klingt die Überschrift halt viel reißerischer, wenn es so scheint als hätte Darbo Kinder als Zwangsarbeiter mißbraucht.
Wenn ein Heim, dessen Name kaum jemand kennt, Jugendliche um ihr Gehalt betrügt, dann hat das nicht die gleiche Wirkung.

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Re: Re: ?

Die sind doch im STrafvollzug. Welcher Häftling, der auswärts arbeitet, bekommt sein Gehalt ausbezahlt? Das ist immer schon billig für die Firmen gewesen, es ist ja auch ein höheres Risiko für die Firma. Wenn die nicht deutlich billiger sind, nimmt die ja niemand freiwillig.

 
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