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Fall Rebasso: Ermittlungen in Österreich abgeschlossen

18.08.2012 | 18:11 |   (DiePresse.com)

Die Polizei fand in der Wiener Innenstadtgarage auch außerhalb der Fahrzeuge Blutspuren des Opfers. Die inhaftierten Verdächtigen schweigen.

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Die Ermittlungen im Fall des erwürgten oder erdrosselten Wiener Wirtschaftsanwalts Erich Rebasso sind in Österreich weitgehend abgeschlossen. Doch es bleiben einige offene Fragen, die nur zwei in Russland verhaftete Verdächtige beantworten könnten. Die Einvernahmen scheinen sich aber schwierig zu gestalten: Laut Polizeisprecher Roman Hahslinger dürfte den in Moskau weilenden heimischen Beamten kein direkter Zugang zu den beiden Verdächtigen möglich sein.

Rebasso war am 27. Juli in einer Tiefgarage am Georg-Coch-Platz in der Wiener Innenstadt entführt oder gleich ermordet worden. Am Dienstag dieser Woche wurden in Moskau zwei Verdächtige festgenommen. Ein dritter Mann in Begleitung der mutmaßlichen Täter wurde ebenfalls angehalten, berichtete Hahslinger. Der Mann wurde aber wieder freigelassen, da ihm kein Tatverdacht nachzuweisen gewesen sei.

Schweigsame Verdächtige

Die beiden Inhaftierten dürften bisher eher schweigsam gewesen sein. Selbst der bisherige Stand, wonach sie zugaben, dass sie in der Garage waren, sich zur Tat aber nicht äußerten, scheint nicht in Stein gemeißelt zu sein. Die heimischen Ermittler erstellen für ihre russischen Kollegen Fragenkataloge, mit denen diese in die Einvernahmen der Verdächtigen gehen und dann die Ergebnisse wiederum den österreichischen Beamten mitteilen.

Nach einem Bericht der "Kronen Zeitung" handelt es sich bei den Verhafteten um zwei ehemalige russische Polizisten, die nach Drogengeschäften und Betrügereien aus dem Polizeidienst entlassen worden seien. Dem Bericht nach - den die Wiener Polizei nicht bestätigte - wollen sie im Auftrag gehandelt haben. Und es sei kein "Mord, sondern ein Versehen" gewesen. Auch die russische Zeitung „Kommersant“ meldete, dass es sich bei den Verdächtigen um ehemalige Polizisten handelt. Die beiden Männer seien bereits vor Jahren in Mafia-Kreise geraten und dafür ins Gefängnis gegangen.

Hahslinger sagte, dass die Spurensuche in Wien und Umgebung weitgehend abgeschlossen ist. Der Tathergang ist für die Ermittler damit einigermaßen klar. Die beiden Verdächtigen dürften Rebasso beobachtet und am 27. Juli in der Garage abgefangen haben. In der Garage selbst kam es noch zu einer Auseinandersetzung. Das Blut des Anwalts fand sich in seinem Geländewagen, im Kofferraum des Mietautos seiner Kontrahenten - ein Opel Zafira - und in der Garage neben den Fahrzeugen.

Todeszeitpunkt unklar

Offen bleibt, ob Rebasso schon tot war, als er von den Verdächtigen abtransportiert wurde. Jedenfalls dürften sie ihn in den Kofferraum des Mietwagens gelegt und dann mit beiden Autos die Garage verlassen haben. Ob es also überhaupt eine Entführung gab, wird sich Hahslinger zufolge nur schwer überprüfen lassen - sofern die Inhaftierten in Moskau weiter nicht gestehen.

Neben dem Blut des Anwalts wurden in der Garage auch andere DNA-Spuren gefunden. Es steht Hahslinger zufolge der abschließende Befund noch aus, dass es sich dabei um die genetischen Fingerabdrücke der Verdächtigen handelt. Davon gehen die Ermittler aber aus.

Kein Hinweise auf Komplizen

Es gebe "keine Hinweise", dass die beiden Verdächtigen Hintermänner oder Komplizen hatten, stellte Hahslinger erneut klar. Nicht endgültig gesichert ist hingegen, ob die inhaftierten Russen tatsächlich zum Kreis der geschädigten Kleinanleger gehören, die vor Jahren in Russland um Geldsummen in der Höhe von jeweils 50.000 bis 60.000 Euro geprellt wurden. Rebassos Name war in Zusammenhang damit gefallen. Er selbst soll daran nicht beteiligt gewesen sein und erstattete damals in Österreich Selbstanzeige, um zu beweisen, dass er in die Betrügereien nicht verwickelt ist. Das Verfahren gegen ihn wurde später eingestellt. Dennoch langten weiterhin schriftliche Drohungen in der Anwaltskanzlei Rebassos ein.

Angehörige Rebassos meinen aber einem Bericht der Tageszeitung "Österreich" zufolge, dass die beiden Verhafteten auch Kriminelle gewesen sein könnten, die auf diese alte Betrugsgeschichte aufgesprungen seien und von dem Anwalt Geld erpressen wollen. Dazu Hahslinger: "Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder sie gehören zum Kreis der direkt Geschädigten. Oder sie sind tatsächlich auf diese Geschichte aufgesprungen." Dazu könnte es auch noch denkmöglich sein, dass es sich um Angehörige von Geschädigten handeln könnte, die den Fall quasi übernommen hätten. Die Variante der Kriminellen scheint für die Wiener Ermittler aber jedenfalls schwer zu überprüfen sein.

(APA)

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17 Kommentare
Gast: Lasst Euch nicht täuschen
20.08.2012 11:15
0 0

Im Fall Rebasso wird gelogen, dass sich die Balken biegen Von der österreichischen Behörden und von den Russen.


Die in Moskau festgenommenen waren Statisten für eine filmreife Festnahme und haben mit dem Fall wahrscheinlich so viel zu tun, als dass sie Geld für diese Show kassierten.

Was wirklich hinter der Hinrichtung des Herrn Rebasso steht und in welche Dinge er vorher verwickelt war, wird man nie wirklich erfahren

Gast: xxxx
19.08.2012 18:40
1 0

Danke füt die tolle Sicherheit! Schön, dass das Visa abgeschafft wurde!

Daher besten Dank an Fekter und Mickl-Leitner!

Antworten Gast: toro
20.08.2012 10:09
0 0

Re: Danke füt die tolle Sicherheit! Schön, dass das Visa abgeschafft wurde!

Für russische Staatsbürger gilt Visumspflicht.
Aber glauben sie im ernst, dass sich Profikiller von Visa und Grenzkontrollen abhalten lassen?

einiges reimt sich nicht zusammen ...

1) Mörder mieten ein Auto und hinterlegen dort Kopien ihres echten Passes ...
2) Gerade aus dem russ. Gefängnis entlassen reisen sie nach Ö. und bringen hier einen Menschen um ....
3) dann schicken sie noch eine zurückverfolgbare e-mail an die Familie des Opfers ....
4) die ö. Polizei kann die Namen der Täter umgehend anhand der e-mail und der Reisepässe nach Moskau melden und die Moskauer Polizei findet die beiden unter Millionen Russen sofort in einer Autobahnraststätte ....

Das schaut sehr nach konstruierter Wahrheit aus, weil die wahre Geschichte aus welchen Gründen immer, nicht herauskommen darf.

Re: einiges reimt sich nicht zusammen ...

noch ein Punkt, den ich bisher nicht beachtet hatte:
1a) als ordentliche und vertragstreue Täter geben sie das Mietauto (mit Blutflecken des Opfers) bei der Leihwagenfirma wieder zurück ...

Ja, russische Verbrecher halten viel von Law and Order....
Andere hätten ein Auto irgendwo gestohlen und inn der Pampa stehen lassen....

2 0

Re: Re: einiges reimt sich nicht zusammen ...

Falsche Perspektive. Sie beurteilen im Nachhinein, damit kommen Sie natürlich nicht weiter. Sie müssen sich in die Täter VOR der Tat hineinversetzen, um verstehen zu können. Die konnten nicht ahnen, dass das Mietauto erkannt wird. Es mit unverdächtigen echten Papieren zu leihen und brav zurückzugeben war die perfekte Tarnung (keinen Verdacht erregen). Wenn nicht die Kamera und die Kombinationsleistung der Kriminalbeamten, da einen Zusammenhang zu sehen, gewesen wäre.

Re: Re: Re: einiges reimt sich nicht zusammen ...

o.k. einverstanden.
Aber da müssen sich die Täter VOR der Tat schon sehr sicher gewesen sein...
Fast schon, wie wenn ein Mörder im Waffengeschäft mit seinem Waffenpass eine Pistole kauft und dazu sagt, dass er sie für eoinen Mord braucht .... aber eben nur fast so ....
Vielleicht haben sie VOR der Tat noch gar nicht gewusst, wofür sie den Mietwagen brauchen werden ..?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: goodwill
20.08.2012 11:42
0 0

Re: Re: Re: Re: einiges reimt sich nicht zusammen ...

Selbstverständlich müssen sie das gewusst haben.
Hätten die bloß die Innenstadtkanzlei aufsuchen und ein klärendes Gespräch mit dem Anwalt führen wollen, hätten sie sich ganz einfach einen Termin bei der Sekretärin vereinbaren können und mit der U-Bahn hinfahren.

Re: ... und hinterlegen dort Kopien ihres echten Passes

Es dürften nicht gerade die Intelligentesten gewesen sein. Das würde sich auch mit den Spekulationen betreffend "Auftrag" decken, denn Auftragnehmer solcher Tätigkeiten werden eher selten über Intelligenz und Rang in einer Organisation verfügen?

Gast: bergziege
18.08.2012 22:45
2 0

Gerechtigkeit

Werden die genauen Umstände dieses grauenhaften Mordes jemals aufgeklärt werden? Es ist zu befürchten, dass es nicht geschieht.

Tötung gehört geahntet und bestraft

Mir wird schlecht wenn ich lese, alles ist geklärt. Da ist nichts geklärt. Das warum ist nicht wichtig. Geklärt gehört WER war der Täter/ Mörder und dann Anwendung des Strafgesetzbuches. sonst nichts! und wenn ein Land nicht mitspielt, Abbrechen der diplom. Beziehungen, bis zur Visumpflicht.
Verlust von Geld wodurch auch immer, kann nie Rechtfertigung für Töten sein.
Das ist ein europ. Staat seinen Bürgern schuldig.
Es darf nicht gelten wer schmiert schafft an, oder sind wir bereits so korrupt?
Mein Mitgefühl gilt der Familie, insbesonders seinen Kinder, die Ihren Vater verloren haben.


Gast: Blankensteiner Husar
18.08.2012 19:04
1 7

Ja, Dankder unergleichlichtollen österreichischen Polizeikann man ruhig schlafen!

Außer natürlich, es kommt einer und ist kriminell.
Aber dafür kann ja die Polizei nichts.
Ist ja nur fürn Würschtelstand, die tolle erfolgreiche Polizei!

Re: Ja, Dankder unergleichlichtollen österreichischen Polizeikann man ruhig schlafen!

ohje, der unwissende Herr Blankensteiner Husar.....

minus

die presse geschichte sagt nichts aus! bitte unbedingt diesen hier lesen: http://de.rian.ru/society/20120818/264215676.html

Antworten Gast: law1221
19.08.2012 09:50
2 0

Erich Rebasso konnte vor Gericht beweisen, dass er nicht in die Machenschaften der Pyramide verwickelt war, sondern Betrüger sich sein Firmen-Signet verschafft hatten und unter seinem Namen gehandelt hatten.

in diesem artikel steht nur schwachsinn.

die einstellungen von vorerhebungen haben mit einem beweis der unschuld gar nichts zu tun.

1 3

Re: minus

Danke für einen Teil der Wahrheit, die nicht dem entspricht, was uns die Wiener Polizei - und ohne selbst zu recherchieren auch die Medien - versuchte einzureden.

Aber die Einzeltätertheorie hätte so gut ins Bild des "schönen, angeblich mafiafreien" Österreichs gepasst, darum wurde sie wohl auch - wissend, dass dies nicht der Wahrheit entspricht - verbreitet!

So hat nun die Polizei ein Problem - nämlich Österreich als nunmehr auch offizielle Spielwiese der organisierten Kriminalität (und nicht nur als Rückzugs-/Ruheraum). Aber nein, es kann ja nicht sein, was nicht sein darf, oder?

Interessant auch die Unwahrheit betreffend des "Ausspionieren" des Opfers. Nun heisst es, die Täter hätten das Mietauto erst am Tag des Verschwindens des Opfers gemietet - wie hätten Sie dann das Opfer ausspionieren können? Zu Fuß?

Dann stellt sich auch noch die Frage des Fundortes. Der Anwalt wohnte in Kirchbach, Gde. St. Andrä-Wördern, noch mitten im Wienerwald gelegen. Der Fundort liegt aber NACH und auch etwas abseits von Kirchbach aus Richtung Wien gesehen? Warum gerade dort? Warum nicht vorher, auf der km-langen Waldstraße über den Exelberg, sondern erst dort, wo die Straße wieder ins (offene) Tullnerfeld runterführt? Waren sie vielleicht doch im Haus und soll das vertuscht werden, um die Bevölkerung des Wienerwalds nicht zu verunsichern?

2 0

Re: Re: minus ist gut.

Dass die Herren auch aus Ru gekommen sind, und sicher nicht zu Fuß, dürfte Ihnen entgangen sein. Selbst wenn sie aber geflogen sind - ein zweites Mietauto wäre dpch immerhin denkbar, wenn man so wirklich einmal scharf nachdenken würde ? Warum sollte die Bevölkerung mehr verunsichert sein durch einen spurlosen Einbruch beim - ja nicht zufällig gewählten - Mordopfer. als durch einen Mord an und für sich?

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