Kampusch: Wenn das FBI in Österreich Kriminalfälle löst

18.08.2012 | 17:59 |  von MANFRED SEEH (Die Presse)

Österreichische Polizisten durften in Moskau im Entführungsfall Rebasso ermitteln. US-Beamte und Deutsche werden hierzulande wegen einer anderen Entführung aktiv, jener von Natascha Kampusch.

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„FBI rollt Fall Kampusch neu auf“: So oder so ähnlich lauteten die Schlagzeilen, nachdem Mitte Juni von Innen- und Justizressort beschlossen worden war, dass die achteinhalbjährige Gefangenschaft von Natascha Kampusch (Entführung: März 1998, Flucht: August 2006) noch einmal unter die Lupe genommen werden soll. Die neuerliche Befassung mit dem spektakulären Fall war von einem Parlamentsausschuss angeregt worden, der zuvor seinerseits eine Evaluierung der Behördenarbeit vorgenommen hatte.

Mittlerweile ist die „Aktion“ angelaufen: Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Justizministerin Beatrix Karl richteten ein Steering Committee, also einen Lenkungsausschuss, ein. Dieser vergibt wiederum Aufträge an ein operatives Team. Am Dienstag (14. August) trat das Komitee zu einer Sitzung im Innenressort zusammen. Es ist hochkarätig besetzt. Folgende Personen gehören dazu: der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Herbert Anderl, Sektionschef Christian Pilnacek vom Justizressort, Strafrechtsprofessor Manfred Burgstaller als Rechtsschutzbeauftragter des Innenressorts, der frühere Generalprokurator Gottfried Strasser als Rechtsschutzbeauftragter des Justizressorts, der Strafrechtler und Anwalt Wolfgang Brandstetter – und der Präsident des deutschen Bundeskriminalamts (BKA) Jörg Ziercke sowie der Legal Attaché der US-Botschaft in Wien, Steven Paulson, quasi als Vertreter der US-Bundesermittlungsbehörde FBI.

270.000 Aktenseiten sollen durchgearbeitet werden. Hier ist das operative Team gefragt. In dieses sollen auch FBI-Beamte entsandt werden, etwa Cold-Case-Ermittler (externe Spezialisten, die alte Fälle noch einmal aufrollen). Dem Team wurde bereits aufgetragen, die frühere Tätigkeit der Kampusch-Ermittler zu analysieren. So soll etwa geprüft werden, ob die Beamten ohne schädliche Einflussnahme „von außen“ arbeiten konnten.

Doch mehrere Täter? Die viel gestellte Frage, ob nicht doch mehrere Täter (und nicht nur Wolfgang Priklopil) an der Kampusch-Entführung beteiligt waren, wird also nicht direkt geprüft. Freilich könnte aber die laufende Evaluierung neue Ermittlungsansätze liefern. In dem Fall müsste die zuständige Staatsanwaltschaft (zuletzt war es jene in Wien) neue Ermittlungsaufträge erteilen. Freilich an österreichische Polizisten, an die eigenen Leute sozusagen. Dass das FBI oder das BKA auf eigene Faust in Österreich ans Werk geht, ist ausgeschlossen. Wohl aber könnte das Ausland ersucht werden, Gutachten zu erstellen – etwa eine Expertise zur Auswertung bestimmter Spuren. Insofern würde bestimmtes Know-how, das im Inland fehlt, vom Ausland zugeliefert werden.

Ein Blick in die Justizgeschichte zeigt, dass dies durchaus vorkommen kann. So wurde etwa Anfang der 1990er-Jahre eine FBI-Spezialistin für Knoten zum Mordprozess gegen Jack Unterweger beigezogen. Damals wurde die Verknotung jener Damenunterwäsche analysiert, mit der Unterweger (übrigens als unehelicher Sohn eines US-Soldaten in Österreich aufgewachsen) seine Opfer, Prostituierte, erdrosselt haben soll. Unterweger wurde verurteilt und erhängte sich Stunden später.

Ob neuerlich Hilfe von den USA oder Deutschland benötigt wird, bleibt abzuwarten. Zuerst wird evaluiert. Bis Jahresende soll es einen Bericht geben. Wenn dieser weitere Erhebungen empfiehlt, könnte die Stunde der internationalen Experten schlagen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.08.2012)

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16 Kommentare
Gast: Paul Voltan
27.08.2012 21:05
0 0

Sektionschef Christian Pilnacek

Na, das kann ja was werden ....

Gast: LM
20.08.2012 19:37
0 0

FBI löst Fall Kampusch?

Aber das ist alles schon lange vorbei.

Keine Fragen= Keine Antworten.

Gast: LM
20.08.2012 19:34
0 0

FBI löst Fall Kampusch?

Ich habs vergessen.
H.S. ist ja verstorben.

Sein Polizeiausweis,?????

Tja, das ist nicht wichtig.

Wurde eben irgendwo vergessen.

Ist eben Pech.

Eine Verlustanzeige wegen einem Polizeiausweis.

Da ist es Schade um die Zeit.

Gast: LM
20.08.2012 19:19
0 0

FBI löst Fall Kampusch?

Ist auch egal.

N.K. hat es schon gesagt:

Mein "FALL" wird nie gelöst.

Gast: LM
20.08.2012 19:01
0 0

Geht doch

LM war mein Pseudo vor ADMIN KONFETTI.
Aber das ist egal.

Hr.SEEH, was ist übrigends mit meinen CDs geschehen, die ich IHNEN eingeschieben geschickt habe.

Es waren Urlaubsfotos aus ÄGYPTEN.

Darauf war H.S. zu sehen.

Der Polizeibeamte, der am Rennbahnweg beschäftigt war, und ein guter Bekannter von KAMPUSCH MUTTER UND TOCHTER war.

???????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????


Gast: LM
20.08.2012 17:51
0 0

FBI löst Fall Kampusch?

Wie gehabt.
Es geht wieder nicht durch.

CODE FALSCH

A.K.

Gast: ungeliebter Heike
19.08.2012 18:12
19 0

naja, da war noch ein bisserl mehr

Diese unumstrittene FBI-Knoten-Expertin hatte kurz davor einen ähnlichen Serienmörder in den USA überführt, der in mehreren US-Bundesstaaten gemordet hatte.

Und hier bei uns war dank geschwätziger Ermittler allgemein bekanntes Stammtischgespräch, dass Unterweger in sein geheimes Geheimtagebuch gemalt hatte:
"12 liegen mit dem Gesicht zum Hades".

Elf hat man gefunden, bei 9 von ihnen konnte man mit den verknoteten Büstenhaltern noch den Beweis erbringen. Die 12. ermordete Frau blieb bis heute verschwunden. Parallelen zu dem Kompetenzhaufen da oben sehe ich da keine.

Gast: Leser
19.08.2012 07:52
3 2

bei der Kampusch gibts wahrscheinlich Verwicklungen bis in höchste Kreise

Bei unserer korrupten Republik kommt da nie was raus selbst wenn`s das ganze FBI herschicken.

Und sogar Kommissar Rex ist nun in Italien!

Kommt der mal wieder zurück nach Wien?

Gast: Garst
18.08.2012 21:28
0 0

Ich zieh aus Österreich weg.

Willst du eine Banane? Nanana i will kane..

Re: Ich zieh aus Österreich weg.

Und wohin gehts? Hoffentlich habens jemanden, der auf Sie aufpasst ...

Gast: django
18.08.2012 21:20
5 0

Kosten...

Hoffentlich erfährt man auch eines Tages was der Spass kostet...

Am besten dann, wenn wie zu erwarten nichts rauskommt.

Sensationell

"Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Justizministerin Beatrix Karl richteten ein Steering Committee, also einen Lenkungsausschuss, ein. Dieser vergibt wiederum Aufträge an ein operatives Team."

Somit ist sichergestellt, das die Ermittler völlig gebunden, abhängig und kontrolliert zum gewünschten Ergebnis kommen werden. Bravo!

Ich geh mir eine Banane holen!

Re: Sensationell

Na wer solls denn machen. Scherzkeks.

Antworten Gast: Outright Jerk
19.08.2012 09:07
0 0

Re: Sensationell

Die Partei weiß alles, die Partei kontrolliert alles, die Partei vergibt
sogar rote Stricherl.

Und jetzt wird die Partei endlich diese Sache ein für alle mal
aus der Welt schaffen.

1 0

Re: Sensationell

wäre ihr posting bloß ein gag oder nur ironisch gemeint...

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