Wien/RED. Gegen jenen Linzer Polizisten, der kinderpornografisches Material besessen haben soll, wird auch wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs ermittelt. Auch seine Frau sitzt in U-Haft, so die Staatsanwaltschaft am Montag. Das Paar wird verdächtigt, kinderpornografische Darstellungen besessen, hergestellt und auch an andere weitergegeben zu haben.
Betroffen vom sexuellen Missbrauch sollen zumindest ein, womöglich mehrere Kinder der beiden sein, erklärte ein ermittelnder Beamter. Deshalb sei über das Ehepaar am Sonntag Untersuchungshaft wegen Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr verhängt worden. Gegen den Linzer Polizisten werde darüber hinaus auch noch wegen sittlicher Gefährdung ermittelt, darunter würden etwa unsittliche Berührungen fallen. Der Fall war ins Rollen gekommen, als zufällig eine Speicherkarte mit kinderpornografischen Aufnahmen gefunden wurde, die der Polizist offenbar verloren hatte.
Neue Vorwürfe gegen Bundesheer
Kurz nach dem Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen gegen Soldaten des Bundesheeres in Tirol hat sich ein weiteres Opfer beim Militärkommando gemeldet. Die Frau berichtete von Zwangsarbeit in der Wäscherei des berüchtigten Kinderheimes St. Martin in Schwaz in den 1960er- und 1970er-Jahren. Umliegende Garnisonen hätten ihre Wäsche dorthin zur Reinigung gebracht, sagte der Militärkommandant Herbert Bauer. Gleichzeitig ist eine Untersuchungskommission ins Leben gerufen worden, die den Vorwürfen bezüglich Zwangsarbeit für die Kinder des betroffenen Heimes auf den Grund gehen soll.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2012)
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