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Hitzewelle: 37 Grad – und es wird noch heißer

20.08.2012 | 18:15 |   (Die Presse)

Der Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle dürfte vorbei sein. Die Zahl der Hitzetage aber ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gewachsen. Diese Tendenz dürfte anhalten.

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Wien. Massen, die an Seen und in die Bäder pilgern, hitzegeplagte Touristen oder Fiakerpferde und ein Ruf nach Hitzeferien – zum Finale zeigt der Sommer, was er kann. Die langjährigen Rekorde aber sind am Montag nicht wie vermutet gefallen. 37,9 Grad hat die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am späten Montagnachmittag im Hitzepol Hohenau an der March gemessen. Mehr, heißt es, dürfte es vorerst nicht werden.

Extreme Hitzetage wie dieser – von Hitzetagen sprechen Meteorologen bei mehr als 30 Grad – werden häufiger. „Vergleicht man die Zeiträume von 1961 bis 1990, 1971 bis 2000 und 1981 bis 2010, dann sieht man, dass die Zahl der Hitzetage in allen Landeshauptstädten deutlich zugenommen hat“, sagt Alexander Orlik von der ZAMG. Zwischen 1961 und 1990 wurden in Wien, in der Messstation Hohe Warte, im Schnitt 9,6 Hitzetage pro Jahr gezählt, zwischen 1981 und 2010 waren es 15,2.

Dieser Sommer ist heiß

Heuer (inklusive Montag) gab es in Wien bisher 26 Hitzetage. Damit liegt die Zahl der Hitzetage über allen Mittelwerten, die ZAMG bestätigt das gemeine Empfinden, der heurige Sommer sei ein besonders heißer. Von Rekorden sind die Wetterwerte aber noch entfernt. Wie schon seit Jahren: Aller Angst vor der Klimaerwärmung zum Trotz wurde ein neuer absoluter Rekord in Österreich seit bald 30 Jahren nicht verzeichnet.

Gemeinhin spricht man nach wie vor von jenen 39,7 Grad, die am 27. Juli 1983 im Kärntner Dellach registriert wurden, als österreichischem Hitzerekord. So ganz dürfte das aber nicht stimmen. Schließlich, so erklärt Orlik, sei die Methode damals noch nicht ganz so exakt gewesen wie heute, beispielsweise seien damals die Wetterhütten nicht belüftet worden. Eher, so Orlik, seien jene 39,5 Grad, die im Juli 2007 in Andau im Burgenland gemessen wurden, der eigentliche Rekord. „Dieser Wert spiegelt auch die Temperaturerhöhung wider“, so Orlik. Und es soll nicht der höchste in Österreich mögliche Wert sein.

40 Grad sind möglich

Die Klimaforscher Europas seien sich einig, dass sich der Trend, dass Temperaturen ansteigen, fortsetzen werde. „In Österreich sind 40 Grad durchaus möglich, physikalisch spricht nichts dagegen“, sagt Orlik. Ab wann und wie häufig diese vorkommen werden, ließe sich aber nicht vorhersagen. Die Angst, eines Tages würde in Österreich die oft beschriebene Sahara-Hitze tatsächlich dauerhaft herrschen, muss man nicht haben. „An der geografischen Lage Österreichs ändert sich ja nichts, die Temperaturen sind durch die mögliche Sonneneinstrahlung beschränkt“, beruhigt Orlik.

Auch in den kommenden Jahren dürfte sich das Temperaturspektrum, in dem wir leben, nicht dramatisch verschieben. Die Prognosen, so sagt Orlik, gingen davon aus, dass sich in den kommenden 20, 30 Jahren „nicht so viel“ tun werde. Danach dürfte die Zahl der Hitzetage und Sommertage (davon spricht man bei 25 Grad und mehr) erheblich steigen. Für den Zeitraum von 2071 bis 2100 berechnen Klimamodelle beispielsweise für Wien 20 bis 35 Sommertage mehr als heute. Zwischen 1981 und 2010 gab es im Schnitt 65 Sommertage in Wien.

Wir – oder zumindest die kommenden Generationen – dürfen uns also auf extremere Sommer einstellen. Scheinbar ein krasser Gegensatz zu jenen Ergebnissen, mit der der ZAMG-Klimatologe Reinhard Böhm vor wenigen Monaten für Aufsehen sorgte.

Schließlich hat er die Wetterdaten des Alpenraumes aus 250 Jahren ausgewertet und ist dabei zum Ergebnis gekommen, dass Wetterextreme – also Schneefall, Starkregen, Sturm, Trockenheit oder Temperaturrekorde –, anders als gemeinhin angenommen, nicht mehr werden.

Böhm hat allerdings als Maß für Extreme die Abweichungen vom Durchschnitt angenommen. „Die Spitzentemperaturen nehmen zu, zugleich steigt die Durchschnittstemperatur, die Zahl der Frost- und Eistage nehme ab. „Der gesamte Temperaturbereich wandert nach oben“, erklärt Orlik.

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Hochsommer hält noch an

Trotzdem, in den kommenden Tagen dürften die bisherigen Rekorde in Österreich eher nicht geknackt werden. Anders als in anderen Ländern Mitteleuropas. In Frankreich oder Italien hat das afrikanische Hoch die Temperaturen auf mehr als 40 Grad gedrückt. Selbst in Deutschland wurde die Marke von 39 Grad in mehreren Orten erreicht.

Hierzulande aber dürften die Spitzentemperaturen – für diese Woche zumindest – schon gemessen worden sein. Es bleibe heiß, der Höhepunkt aber sei der Montag gewesen, heißt es von der ZAMG. Dienstag und Mittwoch bleiben hochsommerlich, Gewitter sind möglich. Der Donnerstag soll Abkühlung bringen, bevor der Hochsommer am Freitag ein (vermutlich kurzes) Comeback feiern wird, am Wochenende dürfte die extreme Hitze dann vorbei sein.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2012)

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49 Kommentare
 
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Gast: Be-obachter
22.08.2012 17:27
0 0

Heisse und kalte Tage gibt es eben,

und daraus wird der Durchschnitt errechnet, der wieder so aussieht wie schon all die Jahrzehnte zuvor.

Island

ich komme!!! Mach mal deinen Gattern auf, denn ich komm im Dauerlauf. In Ö ist es mir viel zu heiße, da zahl ich lieber isl. Preise.

Gast: eisbärkl
21.08.2012 16:01
3 1

horrormeldungen

es wird noch heisser, 40, 50 grad vielleicht 60 alles ist möglich. irgend ein kleines nest in österreich wird es schon geben wo man die grade hinauftreibt. horrormeldungen der medien. saure gurkenzeit man weiß schon nichts mehr zu schreiben also muss das wetter herhalten. aber eins steht fest, es ist hochsommer und ein auf und ab der temperaturen gab es schon immer.

Hitze (sic!)

Liebe Leute, wenn ihr bei 35 Grad im Schatten um 12 Uhr einen 20 km-Lauf macht, dann wisst ihr was richtig heiß bedeutet. Wenn der Mund so trocken wird, dass ihr nicht mehr Schlucken könnt, weil kein Speichel mehr da ist. Wenn euch das Adrenalin über die Schulterblätter den Rücken "runterläuft". Die Lunge brennt wie Feuer und nur noch der Kopf sagt: Mach weiter. Das ist HEISS!!! Na ja, liegt wahrscheinlich daran, dass ihr alle so am Raunzen seid, weil ihr alle behaart seid wie die Affen und nicht wie der metrosexuelle Mann von heute am ganzen Körper geshaved seid.

Habe die Ehre

Gast: b1992
21.08.2012 10:51
5 1

Sinnlose Grafik

Ist eigentlich schon jemandem aufgefallen wie nichts sagend diese schöne Grafik, welche im Artikel gezeigt wird, eigentlich ist?
Die drei Zeitabschnitte überschneiden sich jeweils deutlich um mehrere Jahrzente, es besteht also keine Möglichkeit eine genaue Information über die Verteilung der Hitzetage aus der Grafik herauszulesen.
Mir scheint man hat hier ein wenig getrickst, um diese bedrohlich wirkende ansteigende Stufenform zu bekommen.

2 5

Re: Sinnlose Grafik

Von einem gleitendem Mittelwert haben Sie dann ja wohl noch nie as gehört, oder?

Der wird hier verwendet um die Aussagekraft zu erhöhen. Wenn die Zeiträume kürzer gewählt würden als 30 Jahre wären die Datenmenge zu klein.

5 0

Re: Re: Sinnlose Grafik

Ja, der Alfie! Bei der Matura in Mathe dreimal durchgefallen, aber hier über wichtig über Statistiken philosophieren.

Na komm Alfie, erklär's uns nochmal! Biiiiiiitte!

Re: Re: Sinnlose Grafik

Alfie!

Sind Sie WIRKLICH so blöd

oder postens nur permanent Klima-Unsinn,

weil es Ihr gut bezahltes Geschäft ist?

Gast: Ösi
21.08.2012 09:43
0 4

Yooooo, Männer, diese Hitze hat sich schmächtige Feinde gemacht! Nämlich die Blaunen!

Denn durch die Hochtemperatur wird das Krügerl beeinträchtigt!!!
Nicht, dass es zuschnellwarm wird. Hier hilft sich der gewandte Berufstrinker der freiheitlichen Fraktion mit höherer Schluckfrequenz.
Nein, das Bier verdunstet stärker!

Tja, jetzt gibts sicher eine Volksabstimmung gegen die Hitze, besonders wenn sie trocken ist!

Tschüssi!

3 0

Re: Yooooo, Männer, diese Hitze hat sich schmächtige Feinde gemacht! Nämlich die Blaunen!

Die Schmerzen im Kopf müssen für Sie ein vertrautes Gefühl sein. Was trinken denn Sie so? Bachblüttentee von Ihrer Mama zubereitet?

Gast: Möchti - gsagt haben °
21.08.2012 08:30
0 4

Warum bei 32° Hitzefrei

Das hat früher der Herr angeordnet für alle - damit die Affenhitze gar keine Chance hatte aufzukommen und auch als Schutz für unsere Heimat und unseren Breitengrad der für solche Temparaturen nicht geschaffen ist. Wenn man schon Naturschutzgebiete wie Nationalparks macht die ja sehr gut sind - dann muss man auch den ganzen Breitegrad berücksichtigen in dem er sich befindet.
32° Hitzefrei darum dass man bis 35° noch Spielraum hat sich in Sicherheit zu bringen und 38° gar keine Chance haben aufzukommen bzw. sich breit zu machen in unserem Breitengrad. Hier gehören keine 38° hin.



Gast: Besorgtes Kind
21.08.2012 08:04
1 1

Leben und Leben lassen - jedoch Hitzefrei ab 32°

Wie wärs, wenn man die Hitzegrade nicht so extrem Hochspielen tät und die Tage wieder unbefangen auf uns zukommen lassen würde - damit man nicht schon vorher befangen ist und den Tag unbekümmert beginnen kann - es reicht doch wenn man hiterher erfährt wie heiß es wirklich war. Und die vielen guten Tips und Ratschläge wie man durch den Tag kommt uns nicht mehr schon vorher erschlagen.
Können die nicht aufhören uns das Leben zu vergällen, man fördert doch Angstgefühle vorm schönen Wetter. Ist nicht der richtige Umgang mit den Menschen was die tun. Wetter auf exakt 38° programmieren.

2 0

Brunnen

Und da frage ich mich auch, wo eigentlich die schönen Muhr-Brunnen hingekommen sind, die bis zum Umbau der Kärntnerstraße auf sebiger gestanden sind.
In irgendein Depot oder in den Garten von ?????

7 0

Aha...

Zitat: "" Eher, so Orlik, seien jene 39,5 Grad, die im Juli 2007 in Andau im Burgenland gemessen wurden, der eigentliche Rekord. „Dieser Wert spiegelt auch die Temperaturerhöhung wider“, so Orlik. ""

Und des "is afoch so", oder wie?

Wir erklären also die 1983 gewonnenen Werte einfach für zu ungenau und definieren anhand eines neueren, niedrigeren Wertes: dieser spiegelt auch die Temperaturerhöhung wider.

Doppelplusgut!

Antworten Gast: toro
21.08.2012 10:05
0 2

Re: Aha...

Sind Sie des Lesens mächtig? Orlik übt Kritik an der damaligen Messmethode, zB Nichtbelüftung der Messstationen.
Ist das so schwierig zu verstehen oder wollen Sie nur trollen?

1 0

Re: Re: Aha...

Ich darf mich selbst zitieren:

"Viele der Wetterstationen in oder nahe an Ballungszentren standen früher naturgemäß in schwächer besiedelten Zonen, wo dementsprechend weniger Hitzestau herrschte.

Dies führt Hr. Orlik im Gegensatz zu den ach so schlecht belüfteten Wetterhütten anno 1983 aber leider nicht an..."

Zum langsamen Mitschreiben und -denken: Offenbar also werden nur solche Faktoren reingerechnet, die sich als Indizien für die permanente Erwärmung deuten lassen.

Abgesehen davon: Wetterhütten der 80er waren durchaus reichlich belüftet.

5 1

Re: Aha...

Das sind also die Methoden der Klimaexperten welche uns den Klimawandel einreden sollen

Antworten Antworten Gast: Gastastast
21.08.2012 08:31
5 0

Re: Re: Aha...

Natürlich, sind ja auch Experten, die müssen schon wissen wie sie an ihr Geld kommen!

Na ja, jetzt ist es der Klimawandel und

im Winter, wenn es wochenlang extrem kalt ist, dann ist es das Wetter...

Re: Na ja, jetzt ist es der Klimawandel und

Im Wienerwald oder Waldviertel ist es viel kühler als in Wien oder Schwechat. Städte heizen sich eben durch Beton,Autos und Flugverkehr massiv künstlich auf.

Warum gibt es keine Wetterstation mitten im Wienerwald,denn dort ist Natur und unverfälscht in der Temperatur?

Bei mir ist es auch immer 2-3 Grad C kühler,obwohl nicht weit entfernt, als an der Wetterstation neben der Betonpiste des Flughafens in Klagenfurt,

obwohl der Flugverkehr dort viel geringer ist

als in Schwechat.

Re: Re: Na ja, jetzt ist es der Klimawandel und

Stimmt nicht immer.

Ich wohne im Wienerwald, direkt am Waldrand und hatte gestern auch 35 Grad bei mir.

Re: Re: Re: Na ja, jetzt ist es der Klimawandel und

Auf der Südseite und Thermometer an der Hauswand?

6 0

Re: Re: Na ja, jetzt ist es der Klimawandel und

Viele der Wetterstationen in oder nahe an Ballungszentren standen früher naturgemäß in schwächer besiedelten Zonen, wo dementsprechend weniger Hitzestau herrschte.

Dies führt Hr. Orlik im Gegensatz zu den ach so schlecht belüfteten Wetterhütten anno 1983 aber leider nicht an..

Re: Na ja, jetzt ist es der Klimawandel und

Korrekt!

Die Klima-Philosophie des Alfie und seiner grünen Komiker im standard.at.

Wird langsam Zeit,

daß es wieder Winter wird, damit wir alle (beim Punsch) über die Kälte raunzen können! Haha!

Re: Wird langsam Zeit,

Es wird eh immer übers Wetter geraunzt ;).

 
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