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Babyleiche in der Donau: Mädchen war lebensfähig

24.08.2012 | 18:28 |   (Die Presse)

Das Baby lag in einem weißen Plastiksack. Ein Fischer fand den Sack und alarmierte sofort die Polizei. Keine Hinweise auf die Mutter.

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Wien/Apa/Red. In der Donau bei Fischamend (Bezirk Wien-Umgebung) wurde am Mittwochnachmittag bei Stromkilometer 1907 in der Nähe des Altarms Fischamend ein neugeborenes Mädchen tot aufgefunden. Das Baby lag in einem Plastiksack, dessen Tragegriffe verknotet waren. Ein Fischer fand den Sack und alarmierte sofort die Polizei.

Am Freitag wurde dann das Obduktionsergebnis bekannt: Es habe keine Anzeichen dafür gegeben, dass das Mädchen nicht lebensfähig gewesen wäre, hieß es im niederösterreichischen Landeskriminalamt. Der Säugling war noch mit der Nabelschnur mit der Plazenta verbunden. Die Entwicklung des Kindes schien der Obduktion zufolge aber abgeschlossen gewesen zu sein. Verletzungen seien nicht festgestellt worden, eine Todesursache war vorerst nicht bekannt. Allerdings werden jetzt noch labortechnische und chemische Untersuchungen durchgeführt. Die Ermittler versuchen nun, die Mutter des Kindes ausfindig zu machen. Am Freitag gab es dazu noch keine konkreten Hinweise.

Das 53 Zentimeter große Mädchen mit dunklen Haaren wog 3,45 Kilogramm. Als mögliche Todeszeit könnten drei bis sieben Tage vor der Auffindung der Leiche angenommen werden, sagen die Ermittler. Der weiße Kunststoffsack, in dem sich das tote Neugeborene befand, hat keine Aufschrift.

 

2005: Tote Babys in Kühltruhe

Der Fischer, der den Sack mit dem toten Kind fand, gab laut Landeskriminalamt zu Protokoll, dass er auch am Vortag an dieser Stelle gewesen sei. Dabei sei ihm jedoch nichts aufgefallen.

In Österreich werden immer wieder tote Neugeborene in Wohnungen, Grünanlagen oder Gewässern entdeckt. Am Karfreitag dieses Jahres hat eine Frau im Bundesland Salzburg ihr Baby nach der Geburt in einen Sack gesteckt und in einen Spind gelegt. Eine gerichtsmedizinische Obduktion ergab, dass der Bub noch wenige Minuten nach der Geburt gelebt hatte.

In der Toilette eines Salzburger Bordells brachte im Dezember 2007 eine damals 18-jährige Prostituierte ein Kind auf die Welt. Sie wickelte den Buben in ein Handtuch und warf ihn – verpackt in einen Plastiksack – aus dem Fenster. Das Baby kam nach dem Sturz aus acht Metern Höhe ums Leben.

Im Mai 2005 entdeckte ein Untermieter in einer Tiefkühltruhe in Graz einen Plastiksack mit einer Babyleiche. Drei weitere tote Kinder wurden daraufhin in einer Kühltruhe und in einem Betonkübel gefunden. Die 33-jährige Mutter wurde zu lebenslanger, ihr Lebensgefährte zu 15 Jahren Haft verurteilt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.08.2012)

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