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Die Stimme der Wiener Linien wird weiblich

24.08.2012 | 18:29 |  von ERICH KOCINA (Die Presse)

Die Stationsdurchsagen der Wiener Linien wird als Teil eines neuen Klangkonzepts künftig eine Frau sprechen, der langjährige Sprecher Franz Kaida geht endgültig in den Ruhestand.

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Wien. Der Sound von Wien wird sich in den kommenden Wochen massiv ändern – denn die wohl meistgehörte Stimme der Stadt wird in wenigen Wochen in den Ruhestand geschickt: Seit 1968 sprach Franz Kaida die Stationsdurchsagen der Wiener Linien, künftig soll die Information der Fahrgäste durch eine Frauenstimme erfolgen. „Wir würden gerne die Art und Weise, wie wir akustisch mit den Fahrgästen kommunizieren, ändern“, sagt Wiener-Linien-Sprecher Dominik Gries. Und bei einer Befragung haben sich die Fahrgäste für eine weibliche Stimme ausgesprochen.

Etwa Mitte September werden auf der Website der Wiener Linien zwei Stimmen zur Abstimmung gestellt – eine davon soll die Stimme der Wiener Linien werden. Das betrifft aber nicht nur die Stationsdurchsagen, sondern den gesamten akustischen Auftritt des Verkehrsunternehmens. „Wir wollen eine Stimme, die mit den Wiener Linien assoziiert wird, so wie es Chris Lohner mit den ÖBB wird“, sagt Gries. Noch dieses Jahr soll die neue Stimme zu hören sein – und das auch auf Englisch.

Doch damit allein ist die neue akustische Identität der Verkehrsbetriebe noch nicht komplett – gleichzeitig werden sämtliche akustischen Signale neu gemacht, von den U-Bahn-Türhupen bis zur Telefonwarteschleife. „Es geht auch darum, die Markenwerte der Wiener Linien klar zu kommunizieren“, sagt Herwig Kusatz, der mit seiner Firma Sound Strategy an der Neukonzeption beteiligt war. „Also etwa Pünktlichkeit, Sicherheit, Verlässlichkeit, Dynamik und Modernität.“ Gleichzeitig wolle man aber auch weg vom bürokratischen und altbackenen Ton kommen, wie er zum Teil noch immer verwendet wird. „Mein Ziel ist“, sagt Kusatz, „dass die Mundwinkel der Gäste ein bisschen nach oben wandern.“

Besser erkennbar sollen künftig die Klänge zur Aufmerksamkeitserregung werden – Durchsagen, Störungsmeldungen oder anderen Informationen sollen klare Signale zugeordnet werden. Und es gibt auch die Überlegung, den Abfertigungsvorgang im U-Bahn-Bereich zu modifizieren. Hinweise wie „Zurückbleiben, bitte“ und „Zug fährt ab“ könnten etwa durch Signaltöne ersetzt werden.

 

Abschied vom alten Sprecher

Dinge, an die man sich gewöhnen wird – wenn auch der Abschied bei manchen Fahrgästen emotional ausfallen wird. Vor allem der von Franz Kaida, der seit Beginn der automatisierten Durchsagen das akustische Bild der Stadt prägte. Der heute 70-Jährige begann bei den Wiener Linien als Techniker, nachdem er zuvor beim ORF schon Einsätze als Rundfunksprecher hatte – Sprechausbildung inklusive. Genau daran erinnerte sich später ein Mitarbeiter, als es darum ging, zu Beginn der „Schaffnerlos“-Ära eine Stimme für die Durchsagen in den Straßenbahnen zu finden. Seither ertönt Kaidas Stimme aus den Lautsprechern sämtlicher öffentlicher Verkehrsmittel in Wien.

Kaida bekam auch immer wieder Anfragen, seine markante Stimme für diverse Anlässe zur Verfügung zu stellen – etwa indem er Glückwünsche aufs Band sprach. Und obwohl sein Gesicht in der Öffentlichkeit kaum bekannt war, wurde er doch auf der Straße immer wieder angesprochen, ob er denn nicht die Stimme aus der Straßenbahn sei.

 

Durchsagen nach dem Ruhestand

Seine Bekanntheit brachte ihm abgesehen von derartigen Episoden materiell nichts ein – denn Geld hat er für seine Sprechrolle nie bekommen, sondern die Durchsagen immer nur neben seinem regulären Job gemacht. Vor seiner Pensionierung Ende 2004 war Kaida Abteilungsleiter des sicherheitstechnischen Dienstes der Wiener Linien. Aber auch in der Pension ging er noch etwa einmal im Monat für neue Ansagen ins Tonstudio. Nun kann er tatsächlich in den Ruhestand wechseln.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.08.2012)

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105 Kommentare
 
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in Erinnerung an The Voice

Brigitte Xander - inzwischen weitgehends von Computerstimmen die sich anhören wir eine Mistkübelquetsche - abgelöst.


Re: in Erinnerung an The Voice

auch die Chris Lohner.....

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Ob die Stimme weiblich oder männlich ist,...

... ist egal. Wichtig ist, daß sie nicht allzu laut klingt mit wahrscheinlich unvermeidlichem, hüpfendem Singsang, der uns häufig beglückt: Callcenter, Fernsehen - überall scheint man von der Angst getrieben zu sein, ja nicht in Monotonie zu verfallen und betreibt daher das Gegenteil: Alles muß animierend klingen, auch wenn der Inhalt noch so trocken und banal ist. Man fahre mit dem Bus 77A vom Lusthaus zum Rennweg: Eine Stimme verkündet in bemüht gekünstelter Manier Wissenswertes für den Fahrgast,z.B.: ".. umsteigen zur Linie 80A..." - übertriebene Sprechmelodie, noch dazu mit retroflexem "l" bei "Linie" (wie Palatschinken statt selten) - einfach gräßlich, noch dazu in mächtiger Lautstärke... so nicht, bitte !

Gast: Gute Stimme passt immer. Franz.
25.08.2012 14:55
2 0

Franz Kaida ist die gratis Chris Lohner der Wiener Linien

Franz Kaida IST die gratis Chris Lohner der Wiener Linien.

Aber das, was man hat, schätzt man ja gewöhnlich nicht.

Gast: GUTE Werbung wirkt - schlechte machen aber fast alle
25.08.2012 14:53
0 0

Sound branding mit Stationsdurchsagen, dass ich nicht lache

Es gibt Menschen, die eine gute Stimme haben. Franz Kaida, Johnny Cash,...

Es gibt aber auch Menschen, die meinen, Marketingideologien wie "sound branding" mit Stationsansagen verknüpfen zu müssen. Naja, wenn den Wienern jemand "die Mundwinkel nach oben ziehen wird", dann sind es sicher solche Leute. Sie machen sich einfach lächerlich.

Das Probelm ist nur: Sie cashen extrem viel für weniger als heiße Luft...

Gast: perissos
25.08.2012 12:59
4 0

Umfrage...

"Bei einer Befragung haben sich die Fahrgäste für eine weibliche Stimme ausgesprochen".
Wer wurde denn da befragt? Meine Vermutung (Titel und Funktionen weggelassen): Bures, Heinisch-Hossek, Glawischnig, Vassilakou, Brauner, Frauenberger, Martina Faymann, Laura Rudas usw. Wurde sicherlich von einem unabhängigen Institut durchgeführt.
Seltsam auch: ich fahre Jahr und Tag mit ÖBB und Wiener Linien in die Arbeit, die besagte Befragung ist aber spurlos an mir vorübergegangen...
"Objektivität garantiert"!

Gast: ein_Gastname
25.08.2012 12:45
3 0

Hm...

Bitte um Grätzeldurchsagen, die der Umgebung angepasst sind. :)

"Reumannplatz, oida! Ende der Kurzstrecke, oida!

"Liebe Fahrgäste, wir erreichen soeben die Haltestelle Pötzleinsdorf."

Re: Hm...

aussteigen lugner city oder ich mach kickbox mit du

Antworten Gast: asu
25.08.2012 14:32
0 0

Re: Hm...

wien meidLiing

Gast: Meine Kommentar...
25.08.2012 12:21
0 0

Hätte ich so niemals gemacht...

Persönlich hätte ich eine synthetische Stimme die der von Franz Kadals gleich kommt genommen, ist in der Zeit der EDV ja keine besondere Kunst...

Das sich die Stimme 44 Jahre halten konnte, ist ohnedies schon fast ein Wunder, es hätte viel passieren können, und kann viel passieren, die Person wandert aus, verliert ihre Stimme, etc.. dann sind die Wiener Linien erst recht wieder gezwungen sich um eine neue Stimme zu kümmern...

Dazu kommt das es für die Person selbst nicht besonders lustig ist, 1000ende Stationsansagen samt zusätzlichen Hinweisen auf Band zu sprechen.

Die Auswahl selbst, das über Internet abzustimmen finde ich problematisch, es geht nicht um die schönste Stimme sondern jene Stimme die sich am besten vom Hintergrundgeräusch abhebt, das läst sich aber kaum in einer sterilen Umgebung beurteilen sondern nur Live im Realbetrieb und das war auch der Grund warum man sich seinerzeit für eine Männerstimme entschied, sämtliche Tests mit Frauenstimme ergaben kein befriedigendes Resultat, warum das jetzt anders sein sollte, keine Ahnung?

Ob damit auch die schon museumsreifen Fahrgastinformationen von der Nachkriegszeit aus der Zentrale eine kristallklare Übertragung bekommen, wird sich zeigen...

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Als nächstes

wird der Häupl eine Geschlechtsumwandlung an sich selbst durchführen.

Gast: stationsdurchsagen
25.08.2012 10:54
4 1

Facebook-Fanpage: Franz Kaida ist die Stimme der Wiener Linien

Petition auf Facebook: Die sonore Stimme, die seit Jahrzehnten die Stationen in Wiener Straßenbahnen und Bussen durchsagt, soll erhalten bleiben!

https://www.facebook.com/stationsdurchsagen

Feminismus pur!

Da sieht man mal wieder wie männerfeindlich unsere arme Gesellschaft ist und vorallem wie wir von den Medien und vom Statt zum Feminismus erzogen werden.

Antworten Gast: auwe
25.08.2012 14:35
0 2

Re: Feminismus pur!

demnach war unsere gesellschaft über 40 jahre frauenfeindlich?

Antworten Gast: Nur eine Kleinigkeit!
25.08.2012 13:48
1 0

Re: Feminismus pur!

Es geht aber nicht um Männerstimmen oder Frauenstimmen, sondern um die Frage, welche Stimme hebt sich am besten von sämtlichen Hintergrundgeräuschen im Fahrbetrieb ab.

Das ist leider aus biologischen Gründen eine Frauenstimme schon im Nachteil, und so blöd waren die Wiener Linien auch 1968 nicht, das sie das nicht getestet haben, Franz Kadals Stimme hat einfach eine Stimmlage gehabt die den technischen Anforderungen am besten gerecht wurde!

Was hilft die schönste Opernstimme, wenn sie unverständlich bleibt, schließlich wird in einer Oper nicht telefoniert, gesprochen, es gibt keine Fahrzeuggeräusche, Autos hupen nicht, und Betriebsstörrungen sind wohl dort eher die große Ausnahme als die Regel...

Bleibt nur die Frage in weit sich die Test von damals technisch von heute unterscheiden?

P.s.: Mir ist eine freundliche nette Frauenstimme allemal sympathischer als die von einem Mann auch biologisch Bedingt, schließlich bin ich Mann, dennoch erlaube ich mir das vor allem auch aus technischen Gründen kritisch zu sehen!

Antworten Gast: schigol
25.08.2012 10:17
1 5

Re: Feminismus pur!

im umkehrschluss bedeutet das, dass bisher das patriarchat pur geherrscht hat.

verfolgungswahn breitet sich bei einigen wenigen immer weiter aus.


Re: Feminismus pur!

häh!?

Gast: speibender regenbogen
25.08.2012 00:34
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das ist eine physikalische fehlentscheidung.

abgesehen davon, daß die stimme von herrn kaida angenehm und nicht aufdringlich ist (war), hat er eine sehr sonore stimme, die auch bei starkem umgebungslärm gut zu verstehen ist. eine weibliche stimme mit ihrem viel höreren tembre wird bei wietem nicht so gut zu verstehen sein, es sein denn, man heizt 20 oder 30 dezibel mehr in die lautsprecher. na das wird lustig werden...

Re: das ist eine physikalische fehlentscheidung.

Bei den ÖBB sind die Durchsagen von Chris Lohner wesentlich besser zu verstehen, als die "Livedurchsagen" vom männlichen Personal.

Ich bin davon überzeugt, dass es hinsichtlich der erforderlichen Leistung wurscht ist ob's ein Mann spricht oder eine Frau.
Hinsichtlich aller anderen Aspekte ist es mit Sicherheit wurscht...

Gast: xxx
24.08.2012 23:57
3 1

chris lohner bis zum umfallen.....

ich kann sie schon nimmer hören!

Gast: zjugfädappp
24.08.2012 22:31
10 0

besser

Wäre ein neues geruchskonzept.

hoffentlich wird zukünftig d e u t l i ch gesprochen und


durchgesagt, wurscht ob man oder frau!

Re: hoffentlich wird zukünftig d e u t l i ch gesprochen und

Entweder "Mann oder Frau" oder "man oder fra". Wenn schon deppert, dann bitte ordentlich.

Re: Re: hoffentlich wird zukünftig d e u t l i ch gesprochen und

Mhm.
Und Niveau is a Handcreme.

Re: Re: hoffentlich wird zukünftig d e u t l i ch gesprochen und

Bald enden die Ferien und Sie können endlich wieder die Schularbeiten Ihrer Schüler korrigieren!

Re: Re: hoffentlich wird zukünftig d e u t l i ch gesprochen und

Sind Sie von Beruf Komiker?

 
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