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Das Monster von Loch Scheuch

25.08.2012 | 17:28 |  von ERICH KOCINA (Die Presse)

Die Jagd nach dem Krokodil in der Drau hat das Zeug zum sommerlichen Drama mit großem Potenzial zur Legendenbildung. Krokodile tauchen indes immer wieder in Gewässern auf. Häufig werden sie ausgesetzt.

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Ein Fluss, zwei Kinder, ein frisch gekürter Landeshauptmannstellvertreter und ein rosa Badeschlapfen – das sind die Akteure in einem sommerlichen Drama, das sich dieser Tage in Kärnten abspielt. Und dann wäre da auch noch ein Krokodil als verbindendes Glied zwischen all den Akteuren – von ihm fehlt allerdings jede Spur. Wobei, nicht ganz jede, denn die eingangs erwähnten zwei Kinder berichten, dass sie am Mittwoch das Reptil beim Baden in der Drau gesehen haben. Das Tier habe sich aus dem Wasser in Richtung Ufer bewegt, dort in ihre Kleidung gebissen und sei dann wieder im Fluss verschwunden. An dieser Stelle kommt der rosa Badeschlapfen ins Spiel – denn auf ihm fanden sich einige Kratzer. Kratzer, die vom Gebiss des Krokodils stammen könnten. Um das filmreife Drehbuch zu vervollständigen: Bei den Badeschlapfen handelt es sich um bunte Kunststoffschuhe der Marke „Crocs“. Und als wäre diese Koinzidenz nicht genug – der Vorfall passierte auf einem Teilstück der Drau, für das FPK-Chef und Landeshauptmannstellvertreter Kurt Scheuch die Fischereirechte besitzt.

Kaum entdeckt, lief das Katastrophenmanagement an. Wasserrettung, Feuerwehr und Polizei samt Hubschrauber machten sich auf die Suche nach dem Reptil. Die Bilder der Crocs, auf denen Klebestreifen die Länge und die Position der Bissspuren vermerkten, gingen durch die Medien. So wie auch ein Foto des herbeigeeilten Kurt Scheuch, wie er mit fassungslosem Blick den rosa Schlapfen in seiner Hand begutachtet. Alle Ingredienzien für eine spektakuläre Geschichte waren vorhanden – als hätte es Steven Spielberg nach dem „Weißen Hai“ noch einmal wissen wollen. Und auch eine Reptilienexpertin namens Helga Happ wurde aufgeboten, um die Authentizität der Bissspuren auf den Schuhen zu bestätigen.

„Betreten verboten!“ und „Achtung Krokodil“ war auf den Schildern zu lesen, die die Bezirkshauptmannschaft rund um das betroffene Gebiet aufstellte. Passanten, die sich zu nahe an die Gefahrenzone herangewagt hatten, wurden wieder weggeschickt. Und Bezirkshauptmann Klaus Brandner durfte die Rolle des besonnenen Politikers einnehmen, der in den Medien zur Ruhe appellierte: „Es braucht niemand Angst zu haben, man braucht einfach nicht zum Wasser zu gehen.“

Bissige Fische. Es ist nicht das erste Mal, dass in Kärnten ungewöhnliche Tiere ihr Unwesen treiben. Erst im Juli 2010 gab es am Wörthersee Alarm, weil zahlreiche Kärntner und Touristen von Fischen attackiert worden waren. In Boulevardmedien wurden Opfer abgelichtet, die mit dem Finger auf – nicht sichtbare – Bisswunden zeigten. Und schließlich wurde der bis zu 20 Zentimeter große Sonnenbarsch als Übeltäter ausgemacht. Einige dieser Fische hätten ihre Nester bewacht und Angreifer in die Wade gebissen. Um die Ungefährlichkeit der Tiere zu beweisen und Schaden für den Tourismus abzuwenden, ließ Landeshauptmann Gerhard Dörfler eigens ein Planschbecken vor dem Schlosshotel Velden aufstellen und badete todesmutig seine Zehen im Becken voller Sonnenbarsche.

Im selben Monat gab es aber gleich die nächste Attacke – aus einem Stausee an der Drau zog ein Fischer plötzlich einen Piranha. Einen Raubfisch, der eigentlich nur in tropischen Gewässern vorkommt. Der Obmann der Landesfischereivereinigung kalmierte: „Es besteht kein Grund zur Panik. Piranhas greifen Menschen nicht an. Das sind alles Erfindungen“, erzählte er in der „Kronen Zeitung“.

Aber auch außerhalb Kärntens gab und gibt es gelegentlich rätselhafte Erscheinungen. So stand etwa die Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck im Frühjahr 2007 vor einem Rätsel – in der Vöckla entdeckten Kinder einen ein Meter langen toten Hai. Nach einigen Tagen der Unsicherheit, ob der Fluss nun von Killerfischen bevölkert wird, stellte sich der Fall als eher profan dar – ein Lehrling eines Restaurants hatte den Kadaver ins Wasser geworfen.

Krokodil im Donaukanal. Krokodile tauchen indes immer wieder in Gewässern auf. Häufig handelt es sich um Tiere, die ausgesetzt werden, weil sie dem Besitzer zu groß geworden sind. Im Juli 2007 entdeckte etwa ein Mitarbeiter einer Tullner Gärtnerei einen Kaiman in einem Biotop. Und im Sommer 2001 wurde ein Kaiman aus dem Wiener Donaukanal geborgen. Manchmal tauchen sie eben auf, manchmal bleiben sie im Verborgenen – so wie etwa „Schnappi“, ein Krokodil, das im Mai 2006 im Kärntner Silbersee gesehen worden sein soll – und das ein Augenzeuge Monate später in der Drau gesichtet haben will.

Gut möglich also, dass das kürzlich beobachtete Krokodil der lang gesuchte „Schnappi“ ist. Oder auch ein ganz anderes Tier – laut Reptilienexpertin Happ dürfte es sich jedenfalls um ein Afrikanisches Sumpf- oder ein junges Nilkrokodil handeln. Um es ja nicht zu verschrecken, wurde die Suche zuletzt wieder zurückgefahren. Feuerwehrboote und Polizeihubschrauber bleiben in der Garage. Ein paar Tage lang wird man wohl noch suchen. Und sollte das Tier dann nicht auftauchen, bleibt zumindest Stoff für eine Legende übrig – ein Tier, das immer wieder beobachtet wird, doch dessen Existenz dann doch nie bewiesen werden kann: das Monster von Loch Scheuch.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.08.2012)

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34 Kommentare
 
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Will Herr Scheuch da jemanden von seinen Fischereipfünden verscheuchen?

....Und als wäre diese Koinzidenz nicht genug – der Vorfall passierte auf einem Teilstück der Drau, für das FPK-Chef und Landeshauptmannstellvertreter Kurt Scheuch die Fischereirechte besitzt.......

Re: Will Herr Scheuch da jemanden von seinen Fischereipfünden verscheuchen?

..pfründen...
und wer bezahlt eigentlich die offenbar vergeblichen Einsätze?

Gast: Be-obachter
27.08.2012 20:09
0 1

Im Felser See bei Tulln

wurde auch ein Mädchen von einem Wels gebissen.
Warum hat man da nicht auch gleich den Fischereibeauftragten ausfindig gemacht und
v e r a r s c h t ?

Gast: woistder
26.08.2012 20:45
2 0

bericht

über den SPÖ Tsunami Faymann

um in den dimensionen gleich zu bleiben

illegaler einwanderer,

straffällig geworden durch verletzung des scheuch`schen wassererechtes.
nach festnahme sofortige verbringung auf die saualm.

Ich neige immer mehr dazu,

zu glauben,dass diese Croco-Geschichte vom Kurti
selbst erfunden wurde,um von seiner kürzlich bekannt gewordenen Leichenfledderei am Wurten in den Medien abzulenken

oder dass die 2 Kinder beim Baden immer wieder von ihm aus seinen Fischgründen vertrieben wurden

und haben

diese Crocodile-Geschichte

als Rache frei erfunden,damit dort auch seine blauen Angler durch die Angst vor dem Krokodil vertrieben werden??????

Jedenfalls eines ist bombensicher : Der Haider ist schuld, wie immer !!


Gast: Linker Pirat
26.08.2012 10:26
4 4

Hoffentlich...

...jagt das Krokodil die Scheuchs aus Ösistan.
Kurt geh in Häfn!

fr.gschaftlhuber

ist selbst ernannte reptilienexpertin und berufsgschaftlhuberin Fr. Happ wieder mal unterwegs um den Zoo Landesförderungen zu ersparen ob der guten PR für Scheuch und ihren tollen Zoo. So ein Schwachsinn kann gleich die Art (leider nicht die Unterart) aufgrund der Bissspuren feststellen, peinlicher gehts nimmer, bald genier ich mich wirklich als Kärntner geboren zu sein.

4 0

na der stronach ist wohl auf grund einer order der

erzkonservativen eigentümer aus der presseberichterstattung für sonntag verschwunden.....

villeicth könnt ihr auch noch die blauen ignorieren - ach so tschuldigung - die brauchen die schwarzen ja wieder für diverse .......

Ein Krokodil

Ein Krokodil, also ein illegaler Einwanderer, möglicherweise sogar aus Afrika, hat natürlich soforrrt gefunden und mit aller Härte des Gesetzes bestraft sowie deportiert zu werden.
Gerade in Kärnten. Und im Fluss vom Scheuch.

Krokodile sind wechselwarme

Tiere und heizen sich deshalb am Ufer immer wieder in der Sonne stundenlang auf,denn besonders die Drau ist viel kälter als tropische Flüsse.Ein Krokdil hätte man deshalb schon längst auf einer Sandbank sichten müssen.

Glaube eher,dass ein großer Hecht die Crocs mit einer Ente verwechselt hat.
Kinder haben auch viel Fantasie und aus einem Hecht kann da auch ein Krokodil werden.

Viel interessanter im Zusammenhang mit dem Kurti Scheuch ist seine Leichenfledderei des "Kärntner Ötzi" und "Hobby-Archäologie".

Gast: blakeEder
25.08.2012 22:04
2 4

Es war nur eine Frage der Zeit...

...bis bei diesen Kasperln und Hanseln (FPK) das Krokodil auftaucht!

Gast: total crash
25.08.2012 21:27
2 4

Geh bitte,

Herr Scheuch,laden´s doch alle ihre Polithabara zu an Badeausflug an die Gestaden ihres Fischwasser ein;o)

Auch alle Nichtschwimmer können kommen,weil an den meisten Stellen und besonders da wo Sandbänke sind,ist der Wasserstand eh ned tief da, könntens eh Stundenlang im Wasser stehen bleiben und pritscheln;o)

Wann`s wollen ,schreib ich Ihnen die Einladungen und verteil sie;o)


ein hubschrauber!?

no comment.

Gast: b745
25.08.2012 20:42
4 4

das problem das ich eher sehe ist das es dort soviele schweine gibt


Re: das problem das ich eher sehe ist das es dort soviele schweine gibt

aber die sind von Natur her rot!

Re: Re: das problem das ich eher sehe ist das es dort soviele schweine gibt

Nein, wildschweine sind von natur aus BRAUN.

Re: Re: Re: das problem das ich eher sehe ist das es dort soviele schweine gibt

Großer Irrtum ! Schwarzwild heißen diese Viecher !!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Hihihi-
26.08.2012 23:51
2 0

Re: Re: Re: Re: das problem das ich eher sehe ist das es dort soviele schweine gibt

Genau. In der Jägersprache "Schwarzkittel". Wühlen mit ihren Schnauzen immer im Gatsch herum.

Der gefährlichste Säuger jedenfalls...

...ist der gemeine Scheuch (Scheuchus officinale simple), der nur wegen seiner schwerer Charakterdefekte im Politsumpf überleben kann!

Schon wieder Kärnten...

...der Nordwestbalkan liefert die schönsten Geschichten!

Berichterstattung auf "Heute" Niveau

damit wird selbst das Niveau der KRONE noch unterschritten. Bravo Herr Nowak, so richten sie eine ehemalige Qualitätszeitung zugrunde.

Antworten Gast: achgott
28.08.2012 00:56
0 1

Re: Berichterstattung auf "Heute" Niveau

das ist doch ein höchst amüsanter artikel. wo ist ihr problem?

Re: Berichterstattung auf "Heute" Niveau

Das fleischhackergesäuberte Blattl ist nicht mehr wiederzuerkennen! Es scheint zur Spindeleggerjubelpostille vergattert worden zu sein !!!

Gast: ökono-mist
25.08.2012 03:17
0 4

"Wahllose Löcher ohne Muster"?


Man soll die Hoffnung nie aufgeben:

Vielleicht stammen sie ja von der Trophäe jenes entlaufenen Landskroner Widders mit vier Hörnern, den man uns im letzten Jahr als Bären aufbinden wollte?

Oder von den Schneestangen, mit denen, kurz nachdem der Landskroner Bock geschossen war, die Polizei ganz in der Nähe (Ossiachersee-Bahnstrecke) eine "entlaufene Rinderherde einzäunen" mußte, weil sie angeblich die Bahngleise nicht freigeben wollten?

Von jenem Kalb mit zwei Köpfen, das kurz darauf in der ORF-"Partnergemeinde" Oberösterreich auftauchte (Drehscheibe: Superlandesstudio "Heute in Österreich", werden sie ja wohl nicht fernübertragen worden sein?

Und die anderen Rinderherden, die kurz darauf im Teletext viele Bahntrassen bis hinauf nach Bayern bevölkerten, taugen vielleicht (wenn sie echt gewesen sein sollten) zur Not als (zusammengefischte?) Rechtfertigung, scheiden jedoch als Verursacher wohl auch eher aus.

Sucht ruhig weiter - die Betonung liegt auf ruhig.
Laut wird's wahrscheinlich ohnehin dann werden, wenn die Sache inszeniert worden sein sollte, und es darum geht, wer die Kosten für den Hubschraubereinsatz in einem solchen Fall übernimmt. Der Steuer- und Rundfunkgebührenzahler ja wohl hoffentlich nicht - zumindest nicht lautlos.

 
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