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Donau: Suche nach der Fliegerbombe

26.08.2012 | 18:42 |   (Die Presse)

Nach einer heftigen Detonation in der Donau am Samstagnachmittag machen sich Experten des Entminungsdienstes auf die Suche nach der Ursache. Dass nicht detonierte Bomben plötzlich von selbst explodieren, kommt selten vor.

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Wien/Eko/Apa. Was war der Grund für die Detonation in der Donau, die am Samstagnachmittag kilometerweit zu spüren und zu hören war? Dieser Frage wird der Entminungsdienst des Innenministeriums in den kommenden Tagen nachgehen. Die wahrscheinlichste Variante ist jene, dass eine immer noch scharfe Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Fluss plötzlich hochgegangen ist.

„Die Explosion war offenbar heftig. Wir hatten Anrufe bis aus der Gegend um das (mehrere Kilometer entfernte Krankenhaus, Anm.) SMZ-Ost“, sagte Thomas Keiblinger, Sprecher der Wiener Polizei. Im Wasser trieben tote Fische. Ein Passant auf der Praterbrücke hatte die Fontäne im Wasser beobachtet und die Polizei alarmiert. Zum Glück befand sich zum Zeitpunkt der Explosion kein Schiff auf dem betroffenen Abschnitt des Flusses – auf der Höhe Raffineriestraße (Donaustadt) und Friedenspagode (Leopoldstadt) beim Grünen Prater.

Bei der Wiener Polizei geht man nun davon aus, dass es sich um einen langzeitig wirksamen Sprengkörper gehandelt hat – sobald der Zeitzünder defekt ist, könne man nicht genau sagen, wann die Bombe genau hochgeht. Schließlich wurde die Explosion durch eine chemische Reaktion ausgelöst. Ein Indiz für eine Bombe ist, dass es in der betreffenden Gegend im Zweiten Weltkrieg häufig Bombenabwürfe gegeben hat.

Gleich heute, Montag, soll das weitere Vorgehen des Entminungsdienstes beraten werden. Möglicherweise kommt dann eine Tauchertruppe zum Einsatz. „Das ist schwierig. Man taucht da in Fünfer-Seilschaften“, sagte ein Sprecher der Wiener Polizei am Sonntag. Wer bei dem Einsatz konkret mitwirken wird – ob der Entminungsdienst alleine oder mithilfe der Cobra tauchen wird, werde noch geklärt. Klar sei aber, dass nur erfahrene Taucher in Frage kommen. Problematisch seien vor allem die starke Strömung und die schlechten Sichtverhältnisse.

Dass nicht detonierte Bomben plötzlich von selbst explodieren, kommt selten vor. Die häufigere Variante ist die, dass bei Bauarbeiten Blindgänger entdeckt und danach vom Entminungsdienst kontrolliert gesprengt werden. Allein von 1945 bis Ende 2011 wurden in Österreich Kriegsrelikte im Ausmaß von 25,7 Millionen Kilogramm geborgen und vernichtet.

 

Bahnhöfe und Knotenpunkte

Zwischen August 1943 und Mai 1945 fielen insgesamt rund 120.000 Tonnen Bomben auf österreichisches Gebiet. Besonders betroffen waren Orte, die für die Kriegsführung strategisch wichtig waren, etwa Rüstungsbetriebe, aber auch Bahnhöfe und Verkehrsknotenpunkte. Dementsprechend häufig werden bei Bauarbeiten auf Bahnhöfen Blindgänger gefunden. Zuletzt stoppte etwa eine 230-Kilo-Fliegerbombe beim Neubau des Bahnhofs Attnang-Puchheim in Oberösterreich 28 Personenzüge.

Die Experten des Entminungsdienstes, die bis zu 30 Fliegerbomben pro Jahr bergen, rechnen noch mit etwa 15.000 Bomben im Erdreich des Landes, die noch nicht hochgegangen sind. Umstritten ist indessen, wer für die Entsorgung zahlen muss. Der Bund übernimmt zwar die Kosten für die Entschärfung, die Suche und die oft aufwendige Freilegung bleibt aber bei den Grundeigentümern hängen, weil es keine gesetzliche Regelung gibt – das entschied der Verfassungsgerichtshof 2011 anhand eines aktuellen Falls. Er regte aber auch an, dass der Gesetzgeber dafür eine Lösung suchen soll.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.08.2012)

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3 Kommentare
Gast: Wasserlaeufer
26.08.2012 21:33
1 2

Care-Pakete (Return to Sender)

Die runden Packerln
mit Fluegerln garniert
mit hoehnischen Schriften reich verziert
die haben uns die allierten Befreier gespendet
und damit auch unser Freiheit beendet.

Re: Care-Pakete (Return to Sender)

Die höhnischen Schriften sind wirklich was Graussliches, wenn man zB liest, was die heute auch noch bei der "Terrorbekämpfung" im Irak alles auf ihre Bomben raufgeschrieben haben.

Re: Care-Pakete (Return to Sender)

Die höhnischen Schriften sind wirklich was Graussliches, wenn man zB liest, was die heute auch noch bei der "Terrorbekämpfung" im Irak alles auf ihre Bomben raufgeschrieben haben.