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Pensionsbescheid: Vorwürfe gegen die Wiener Polizei

28.08.2012 | 16:40 |   (DiePresse.com)

Einer der Folter-Polizisten von Bakary J. ging mit 43 in Pension. Den Pensionsbescheid soll seine angebliche Geliebte unterschrieben haben.

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Im Fall Bakary J. gibt es nach einem Vorab-Bericht des am Mittwoch erscheinenden Wiener Stadtmagazins "Falter" neue schwere Vorwürfe gegen die Spitzen der Wiener Polizei. So soll eine Beamtin den Frühpensionsbescheid für einen der verurteilten Polizisten (43) unterfertigt haben, obwohl sie mit diesem eine Beziehung gehabt haben soll, was ein Befangenheitsgrund gewesen wäre. Dabei soll sie ein Gutachten der Versicherungsanstalt (BVA) öffentlich Bediensteter übergangen haben, in dem die Verwendung des Beamten im Innendienst empfohlen wurde. Aufklärungswürdig erscheint in diesem Fall die Rolle von Polizeipräsident Gerhard Pürstl, denn laut "Falter" erstellte die Beschuldigte den Bescheid "im Auftrag" des Polizeipräsidenten. Die Wiener Polizei gab zunächst keine Stellungnahme ab.

"Die Frühpensionierung und ihre Umstände werden überprüft", sagte dazu am Dienstag der Sprecher des Innenministeriums, Karl-Heinz Grundböck. Das Bundesamt für Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) wurde eingeschaltet. Bei der Staatsanwaltschaft Wien ist bereits ein Verfahren anhängig, wie ihr Sprecher Thomas Vecsey bestätigte. Als Beschuldigte werden dabei der frühpensionierte Polizist und die Bescheiderstellerin geführt, die Verdachtsmomente lauten laut "Falter" auf schweren Pensionsbetrug und Amtsmissbrauch.

Liebesbeziehung?

Die beiden jetzt Beschuldigten haben bisher zurückgewiesen, ein intimes Verhältnis miteinander zu haben. Dem "Falter" liegen nach eigenen Angaben aber Mails der beiden vor, die das Gegenteil belegen würden. Den Verdacht auf Pensionsbetrug legt dem Bericht zufolge nicht nur das offenbar übergangene Gutachten der BVA nahe. Die Beamtin hätte über den wahren Gesundheitszustand des Polizisten Bescheid wissen müssen. Pürstl hat laut dem Wochenmagazin die Pensionierung bewilligt.

Dass der Frühpensionierung ein Erlass des Innenministeriums zugrunde liegt, wie laut "Falter" von einem Sprecher der Wiener Polizei erklärt wurde, dementierte Grundböck. Es gebe aber für die Pensionsbescheide eine Vorlagepflicht gegenüber dem Ministerium, das den Akt auf Vollständigkeit und Schlüssigkeit prüfe. Die inhaltliche Verantwortung liege bei der Wiener Polizei, die auch die Diskrepanz zwischen BVA-Gutachten und Beschluss hätte erkennen müssen.

Innenministerium vs. Wiener Polizei

Anders sieht die Lage der Sprecher der Wiener Polizei, Johann Golob. Er reagierte scharf auf die erhobenen Vorwürfe. Die Polizeiführung habe seit Bekanntwerden des Falls gesagt, "dass das untragbar ist und wir solche Beamte nicht brauchen". Die Beamtin hätte aber keine Entscheidungen über den Pensionsantritt eines Kollegen treffen können, meinte Golob: "Ihre Rolle ist nicht eine gestaltende, sondern sie hat über Aufträge gehandelt."
Das Gutachten der Versicherungsanstalt der öffentlich Bediensteten (BVA) habe zwar empfohlen, den Beamten im Innendienst einzusetzen, es sei aber kein Posten frei gewesen. "Dann ist die Entscheidung gefallen, das Ruhestandsverfahren einzuleiten", sagte Golob. Auf Nachfrage betonte er, dass das Innenministerium diese Entscheidung getroffen habe.

Vier Polizisten beteiligt

Die Vorgeschichte: Im April 2006 fuhren drei Polizisten den aus Gambia stammenden Schubhäftling Bakary J. in eine Lagerhalle, nachdem er sich gegen seine Abschiebung aus Österreich gewehrt hatte, und folterten ihn dort. Ein vierter Polizist öffnete ihnen die Tür und verscheuchte einen Zeugen. Alle vier wurden zu bedingten Haftstrafen verurteilt, nur der vierte nach Zahlung einer Geldstrafe letztlich im Polizeidienst belassen.

Dieser vierte Polizist sorgt ebenso für Aufsehen. Denn nicht nur der zukünftige Landespolizeipräsident steht in der Kritik, auch einer der beiden designierten Landesvizepolizeipräsidenten: Karl Mahrer befürwortete heuer die Bewerbung des vierten im Fall Bakary J. verurteilten Beamten für einen sogenannten Dienstführenden-Kurs, der ihm den Aufstieg in die mittlere Führungsebene ermöglicht hätte. Laut Grundböck hielt das Innenministerium die persönliche Eignung des Beamten aufgrund seiner straf- und disziplinarrechtlichen Verurteilung nicht für gegeben. Hier habe es einen "Auffassungsunterschied" mit Landespolizeikommandant Mahrer gegeben. Das Auswahlverfahren für die geeigneten Personen für Führungskurse obliege letztlich aber dem Ministerium.

"Als Leistungsträger profiliert"

Unter Berufung auf einen entsprechenden Mailverkehr berichtete der "Falter", dass sich Mahrer sehr für den betreffenden Polizisten verwendete. Der Genannte habe sich "als Leistungsträger profiliert". Außerdem sei der Fall schon lange her und die Bewährungsstrafe fast getilgt.

Der Wiener Polizei-sprecher Golob bezeichnet diese Causa als eine prinzipielle Frage, "ob man einen Beamten Jahre nach dem Fall in aller Hinkunft von einem Führungskräftekurs ausschließen soll." Der Betreffende sei verurteilt worden, weil er nicht gegen die eigenen Kollegen eingeschritten sei. Er werde nur mehr im Innendienst verwendet, und es hätte auch bei der Zulassung zum Kurs die Einschränkung gegolten, dass er weiter nur im Innendienst ohne Parteienverkehr tätig sei.

(APA)

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34 Kommentare
 
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Also, diese Vorwürfe finde ich gar nicht so arg,

weil es bei der Polizei viel viel ärgere Mißstände gibt.
Das hier ist doch eine Lappaplie.

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Österreich das Parallel-Universum in dieser Galaxie. Die Galaxie IN der Galaxie selbst. Ein Freibrief für ALLES zu haben ist der innerste Wunsch eines Österreichers. ER darf alles. Andere mögen das als "Folter" und und und bezeichnen, aber ER... ER... darf wirklich alles, UND DANN bitte eine Frühpension noch dazu, wie es sich gehört!

Meine erste Begegnung mit der Austro-Faschistoide-Polizei war in 1989, als ich mit wem anderen verwechselt wurde und ins berüchtigte Wachzimmer des Karlsplatz gezerrt wurde. Dort wurde mir -weil den Beamten meine Antwort nicht passte- ein Sackerl über den Kopf gezogen, und dann wurde ich mehrmals mit einem Telefonbuch am Schädel richtig gehaut. (!) DAS ist die Österreichische Polizei in Essenz. Ein Verein zum Teil gestörter (kranker) Gestalten und zum Teil "braven" Beamten, zu brav würde man hier meinen!

Gast: General Schnitzelsemmel
29.08.2012 10:50
2 1

Wie viele Leute sind durch den Dealer "gefoltert" worden, denn was anderes ist es, ein Geschäft damit zu machen, anderer Leute leben zu zerstören und sie in physische und psychische Abhängigkeit zu treiben?

daher: Kein Mitglied mit Drogendealern, egal woher sie stammen.

Antworten Gast: Störrisch...
29.08.2012 12:07
3 1

Kein Mitglied...

...Mitleid meinten Sie...oder?

Frage: Wenn Sie oder Ihre Kinder das Gesetz übertreten...bestehen Sie dann auch auf Folterung?

Re: Wie viele Leute sind durch den Dealer "gefoltert" worden, denn was anderes ist es, ein Geschäft damit zu machen, anderer Leute leben zu zerstören und sie in physische und psychische Abhängigkeit zu treiben?

Herr General, Dealer foltern üblicherweise nicht. Dealer verkaufen Stoff.........

Gast: Master of the Universe
29.08.2012 10:02
5 5

Ich möchte den drei Polizisten meinen Respekt ausdrücken

dafür, dass die die Vereitelung der Abschiebung nicht einfach hingenommen haben. Ich wünschte, alle Polizisten würden so viel Engagement zeigen.

Re: Ich möchte den drei Polizisten meinen Respekt ausdrücken

Das ist ja alles schön und gut, aber doch nicht mit solch extrem kriminellen Methoden.

Das kann sich doch keiner wünschen. Und, das ist auch nicht von der Polizeiführung gewollt. Darüber gibt es doch keinen Zweifel, dass das nicht in Ordnung war.

Antworten Gast: Störrisch...
29.08.2012 12:09
3 1

Re: Ich möchte den drei Polizisten meinen Respekt ausdrücken

...viel Glück für Sie bei der nächsten Gesetzes-Übertretung....habens schon einen pers. Folterknecht Ihrer Wahl?

finde pensionierung mit 42 eine angemessene strafe;ich war übrigens auch sehr böse...(falls ich erst wen foltern muss:darf ich mir ein opfer aussuchen?)


Gast: Alfred
29.08.2012 09:34
0 1

Mit 43 in Pension - als Polizeibeamter


„Eine österreichische Wirtschaft“

Frühpensionierung, Freunderlwirtschaft


Gast: tc_t
29.08.2012 08:48
4 0

ich seh da kein kein problem....

das einzige problem sind die meldungen unser berufsgutmenschen

Antworten Gast: Störrisch...
29.08.2012 09:10
0 4

Berufsgutmenschen...

...sind das jetzt die, die Folter gutheissen?

Eine Frage dazu noch an Sie...Folter nur bei anderen gut, oder wollen Sie das für sich selbst und auch für Ihre Familie, weil eh supa?

Sie haben eh einen Vormund oder?

Antworten Antworten Gast: tc_t
29.08.2012 10:03
3 1

Re: Berufsgutmenschen...

ich sehe zwar keine folter.... aber anscheinend finden sie es normal, dass personen, die in dieses land kommen, weil sie angeblich verfolgt werden, hier tun und lassen können was sie wollen! und dabei noch der meinung sind, es ist unsere pflicht sie (nicht nur mit geld) zu unterstützen.

also denke ich wenn schon vormundschaft für jemanden, dann für sie! denn sie sind es, denen wir solche zustände zu verdanken haben...

Antworten Antworten Antworten Gast: Störrisch...
29.08.2012 12:16
0 1

Re: Re: Berufsgutmenschen...

Foto:

http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/2260384/fall-bakary-j-zwei-polizisten-entlassen.story

Zitat "Kleine Zeitung": ...Die vier involvierten Polizisten hatten dem Gambier umfangreiche Frakturen von Jochbein, Kiefer und Augenhöhle zugefügt...

Sie melden sich also freiwillig, falls noch mehr Polizisten sadistisch veranlagt sind....sehr gut & danke


Re: Re: Berufsgutmenschen...

vielen Dank für die Klarstellung. Eine Scheinhinrichtung+Anfahren mit einem Auto+blaugeschlagene Augen sind keine Folter. Selber Schuld, nicht wahr? Was kommt er auch nach Österreich. Ich denke, SIe brauchen doch einen Sachwalter....

Gast: schwarzseher
29.08.2012 08:35
0 0

beamte

beamtentum, pragmatisierung abschaffen.

Gast: hellomarylou
29.08.2012 05:54
2 1

die wahlwerbung für die blauen

berührt mittlerweile schon alle themenkreise - oder ist es einfach nur blinder hass...

Gast: friedhofsgärtner
28.08.2012 21:52
1 2

ja , die Beaaamtinnen und die Beaaamten

haben so ihre Tücken. Und allen jenen, die das lustig finden, wie die mit diesem Menschen umgesprungen sind , ist zu wünschen, dass ihnen das nie passiert, obwohl........

Gast: bad_lieutenant
28.08.2012 21:27
8 2

Na wenns der Falter schreibt

Auch wenn die Falter-Schreiberlinge hundert mal wie's Rumpelstielzchen um's Feuer hüpfen, es gibt KEINE DOPPELBESTRAFUNG oder lebenslange Ächtung ! Die Gerichtsverfahren sind beendet, die Disziplinarverfahren sind abgeschlossen, der hoffentlich Ex-Drogendealer darf zur Freude aller in Österreich bleiben - und "aus is mit der Supergschicht !"
Der Rest ist kein Skandal, sondern nur noch Falter-Blabla, gepaart mit anonymen Vorwürfen im Zuge der Posten-Neubesetzungen im LPK-Wien !!!

Antworten Gast: Störrisch...
29.08.2012 09:02
0 2

Wer verlangt eine Doppelbestrafung?

..aber wissentlich kranke Sadisten (fragens einen Psychologen, was der über Menschen sagt, die gerne bei Folter zusehen!) auf die Bevölkerung loszulassen, ist ein Skandal!

Sie haben noch nie gegen das Gesetz verstossen? Schon gell....hm, Sie daraufhin zu Foltern, wäre Ihnen das genehm?

Ihr Posting ist bedenklich...sehr!

Re: Wer verlangt eine Doppelbestrafung?


Auf die Bevölkerung loslassen?

Falsch!

Die Bevölkerung vor einemDrogenhändler schützen?

Richtig!


Antworten Antworten Antworten Gast: Störrisch...
29.08.2012 12:22
1 1

Ich deute das als ja...

...also alle, die gegen Gesetzte verstossen, sollten gefoltert werden dürfen?


2 1

...

Konnte man die Aufdecker nicht verhaften, psychiatrisieren und bestechen? Wie man das sonst immer macht. Was ist mit den anderen zig Opfern, die schlechter als dort wo sie herkommen behandelt werden und wo die "Hilfestellen" sich blind, dumm und taub stellen und sich beidhaendig Foerdermittel einstecken dafuer!

Das kann uebrigends jeder feststellen: Einfach etwas aus dem TV anzeigen, der ORF sendet mind 30 strafbare Dinge pro Woche.

Gast: Herr Esel
28.08.2012 20:45
5 0

Aktenfälscher und Betrüger sitzen im Innenministerium


Tagesordnung in Österreich

Gast: Master of the Universe
28.08.2012 18:51
18 3

Skandalös finde ich in erster Linie,

dass Bakary J. noch immer in Österreich ist.

1 0

Re: Skandalös finde ich in erster Linie,

Vor allem wo es doch hier so unsicher ist !!!

 
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