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Polizeichefs von Landesfürsten Gnaden

29.08.2012 | 18:27 |  KLAUS STÖGER (Die Presse)

Bei der Auswahl der neuen Landespolizeidirektoren und ihrer Stellvertreter spielten die Landeshauptleute eine große Rolle. Nur eine Frau unter den neuen Spitzen.

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Wien. Am Ende ging alles ganz schnell: Anfang der Woche tagten die Personalvertreter, wenige Stunden später standen die Namen der neuen Landespolizeidirektoren und ihrer Stellvertreter fest. Sie werden morgen, Freitag, von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) in ihr Amt eingeführt. Dienstantritt ist dann am 1.September. Einen großen Einfluss auf die Bestellungen hatte die Landespolitik in den Bundesländern: Bei den neuen Chefs musste das Einvernehmen mit dem jeweiligen Landeshauptmann (in Salzburg mit der Landeshauptfrau) gesucht werden.

In Wien stand Polizeipräsident Gerhard Pürstl bereits fest, sein Posten wurde nicht ausgeschrieben. Seine beiden Stellvertreter sind die bisher als Pürstl-Vize agierende Michaela Kardeis sowie Landespolizeikommandant Karl Mahrer. In Niederösterreich machte Sicherheitsdirektor Franz Prucher das Rennen, als Stellvertreter sind Vize Rudolf Slamanigund Landespolizeichef Franz Poppvorgesehen. In Oberösterreich kommt der nicht unumstrittene ÖVP-nahe Andreas Pilsl, einst Mitarbeiter von Ex-Innenminister Ernst Strasser, zum Zug. Der bisherige Sicherheitsdirektor Alois Lißlwird Stellvertreter, als weiterer Vizechef amtiert Erwin Fuchs aus der Linzer Polizei.

Parteitaktik dürfte es bei den Salzburger Bestellungen gegeben haben: Landespolizeidirektor wird Franz Ruf, der als ÖVP-nah gilt. Er bekommt mit Arno Kosmata einen „roten“ Stellvertreter: Kosmata ist SP-Landtagsabgeordneter, Sicherheitssprecher und Bezirksvorsitzender der SPÖ Pongau. Dienstlich hat Kosmata seine Heimat im Pinzgau, wo er zuletzt Bezirkspolizeikommandant war. Burghard Vouk vom Verfassungsschutz wird weiterer Stellvertreter von Ruf.

 

„Geheimdienst“ umgibt Niessl

In Tirol steht künftig Landespolizeikommandant Helmut Tomacan der Spitze. Er hat maßgeblich an der Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie mitgewirkt, zudem arbeitete er im Kabinett der Ex-Innenminister Günther Platterund Maria Fekter. Seine Stellvertreter werden Norbert Zobl und Edelbert Kohler. In Vorarlberg hatte sich nur Sicherheitsdirektor Hans-Peter Ludescher beworben, Landespolizeichef Siegbert Denzund Walter Filzmaier aus der Sicherheitsdirektion agieren als Stellvertreter.

In Kärnten wird mit Michaela Kohlweiß die einzige Frau an der Spitze einer Landespolizeidirektion stehen. Als Vize-Chefs kommen Albert Slamanig und Wolfgang Rauchegger zum Zug. In der Steiermark wechselt Sicherheitsdirektor Josef Klamminger auf den neuen Chefposten, Stellvertreter werden der Grazer Polizeichef Alexander Gaisch und Cobra-Offizier Manfred Komericky.

Hans-Peter Doskozil, zuletzt Büroleiter von Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), aber ausgebildeter Polizist, wird Polizeidirektor im Burgenland (Stellvertreter: Werner Fasching und Christian Stella). Für Erstaunen sorgt indes der Nachfolger Doskozils: Niessl holt sich mit Ronald Reiter, dem Chef der burgenländischen Verfassungsschützer, einen weiteren „Geheimdienstler“ ins Büro. Dort werkt nämlich schon Peter Dopler, einst Agent im Heeresabwehramt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.08.2012)

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20 Kommentare
Gast: ökono-mist
02.09.2012 11:01
0 0

1934?


Unter dem Eindruck dieses Zeitungsartikels ziehe ich meine Kritik am vom burgenländischen Landeshauptmann jüngst vorgeschlagenen Pendlergeld zurück.

Ich weiß, daß ich da sehr unachtsam war, aber es war ganz bestimmt nicht bös' gemeint.
Ich hoffe, der Herr Landeshauptmann ist mir deswegen nicht allzu gram; der Artikel wurde glücklicherweise ohnehin relativ rasch ins Archiv verräumt - und beim nächsten Mal schlucke ich meine Meinung ganz bestimmt hinunter...

Gast: tribe
29.08.2012 20:01
3 0

bin fassungslos,

wie selbverständlich über diese "postenschacher-vettern-paddeibuch-sauwirtschaft"berichtet wird.man kann nur noch auswandern,österreich ist vor die säue gegangen.

Antworten Gast: Nepomuk
30.08.2012 13:23
1 0

Zum Kotzen


Ich musste vor kurzem am Rathausplatz in Wien, an einem Stehtisch das kulinarische Angebot geniessend, meinen beiden Stehtisch-Nachbarn beim Gespräch zuhören.

Die beiden Polizisten unterhielten sich ungeniert über ihre nächsten geplanten Karrierschritte unter Mithilfe eines bekannten hohen Polizieibeamten (mit parteipolitischen Kontakten zur Ministerin).

So bringt man den Staatsbürger beim Essen zum Kotzen.



0 0

Re: bin fassungslos,

Eher von korrupten Porks regiert .

"Die Landeshauptleute hatten bei den Bestellungen mitzureden."

No - na! Wie sonst hätte die Reform im Zeitraum von ein paar Wochen beschlossen werden können? ;-)

7 0

haha

In Wien ganz einfach zu erklären.
Pürstl: Rot. Daher ist Häupl zufrieden.
Mahrer und die sogenannte Quotenfrau schwarz, ein Umstand den das BMI freut.
Qualifikation...ich bitte sie?? Lächerlich. Mahrer ist einer der größten Wendehälse die es gibt. Nur so schafft er den Spagat es den Landeshauptmann und der Ministerin recht zu machen. Ein K.....Brocken.

Gast: schwarzseher
29.08.2012 16:55
0 0

banane

bananenrebublik österreich.

Frage:

"Nur eine Frau ist unter den neuen Polizeidirektoren und Stellvertretern."

Inwieweit ist das bitte relevant???

Schlimm genug, dass Posten offensichtlich nach Parteiproporz besetzt werden, da brauchen wir nicht auch noch irgendwelche Quotenfrauen, die noch weniger können!

Liebe Presse-Redaktion: ich würde Ihnen dringend anraten, sich von dem Gender-Mainstreaming-Fetisch zu verabschieden - diesen Markt deckt die lachsrosa Konkurrenz schon ab, und die Auflagenzahlen sprechen eine deutliche Sprache.

Antworten Gast: frau
29.08.2012 18:20
0 5

Re: Frage:

nicht füüürchten, wir schneiden euch schon nix ab.

Re: Re: Frage:

Try me.

1 1

Re: Re: Frage:

uii - samma heut witzig?

Kann mir das bitte jemand erklären?

Ich gehe als Laie davon aus, dass ein Landespolizeidirektor genauso wie alles "darunter" ausschliesslich der Exekution geltenden Rechts verpflichtet ist.
Was also hat die Legislative bei der Bestellung dieser Personen zu schaffen? Welches Argument kann es dafür geben, dass das den jeweiligen LH auch nur irgendwie berührt?

Oder anders ausgedrückt: Jeder LH, der diesen Vorgang auch nur im Entferntesten beeinflusst, gibt damit implizit zu verstehen, dass er/sie kein Interesse an der ordnungsgemässen Verfolgung/Aufklärung von Straftaten hat.

Nicht, dass mich das wundert. Eher, dass das so offen zugegeben wird.

Antworten Gast: hermannar
29.08.2012 19:41
1 0

Re: Kann mir das bitte jemand erklären?

ein landeshauptmann ist genauso mitglied der exekutive. die legislative übt der landtag aus

Re: Re: Kann mir das bitte jemand erklären?

Danke für diese Korrektur. Hab ich natürlich übersehen. Nur gilt das ja für die gesamte Landesregierung.
Was meine Frage wirklich beantwortet - und (leider) eine Unabhängigkeit der Exekutive von politischer Einflussnahme auch theoretisch unmöglich macht, oder? (ernsthafte Anschlussfrage)

Antworten Gast: Joe Walker
29.08.2012 17:15
1 0

Re: Kann mir das bitte jemand erklären?

es ist einfach nicht zu fassen..
statt einen kritischen Artikel zu dieser endlosen Postenschacherei zu bringen,wird dieser unhaltbare Zustand
noch schön geschrieben.
Es ist dann letztlich egal wer diese Position bekommt-einzige voraussetzung ist ja nur das Parteibuch
shame over this country
sozusagen die Hilfssheriffs der LH..Gewaltentrennung nix wissen

Gast: General Schnitzelsemmel
29.08.2012 15:21
1 0

Die Landeshauptleute hatten mitzureden...

was soll man da noch erwarten?

Früher nannte man so etwas Günstlings-bzw Vetternwirtschaft, und es war (zumindest in zivilisierten Ländern) eigentlich strafbar und verpönt.

Gast: Irgendwo in Österreich
29.08.2012 15:15
1 0

Ein Landespolizeidirektor sieht am Schaufenster einer Tierhandlung einen Jungen, der mit dem Zeigefinger langsam die Scheibe hoch- und runter fährt. "Was machst du da?" fragt der Landespolizeidirektor.

"Sehen Sie, Herr Polizeidirektor" sagt der Junge, "Sie müssen ganz genau hingucken. In dem Aquarium hinter der Scheibe sind Fische. Wenn ich mit dem Finger an der Scheibe hoch- und runterrutsche, folgen die Fische meinem Finger nach. Weil eben Organismen mit höherer Intelligenz den Organismen mit niederer Intelligenz ihren Willen aufzwingen." Sprach er und ging.
Nach einer Stunde kommt der Junge wieder vorbei. Starr steht der Landespolizeidirektor vor der Scheibe, öffnet den Mund zu einem schmalen Oval, verharrt einen Moment, schließt den Mund, entspannt und beginnt von neuem!

Der übliche Proporz-Poker...


....Parteibuch sticht Qualifikation.

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OHNE die LH passiert nix, nit dass die dann gegen die eigenen leute richtig ermitteln oder UNangenehm werden könnten! also der LH sorgt schon dafür dass "freunderl" die position bekleiden. ein sittenbild in dieser kleinen korrupten republik, voller erlauchten titelbefüllten witzfiguren!

vorschlag: KOMPETENZ und QUALIFIKATION (beide FREMDwörter in Österreich und vor allem in der politik und in den vielen vielen Ämtern) sollte vorrang haben, nicht diese ewige "paddeibuch" und farbenlehre-mentalität der österreicher, oder diese peppi-seppi-michi-koarli-maria-resi-mentalität das wie ein degeneriertes abbild dieser nation schon überall hängt!

"Nur eine Frau ist unter den neuen Polizeidirektoren und Stellvertretern"

NA UND, KANN PASSIEREN BEI OBJEKTIVER AUSWAHL:
Dieser Satz ist der "Presse" nicht würdig....