Einen getöteten Seeadler hat ein Spaziergänger kürzlich am Ortsrand von Rabensburg im Weinviertel gefunden. Es Das Tier wurde mit dem eigentlich seit 2008 EU-weit verbotenen Pestizid Carbofuran vergiftet. Das berichtet die Umweltschutzorganisation WWF. Die unter strengem Artenschutz stehenden Greifvögel fallen den offensichtlich immer noch gehorteten Lagerbeständen des Nervengifts aber nach wie vor zum Opfer. Es ist schon der dritte derartige Fall im Weinviertel binnen weniger Monate. Am 4. März wurde in Ringelsdorf, zehn Tage später in Loidesthal (Gemeinde Zistersdorf) jeweils ein vergifteter Seeadler gefunden. Das Landeskriminalamt nimmt nun die Ermittlungen auf, berichtet der WWF.
"Illegale Abschüsse und Vergiftung sind derzeit das größte Problem für die Wiederausbreitung des Seeadlers in Österreich," stellt Christian Pichler, Leiter des WWF-Seeadler-Schutzprogramms, fest. Dabei würden diese klar die internationalen Schutzbemühungen für den Seeadler torpedieren. Der WWF und der Niederösterreichische Landesjagdverband hoffen, den Täter bald auszuforschen. Ihm drohen bis zu zwei Jahre Haft.
Ein Weinviertler, der vor wenigen Wochen bereits ermittelt wurde, muss mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe, Entzug der Jagdkarte und einer Geldstrafe rechnen, da er über Jahre hinweg Schlageisen zur Verfolgung von Greifvögeln eingesetzt hatte.
Insgesamt sind im Weinviertel seit 2007 elf See- und Kaiseradler illegal getötet worden - mehr als irgendwo sonst in Österreich. Peter Lebersorger von der Zentralstelle der Landesjagdverbände zeigte sich betroffen: "Der Landesjagdverband hat in den letzten Jahren sehr viel Aufklärungsarbeit im Weinviertel geleistet und zahlreiche Schutzbemühungen für die See- und Kaiseradler unterstützt. Leider lassen sich manche Personen dennoch nicht von ihrem illegalen Handwerk abhalten."
(APA/red.)
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