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Wiener Weinernte 2012: Früh, gut, viel

06.09.2012 | 17:30 |  Von GERHARD BITZAN (Die Presse)

Während das Weinviertel große Einbußen hinnehmen muss, kann Wien mit einer Top-Ernte rechnen. In Wien habe es wenig Frost gegeben und auch wenig Hagel. Der Gemischte Satz rückt in der Beliebtheit immer weiter vor.

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Wien. In einigen Weinbaugebieten Österreichs wurde schon mit der Weinlese begonnen, kommende Woche starten die meisten Winzer die Hauptlese. Und entgegen früheren Befürchtungen wird die Ernte mengenmäßig und qualitativ gut. Zumindest in Wien. „Im Weinviertel gab es im Mai schwere Frostschäden mit riesigen Ausfällen. Von 30 Hektar sind dort 27 abgefroren“, erzählt Herbert Schilling, Winzer in Wien-Strebersdorf und zugleich Chef des Wiener Landesweinbauverbandes. Auch in anderen niederösterreichischen Regionen habe es schwere Schäden durch Frost und Hagel gegeben, was insgesamt für Österreich eine „unterdurchschnittliche“ Weinernte erwarten lässt. Nämlich nur 2,2 Mio. Hektoliter statt der durchschnittlichen 2,6 Mio. Hektoliter.

In Wien habe es wenig Frost gegeben und auch wenig Hagel. Daher sei hier – aber auch in der Steiermark – eine sehr gute Ernte zu erwarten. „Zucker brauchen wir jedenfalls heuer keinen“, meint der Wiener Weinbauernvertreter.

Warmer Juni, viel Regen im Juli

Aber auch andere Wiener Winzer sind ob dieser Entwicklung erfreut. „Die Weinernte heuer wird sehr früh, in ausreichender Menge und in sehr guter Qualität“, freut sich Alexander Skoff, der Önologe beim Weingut Zahel in Wien-Mauer. Regen und warme Temperaturen im April und Mai sowie ein warmer Juni würden die besten Voraussetzungen für Spitzenwein bieten, ergänzt sein Onkel Richard Zahel, der mit Skoff gemeinsam das Liesinger Traditionsweingut führt. Dass der Juli zum Teil sehr verregnet war, sei kein Nachteil gewesen. „Das Wasser haben die Reben dringend benötigt.“

Das Zahel-Weingut startet heuer neu durch – diesmal alleine. Denn bis Ende vergangenen Jahres war Richard Zahel Mitglied bei einer exklusiven Wiener Winzervereinigung, der Gruppe Wien-Wein, die 2006 gegründet wurde und jetzt, seit dem Abgang Zahels, aus fünf in Wien angesiedelten Edelwinzern besteht. Als Gründe nannte Zahel damals zu viel Verwaltung in der Winzervereinigung und zu wenig Aktionen. „Die Entscheidung bereue ich nicht“, sagt Zahel jetzt zur „Presse“. Er habe andere Vorstellungen gehabt und könne diese nun besser durchführen. Die Kontakte zu seinen Ex-Kollegen von Wien-Wein seien aber nach wie vor gut.

Eine dieser neuen Vorstellungen ist etwa die Vermarktung von Weinsorten mit dem eigenen Namen. „Damit zeigen wir dem Konsumenten die Unverwechselbarkeit unserer Produkte“, sagt Zahel. Das zeigt sich besonders am Gemischten Satz, jenem Wein, der in den vergangenen Jahren von der Wien-Wein-Gruppe forciert wurde und mittlerweile zu einem trendigen Wein avanciert ist. Zahel betont, dass sein Weingut mit 150.000 Flaschen Produktion schon nationaler Marktführer beim Gemischten Satz sei.

Künftig wird der Winzer „Zahels Gemischten Satz“ verkaufen. Gut laufe auch der in Schönbrunn produzierte Gemischte Satz. Vor allem in Japan, aber auch in Amerika wird dieser spezielle „Schlosswein“ in der Spitzengastronomie angeboten und lässt sich auch gut verkaufen. „Der Gemischte Satz Schloss Schönbrunn wurde ein richtiger Exportschlager“, so Richard Zahel.

Zahel-Spitzenwein um 150 Euro

Die Exportquote des Betriebs beträgt derzeit 35 Prozent, künftig sollen aber noch mehr Weine aus Mauer in Kanada, Amerika und vor allem am asiatischen Mark landen. Neben Japan wird verstärkt China ins Visier genommen. Dort will Zahel eine neue Kreation mit Namen „Five Points“ in die Spitzenrestaurants bringen: Gemischter Satz von den fünf besten Lagen Wiens (Bisamberg, Nussberg, Sievering, Oberlaa und Mauer) wird sozusagen zum „Über-Satz“. Die Kosten lassen sich aber auch sehen: 150 Euro kostet die Bouteille.

Auf einen Blick
Die Weinernte 2012 soll vor allem für das Weinbaugebiet Wien eine sehr gute werden. Während es im Weinviertel aufgrund starker Fröste im Mai riesige Ernteausfälle gibt, können die Wiener Winzer mit einer Top-Ernte rechnen. Die Hauptlese soll kommende Woche beginnen. Die Wiener Winzer setzen verstärkt auf die Produktion des Gemischten Satzes.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.09.2012)

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2 Kommentare
Gast: Michi, Vassi, Renate...die 3 von der Rasthaus-Blankstelle!
06.09.2012 22:19
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Wiener Weinernte 2012: Früh, gut, viel.....

..endlich einmal eine pute Nachricht!
be.es: es ist gut zu wissen, dass in Wien etwas wächst, wo man der Realität entweichen kann!

Gast: Milch Mädchen
06.09.2012 21:52
0 0

Was haben Bauern und Hoteliers gemeinsam?

zuerst über eine Missernte (-saison) jammern und dann über ein Rekordsaison berichten.

UND: KEINE Steuern zahlen!!

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