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Fahrgastzahl in Nacht-U-Bahn verdreifacht

07.09.2012 | 18:45 |  KÖKSAL BALTACI (Die Presse)

Die meisten Fahrgäste wurden 2011 in der Silvesternacht (rund 145.000 Fahrgäste) gezählt. In Wien gibt es 1000 Taxis zu viel, beklagt Innungsobmann Gerzabek.

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Wien. Zwei Jahre sind vergangen, seit am ersten Septemberwochenende 2010 die Nacht-U-Bahn in Betrieb gegangen ist. Mit der Einführung begannen auch die Klagen der Taxifahrer, die sich über dramatisch sinkende Kundenzahlen beschwerten. Zu Unrecht, wie Christian Gerzabek, Fachgruppenobmann in der Wiener Wirtschaftskammer, im Gespräch mit der „Presse“ betont. Durch die Nacht-U-Bahn habe es weder einen nennenswerten Rückgang noch einen Anstieg des Taxigeschäfts in Wien gegeben.

„Es kann schon sein, dass einzelne Unternehmer durch günstig gelegene Standplätze davon profitiert haben und andere wiederum Umsatzeinbußen verkraften mussten“, so Gerzabek. „Aber im Großen und Ganzen hat der Nachtbetrieb der U-Bahn keinen wesentlichen Einfluss auf das Fahrgastaufkommen bei Taxis.“

Wenn überhaupt, dann seien am ehesten noch die weniger flexiblen Autos ohne Funk (etwa die Hälfte alles Taxis) betroffen. Aber auch bei ihnen seien viele Beschwerden aufgrund der Fahrtenbücher kaum nachvollziehbar.

Gerzabek: „Die Rede ist von vier, fünf Stunden in den Nächten an Tagen, die ohnehin die umsatzstärksten in der Woche sind. Auch vor 2010 fuhr die U-Bahn bis Mitternacht und dann wieder ab fünf Uhr, was soll sich da dramatisch verändert haben?“ Aber das Jammern sei nun einmal des Kaufmanns Gruß. „Und jede Laus, die beißt, ist unangenehm.“

Anstatt die Schuldigen für Umsatzrückgänge woanders zu suchen, wäre es aus seiner Sicht sinnvoller, über die Anzahl der Taxis in Wien nachzudenken, so der Innungsobmann. „In Wien gibt es derzeit 4600 Taxis, das sind um mindestens 1000 Taxis zu viel.“ In Hamburg beispielsweise, einer Stadt mit vergleichbaren Verhältnissen, gebe es nur 3600 Taxis. Dort sei das Gewerbe im Gegensatz zu Wien gesund.

 

49.000 Fahrgäste täglich

Ihr zweijähriges Jubiläum feierten die Wiener Linien am vergangenen Freitag und Samstag traditionell mit dem „Nightride“-Fest in 45 Lokalen, Clubs und Diskotheken in der ganzen Stadt. Insgesamt 54.000 Gratistickets – die zugleich auch als Eintrittskarten in die Locations dienten – wurden dafür ausgegeben. Seit Inbetriebnahme der Nacht-U-Bahn hat sich die Fahrgastzahl im Nachtbetrieb verdreifacht. Inklusive der Nachtbusse verzeichneten die Wiener Linien insgesamt 15 Millionen Fahrgäste. Im Durchschnitt sind in der Nacht auf Samstag, Sonn- und Feiertag rund 49.000 Menschen in Nacht-U-Bahnen unterwegs. Das sind um 50 Prozent mehr, als vor dem Start erwartet wurde.

Die meisten Fahrgäste wurden 2011 in der Silvesternacht (rund 145.000 Fahrgäste) gezählt. Die am stärksten frequentierten Linien sind die U4 sowie die U3 mit etwa 12.000 bzw. 11.000 Fahrgästen pro Nacht. 2012 wird die U-Bahn in insgesamt 115 Nächten durchgehend (in 15-Minuten-Intervallen) unterwegs sein. Die Nacht-U-Bahn erschließt das gesamte Wiener U-Bahn-Netz mit 101 Stationen auf allen fünf Linien.

Eingesetzt werden ausschließlich videoüberwachte Züge. Außerdem sind im ganzen Netz sogenannte Nightliner unterwegs – Sicherheitskräfte, die auf die Einhaltung der Hausordnung achten und in ständigem Kontakt mit der Exekutive stehen – mit Erfolg, wie die Polizei betont. Sowohl die Anzahl der Anzeigen als auch die der Festnahmen habe sich in den ersten beiden Jahren in Grenzen gehalten.

Zu den Zahlen: Insgesamt wurden seit der Einführung der Nacht-U-Bahn 972 Festnahmen verzeichnet, 268 davon im laufenden Jahr. Anzeige erstattet wurde in Summe 3877-mal (2012: 1429-mal), davon 409-mal nach dem Suchtmittelgesetz (2012: 129-mal). „Identitätsfeststellungen“ (einfache Personenkontrollen) gab es seit September 2010 insgesamt 19.737, seit Jahresbeginn 5721.

Auf einen Blick

Nachtbetrieb. Seit Einführung der Nacht-U-Bahn vor zwei Jahren hat sich die Fahrgastzahl verdreifacht. Inklusive der Nachtbusse wurden bisher insgesamt 15 Millionen Fahrgäste verzeichnet.

Taxis. Laut Christian Gerzabek, Fachgruppenobmann in der Wiener Wirtschaftskammer, haben die Taxis nicht darunter gelitten. Er weist auf ein anderes Problem hin: In Wien gebe es um mindestens 1000 Taxis zu viel.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2012)

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36 Kommentare
 
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Gast: bergziege
09.09.2012 17:29
1 0

Eine wichtige Information

für alle, die es vorziehen die Nacht zum Schlafen zu nützen!

Die letzten natürlichen Feinde des Menschen...

... sind Kellner und Taxifahrer.

die taxler sind mir wurscht!!!!

die verlangen eh genug geld für ihre dienstleitungen!

und da die meisten von ihnen eh kein akzentfreies deutsch können ist mir deren finanzielles schiksal reichlich wurscht!

1 2

Re: die taxler sind mir wurscht!!!!

Mit Navi könnte auch ein Affe fahren.

Wenn ich ein Taxi hätte, hätte ich auch keinen Taxifunk. Da ist weniger Geschäft noch immer mehr Gewinn.

Gast: einbetroffener
09.09.2012 03:01
5 0

Gerzabek

Dass Gestalten, wie ein "Herr" Gerzabek in diesem Forum überhaupt Erwähnung finden, wundert. Offensichtlich gelingt es den Proponenten der Wirtschaftkammer doch immer wieder, das wahre Gesicht iher Obleute zu verbergen. Gerzabek verfügt über eine Tiefgarage in einer Gartensiedlung, die niemand anderem als einem Baureferenten genehmigt worden wäre. Wem wunderts, wäre er nicht als Funktionär der ÖVP Baufreferent des 13. Bezirks. Ist in dieser Garage zu wenig Platz, so stellt man halt seine Taxis vor die Eingänge der Nachbargrundstücke. Äußert jemand Unmut, so wird umgehend gedoht.

ÖVP - wohin bist du gekommen ? Dein Wirtschaftsproletariat erreicht bereits das Niveau der Häupl-Anhänger.

Gast: g0uest
08.09.2012 23:07
1 0

Warum lese ich immer Nackt-U-Bahn?

zu viele Krone gelesen?

Gast: Zug fährt nicht ab
08.09.2012 19:55
2 2

Die U3 und U4 kann ich nicht kontrollieren

aber wenn ich aus dem Fenster auf die U6 sehe, fahren jedenfalls ab Meidling Richtung Siebenhirten nur noch Geisterzüge. Es ist jedenfalls ein bewährter roter finanzieller Wahnsinn alle 15 Minuten einen 4 Wagen Zug in dieser Nacht Zeit, Kilometer raufdrehen zu lassen.Von der Gegenrichtung wollen wir gar nicht erst mehr reden. Jedenfalls wissen jetzt alle die nach der Nacht U-Bahn geschrien haben, warum sie so viel bezahlen. Bald aber noch viel mehr.

"roter finanzieller Wahnsinn"

Na was jetzt? Maulen über mangelndes Demokratieverständnis, zu wenige Abstimmungen u. dergleichen oder ablästern über sinnlose Ausgaben.

Die Nachtubahn ist im Zuge einer Befragung (entgegen der SPÖ-Suggestivfrage) durchgesetzt worden.

Für diesen 'Wahnsinn' sind in dem Fall nur die Teilnehmer der Umfrage verantwortlich!

Antworten Gast: ido
09.09.2012 01:00
0 0

Re: Die U3 und U4 kann ich nicht kontrollieren

Von Philadelphiabrücke bis Siebenhirten fahren die U-Bahne auch tagsüber mit einem Bruchteil der Auslastung, wie in die Gegenrichtung. Warum sollte das nachts anders sein? Die U-Bahn bis Philadelphiabrücke ist jedenfalls regelmäßig recht voll, und die U1 bis Reumannplatz auch - also hier von finanziellem Wahnsinn oder sonstigem Unfug zu reden ist uninformiert, und sonst nichts.

Antworten Antworten Gast: Zug fährt nicht ab
09.09.2012 09:23
0 0

Re: Re: Die U3 und U4 kann ich nicht kontrollieren

Nach ihrer Ansicht wären U- Bahnen die tagsüber schon nicht ausgelastet sind, in der Nacht schon gar nicht gerechtfertigt.
Sie werden sich noch wundern, die griechische Zahnlücke hat nämlich für die U-6 noch zusätzlich neue 5 Garnituren bestellt. Die ab nächstes Jahr geliefert und eingesetzt werden und die Zugsfolge noch weiter verkürzen sollen. Damit will sie ihrer vermeintlichen Klientel, die zwischen Floridsdorf und Philadelphiabrücke wohnt entgegen kommen. Sie sehen also, der finanzielle Wahnsinn und Unfug ist doch rotzgrüne Methode.

Re: Re: Die U3 und U4 kann ich nicht kontrollieren

Dazu passt die populistische Forderung der ÖVP die U-Bahn bis Klosterneuburg und andere Umlandgemeinden zu verlängern, auf Kosten der Gemeinde Wien, der man dann wieder Verschwendung vorwerfen kann.

Antworten Gast: nina blum
08.09.2012 22:53
0 0

Re: Die U3 und U4 kann ich nicht kontrollieren

Ogottogott!
In welcher Gegend wohnen Sie?
Hinterm Auto-Metzger????
Uiuiuiui!

Antworten Antworten Gast: Zug fährt nicht ab
09.09.2012 09:07
0 0

Re: Re: Die U3 und U4 kann ich nicht kontrollieren

Nein, an der Peripherie zwischen Gärten.
Wo wohnen Sie, zwischen Häuser Schluchten? Uiiii jegerl !

Re: Die U3 und U4 kann ich nicht kontrollieren

"4 Wagen Zug":
Damit schrammen Sie knapp am Analphabetismus vorbei. Oder finden Sie "Vier-Wagen-Zug" anstößig?

Antworten Antworten Gast: Zug fährt nicht ab
09.09.2012 09:10
0 0

Re: Re: Die U3 und U4 kann ich nicht kontrollieren

Haben Sie sonst zum Thema noch etwas zu sagen, Herr Oberschulmeister ?

Gast: Besucher
08.09.2012 19:54
4 0

Gast

Bei den Taxipreisen wundert das niemanden.

Gast: xxxx
08.09.2012 15:48
0 7

Toll, die Nacht-U-Bahn! Jetzt können die Blauen auch am Wochenende rund um die Uhr die U-Bahn vollspeybn!

Supi!

Gast: GRÜNER KAKTUS
08.09.2012 14:59
1 8

Und Schwarzblau schaut wieder wie der Ochs vorm geschlossenen Scheunentor!

Man muss halt flink sein und gscheit, dann hat man bei den WählerInnen Erfolg!

Antworten Gast: Martin_S
08.09.2012 23:13
3 0

Re: Und Schwarzblau schaut wieder wie der Ochs vorm geschlossenen Scheunentor!

..Und wieder vergessen: Die Nacht-U-Bahn haben die (jungen) Schwarzen gefordert!

5 1

„Aber im Großen und Ganzen hat der Nachtbetrieb der U-Bahn keinen wesentlichen Einfluss auf das Fahrgastaufkommen bei Taxis.“

Scherzerl, welchem man auch noch glauben soll `?!

Diese Nacht-U-Bahn samt Bewachung kostet dem Steuerzahler viel Geld, welches anderswo dringlicher gebraucht wäre, und den wenigsten Bürger wirklich zugute kommt !

Zudem gibt es wohl "zu viele" Taxis, aber nur wegen der Einfaltslosigkeit und fehlender Kontrolle (Taxischein) seitens der Innung, welche zu oft seltsamster Irrfahrten (Wienzeigerunden) führen.

"einfaltslos" ist Herr Gerzabek sicher nicht,

eher einfallslos.
Er könnte auch den Ausbau der ASTAX-Taxis fordern, das wäre in manchen entlegeneren Gebieten eine große Hilfe und würde auch manchem Taxler wieder mehr Einkommen bringen.

Antworten Gast: GRÜNER KAKTUS
08.09.2012 15:46
0 5

Re: „Aber im Großen und Ganzen hat der Nachtbetrieb der U-Bahn keinen wesentlichen Einfluss auf das Fahrgastaufkommen bei Taxis.“

Die Wiener Linien sind ein Privatunternehmen.
Da kommt kein Steuergeld rein.

1 0

Re: Re: „Aber im Großen und Ganzen hat der Nachtbetrieb der U-Bahn keinen wesentlichen Einfluss auf das Fahrgastaufkommen bei Taxis.“

wenn es ein "privatunternehmen" ist, wie kommt es dass die politik die preise bestimmt (jahreskarte... um €1 am taaaag... bla bla bla), alle eine u-bahnbau bla bla abgabe leisten müssen, und die wiemer linien zu 100% in roten händen ist???

depp!

Antworten Antworten Gast: Martin_S
08.09.2012 23:14
2 0

Re: Re: „Aber im Großen und Ganzen hat der Nachtbetrieb der U-Bahn keinen wesentlichen Einfluss auf das Fahrgastaufkommen bei Taxis.“

HAHAHAHA - DER war gut! Die wären ja schon längst pleite, wenn die kein Steuergeld bekommen würden..

> nightliner < ??

waste watcher, park sheriffs ...
wer ist im Rathaus für diese komischen pseudo-englischen Namen verantwortlich?
soll das etwa witzig wirken wollen?

Antworten Gast: name.seeker
09.09.2012 10:24
1 0

Re: > nightliner < ??

wahrscheinlich die urban name searcher im rathaus.

 
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