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Studie: Österreichs Jugend ohne Politik und Kirche

10.09.2012 | 18:04 |   (Die Presse)

Ein Viertel der Jugendlichen hält alle Parteien für korrupt, das Image der Politiker ist schlechter denn je. Auch die Kirche spielt für viele Junge keine Rolle, wiewohl ihnen konservative Werte wichtig sind.

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Wien/Mpm. Vorbilder? Sind sie schon lange nicht mehr. Respektspersonen? Auch nicht. Inspirierend? Alles andere als das. Dass die meisten Politiker unter Jugendlichen kein übertrieben hohes Ansehen genießen, ist bekannt. Dass die Parteien und ihre Vertreter aber derart unbeliebt sind, wie eine neue Studie zeigt, mag aber doch überraschen.

Vertrauen in die Politik ist bei jungen Menschen quasi nicht mehr vorhanden: Nur 1,1 % der österreichischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen (14 bis 29 Jahre) hat dem am Montag präsentierten „Jugend Trend Monitor 2012“ zufolge noch ein hohes Vertrauen in die österreichische Politik: der letzte Platz, weit hinter Polizei (Platz eins, 14,4%) und Justiz (12,5%).

Wesentlich beigetragen zu diesem zunehmend negativen Image der Politiker unter jungen Leuten dürften die diversen Korruptionsskandale und -vorwürfe gegen heimische (Ex-)Politiker haben, die seit Monaten die Berichterstattung dominieren. Die Schlussfolgerung, die viele junge Leute ziehen, ist dabei nicht unbedingt differenziert: Für ein Viertel (24,3%) der Jugendlichen  – befragt wurden rund 3000 repräsentativ ausgewählte Menschen zwischen 14 und 29 Jahren – sind überhaupt „alle Parteien gleich korrupt“ (siehe Grafik).

15,7 % der Jugendlichen wiederum glauben, dass die Korruption in der FPÖ am meisten verbreitet ist (siehe Grafik). Damit dürften die bei Jungwählern bislang überdurchschnittlich beliebten Freiheitlichen einen Imageschaden davongetragen haben. Auch das Ansehen der ÖVP, die für 14,8% der Jugendlichen die Partei mit der meisten Korruption ist, scheint gelitten zu haben.

Selbst Politiker werden? Ausgeschlossen!

Da scheint es fast logisch, dass den Parteien der Nachwuchs ausgehen dürfte: Für die große Mehrheit der jungen Menschen (72,5%) ist es nicht vorstellbar, selbst Politiker zu werden. Ein Großteil (58,7%) schließt auch aus, eine Partei zu unterstützen oder ihr beizutreten. Generell, so Thomas Schwabl, Geschäftsführer des Online-Befragungsinstituts Marketagent.com, das die Studie in Kooperation mit dem Maturareise-Anbieter DocLX durchgeführt hat, sei Engagement für Institutionen heute unattraktiv geworden.

Vorstellbar sind für viele hingegen die Unterstützung von Petitionen oder gemeinnützige Hilfe (32,4 bzw. 28%) sowie Einsatz für den Umweltschutz. Oder, wie es Schwabl formuliert: „Die Jungen unterschreiben eher gegen den Walfang in der Arktis als für ,Rettet den Stephansdom‘.“

Denn auch die Religion verliert an Bedeutung. Nur für 4,6 % der Befragten haben Kirche und Religion noch einen hohen Stellenwert, ein Engagement im religiösen Bereich schließt die Mehrheit (71,7%) aus. Gleichzeitig vertreten die Jugendlichen mehrheitlich ein konservatives Wertebild: Familie und Freunde haben den höchsten Stellenwert, zu den wichtigsten Werten zählen Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Treue, Hilfsbereitschaft. „Das ist keine reine Partygeneration“, sagt Schwabl. „Sie haben schon ein gefestigtes Wertebild, das aber nicht mehr in der Kirche verankert ist.“

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Zu den fixen Werten zählt auch eine eigene Familie, die für viele wichtiger ist als die Karriere. Die steigende Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen bereitet jedem Dritten (34,8%) Kopfzerbrechen, gleichzeitig sieht ein knappes Drittel der beruflichen Zukunft „sehr positiv“ entgegen. Der Traumjob der internetaffinen Generation liegt im Software- und IT-Bereich.

Ohne Internet geht für die „Digital Natives“ gemäß dem Klischee gar nichts mehr: YouTube und andere Videoplattformen sind mittlerweile beliebter als der ORF, nur die für die junge Zielgruppe programmierten Privatsender schneiden noch besser ab. Generell sind die Jugendlichen zunehmend auch unterwegs online. Bereits 70,9 % nutzen Social Media wie Facebook über ihr Smartphone. Im Schnitt sind die Jugendlichen bereits 73,5 Minuten pro Tag über Handy oder Tablet-PC im Internet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.09.2012)

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65 Kommentare
 
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Selbst Politiker werden? Ausgeschlossen!

Und trotzdem:
Hingehen zur Wahl und die korruptionsbelasteten Parteien (The Corruption Four) ABWÄHLEN!

Man kann ein Problem nicht mit der gleichen Denkweise lösen, die es hat entstehen lassen (A. Einstein).
Daher ist das Problem Korruption mit korruptionsbelasteten Parteien wohl kaum lösbar.
Es gibt sauber gebliebene Alternativen.

“Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.” Mahatma Gandhi

http://www.korruption-abwahl-jetzt.at

Offenbar sind die "Jungen" alles andere als

dumm.

Gast: Lästerer
11.09.2012 23:00
0 1

störend

Im Schnitt sind die Jugendlichen bereits 73,5 Minuten pro Tag über Handy oder Tablet-PC im Internet. Toll.
Termine rechtzeitig vereinbaren oder absagen oder Verspätungen ankündigen ist diesen aber nicht möglich. Im Alltag ist dieses Verhalten betriebsstörend und hat natürlich Konsequenzen für die "digital natives".

Antworten Gast: nochnichtinpension
11.09.2012 23:51
1 0

Re: störend

Ist es nicht schön in der staatsgestützten (und jungengestützten) Pension?

arbeitslos, ohne perspektive

aber immerhin mit durchblick.

Gast: Fenstergucker
11.09.2012 21:18
1 1

bereits die 2.Generation Weichei

Musste nie um etwas kämpfen, kriegt alles hinten reingeschoben und denkt es geht ewig so weiter. Verehrt ihre Popstars und Kinohelden als Götter. Lehnt Politik ab und ruft gleichzeitig nach dem Staat wenn Not am Mann ist. Es wird sehr bald ein böses Erwachen geben, die nächste Weltwirtschaftkrise steht vor der Tür. Und dann werden wir das alte Sprichwort wieder hören: Not lehrt beten...
noch ist es nicht so weit, aber bald ist Ende Gelände!

Antworten Gast: jajaa
11.09.2012 23:52
1 0

Kasperl

Ja, klar: das Beten, nicht das Bewerben ist das Rezept gegen die Not.

Antworten Gast: Der Anti-Held!
11.09.2012 23:04
1 0

Re: bereits die 2.Generation Weichei

Mag zwar noch in einigen Köpfen herumgeistern das es Wert ist für Gott, Vaterland und Herrscher zu sterben, nach zwei Kriegen die den halben Planeten in Schutt und Asche legte bei der dieses Land eine sehr wesentliche Hauptrolle spielte, kann das Land getrost auf diese Helden verzichten die nichts als Tränen und Gräber hinterlassen haben.

Einzig was blieb, die sozialistischen Maiaufmärsche in denen die Heldentaten der Vergangenheit wie Fahnen hochgehalten werden!

Für uns mag DanCamillo und Pepone zwar noch verständlich sein, für die Jugend von heute, will sie diese Filme verstehen bedeutet es sehr tief in die Geschichte sich hineinzudenken, derart spanisch ist für die Jugend die Geseichte der heute lebenden Olddatara.

Selbst die Anfangszeit dessen was heute Internet sich nennt ist für diese Jugend eine Geschichte der Oldies. Das man mit einem alten HP-41 deren Bedienung diese Jugend nicht mal mehr kennt, das Standbein der bemannten Raumfahrt mal war, hinter läßt bestenfalls Erstaunen und Kopfschütteln. Und klar spuckt sie auf die Welt wenn sie in den Rechten beschnitten werden, die für uns mal selbstverständlich waren.

Diese Jugend ist schon OK so wie sie ist!

Gast: Jungwähler
11.09.2012 19:37
1 0

Ich finde es wäre klüger sich gut bezahlte loyale Anwälte zu halten

als Politiker zu wählen.

Antworten Gast: noa
11.09.2012 22:18
1 0

...gut bezahlte loyale Anwälte zu halten...

Wie meinen Sie das? Haben Sie gute Erfahrungen mit Anwälten??? Dann gratuliere ich Ihnen! Oder sind Sie etwa selber einer???

Gast: BLAUER ZOMBI
11.09.2012 14:11
1 1

Und wieder sind wir Blauen in der Mehrheit!

Trotzdem hat man uns die Regierung verweigert!!
(GRÖÖÖL!)

Antworten Gast: ähämmm
11.09.2012 14:45
0 0

Re: Und wieder sind wir Blauen in der Mehrheit!

das is...

weil wir eh schon genug zombies in der regierung haben...

soviel zum thema.und zu deinem nick.

Gast: W. Walser
11.09.2012 14:05
3 1

Kirche?

Da wurden offenbar die Falschen gefragt. Mit "Kirche" ist hier wohl die röm.-kath. gemeint. Es wurde sicher nicht differenziert gefragt. Angesichts der österreichischen Einwanderungspolitik dürfte die Religion - nach welche wohl - in einigen Jahren einen ziemlich hohen Stellenwert haben. Wir können es bereits sehen.......

Antworten Gast: Trumberger Franz
11.09.2012 15:27
2 0

Die größte Zuwanderergruppe

sind mit Abstand die Deutschen. Und die gehen, wenn, dann in die (evang./kath.) Kirche. Oder eben auch nicht mehr ...

Antworten Antworten Gast: detrrs
11.09.2012 23:54
1 0

Re: Die größte Zuwanderergruppe

Die Serben, auch eine große Einwanderergruppe, sind auch Christen (orthodox, aber was soll's).

Gast: halal schweinsschnitzal
11.09.2012 11:04
2 2

Wieso ...

... Spricht man nur von Kirche ?
Wieso nicht von Religion ? Oder man differenziert sogar zwischen den einzelnen Religionen puncto wichtig oder nicht ?
Aha, dann würde rauskommen dass für manche junge Staatsbürger die Religion ganz oben steht, vielleicht sogar über dem österreichischen Rechtsstaat?

2 0

Re: Eine Religion

die sich über den Rechtsstaat stellt gehört schnellstens verboten.

Antworten Antworten Gast: Hufpalto
11.09.2012 15:28
2 0

Es würde schon reichen

wenn man die Strafgesetze hinsichtlich Kindesmißbrauch endlich auch in Räumlichkeiten durchsetzen würde, die der Kirche gehören.

Gast: kritischer leser
11.09.2012 10:41
2 5

Jugendstudie

Wieder eine Studie bzw. Umfrage die einem in dem Satz bestärkt: Glaube keiner Umfrage, die du nicht selbst gefälscht hast.

Gast: Blaser G
11.09.2012 10:10
10 4

Nicht alle Jugendlichen haben mit der Religion nichts am Hut

Fragen sie einmal die jungen Neo Österreicher.

Für sie steht ihre Religion an oberster Stelle.
Sie brauchen nur in der U Bahn gucken.

Gast: GRÜNER KAKTUS
11.09.2012 08:35
3 5

Ihr anderen Parteigänger schämt Euch!

Seht mal wie sauber wir GRÜNINNEN sind.
Wir sind zu hoch für Euch. (Arnautowitsch)

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Re: Ihr anderen Parteigänger schämt Euch!

Die KPÖ steht aber besser da. Ich wusste nicht, dass es die überhaupt noch gibt.

Antworten Antworten Gast: Bademeisterin
11.09.2012 14:56
1 0

Re: Re: Ihr anderen Parteigänger schämt Euch!

Na hören Sie! Das ist eine anerkannte Glaubensgemeinschaft!!!

Antworten Antworten Gast: ROTFRONT
11.09.2012 10:14
2 2

Re: Re: Ihr anderen Parteigänger schämt Euch!

Und wir wussten nicht, dass Sie überhaupt was wissen.
Wie konnten Sie das all die Jahre vor Ihrer Umwelt verstecken?
"Schläferzelle"?

Antworten Antworten Antworten Gast: ideologieisttot
11.09.2012 23:56
0 0

Re: Re: Re: Ihr anderen Parteigänger schämt Euch!

0.8-1%. Frustrierend, ich weiß.

Gast: Analyst
11.09.2012 07:47
8 1

Die Ergebnisse dieser Umfrage ...

... lässt hoffen! Dass die Jugend weder Politik noch Kirche schätzen, deutet darauf hin, dass die Möglichkeiten zur Information doch mehr genützt werden und Machtstrukturen traditioneller Art verlieren. Einzig die Problematik der "social-Media"-Unkultur scheint den Jungen noch nicht aufgegangen zu sein, dass sie nämlich dadurch kontrollier- und manipulierbar werden.

 
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