Der Großvenediger - Salzburgs höchster Berg - präsentiert sich nach zweieinhalb schmucklosen Wochen wieder stolz mit einem Gipfelkreuz. Zwölf Bergretter haben am Montag unter großer Anstrengung aus sechs Tonnen Gestein ein sicheres Fundament gebaut. Das Kreuz musste am 24. August aus Sicherheitsgründen umgelegt werden, weil das Eis, auf dem es errichtet war, abgeschmolzen war.
Neun Bergretter aus Prägraten in Osttirol und drei Kollegen aus Neukirchen sind nun mit dem Hubschrauber zum Gipfel an der Grenze Salzburgs zu Osttirol geflogen worden. Rund 15 Meter vom alten Standort entfernt am Ende des Westgrates - dort ist der Fels bereits völlig ausgeapert - haben sie eine ebene Fläche geschaffen und darauf das Kreuz in einer eisernen Halterung verschraubt. "Um das Kreuz haben wir einen Gitterkorb aufgestellt, der 1,20 Meter hoch und 1,80 Meter im Quadrat ist. Den haben wir mit Granitsteinen gefüllt", sagt Friedl Steiner, Ortsstellenleiter der Bergrettung Prägraten.
Sieben Meter in zehn Jahren abgeschmolzen
Die Granit-Brocken wiegen seinen Angaben zufolge rund sechs Tonnen und sollten genug Stabilität für das Gipfelkreuz bringen. "Die Steine mussten wir von weiter unten herauftragen. Das hat jedem von uns Luft gekostet", so Steiner. Das Gipfelkreuz befindet sich wie auch schon am alten Standort auf Salzburger Boden.
Wie fast alle Gletscher bleibt auch der Großvenediger nicht vom Klimawandel verschont. Innerhalb der letzten zehn Jahre sind laut Steiner rund sieben Meter Eis im Gipfelbereich abgeschmolzen. "Vor zwei Jahren wurden vom bisherigen Standort des Gipfelkreuzes neun Meter Eis
bis zum Fels gemessen, derzeit sind es zirka sieben Meter. Falls das Eis nochmals zwei Meter abschmilzt, wird der höchste Punkt des Großvenedigers auf dem neuen Standort des Kreuzes sein." Vor etwa 30 Jahren sei die höchste Eisstelle auf dem Gipfel noch auf 3674 Meter Seehöhe gelegen, die letzte aktuelle Messung haben 3666 Meter ergeben, so Steiner. Der letzten Felsmessung zufolge ist der Großvenediger 3657 Meter hoch.
Die Österreichische Bergrettung bittet für die Sanierung des Gipfelkreuzes um Spenden an die Bergrettung Prägraten, Konto-Nummer 2.218.170 - Bankleitzahl 36378 - Raika Matrei in Osttirol/Filiale Prägraten
(APA)
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