Es seien die "schlimmsten 24 Stunden meines Lebens" gewesen, meinte die Mutter der fünfjährigen Franca aus Nötsch im Gailtal am Mittwoch. Das Mädchen, das während eines Spaziergangs mit ihrem Großvater verschwand, wurde am Dienstagabend unversehrt aufgefunden. Etwa 250 Einsatzkräfte waren an der Suche nach der Fünfjährigen beteiligt.
Sie sei "sehr stolz" auf ihre Tochter, so die Mutter vor Journalisten. Das Mädchen habe ihr Wissen genützt, um sich in der Natur zurechtzufinden. Über die Nacht im Freien mochte das Mädchen vorerst nicht reden. "Wenn man sie darauf anspricht, fängt sie an zu weinen", betonte die Mutter.
Francas Mutter nutzte die Gelegenheit, um sich bei allen Helfern zu bedanken. Es sei unglaublich gewesen, welche Solidarität im Dorf geherrscht habe, als das Verschwinden von Franca bekanntgeworden ist: "Das ganze Dorf ist zusammengerückt."
Als Dienstagabend die erlösende Nachricht vom Auffinden des Kindes gekommen ist, habe die Mutter "ein Gefühl gehabt, das kann man gar nicht beschreiben". Grenzenlose Euphorie habe die drückende Angst abgelöst. Ihre Tochter sei bereits wieder "ganz aufgeweckt und fröhlich".
Das Mädchen hatte sich am Montag bei einem Ausflug mit ihrem Großvater in der Nähe der Fischteiche auf Schloss Wasserleonburg bei Nötsch verlaufen. Es wurde einen Tag später etwa vier Kilometer vom Ort des Verschwindens von zwei Radfahrern auf dem Gailtalradweg entdeckt. "Da hab ich zwei Radlfahrer gesehen", erzählte das Mädchen am Tag danach. Und die Mutter fragte nach: "Hast du dich gefreut?" - "Ja!"
Überraschend war, wie gut das Mädchen dieses Abenteuer weggesteckt hatte. Zwei Mediziner untersuchten Franca sowohl auf ihre körperliche Unversehrtheit als auch bezüglich ihrer Befindlichkeit. Und der Befund war eindeutig: Sie habe kein Trauma davongetragen, Verletzungen konnten ebenfalls keine festgestellt werden.
Laut Polizei wollte das Kind am Montagabend allein nach Hause gehen, nachdem ihr Großvater, mit dem sie einen Spaziergang gemacht hatte, sich kurz entfernt hatte, um nach Brennholz zu sehen. Am Heimweg verirrte sich die Fünfjährige, weil sie einmal falsch abgebogen war.
Wie und wo das Kind die Zeit genau verbrachte, ist noch nicht restlos geklärt. Die Polizei möchte erst in den kommenden Tagen weitere Gespräche mit Franca führen, um Details herauszufinden. Bekannt ist einstweilen, dass sie zumindest eine Strecke von vier Kilometern quer durch stark bewachsenes Gelände zurücklegte und versuchte, den Weg nach Hause zu finden. Aufgegabelt wurde das Kind schließlich am Gailtalradweg, außerhalb des durchsuchten Gebiets. Die Suchtrupps waren bei der Festlegung des Such-Areals davon ausgegangen, dass die Fünfjährige ein markantes, ausgetrocknetes Bachbett nicht überqueren würde, was sie allerdings doch getan hatte.
(APA)
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