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Von Polizisten angeschossen: 37-Jährige vor Gericht

12.09.2012 | 13:22 |   (DiePresse.com)

Die Frau wurde in ihrer Wohnung Anfang März von Polizisten niedergeschossen, nachdem sind mit zwei Messern auf die Beamten losgegangen war.

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Neun Mal schoss ein Polizist am 7. März 2012 in einer Wohnung in der Goldschlagstraße in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus auf eine 37-Jährige. Die Frau war mit zwei Küchenmessern in den Händen auf die Beamten losgegangen. Am Mittwoch hat die Verhandlung gegen die 37-Jährige im Straflandesgericht begonnen. Der Frau hätte die Anklagebehörde absichtliche schwere Körperverletzung angekreidet, wäre diese von Gerichtspsychiaterin Sigrun Rossmanith infolge ihrer paranoiden Schizophrenie nicht als zum Tatzeitpunkt zurechnungsunfähig eingestuft worden.

Da die 37-Jährige von Rossmanith aber als derart gefährlich angesehen wird, dass bei ihr mit neuerlichen Straftaten mit schweren Folgen zu rechnen ist, forderte Staatsanwältin Bettina Rudl den Schöffensenat auf, die Frau unbefristet in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher einzuweisen.  

Die 37-Jährige musste im Rollstuhl in den Gerichtssaal gebracht werden. Sie leidet körperlich erheblich an den Folgen der erlittenen Schussverletzungen und befindet sich seit Anfang August in stationärer Behandlung im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder.

Die Frau selbst hatte die Polizei und die Feuerwehr Anfang März wegen eines angeblichen Feuers an ihre Adresse gerufen. Es habe plötzlich an ihrer Tür geklopft, so die Angeklagte bei ihrer Einvernahme. Sie habe durch das Guckloch im finsteren Gang nur "Umrisse von Personen" erkannt und ein "unfreundliches Murmeln" wahrgenommen: "Ich hatte den Eindruck, bei mir bricht jemand ein. Für mich waren das räuberische Einbrecher, wo ich Angst hatte."

"Wollte abschreckend wirken"

Als die Feuerwehr die Wohnungstür aufgebrochen hatte und sich insgesamt fünf Polizeibeamte in die Wohnung begeben hatten, befand sich die 37-Jährige bereits mit zwei je 20 Zentimeter langen Küchenmessern im versperrten Badezimmer: "Ich wollte abschreckend wirken. Das ist mir - muss ich leider sagen - offensichtlich auch gelungen. Sonst hätte man nicht auf mich geschossen."

Als zwei Polizisten die Badezimmertür gewaltsam öffneten, weil sie vermeinten, dort sei etwas passiert, "bin ich kreischend aus der Dusche gesprungen", schilderte die 37-Jährige. Sie behauptete, keine Stichbewegungen gemacht zu haben. Die Beamten seien davon, sie hinterher gelaufen. Dann fielen Schüsse. "Sie wollte sich verteidigen. Sie hat wahnsinnige Angst gehabt", betonte der Verteidiger.

Polizist: "Wuchtige Stichbewegungen"

Man habe die Frau zunächst hysterisch schreien gehört, gab ein 28-jähriger Polizist, der bei dem Einsatz Anfang März in der Wohnung der 37-Jährigen war, zu Protokoll: "Wir sind dann rein, weil wir keine Schreie mehr vernommen haben und davon ausgegangen sind, dass etwas passiert sein könnte." Im Badezimmer sei die Frau plötzlich mit den Messern aus der Duschkabine gesprungen: "Sie war bereit, um mich anzugreifen. Ich hatte weder Zeit den Pfefferspray noch die Waffe zu ziehen. Es war einfach zu spät. Ich habe nur mehr versucht, die Messer, die gegen meine Stirn gerichtet waren, abzuwehren." Es habe sich um "wuchtige Stichbewegungen" gehandelt, betonte der Polizist.

Unklar ist, ob der Polizist, der neun Mal auf die 37-Jährige geschossen hatte, vor Gericht gestellt wird. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien erklärte, sind die Erhebungen gegen den Schützen mittlerweile abgeschlossen. Der entsprechende, der Amtsverschwiegenheit unterliegende Vorhabensbericht, der entweder die Verfahrenseinstellung oder einen Antrag auf Bestrafung enthält, wird derzeit von der Oberstaatsanwaltschaft geprüft.

(APA)

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23 Kommentare

dass man kontakt zur polizei unbedingt vermeidet ist ja jedem klar(siehe auch aufklärungsquoten/"hinweise aus der bevölkerung"gibts' schon lange nimmer...);wenn man aber auch die feuerwehr nicht mehr rufen kann,weil sonst ein paarirre-um sich nicht die blösse des anleutens geben zu müssen-die tür eintreten und schrammel spielen,kann dies gefährliche folgen haben!


Gast: niq
13.09.2012 08:45
1 0

Exemplarisch

illustriert alles was man je vermutet hat

Gast: M. Wolf
13.09.2012 07:24
7 3

Als zwei Polizisten die Badezimmertür gewaltsam öffneten, weil sie vermeinten, dort sei etwas passiert, "bin ich kreischend aus der Dusche gesprungen", schilderte die 37-Jährige. Sie behauptete, keine Stichbewegungen gemacht zu haben. Die Beamten seien davon, sie hinterher gelaufen. Dann fielen Schüsse.

Was für eine Justiz.
Um den Fall auch nur ansatzweise zu klären ist ein detaillierter gerichtlicher Lokalaugenschein
dringend angeraten.
Ein lebenskluger Richter auch.
Jedensfalls keine Freibriefveranstaltung für diese Djangobuben durch dahergesagte Sachverhalte,
die am Richtertisch so doch gar nicht prüfbar sind.
Zusatzfrage:
Warum wurde der Schütze im Sinne einer Emanzipation nicht ebenso psychiatrisch untersucht?

Re: Als zwei Polizisten die Badezimmertür gewaltsam öffneten, weil sie vermeinten, dort sei etwas passiert, "bin ich kreischend aus der Dusche gesprungen", schilderte die 37-Jährige. Sie behauptete, keine Stichbewegungen gemacht zu haben. Die Beamten seien davon, sie hinterher gelaufen. Dann fielen Schüsse.

Verhandlungen gegen Polizisten/Kripobeamte sind in der Alpenrepublik immer Freibriefveranstaltungen. Und dass sich stets Kollegen mit unterstützenden (Falsch-)Aussagen finden, ist nichts weiter als die ad hoc vorauszusetzende Norm.

Eine interessante Auswahl an Kommentaren


Gast: the unprofessionals
12.09.2012 23:08
5 1

Wer den Ausbildungsstandard der Polizei kennt

dem erscheint die Geschichte der Frau glaubhaft.

rechtes Recht

Eine attestiert paranoide Schizophrene wird wegen Mordversuch und Widerstand gegen die Staatsgewalt im Rollstuhl vor Gericht gezerrt ... und ein angeblich normaler, angeblich gut ausgebildeter, angeblich auf Konfliktsituationen trainierter und angeblich etc. usw. Polizist, der auf diese Kranke 9 Schüsse, davon 2 bereits auf die Liegende, abgefeuert hat, wird de facto als Held präsentiert und bleibt unbelangt?

Eigentlich lächerlich ... aber leider Nein, sondern typisch alpenrepublikanisch rechts - staatlich.

Antworten Gast: lalelu_v7u
13.09.2012 10:17
2 6

Re: rechtes Recht

Es wäre sicher möglich gewesen die Angreiferin mit einem Schuss in die Brust zu stoppen. Dann wäre sie aber tot. Das wollte der verteidigende Polizist offensichtlich und richtigerweise nicht.
9 Schuss für eine mit Adrenalin vollgepumpte Angreiferin mit 2 Messern, die man nicht töten will, klingt durchaus plausibel.

Re: rechtes Recht

Also bitte,... wenn mn als Polizist zu einem vermeintlichen Feuer gerufen wird, dann in die Wohnung kommt und kein Feuer vorfindet allerdings aber eine versperrte Badezimmertuer, dann vermutet man doch wohl eher einen Selbstmord oder dergleichen hinter dieser Tuer, aber doch keine Irre die mit zwei Kuechenmessern auf einen losgeht! Das noch dazu vermutlich in einem engen Gang oder sonst was wo man nicht wirklich ausweichen kann!

Kann mir gut vorstellen dass das eine gewaltige Stresssituation ist auf die man noch so gut trainiert sein kann!

Als weiteres Beispiel koennte man New York von vor einem Monat angeben. Ein Typ, ein Kuechenmesser, mitten am Times Square, 12 Schuesse, ein Toter!

Gast: Blankensteiner Husar
12.09.2012 20:10
2 4

Die Dame hatte natürlich auch Pech. Wenn nicht alle Würschtelstandln zu gehabt hätten, dann wären Tjango & Co eh nicht vor der Duschkabine aufgetaucht!

Weil dann hätten ein paar Eitrige dranglauben müssen, ein wenig Senf und Ketchup auch, das dann teilweise im Schnauzbart kleben bleibe und ein dutzend Semmerl und das Biertschi nicht vergessen. Dann das üblich: schreiben Sie es an für die Republik! und schon wäre der anstrengende Polizeidienst vorbei gewesen. OBV - ohne besondere Verkommnisse

Gast: geoopster Heike
12.09.2012 18:39
9 5

Das Gericht gleich mit einweisen.

Mit 9 Schusswunden im Leib soll sie vor dem Gericht RESPEKTVOLL aufrecht sitzen?
Frisch aus dem Krankenbett – mit oder ohne Schmerzmittel jedenfalls beeinträchtigt – und nachher wieder ins Krankenbett zurück? Und sich zwischendurch schnell mal vorteilhaft in geistiger und körperliche Frische präsentieren, was für sie selber ja sehr wesentlich ist?

SO provoziert die lächerliche Justiz einen langen Instanzenzug, wenn der Prozess für die Schwerverletzte schlecht ausgeht.
*skandalös*

Antworten Gast: "gelernter" österreicher
13.09.2012 08:58
2 2

Re: Das Gericht gleich mit einweisen.

*skandalös*

JA

JA

UND NOCHMALS JA

!

Gast: xxxx
12.09.2012 18:15
4 2

Und damit sie ja die Pa... hält, wird sie auch gleich für verrückt erklärt.

Passt dem Volksgerichtshofrichter eine Antwort der "Täterin" nicht, dann kann er es gleich als Geständnis werten.

Ein Opfer wird zum Täter gemacht

Typisch Österreich!

Re: Ein Opfer wird zum Täter gemacht

Lesen Sie den Artikel noch einmal. Wo steht, dass ein Polizist angeklagt war??

Antworten Antworten Gast: Papa Schlumpf
12.09.2012 19:02
5 4

Re: Re: Ein Opfer wird zum Täter gemacht

Wann war in Österreich bitte je ein Polizist angeklagt?
Da kommt doch ein Polizist nur deswegen vor Gericht, wenn man ihn unbedingt in aller Öffentlichkeit für unschuldig erklären muss!

Re: Ein Opfer wird zum Täter gemacht

Keine Ahnung auf wen Sie sich beziehen, aber die Frau war schon die "Täterin", auch wenns natürlich eine sehr tragische Situation war...da sie ja wohl psychisch krank ist, wird sie die Situation auch so erlebt haben, wie sie es geschildert hat, allerdings kann man dem Polizisten auch nicht vorwerfen, dass er sich nicht erstechen lassen wollte...

Re: Re: Ein Opfer wird zum Täter gemacht

Dank der 9 Kugeln wurde dsie Frau zum Opfer. Und Ich glaube nicht dass die Polizisten noch die die Entwaffnung einer mit Messer bewaffneter Person geübt haben. So schlecht wird die Ausbildung schon nicht sein.

Antworten Antworten Gast: ähämmm
12.09.2012 19:36
5 5

Re: Re: Ein Opfer wird zum Täter gemacht

dass er sich nicht erstechen lassen wollte...

davonlaufen hätt genügt.und ev.wega rufen.

Re: Re: Re: Ein Opfer wird zum Täter gemacht

und dann schießt die Wega?

Antworten Antworten Antworten Gast: Smeilender
12.09.2012 20:56
5 1

Re: Re: Re: Ein Opfer wird zum Täter gemacht

wie soll man in einem winzigen Bad davonlaufen wenn noch mehrere Personen hinter einem stehen? Vielleicht zuerst warten bis man die ersten Stichwunden hat und der weg dann frei ist??

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: ähämm
13.09.2012 09:05
2 1

Re: Re: Re: Re: Ein Opfer wird zum Täter gemacht

schau dir mal eine folge der amerikanischen serie "flashpoint"an.da fahren auch beamte herum,deren ausrüstung und ausbildung mit unserer "wega" vergleichbar ist.also recht taffe boys,die auch mit extremsituationen klug und menschenlebenschonend zurecht kommen.der fall hier gleicht ja direkt einer gewollten HINRIcHTUNG.daß diese frau überlebt hat,ist ein wunder.wir haben es hier nicht mit einem terrorangriff oder einem banküberfall mit geiselnahme zu tun,SONDERN MIT EINER EINZIGEN PERSON IN EINER WOHNUNG,moch dazu weiblich und von anfang an hysterisch schreiend.was da eine dienstpistole ins spiel bringen soll,ist mir schleierhaft.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: ähämmm
13.09.2012 09:01
1 0

Re: Re: Re: Re: Ein Opfer wird zum Täter gemacht

also im bericht oben steht aber die aussage eines beamten,daß sie alle im ersten moment davongelaufen sind.was auch richtig ist und korrekt wäre.weil viel kann da net passiern.natürlich muß man auch beim davonlaufen die alte unter aufsicht haben (damit sie net vielleicht auf wen unbeteiligten losgeht).aber deppat niederknalln wie eine tollwütige sau,erscheint mir übertrieben.