Die Zahl der Alpinunfälle in Österreich in der diesjährigen Sommersaison (1. Mai bis 10. September) ist zwar im Vergleich zum Vorjahr von 1841 auf nunmehr 1782 gesunken. 136 Menschen sind heuer in Österreichs Bergen ums Leben gekommen, drei mehr als im Vorjahr. Die Hälfte davon starben beim Wandern und Bergsteigen, viele davon durch Unachtsamkeit oder Unerfahrenheit. "Es scheint, als bewege man sich im alpinen Gelände nicht mehr vernünftig", meinte Karl Gabl vom Kuratorium für Alpine Sicherheit.
Heuer war mit 55 Prozent erstmals das "Stolpern" die häufigste Todesursache. Bisher sei die Hälfte der tödlichen Unfälle von Wanderern und Bergsteigern auf Herz-Kreislaufversagen zurückzuführen gewesen, meinte Gabl. Die Ursachen der Unglücksfälle in den Bergen liegen laut dem stellvertretenden Tiroler Landespolizeidirektor Norbert Zobl vor allem im fehlenden Können und der mangelnden Tourenplanung. "Man sollte nicht leichtfertig in die Berge gehen. Niemandem würde es beispielsweise einfallen, eine Tauchausrüstung zu kaufen und danach ohne Ausbildung ins Meer zu gehen", kritisierte Zobl.
Kritik an Tourismuswirtschaft
Gabl übte indes scharfe Kritik an der heimischen Tourismuswirtschaft: "Wenn man deren Interesse an der Alpinen Sicherheit mit Geldmitteln messen würden, wäre es sehr beschämend. Aber Tote und Verletzte kann man eben nicht vermarkten und verkaufen."
Die Gesamtanzahl der Alpinunfälle im Sommer 2012 sei trotz der Reduktion gegenüber dem Vorjahr "im Mittelwert" der vergangenen sechs Jahre gestiegen, so Gabl. Die meisten Bergtoten verzeichnete in diesem - wie auch im vergangenen - Jahr Tirol mit 56 Personen (2010: 53). Zuwächse gab es in Oberösterreich (13; 2011:11) und der Steiermark (15; 2011: 10). In Salzburg stieg die Zahl signifikant von 27 auf 37. Rückgänge gab es in Kärnten (14; 2011: 17), Salzburg (21; 2011: 25) und Niederösterreich (5; 2011: 7). Von den 136 tödlich Verunglückten waren 107 Männer und 29 Frauen.
(APA)
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