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Kärnten: Deutscher Pensionist bei Bergtour erfroren

15.09.2012 | 16:41 |   (DiePresse.com)

Zwei Wanderer wurden von einem Schlechtwettereinbruch überrascht. Ein 65-Jähriger überlebte drei Tage im Notbiwag, sein Bergkamerad starb.

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Zwei deutsche Pensionisten haben drei Tage im Hochgebirge in Oberkärnten verbracht. Einer der beiden wurde am Samstag lebend geborgen, der zweite war erfroren. Die zwei Männer waren am Mittwoch zu einer Tour aufgebrochen, am Samstagvormittag alarmierten Angehörige die Polizei, weil sie nicht am vereinbarten Treffpunkt erschienen waren.

Die beiden Bergwanderer, ein 73 Jahre alter Mann aus Offenbach am Main in Hessen und ein 65-Jähriger aus Weimar in Thüringen waren am Mittwoch in der Früh in Mallnitz (Bezirk Spittal/Drau) zu einer Bergtour aufgebrochen. Sie wollten über die Mallnitzscharte zum sogenannten Arthur von Schmidhaus. Nachdem sie die Mallnitzscharte überwunden hatten, wurden sie in mehr als 2600 Meter Seehöhe von einem massiven Schlechtwettereinbruch überrascht. Es begann zu schneien, dazu wehten Sturmböen mit bis zu 150 km/h.

Schutz zwischen Felsblöcken gesucht

Der Pensionist aus Weimar beschloss, ein Notbiwak einzurichten, sein Bergkamerad wollte noch bis zum Schmidhaus gelangen. Nach nur 200 Metern konnte er nicht mehr weiter, er suchte zwischen Felsblöcken Schutz vor dem Sturm. Bei dem Schlechtwettereinbruch fielen in diesem Bereich mehr als 30 Zentimeter Neuschnee, der 73-Jährige dürfte bereits in der ersten Nacht erfroren sein.

Nach der Abgängigkeitsanzeige der Angehörigen, die sich in Südtirol aufhielten, wurde am Samstag eine Suchaktion gestartet. Der Mann aus Weimar hörte den Suchhubschrauber der Polizei und schwenkte ein rotes Tuch, das von den Beamten gesichtet wurde. Der 65-Jährige wurde geborgen, er war unverletzt, aber stark unterkühlt und wurde ins Klinikum Klagenfurt gebracht.

(APA)

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2 Kommentare
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Grob fahrlässig

Der Wetterumschwung war in jedem Wetterbericht vorhergesagt, und laut Berichten im Spiegel und der FAZ haben auch die Hüttenwirte die beiden Männer beim Aufbruch gewarnt, dass am Nachmittag Schlechtwetter kommt und sie bis dahin in Sicherheit sein müssen.

Wer darauf nicht Rücksicht nimmt, ist selbst schuld. Wenigstens wurden keine Bergretter gefährdet.

Gast: spaziergänger
15.09.2012 20:00
3 0

"Überrascht"?

Sie wurden am Mittwoch von einem massiven Schlechtwettereinbruch "überrascht" ???
Das war ja nicht ein Wolkenbruch aus heiterem Himmel, sondern eine massive Front; schon Tage im Voraus war ein Temperatursturz und ungewöhnlich starke Niederschläge prognostiziert. Tragisch, dass ein Todesfall daraus resultiert, dass man ins Hochgebirge geht ohne den Wetterbericht zu kennen oder in angemessener Weise zu berücksichtigen.