Wie selbstverständlich nennen Kundendienstmitarbeiter am Telefon ihren Namen. Schilder geben Auskunft bei Behörden, mit wem es der Bittsteller zu tun hat. Selbst das Bundesheer kennt (Ausnahmen für Spezialeinheiten bestätigen die Regel) keine anonymen Soldaten. Und in vielen Staaten der zivilisierten Welt sind die Uniformen von Polizisten mit Namens- oder wenigstens Nummernschildern versehen. Nur in Österreich nicht. Da ermittelt noch immer Inspektor XY.
In einzelnen Fällen wird das der einzig mögliche Weg sein, wie Exekutivbeamte und deren Familien vor allenfalls drohender Vergeltung durch Kriminelle geschützt werden können. Geschenkt. In der täglichen Routinearbeit aber wird es nicht zu viel verlangt sein, den Namen oder die Dienstnummer des Beamten nicht erst auf Nachfrage erfahren zu dürfen. Dass ausgerechnet die Gewerkschaft auf Anonymität als obrigkeitsstaatliches Mätzchen besteht, ist eine besondere Ironie. Übrigens: Der Verfasser dieses Kommentars ist Redakteur der „Presse“. Und sein Name ist Dietmar Neuwirth.
dietmar.neuwirth@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.09.2012)
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