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Kinderheime: Junge Frauen offenbar zwangssterilisiert

17.09.2012 | 16:33 |   (DiePresse.com)

Bis zum Jahr 2001 sollen Frauen mit intellektuellen Beeinträchtigungen in österreichischen Kinderheimen zwangsterilisiert worden sein. Die Eingriffe waren offenbar als Blinddarmoperation getarnt.

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In österreichischen Heimen sollen Mädchen und Frauen mit Behinderungen und intellektuellen Beeinträchtigungen zwangssterilisiert worden sein. Die Eingriffe sollen bis ins Jahr 2000/01 vorgenommen worden, sagte der Kinderpsychiater Ernst Berger der Austria Presseagentur. Berger bestätigte damit einen Bericht des Ö1-Mittagsjournals. Die Zwangssterilisationen wurden als Blinddarmoperation getarnt. Die Betroffenen wussten nicht, dass sie danach keine Kinder mehr bekommen konnten, so Berger.

Mit der Operation mussten nur die Eltern einverstanden gewesen sein, auf diese wurde vonseiten der Ärzte und der Heime Druck ausgeübt. So soll von den Eltern verlangt worden sein, dass sie die Sterilisation vor der Aufnahme in eine Behinderteneinrichtung erfolgt werden müssen, sagte Berger. "Das war ein offenes Geheimnis, aber es hat niemanden interessiert", sagte der Kinderpsychiater.

"Das ist nachzulesen"

Der frühere Wiener Psychiater im Behindertenbereich, Andreas Rett, ein ehemaliges NSDAP-Mitglied, habe die Zwangssterilisationen generell unter einem Intelligenzquotient von 85 befürwortet, berichtete neben Berger auch der Tiroler Behindertenrechtsexperten Volker Schönwiese. "Rett war mein Vorgänger. Ich kannte seine Position", sagte Berger. Die generelle Sterilisation unter einem Intelligenzquotient von 85 sei sogar ein publiziertes Zitat bei einer Tagung im Jahr 1975 gewesen. "Das ist nachzulesen." Somit sei nicht auszuschließen, dass Mädchen sterilisiert wurden, die aus heutiger Sicht gar nicht als behindert gelten würden, betonten Berger und Schönwiese.

Um wie viele Betroffene es sich handelt, konnte Berger nicht sagen. Zum Großteil seien es junge Frauen gewesen, die in den 1980er und 1990er Jahren gerade großjährig geworden sind.

Der langjährige Weggefährte und Stellvertreter des 1997 verstorbenen Andreas Rett, Heinz Krisper, sagte zu Ö1, dass er nicht wisse, ob Rett bei einem IQ unter 85 generell für Sterilisationen gewesen sei. Er glaube es jedenfalls nicht. Es sei immer im Einzelfall entschieden worden mit Blick auf die Behinderung und die Gesundheit der Nachkommenschaft.

(APA)

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51 Kommentare
 
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Gast: hölle
25.09.2012 23:11
2 0

hölle

warum werden die ehemaligen erzieher nicht zur verantwortung gezogen????

Re: hölle

Das ist rechtsfreier Raum.

Gast: Merlin1
25.09.2012 06:52
1 0

Wenn Kinderseelen vernichtet werden

In diesem Buch von Hans Weiss finden sich erschütternde Berichte. Missbrauch und Gewalt scheinen an unterprivilegierten Menschen statt gefunden zu haben. Ist dies unsere Aufbaugeneration gewesen, welche derartig brutal mit unseren Kindern umging?
Scham macht sich in mir breit!

Was nun liebe Politiker und Amtsschimmel -Vertreter. Ist es nicht an der Zeit ein wenig die Augen aufzumachen?


Gast: derKAOSdessenBeiträgezensuriertwurden
19.09.2012 23:51
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Zensur

war irgendwie klar das die Kichenpost DiePresse keine Postings bringt, in denen Tacheles geschrieben wird.

Schau ma mal ob Euch der Nowak retten kann… pruustbruhahaha

Die NSDAP ist nach wie vor aktiv, um zu entscheiden, wer sich fortpflanzen darf und wer nicht.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120918_OTS0021/zwangssterilisationen-nicht-nur-bei-intellektuell-beeintraechtigen-frauen-und-maedchen-in-heimen
Besonders interessant finde ich dabei, dass eine Frau schon vor Ort am Jugendamt die Einverständniserklärung unterschreiben sollte. Das heißt also, das operierende Krankenhaus hat in diesem Punkt mit dem Jugendamt zusammengearbeitet.
Das wirft ein ganz neues Licht auf ärztliche Untersuchungen, die eventuelle Misshandlungen abklären sollten. Wer weiß, ob da nicht erst das Jugendamt gefragt wird, was man "diagnostizieren" soll, um einen Auftrag zuzuschanzen. Ich habe in meinem Bekanntenkreis so einen Fall, wo es mit Sicherheit so gewesen ist.

Wie Prof. Berger auch schreibt, das könnten Ersatzhandlungen für einen Tötungswunsch sein. Ich habe den Eindruck, das ganze Jugendamt ist eine Ersatzhandlung für Tötungswünsche gegenüber Eltern oder Eltern-Kind-Beziehungen.
Das muss sofort beendet und die Opfer entschädigt werden.


Antworten Gast: einanderer
19.09.2012 23:48
0 2

Re: mehr gibts dazu nicht zu sagen

Jaja… Wimmersdorf ist das Zentrum der Welt. Is schon gut.

135 (!) Heime hat Hans Weiss recherchiert.

Gast: Don Camillo
18.09.2012 12:31
2 0

IQ85

Wir sollten dringend verpflichtend einen Intelligenztest bei Psychiatern und verantwortlichen Politikern einführen.

Daß in Österreich nicht nur der Boden für arisches Gedankengut nach wie vor vorhanden ist, sondern daß es auch in der Praxis bis vor kurzem auch angewendet wurde (oder noch wird?) macht mir schon zu denken.

Re: IQ85

Noch wird. Auch in anderen Qualitäten.

Irgendwie Eigenartig ....

.... dass solche Fälle erst dann wieder aufgekocht werden wenn die Verantwotlichen entweder tod, verschwunden oder rechtlich nicht mehr belangbar sind. .... Und das alles während einer "Sozialen" Regierungsperiode.

Antworten Gast: derdersichnichtKAOSnennendarf
18.09.2012 23:24
0 0

Re: Irgendwie Eigenartig ....

und was konkret wollen sie jetzt ausdrücken?

oder einfach nur gelernte/r ÖsterreicherIn?

Re: Irgendwie Eigenartig ....

Und praktischerweise sind auch Schadenersatzansprüche schon verjährt.
Und was jetzt gerade in diesem Moment passiert, werden wir dann in 30 Jahren aufwärmen, und der Bürgermeister wird sich artig entschuldigen.

Re: Re: Irgendwie Eigenartig ....

Entschuldigung impliziert Verantwortungsübernahme.

Wissen das die Österleicher?

Gast: Pedro
18.09.2012 11:44
0 0

Nächste Runde

Jugendliche in den Landespsychiatrien und im Anton-Proksch-Institut Hinterbrühl für Suchtforschung, 1980er Jahre. Grüner Kreis.

Gast: hmmm
18.09.2012 11:39
0 1

prof. ringel tappte? ich dachte immer er rollte ?


Gast: Pensador
18.09.2012 09:42
0 1

"Opfer" verschiedener Art

Wen interessiert das alles, nach 50, 60, 70 Jahren oder länger?
Alte Geschichten aufzukochen ist modern geworden. Vielleicht auch um von den täglichen, heute geschehenden Verbrechen abzulenken. Die finden Gott sei Dank nicht mehr in Europa statt, dafür umso mehr in anderen Weltgegenden.
Aber auch deshalb, weil es offenbar auch lukrativ sein kann, "Opfer" gewesen zu sein.
Das lässt mich aber auch z. B. an die Bombenopfer, die Kriegswitwen und -waisen usw. denken.
Mit diesen Opfern und ihren Schicksalen sich zu beschäftigen scheint nicht so wichtig zu sein.
Warum eigentlich?

Re: "Opfer" verschiedener Art

ich muss dem heimkind rechtgeben solange sie sich nicht in einer ähnlichen situation befunden haben können sie nicht über diese thematik schreiben
und auf die frage wen das interesiert auf jedenfall die opfer auserdem sind die geschichten nicht alt sondern nur totgeschwiegen worden um die täter zu schützen

Antworten Gast: Heimkind
18.09.2012 19:52
1 0

Re: "Opfer" verschiedener Art

Was soll daran lukrativ sein, wenn man das alles erlebt hat? Wer gibt uns das Leben zurück, das uns zugestanden wäre. Sowas kann nur jemand schreiben der das nicht erlebt hat und denkt wir sind nur auf Geld aus. Lebe so ein Leben und dann darfst du nochmals schreiben.

Re: "Opfer" verschiedener Art

Na, welche soll man denn sonst aufkochen? Die aktuellen? Die sind ja noch nicht verjährt, und die Opfer teilweise noch in Amt und Würden! Da muss man schon ein bissl Rücksicht nehmen.

Re: Re: "Opfer" verschiedener Art

"Täter" statt "Opfer"!!!
Wenn das ein freudscher Verschreiber war, habe ich mich gestern Abend als Täterversteher geoutet.
Also: Die TÄTER sind teilweise noch in Amt und Würden.

Antworten Gast: rrp
18.09.2012 10:39
1 0

Solange kein einziger Täter

vor Gericht gestanden ist und keine einzige Institution (Stadt Wien, kath. Kirche, Land Tirol und wie auch immer sie heissen) zur Verantwortung gezogen wurde, muss man weiterkämpfen. Vergessen hilft nur den Täter!

Antworten Gast: ken2000
18.09.2012 10:25
2 0

Da die Opfer noch leben und leiden

sehe ich keinen Grund für gewaltsames Verbieten der Aufarbeitung. Soll man die Täter unbehelligt lassen? Die Opfer weiterleiden lassen? Neue Fälle wieder vorkommen lassen?

also neues entnehme ich diesem artikel

nichts, außer das das buch neu sei. die kinder vom spiegelgrund, heinrich gross, das kinderheim am wilheminenberg, sowie die reihenweise menschenbrechungen durch die katholischen Vertreter, sind doch ausführlich betrachtet worden, ja und das diese missbrauchsszenarien in der nachkriegszeit weiter gingen ist doch logisch, die menschen waren doch noch immer die gleichen, oder eben mit selbigen störungen versehen. das böse, diese negative energie steckt in den meisten menschen, aber kommt, der natur sei dank, fast nie zum ausbruch, die die am lautesten nach strafe schreien sind die gefährdesten, das es zum ausbruch kommt. ringl ist da sicher nicht involviert gewesen, das er scheuklappen hatte, beweist ja schon mit welcher inbrunst er seine theorien und erfahrungen manisch in die welt zu schreien, na ja hätte doch eine analyse machen sollen, ohne lehranalyse kann man andere nicht so ganz helfen.

Gast: undmitwelcherBegürndungkannKAOSnichtalsNicknameverwendetwerden
18.09.2012 00:32
4 1

Und was nun?

Ich kann es nicht mehr hören/ lesen. Laufend wird festgestellt, das diese Kinder mißhandelt wurden und wenn dann eines davon versucht sein Recht auf Aufklärung durchzusetzen wird gemauert bzw. man beruft sich auf Verjährung.

Besonders perfid: es ist bei Traumata Teil des Krankheitsbildes, das der erlebte Mißbrauch so gut es geht verdrängt wird bis sich die Erinnerungen nach Jahren wieder ins leben drängen. D. h. es gehört zu dieser Krankheit, das man sich erst Jahre später wieder daran erinnert wird und leidet wie ein Hund.

Und wird dann wieder retraumatisiert.

Tolle Leistung, werte Politikerkaste. Schweigen oder weiter traumatisieren. Hilfe versprechen und sich im konkreten Fall auf Verjährung berufen (gell Herr Platter – bei ihnen sogar dokumentiert). Das wird Euch noch den Kopf kosten.

Gast: globetrotterneu
17.09.2012 23:35
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was sagt die spö

wie immer nichts es ist eine schande wie die kinder behandelt worden sind entschädigung sofort.

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Verantwortliche?

* Wer waren die Sozialminister und Justizminister seit 1970 ?
* Wie wäre es, wenn die Staatsanwaltschaft und die Jugendämter einmal in den Kinderheimen tätig werden würden ? Ist ja unfassbar, was da abgeht.

 
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