Das Land Tirol hat für die umstrittene Erschließung eines Skigebietes auf den 2.811 Meter hohen Piz Val Gronda bei Ischgl grünes Licht gegeben. Genehmigt wurde aber eine abgesteckte Variante, erklärte der für Umweltfragen zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Hannes Gschwentner (SPÖ) am Mittwoch. Zudem sei ein Erschließungsstopp für die nächsten 20 Jahre vereinbart worden.
Das genehmigte Projekt muss unter anderem mit zwei statt drei Seilbahnstützen auskommen. Anstelle massiver Geländeveränderungen wird es nur punktuelle Entsteinungen geben. Zudem sind ferngesteuerte Sprengmasten anstatt einer permanenten Lawinenverbauung vorgesehen und die Pistentrasse soll an die Landschaft angepasst werden. "Die behaupteten massiven Eingriffe bis hin zur völligen Vernichtung von Natur finden am Piz Val Gronda nicht statt", betonte Gschwentner.
"Zentralangriff auf Tirols Natur und Schönheit"
Die Tiroler Grünen orteten darin einen "Zentralangriff auf Tirols Natur und Schönheit". Das sei ein "Faustschlag ins Gesicht", kritisierte die Grüne Landessprecherin Ingrid Felipe in einer Aussendung. Gschwentner vollziehe zum Abschied - ihm folgt im Oktober der bisherige Vorsitzende der Tiroler Naturfreunde, Thomas Pupp, als SP-Landesrat nach - einen "weiteren Kniefall vor dem zerstörerischen System Platter und dessen Strippenziehern in der Seilbahnlobby", so Felipe: "Mit dem Piz Val Gronda wird einer der hochwertigsten Naturgebiete in unserem Land zum Ausverkauf freigegeben". Die Grünen befürchteten "unabsehbare Folgen für die Natur" und einen "langfristigen Dominoeffekt".
Die Diskussion um die Erschließung des Piz Val Gronda hat in Tirol bereits eine längere Vorgeschichte. Seit 28 Jahren will die Ischgler Silvretta Seilbahn AG einen Lift auf den schweizerisch-österreichischen Grenzberg bauen. Bisher hatte das Vorhaben aber in allen Anläufen schlechte Karten.
(APA)
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