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Handyverbot und Co.: Was Radfahrer erwarten könnte

21.09.2012 | 12:16 |   (DiePresse.com)

Fahrradstraßen, flexible Benutzungspflicht für Radwege: Noch vor der nächsten Saison könnte ein neues Fahrrad-Paket in der StVO geschnürt sein. Nummerntafeln und eine gesenkte Promillegrenze dürfte es nicht geben.

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Radfahrer sind in Österreich auf dem Vormarsch. Immer mehr zurückgelegte Kilometer und eine ständig steigende Anzahl an Fahrrädern setzen natürlich auch eine ständige Erweiterung adäquater und vor allem sicherer Verkehrsflächen voraus.

Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) gab nun bekannt, ein frisch geschnürtes Fahrrad-Paket mit allerlei Neuerungen (Stichwort "Rechte & Pflichten") in die Straßenverkehrsordnung (StVO) zu implementieren. Sollte der Koalitionspartner mitspielen, könnte das Gesetz noch vor der Zweiradsaison 2013, also im Frühjahr, in Kraft treten.

Senkung der Promillegrenze nicht vorgesehen

Im Paket verpackt sind etwa Neuerungen wie die Einführung von Fahrradstraßen und sogenannter Begegnungszonen, die Flexibilisierung der Radwegebenutzungspflicht sowie ein Telefonierverbot am Rad. Eine Senkung der Promillegrenze von derzeit 0,8 auf 0,5 ist nicht vorgesehen, "da Alkoholisierung im Zusammenhang mit Fahrradunfällen keine statistische Relevanz" habe. Allerdings sei diese Entscheidung genauso wenig in Stein gemeißelt wie die Höhe der Strafe beim Telefonieren (angedacht sind 50 Euro).

Anderer Ansicht ist dabei das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV): Eine Senkung der Promillegrenze auf 0,5 für Radfahrer würde das Paket noch verstärken: "Ein Radfahrer ist mit Alkohol im Blut genauso reaktionsschwach wie ein Autofahrer. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Beteiligung alkoholisierter Radfahrer an Verkehrsunfällen um fast 100 Prozent erhöht", betonte KFV-Direktor Othmar Thann.

Die Novelle ist laut Bures deswegen notwendig geworden, weil "immer mehr Menschen ihre Wege umweltfreundlich und gesundheitsbewusst mit dem Rad zurücklegen". Die Statistik widerspricht nicht: Derzeit gibt es in Österreich sieben Millionen Fahrräder, Tendenz steigend. Der Radverkehrsanteil ist zwischen 2006 und 2011 um 40 Prozent gestiegen. Bures: "Mir geht es um ein friedliches, gleichberechtigtes und rücksichtsvolles Miteinander im Straßenverkehr - und um die größtmögliche Sicherheit für alle Straßenverkehrsteilnehmer. Dafür brauchen wir ausreichend Raum und klare Regeln."

Nummerntafeln zu aufwändig

Die Schaffung von Fahrradstraßen und Begegnungszonen soll künftig Städten und Gemeinden (als Straßenerhalter) obliegen. Anfallende Kosten müssen die Kommunen allerdings selbst tragen, denn vom Bund gibt es dafür keinerlei Zuschüsse.

Eine klare Absage erteilte die Verkehrsministerin den Nummerntafeln für Fahrräder. "Diese wären mit einem enormen bürokratischen Aufwand bei gleichzeitig geringem Nutzen verbunden", so Bures. Laut Berechnungen würde allein die Registrierung des derzeitigen landesweiten Radbestandes 1000 Beamte ein ganzes Jahr beschäftigen und 2,1 Millionen Euro kosten.

Eräuterungen tzu den Plänen:

  • Fahrradstraßen sind Straßen oder auch nur Straßenabschnitte, die den Fußgängern und Radfahrern vorbehalten sind. Autos sind hier nur ausnahmsweise - etwa für Zu- und Abfahren erlaubt.
  • Begegnungszonen sind Bereiche, die von Fahrzeugen und Fußgängern gleichberechtigt im Mischverkehr genutzt werden können. Vorrang haben grundsätzlich die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 20 km/h.
  • Ausnahmen von der Radwegebenutzungspflicht sollen gesetzlich ermöglicht werden. Dort, wo es die Sicherheit erlaubt, sollen sich zum Beispiel schnelle Radfahrer in den Autoverkehr einreihen dürfen - auch wenn es daneben einen Radweg gibt. Das würde - so die Meinung der Experten - auch die oftmals bedrängte Situation am Radweg entschärfen.

(APA)

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81 Kommentare
 
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Gast: xxx
23.09.2012 12:43
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telefonierverbot am rad - ohne kennzeichen -

bitte wie will man da jemand ohne kennzeichen zur verantwortung ziehen?


Gast: STURMEDI
22.09.2012 06:44
2 1

Rauchverbot

Besser wäre es wenn man endlich ein Rauchverbot im Auto beschließt , wegen der Sicherheit und auch für die Gesundheit der Kinder, es ist doch gefährlicher eine Zigarette zu rauchen beim Autofahren als Telefonieren , da soll aber nicht heißen das ich fürs Telefonieren bin während der fahrt

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jaaa, wenn ich in Zukunft telefonieren muß

dann fahre ich mit dem Auto statt mit dem Fahrrad

Papa, warum fahren in Wien so viele Leute mit dem Fahrrad?

Du weißt ja in Wien sprechen die eine andere Sprache als wir in Mühlviertel. Der Grund ist, weil die Leute dort eben einen Hang für Selbstzerstörung haben.

Das führte dazu, dass die Wiener verarmen. Das Auto ist für die Wiener nicht mehr leistbar. Die sind schon froh, wenn sie im Winter nicht frieren.

Und all diejenigen die noch ein Auto haben, haben kein Geld um Handy und Auto gleichzeitig finanzieren zu können. Aber den Leuten gefällt das - weil ihnen das so eingeredet wird.

Antworten Gast: autogene politik
23.09.2012 14:45
0 0

Re: Papa, warum fahren in Wien so viele Leute mit dem Fahrrad?



stimmt :-)))))

Nummerntaferln zu aufwändig? Wie wärs mit einer Plakette?

Und wie sieht es mit dem Schaden durch die unglaubliche Masse an Fahrraddiebstählen aus, der durch die Einführung eines Registrierungssystems vielleicht etwas reduziert weerden könnte?

In Japan hat jedes Fahrad einen Art Vignette, sehr schwer und nicht ohne Zerstörung derselben zu entfernen. Sollte also ein Fahrrad gestohlen werden bleben dem Dieb nicht viele Möglichkeiten:

1. mit der Plakette weiterfahren und riskieren erwischt zu werden

2. ohne Plakette ertappt und abgestraft zu werden

3. Plakette entfernen und Fälschung anbringen, was bei einer Überprüfung aber ebenfalls sofort auffallen würde.

Auf einem Inselstaat klingt das gut, wie dies auf Österreich oder die EU ausgeweitet werden kann ist sicher überprüfungswürdig. Den Ansatz finde ich jedenfalls diskussionswürdig.

Antworten Gast: Hellgate
24.09.2012 00:53
0 0

Re: Nummerntaferln zu aufwändig? Wie wärs mit einer Plakette?

Kleb dir deine Vignette aufs Hirn!

Re: Re: Nummerntaferln zu aufwändig? Wie wärs mit einer Plakette?

Hast ein Problem mit Vignetten? Bist du vielleicht ein Fahrraddieb?

Gast: Wamser Z
21.09.2012 18:11
1 0

Begegnungszonen sind Bereiche, die von Fahrzeugen und Fußgängern gleichberechtigt im Mischverkehr genutzt werden können. Vorrang haben grundsätzlich die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 20 km/h.

Fragen sie einmal Taxifahrer wer der schwächste Verkehrsteilnehmer ist.

gegen Baum gekracht

also ehrlich gesagt bin ich gestern mit handy telefonierend geradelt und gegen einen Baum gekracht - hab mir gedacht "war jetzt blöd" - ich tue mir leichter beim Telefonieren im Auto

Gast: Drahteselreiter
21.09.2012 16:51
4 1

Führerscheinentzug bei Alk am Rad

wie wollen die mir den FS wegnehmen wenn ich keinen habe und auch nie einen machen werde?

strafen gleich, deckel weg.

"schatzi, ich geh heute weg und sauf mich an."
"aber dass du mir nicht mit dem rad fährst, nimm das auto! deine kinder sollten dir näher sein als die anderer verkehrsteilnehmer!"

immer diese relativen zahlen

"um 100% mehr beteiligte radfahrer". dann waren es halt einmal 10 statt 5…

in zukunft besser betrunken autofahren, da kommt wenigstens man selbst lebend an… schließlich zahlt man als radler dieselben strafen und der führerschein ist auch weg. eine gute nachricht für alle, die nur weil sie trinken aufs rad steigen und das auto stehen lassen! sie können es sich wieder in iherer fahrgastzelle sicher und bequem machen.

Re: immer diese relativen zahlen

da wäre halt auch der Grund interessant, warum da auf einmal "100%" mehr beteiligte Radfahrer waren.

Wenn die Unfälle nicht durch Radfahrer selbst verursacht wurden, dann sind sie für diese Argumentation völlig unbrauchbar.


Antworten Gast: Kaspar Hauser
21.09.2012 18:06
0 0

Re: immer diese relativen zahlen

"in zukunft besser betrunken autofahren, da kommt wenigstens man selbst lebend an"

Werter Herr Unmündiger!

Es gibt schon genug besoffene Autofahrer, die krepiert sind!

Gast: mecky
21.09.2012 16:09
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lieber "obersteirer"

aus welcher ecke sie kommen ist ja nicht schwer zu erahnen. aber wenn sie die usa als entwicklungsland bezeichnen entspricht dies einer doch erheblich unterentwickelten intelligenz

Fahrradstraßen

Danke, liebe Maria, für die fahrradfreundliche Gestaltung der Hasnerstraße in Wien. Ich durfte die Radroute vor ein paar Tagen benutzen und kann nur sagen: es ist eine wahre Freude dort zu fahren. So macht Fahrrad fahren in der Stadt Spaß :-)

Weiter so!

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ungalublich

ich lebe in den USA. Derartige massnahmen wuerden hier als aprischerz eingestuft werden.

der oesterreicher will eben bevormunded werden.

mfg aus dem zivilisierten ausland

Klar. Aber wir alle haben das Problem, dass fossile Treibstoffe immer teurer werden.

Euer Lösungsansatz: Kriege führen um die kostengünstige Versorgung zu sichern. Unser Weg: Stärkung alternativer Verkehrsmittel um die Abhängigkeit vom Öl zu lockern.

Antworten Antworten Gast: Konservativer
21.09.2012 19:02
0 2

Re: Klar. Aber wir alle haben das Problem, dass fossile Treibstoffe immer teurer werden.

"Euer Lösungsansatz: Kriege führen um die kostengünstige Versorgung zu sichern."

Genau.

Und darum wird es die USA noch in tausend Jahren geben und Europa in 50 Jahren nicht mehr.

Abgesehn davon, dass ich die Prognose anzweifle, ...

... wenn sollte Österreich Ihrer Meinung nach überfallen?

Antworten Antworten Gast: Kaspar Hauser
21.09.2012 18:07
1 0

Re: Klar. Aber wir alle haben das Problem, dass fossile Treibstoffe immer teurer werden.

Genau. Und die Devise lautet: ist die Distanz länger als das Auto, wird gefahren!

Antworten Antworten Gast: morten
21.09.2012 16:57
0 1

Re: Klar. Aber wir alle haben das Problem, dass fossile Treibstoffe immer teurer werden.

treffender geht es nicht

Antworten Gast: misesmoses
21.09.2012 16:38
1 0

der oesterreicher will eben bevormunded werden

und der amerikaner kann in seiner unendlichen freiheit trotzdem nur demokrat oder republikaner sein

Re: ungalublich

die amis bewegen sich in der woche auch nur 50 minunten im schnitt. aber durch die extremen distanzen zum supermarkt, zur arbeit etc. bei schlechtem öffi-netz brauchen sie halt ein auto. und sind abhängig davon.

usa und europa kann man einfach nicht vergleichen.

Antworten Gast: Üzi Güzi
21.09.2012 16:12
1 1

Re: ungalublich

?????
Das Land, wo die Schöpfungslehre Pflichtgegenstand ist?
Hohohohoho!

 
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