19.05.2013 16:10 Merkliste 0

Verkehr: Platz für Radler, Süßes für Autofahrer

21.09.2012 | 19:41 |  Von Christine Imlinger (DiePresse.com)

Der Radbeauftragte der Stadt, Martin Blum, besänftigt Autofahrer mit Süßem, für Radfahrer könnten bald neue Zeiten anbrechen. Samstag, wird Wien teilweise autofrei.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien. Manche Meilensteine der Geschichte muss man suchen. In der Ottakringer Hasnerstraße, zum Beispiel. „Wir schreiben heute Radgeschichte", hat Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (G) am Donnerstag stolz verkündet. Am Tag darauf muss man genau schauen, um das Hinweisschild auf Wiens erster „fahrradfreundlichen Straße" zu entdecken. Viele Radfahrer, die gab es in der Hasnerstraße schon zuvor.
Der Vorrang, den Radler gegenüber querenden Autos nun haben sollten, wird mitunter noch ignoriert. Einer aber hat sich schon voll auf die zweirädrige Kundschaft eingestellt. „Radlertreff beim Peppi" hat der Metzger auf ein Plakat geschrieben und wirbt für Leberkäse.

Ein paar Kilometer weiter östlich ist es an diesem Freitagmorgen deutlicher zu sehen, dass sich die Radfahrer ausbreiten. Martin Blum, der Radbeauftragte der Stadt, steht mit einem Team vor der Urania auf dem Franz-Josephs-Kai. Schaltet die Ampel auf Rot, treten zwei junge Frauen mit einem Transparent „Danke für Ihre Achtsamkeit" vor die Autos, zwei weitere reichen kleine Packerln Mannerschnitten samt einem Flyer, auf dem den Autofahrern im Namen der Radfahrer Wiens für deren Vorsicht gedankt wird, durchs Fenster. Manch einer rümpft die Nase, die meisten reagieren erstaunt, freuen sich doch.

„Das ist schon in Ordnung", sagt einer, „ich hab kein Problem mit Radfahrern", meint ein anderer zum Zusammenleben auf den Straßen. „Ziel ist, dass sich noch mehr Menschen beim Radfahren sicher fühlen", sagt Blum. Dazu sei ein Miteinander nötig. Vielleicht sollen die Schnitten die Autofahrer auch beschwichtigen, schließlich wird heute, Samstag, die Ringstraße zwischen Opern- und Renner-Ring im Rahmen des EU-weiten „autofreien Tags" zur Picknick- und Kinderspielwiese. Auch unzählige Einkaufsstraßen sind heute autofreie Zone: Dort findet das Wiener Einkaufsstraßenfestival statt.
Für Österreichs Radfahrer können ohnehin bald ganz neue Zeiten anbrechen. Wie in einem Großteil der Freitagsausgabe berichtet, hat Ministerin Doris Bures (SP) eine Novelle der StVO angekündigt. Diese, sollte der Koalitionspartner mitspielen, könnte im Frühjahr 2013 in Kraft treten.

Fahrradstraßen und Handyverbot

Neu wären etwa Fahrradstraßen, Begegnungszonen, die Option, die Radweg-Benutzungspflicht stellenweise aufzuheben, oder ein Handyverbot auf dem Rad. Das, so Bures, sei notwendig, weil immer mehr Österreicher ihre Wege mit dem Rad zurücklegen. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit begrüßt das Paket, spricht sich aber dafür aus, auch die Alkoholgrenzen für Radfahrer von 0,8 auf 0,5 Promille zu senken. Bures hat das noch nicht vorgesehen, diese Entscheidung sei aber nicht in Stein gemeißelt.
Und was meinen die Autofahrer zum Zusammenleben mit den Radlern? „Ich hab kein Problem, das passt eh", sagt einer, nachdem Blum ihm Süßes gereicht hat. „Großteils. Es gibt halt Verrückte, die keine Ampeln kennen." Lacht, zuckt mit den Schultern, „aber Verrückte gibt's immer".

 

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

65 Kommentare
 
12
0 0

Autofahrer sind halt meistens fette frustierte Haßer

die Ihren Haß an wohlgeformten Radlern,die meistens schneller vorankommen,auslaßen.Doch die meisten Autofahrer sind höflich nicht fett und zuvorkommend wie die meisten Fahradfahrer.Versuxchen wir die Haßer auszubremsen indem wir gegenseitigen Respekt signalisieren.Mit einer erhobenen Dankeshand z.b.wenn ein Autofahrer rücksichtsvoll handelt.Und vice versa.Am Ringradweg seh ich das immer öfters.Geht schon.

Gast: immer die radmuttern
24.09.2012 15:55
1 1

was müssen wir uns

um unser steuergeld noch alles andrehen lassen? der integrationsbeauftragte kurz war schon ein schuss in den ofen, aber ein radfahrbeauftragter...

Blum kostet pro Jahr mehr als 200.000 Euro.

Aber es erwartet sich von so einem links-grünen Protektionskind eh keiner mehr, als dass er für dieses Geld ein paar Zuckerl verteilt.

burn-out

bei soviel einsatz ist er der nächste kanditat für ein burn-out.

ach....

.....wieder neue Verbote von frau Bures!
......verboten......verboten......
ich kanns nicht mehr hören!

Gast: Hubert trink das.
22.09.2012 20:48
2 5

Wien ist halt doch anders

das sind alles Punkte, die in vielen westlich ziviliserten Städten zur Steigerung der Verkehrssicherheit und zur Verbesserung der Lebensqualität beiträgt.

Aber Wien ist anders, hier geht die Wirtschaft zugrunde ...

Gast: Teki
22.09.2012 16:19
18 8

Wer stoppt den Grünen Alptraum?

Totaler Schwachsinn, ich hoffe, man stoppt den Unfung bald mal wieder, rundherum stauts und bringen tuts null.

Wenn die Wirtschaft bissel schwächelt, wird sofort der Automarkt angekurbelt und Verschrottungsprämien für den Neuwagenkauf bezahlt, damit ja kein Arbeitsplatz verloren geht. Aber wenn wir die Autos nicht kaufen und nicht damit fahren sollen, wozu stellen wir sie dann her!
Die Leute wollen keine Parkpickerl und keine autofreie Mariahilfer Straße und auch keinen Rasen am Ring!
Ich hoffe es kommen bald vorzeitige Wahlen, damit man den Grünen das Handwerk legen kann.

Re: Wer stoppt den Grünen Alptraum?

ja die leute wollen verhaeltnisse wie in los angeles und tokio.

sie wollen endlos kreisen um parkplaetze, ja soe parken morgens u abends sogar auf der tangente.

sie wollen amguertel wohnen und die stille und die luft genoessen,
sie wollen alle auf der mahi parken u shoppen, auch wenn sich das nachnadam roese nie ausgehen kann.

genau das wollen die leute

"genau das wollen die leute"

Vor allem wollen die Leute ein besseres Deutsch lesen!

Re: "genau das wollen die leute"

witzvogel, ev liegen doe rechtschreibfehler an der kl
smartphonetastatur,
viel spass beim weiterparken auf der tangente

scheinbar haben sies doch noch mit muehe derlesen ;-)))

"...scheinbar..."

Auch den Unterschied zwischen "scheinbar" und "anscheinend" erkennt halvarvonflake nicht!

0 0

Re: "...scheinbar..."

Erklär bitte!.

Re: Re: "...scheinbar..."

In den meisten Fällen, in denen scheinbar gebraucht wird, ist in Wirklichkeit anscheinend gemeint. Die beiden Wörter sind keinesfalls gleichbedeutend.

"Anscheinend" drückt die Vermutung aus, dass etwas so ist, wie es zu sein scheint: Anscheinend ist der Kollege krank, anscheinend hat keiner zugehört, anscheinend hat der Chef mal wieder schlechte Laune.

"Scheinbar" hingegen sagt, dass etwas nur dem äußeren Eindruck nach, nicht aber tatsächlich so ist: Scheinbar interessierte er sich mehr für die Nachrichten (in Wahrheit wollte er bloß seine Ruhe haben); scheinbar war der Riese kleiner als der Zwerg (weil der Zwerg ganz weit vorne stand und der Riese ganz weit hinten); scheinbar endlos zieht sich die Wüste.

Re: Re: "genau das wollen die leute"

lern' deutsch, du Bildungsferner

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Konrad, du Duden
23.09.2012 15:12
1 4

Re: Re: Re: "genau das wollen die leute"

Jetzt sind sie über sich selbst gestolpert,
denken sie ganz langsam nach, nicht hyperventilieren, scheinbar und anscheinend;-)

PS, was hat das mit der Tatsache zu tun, dass zu viele, zu blöde zu verstopft mit dem auto rumdüsen.???

stellen sie sich doch in der Früh auf die Tangente, beobachten sie, versuchen sie zu denken, falls sie das können, fotografieen sie, denken wieder,
dann kaufen sie sich noch 3 autos

"stellen sie sich doch in der Früh auf die Tangente..."

Stellen Sie sich bitte selbst "auf die Tangente", und lassen Sie sich überrollen!

Re: "stellen sie sich doch in der Früh auf die Tangente..."

war das ein outing ihrer intelligenz?

nur nebstbei: das thema war: wie kann der individualverkehr, den europàische stàdte nicht mehr aufnehmen kônnen, eingedàmmt werden.

jedenfalls nicht, indem alle bewohner ûber ein auto verfûgen und in der stadt die wege damit erledigen.

hostmi?

"..outing ihrer intelligenz?"????

Man kann sich oder andere outen.
Dass sich auch die Intelligenz outen kann geht nur wenn die Intelligenz sehr intelligent ist!

Antworten Antworten Gast: Was die Grünen wollen!
22.09.2012 18:33
12 2

Re: Re: Wer stoppt den Grünen Alptraum?

Die systematische und gewaltsame Zerstörung des öffentlichen Nahverkehrs, eines Dings das mehr als 120 Jahre trotz zweier Kriege und Bomben bewiesen hat, das es mehr als gut in der Lage war, den Großteil des Verkehrs zu bewältigen.

Darauf läuft der gesamte Aktionismus auch hinaus, das herausreißen der Sitzbänke in den Straßebahnen erfolgt ja auch im Hintergedanken künftig auch hier den Radtransport zu erlauben, mit dem Ziel die Benutzer hin zum Auto zu vertreiben!

Und unter diesem Aspekt gesehen wird die grüne Verkehrspolitik und deren Ziel auf einen Schlag sehr klar zu erkennen!

Antworten Antworten Antworten Gast: gäst
22.09.2012 20:22
1 7

Re: Re: Re: Wer stoppt den Grünen Alptraum?

Das absurdeste was zu der Debatte bisher zu lesen war.

19 3

"Begegnungszonen"

Wem solch ein Schwachsinn einfällt. Den Grünen muss den ganzen Tag ja saufaad sein...

Gast: Johann S
22.09.2012 15:32
1 1

Der

legendäre Radfahrbeauftragte,Herr Blum,kann mit Fug und Recht,als Liebling aller Verkehrsteilnehmer angesehen werden.
Hat es sich auch verdient.

Gast: meinung123
22.09.2012 13:42
11 2

luxusprobleme der grünen

Ist ja schön das eine Partei, die sich gerne ernstgenommen sieht, einen derart wichtigen Erfolg (Achtung Ironie!) medial so ausschlachtet. Hab seit dem Abgang von VDB noch keinen sinnenhaften Beitrag der Grünen zu wirklichen Problemen des Landes mitbekommen..

Gast: meinung123
22.09.2012 13:41
5 1

luxusprobleme der grünen

Ist ja schön das eine Partei, die sich gerne ernstgenommen sieht, einen derart wichtigen Erfolg (Achtung Ironie!) medial so ausschlachtet. Hab seit dem Abgang von VDB noch keinen sinnenhaften Beitrag der Grünen zu wirklichen Problemen des Landes mitbekommen..

Gast: Ich bin beruhigt!
22.09.2012 13:25
5 1

Die Welt wird doch noch gerettet...

Die Radfahrer retten ebenso die Welt wie die Energiesparlampen und die Smartstromzähler, sowie die Umweltabgabe für Energieschleudern...

Damit unsere Kinder auch morgen noch durchatmen können, in einer Welt die allen die gleiche Chance geben, mit der neuen Mittelschule und der Abschaffung des Unterstufen-Realgymnasiums!

Re: Die Welt wird doch noch gerettet...

Radfahrer entschleunigen die Welt und leben gesünder als Tiefergelegte

 
12