Wien. Das beliebteste Bad der Stadt ist unangefochten das Gänsehäufel (496.510 Besuche), vor dem Kongressbad (308.204 Besuche) und dem Simmeringer Bad (165.000 Besuche). Bemerkenswert ist ein Trend: Das Gänsehäufel hat heuer den größten Einbruch seit Jahren und gegenüber 2011 rund 28 Prozent weniger Badegäste verzeichnet. Die Ursache dafür ist unbekannt. Gewinner der heurigen Saison ist dagegen das Angelibad. Es konnte ein Plus von fast 50 Prozent auf 113.000 Besuche verbuchen.
In Summe war es für die Bäder ein guter Sommer. Genau 2.607.719 Besuche wurden in den städtischen Bädern verzeichnet. Das sind zwar um rund fünf Prozent weniger als 2011, trotzdem rangiert die heurige Saison auf Platz fünf der Bestenliste, die seit 1945 geführt wird. Und das, obwohl mit 101 Schlechtwettertagen überdurchschnittlich viele Badetage ins Wasser fielen. Als bestes Jahr in der Geschichte der Stadt gilt noch immer das Jahr 2003, als rund 3,1 Millionen Besuche gezählt wurden. Am größten war der Andrang heuer in der ersten Juliwoche. Rund 380.000 Wiener stürmten die öffentlichen Bäder. Nebenbei: Trotz der Hitze verzeichnete auch die Therme Wien ein Plus. Im Juni wurde die dritthöchste Besucherzahl seit Beginn der Sommeraufzeichnungen registriert. Wochentags lagen die Besucherzahlen zwischen 1500 und 1800 Gästen, am Wochenende waren es bis zu 3600 Gäste. Die Sommerauslastung wurde damit auf rund 65 Prozent erhöht.
Naturgemäß hängen die Besucherzahlen der Bäder vom Wetter ab. Und der Sommer 2012 war ein Sommer der Extreme – viel Hitze, massive Regenfälle und Hagel. Und auch deutlich (fast zwei Grad) wärmer als im Durchschnitt. Erst zweimal in der 246-jährigen Geschichte der Temperaturaufzeichnungen in Österreich war es im Juni, Juli und August noch heißer – nämlich 1992 und 2003. Vor allem der Osten und Südosten Österreichs lagen laut Ubimet nah an der europäischen Hitzeglocke, und entsprechend hoch war auch die Anzahl der heißen Tage mit mehr als 30 Grad von Mitte Juni bis Ende August. In Summe gab es in Wien laut ZAMG 35 Hitzetage – 15 mehr als im langjährigen Schnitt. Die höchste Temperatur wurde in Andau (Burgenland) mit 37,9 Grad gemessen, nach Neusiedl (37,8 Grad) kommt bereits die Wiener Innenstadt (37,7 Grad). Dort wurde auch der höchste Mittelwert des Sommers gemessen – 22,6 Grad.
Hitze, Unwetter, Muren
Der Sommer 2012 war allerdings auch durch Unwetter und Überschwemmungen gekennzeichnet. Vor allem in der Obersteiermark gab es um bis zu 60 Prozent mehr Regen als sonst – konzentriert auf wenige Tage. Der Juli geht als einer der nassesten und unwetterreichsten Monate der letzten Jahre in die Geschichtsbücher ein. Herausragend waren zum Beispiel der 8. Juli im Tiroler Unterland mit bis zu 8 cm großen Hagelschloßen oder auch die schweren Unwetter und Murenabgänge vom 19. und 20. Juli mit katastrophalen Auswirkungen besonders im Bezirk Liezen.
Die städtischen Bäder haben eine gute Saison hinter sich: 2.607.719 Besuche wurden im Sommer verzeichnet. Das sind zwar um rund fünf Prozent weniger als 2011, trotzdem ist die heurige Saison die fünftbeste seit 1945. Das Gänsehäufel blieb zwar das beliebteste Bad der Stadt, hat aber 28 Prozent weniger Gäste empfangen als 2011.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.09.2012)
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