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Autobahn-Toilettenstreit geht in nächste Runde

24.09.2012 | 08:42 |   (DiePresse.com)

23 Raststätten- und Tankstellenbetreiber verlangen noch immer „freiwillige Spenden“ für die Benutzung ihrer Toiletten. Die Asfinag droht neuerlich mit Klagen.

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Wien/Ag./Cim. Die kleinen Geschäfte entlang der Autobahnen sorgen für großen Ärger: Eigentlich, so sehen es die Verträge zwischen Autobahnbetreiber Asfinag und ihren Pächtern vor, dürften die Betreiber der Tankstellen und Raststationen nichts für die Benutzung der Toiletten verlangen. Nach wie vor stehen aber vor den Toilettentüren an 23Raststätten kleine Schälchen mit dem Hinweis auf eine Gebühr oder eine „freiwillige Spende“. Diese Spende sei, wenn ein Mitarbeiter danebensitzt und der Hinweis, die Benutzung sei kostenlos, fehlt, nicht freiwillig. Die Asfinag erwägt nun neuerlich zu klagen.

Kurz zur Vorgeschichte: Im Sommer hatte die Asfinag die Betreiber von zwei Rast- bzw. Tankstellen geklagt, weil diese „freiwillige Spenden“ für die Benutzung ihrer Toiletten verlangt hatten. Das Gericht gab der Asfinag recht: Das offensive Spendensystem schaffe eine „Zwangssituation“ und sei daher einzustellen. Zumal es in den Pachtverträgen geregelt sei, dass der Zugang zu den Toiletten, unabhängig davon, ob konsumiert oder getankt wurde, gratis sein müsse.

 

„Gelbe Karte“, dann die Klage

In 129 von 152 Raststationen sei das System nun abgestellt worden, das habe jüngst eine Kontrolle ergeben. Asfinag-Vorstand Klaus Schierhackl spricht nun von einer „Gelben Karte“ für jene Betriebe, die nach wir vor Gebühren verlangen. Stellen sie das System nicht ein, werde die Asfinag klagen. Bei den 23 Betrieben handle es sich besonders um jene entlang der von Urlaubern häufig frequentierten Routen Südautobahn und Tauernautobahn, sagt Asfinag-Sprecher Christoph Pollinger. Besonders bei Eni-Tankstellen in Kärnten sei eine „gewisse Häufigkeit“ zu beobachten. Der Konflikt um die 20 oder 50 Cent Toilettengebühr klingt kleinlich, aber es geht um erhebliche Summen.

 

Reinigung koste tausende Euro

Der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMÖ) hält der Forderung nach Gratistoiletten entgegen, die Reinigung koste an hoch frequentierten Strecken – dort wird eine Toilette von bis zu 2000 Menschen pro Tag besucht – bis zu 100.000 Euro pro Jahr. Während der Verband zuletzt noch für ein Gebührensystem eingetreten ist, schwenken die Pächtervertreter nun um: „Eines ist bereits fix: Die Benutzung der Toilettenanlagen auf Autobahntankstellen bleibt für alle Kunden weiterhin kostenlos.“ Wie eine Lösung aussehen könnte, ließ der Verband aber offen.

Viele Betreiber von Tankstellen und Raststationen haben die Reinigung der Toiletten bisher an Fremdfirmen vergeben, die sich ausschließlich über „Spenden“ finanziert haben. Beim Einheben dieser sei es, so heißt es bei der Asfinag, vermehrt zu „Fällen von psychischem und im extremen Fall sogar von physischem Druck“ gekommen. Grundsätzlich aber versperrt sich die Asfinag nicht gegen Spenden als Gegenleistung für die Toilettenbenutzung. Nur müssten diese tatsächlich freiwillig sein. Eine Schale voller Münzen neben einem Mitarbeiter des Reinigungspersonals, der diese Münzen am Eingang hütet, sei nicht zulässig. „Eine Variante wäre ein Schild mit einem ausdrücklichen Hinweis, dass die Benützung der Toiletten gratis ist, man sich aber über Trinkgeld freue“, sagt Pollinger.

Spenden: ja, betteln: nein

So ein Schild steht nun beispielsweise vor dem Eingang zur Toilette der Autogrillraststätte an der Ostautobahn bei Göttlesbrunn, über die es laut Asfinag zuvor besonders viele Klagen gegeben habe. Während der Musterprozess dort Wirkung gezeigt hat, sei das 40 Kilometer weiter, in Nickelsdorf, an einer Shell-Tankstelle offenbar nicht der Fall gewesen. Von Shell hieß es, man habe die Pächter seit der Musterklage angewiesen, die Anforderungen der Asfinag zu erfüllen. Allerdings stelle sich die Frage, wie man Toiletten sauber halten soll, wenn sich die Putzfrau dort nicht aufhalten dürfe. Aber man sei an einer „kundenorientierten, einheitlichen“ Lösung interessiert.

Und was rät die Asfinag Kunden, die eine Aufforderung zur freiwilligen Spende einfach ignorieren wollen? „Eigentlich kann man das, aber es ist manchmal schwierig, es gibt psychologische, menschliche oder moralische Situationen, die das vielen Kunden schwer machen“, sagt Stefanie Grafenauer von der Asfinag.

Faktbox

(APA)

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22 Kommentare

Die Asfinag sollte sich an der Nase nehmen

Die wohl schmutzigste WC-Anlage habe ich bei
einem Asfinag-Parkplatz an der Inntal-Autobahn
erlebt. Ich würde der ASFINAG jede Kompetenz
zu diesem Thema absprechen. Das Modell der deutschen Autobahnen scheint mir sehr geeignet.


Gast: Bauer K
24.09.2012 20:51
1 0

Auch in den U Bahn Toiletten gehört der Unfug abgestellt

Auch hier lauern wie auf den Autobahnraststätten aufdringliche Gestalten um zu einer unfreiwilligen Spende zu animieren.

Gast: freilandbrun*er
24.09.2012 19:32
0 2

warum ist damenlulu teurer?

wenn männer und frauen bezahlen müssen, ist es ok. abschaffen sollte man jene sanitären ungleichheiten, wo nur frauen zur kasse gebeten werden.

Re: warum ist damenlulu teurer?

ich schick ihnen eine anatomielehrbuch, bitte ihre adresse ;-)

Die Kosten für die Reinung können bis zu 100.000 Euro

Super! Ich geh bei der Firma ein Jahr lang Klo putzen und zahl locker meine Wohnung ab!

Re: Die Kosten für die Reinung können bis zu 100.000 Euro

Ich bewerbe mich gleich mit. 100.000 € (wurscht ob vor oder nach Steuern bzw. mit oder ohne Häuslpapier) Jahresgehalt fürs Häuslputzen - wofür hab ich studiert, wenns die lukrativsten Jobs auch ohne Ausbildung gibt.

Die Asfinag erwägt nun weitere rechtliche Schritte

Nun, wie schauen die Verträge aus?

Man erwägt. Also schiebt man das Problem auf die lange Bank - zumindest kommt es so rüber.

Zurück zum Thema Vertragsinhalt: Steht was anderes in den Verträgen, dann muss die Asfinag die Verträge kündigen.

Ich denke, solche Kündigungsschreiben wirken Wunder. Auch wenn man mit Kanonen auf Spatzen schießt.

1 1

Re: Die Asfinag erwägt nun weitere rechtliche Schritte

Wegen einer Mini-Klausel gleich den ganzen Vertrag kündigen??

Sie haben keine Ahnung von Recht, also lieber mal still sein.

Re: Re: Die Asfinag erwägt nun weitere rechtliche Schritte

Und SIE können anscheinend nicht zu Ende lesen!

Für die Pächter sei vor allem die große Zahl an Reisenden belastend, die ausschließlich das WC aufsucht - und nichts kauft

Diese Problem ließe sich mit einem Gutschein-System lösen.

Das Betreten der Toiletten kostet einen Euro pro Person und als Beleg bekommt man einen Gutschein in gleicher Höhe, der an allen Raststätten (30 Jahre ab Ausstellungsdatum) eingelöst werden kann.

Gast: dereisernefelix
24.09.2012 10:53
6 1

die asfinag ..

soll endlich die ganzen gesperrten parkplätze wieder aufmachen, wo man in ruhe und gratis hinter eine staude pinkeln kann.

Antworten Gast: yoshi1
24.09.2012 12:31
3 2

Re: die asfinag ..

Na bumm.. bei hunderten Notdürftigen pro Tag wird die Vegetation sehr rasch dem Gestank weichen.

Gast: Pips
24.09.2012 09:20
11 7

Was

ist schlecht daran wenn man gegen ein paar Cent ein gepflegtes "Häusl" auffindet? Wäre kein Reinigungspersonal, könnte man ein Klosett nach einer halben Stunde nur mehr mit Besen und Schaufel und Handschuhen betreten. Ausserdem, wenn das WC-Personal das "Trinkgeld" nicht bewacht, gibts keines! Denn bei dem Gesindel das sich derzeit herumtreibt sind die Teller im Minutentakt abgeräumt. Die Leute stehlen doch alles was nicht niet- und nagelfest ist.

Antworten Gast: yoshi1
24.09.2012 12:34
4 0

Re: Was

1. Schließe ich mich den Vorpostern an, die Preise der Raststätten sind horrend und dennoch gibt es sehr wohl massenweise zahlende Kundschaft am laufenden Band!

2. Zum stehlen: Was hindert die Betreiber daran anstatt einem Teller eine fix montierte Box mit Einwurfschlitz hinzustellen?

Antworten Gast: zupoq
24.09.2012 11:55
6 0

Re: Was

Die Gebühr hat man als Vignettenbesitzer bereits entrichtet. Solange die Autobahnraststätten schwarze Zahlen schreiben, sollen sie das Gejammer einstellen. Typisches Gierschlundverhalten... Kunden am Laufband serviert bekommen und sich darüber aufregen, dass Leute das WC gratis benutzen dürfen.

Re: Re: Was

dem kann man nur zustimmen. es ist eine Frechheit für etwas bezahlen zu müssen, f. was man schon bezahlt hat. diese Pächter die nach wie vor etwas verlangen sollten veröffentlicht werden damit man sie in Zukunft meidet.

Antworten Antworten Gast: Pips
24.09.2012 15:56
4 3

Re: Re: Was

Es muss ja keiner hingehen. Ist ja freiwillig. Man kann sich auch auf einem Parkplatz ins Häusl setzen. Was? Das will keiner, weil´s dreckig ist. Ah so? Lustige Ansicht eines Verwirrten: Sollen die Betreiber rote Zahlen schreiben um eine Daseinsberechtigung zu haben? Die Differenz zahlt dann der Steuerzahler.Gell! So ticken ÖGBler oder GenossInnen.

Re: Re: Re: Was

in den verträgen steht, dass die betreiber die toiletten gratis zur verfügung zu stellen haben, dafür bekommen sie die exklusiven und gewinnbringenden standorte an den autobahnen. diskussion erledigt.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Pips
24.09.2012 17:11
2 3

Re: Re: Re: Re: Was

Tatsächlich? Steht es in den Verträgen, dass die Betreibung der Raststätten gewinnbringend und lukrativ ist? Verbindlich? So einen Vertrag hätte ich in meiner fast 40 -jährigen Unternehmertätigkeit erträumt. Da hab´ ich wahrscheinlich etwas versäumt.

Re: Re: Re: Re: Re: Was

in den verträgen ist festgelegt, dass die betreiber diese und jene standorte betreiben dürfen, unter anderem mit der voraussetung, dass die toiletten gratis angeboten werden müssen.
OB das gewinnbringend ist, haben die betreiber selbst zu kalkulieren.
DASS das gewinnbringend ist, ist ein faktum.

Re: Was

Die Pächter haben in einem Vertrag mit der ASFINAG zugesagt, Toiletten kostenlos zugänglich zu machen. Im Gegenzug haben sie einen äußerst attraktiven Standort, an dem sie deutlich erhöhte Preise verlangen können. Klingt für mich nach einem guten Geschäft.

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Re: Was

Die Klos müssen gepflegt sein und dürfen nichts kosten sonst machen die Leute ins Grüne. Verstehen Sie das nicht?