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Grabschen in Öffis? „Das ist Gewalt!“

26.09.2012 | 18:16 |  CHRISTINE IMLINGER (Die Presse)

Regelmäßig melden sich Frauen nach Fällen von sexueller Belästigung in der Öffentlichkeit beim Frauennotruf. Das Unrechtsbewusstsein wächst. Aber nicht alle Stellen scheinen für die Thematik sensibilisiert.

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Wien. Klar, Wien ist sicher. Kaum ein Viertel, in dem Frauen nicht jederzeit allein spazieren können, fürchten müssten, in eine Ecke gezerrt zu werden. Aber doch, sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum scheint ein Problem zu sein, ergab ein Forschungsprojekt des Instituts für Verkehrswesen der Boku („Die Presse“ berichtete). Beim Frauennotruf der Stadt melden sich regelmäßig Frauen, die man in der Öffentlichkeit belästigte. Denen beim Verlassen eines Lokales jemand nachging, die bedrängt wurden. „Manchmal geht es ums Anmachen, um unerwünschtes Nahekommen, auch in öffentlichen Verkehrsmitteln“, sagt Marion Gebhart, die Leiterin der Frauenabteilung der Stadt (MA 57).

Viele Frauen rufen an, nachdem sie einige Male belästigt wurden und sagen: „Jetzt reicht's!“ Und bitten um Tipps für solche Situationen. „Wichtig ist, klar und laut zu sagen, was nicht in Ordnung ist. Viele gehen weg und bleiben unauffällig. In der U-Bahn sollte man laut sagen: ,Nehmen Sie Ihre Hand von meinem Oberschenkel!‘“, rät Gebhart. Wehrt das Täter nicht ab, solle die Frau andere Fahrgäste laut und direkt ansprechen und bitten, die Polizei zu rufen. Mehrmals pro Monat, so Gebhart, melden sich Frauen beim Notruf, die in der Öffentlichkeit von Fremden belästigt werden. Freilich deckt das nicht die Mehrzahl der Beschwerden ab, die meisten Anruferinnen sind Opfer massiverer Gewalt. Und in neun von zehn Fällen sexueller Gewalt kennen einander Opfer und Täter. Beim Notruf melden sich die meisten, „wenn es ernst wird“. Aber wann ist es ernst? Wo liegt die Grenze zwischen Annäherungsversuchen und Belästigung? „Wir sagen Frauen, sie sollen auf ihr Bauchgefühl hören.“ Gehe es um Grabschen in der U-Bahn „ist für uns klar: Das ist Gewalt.“

Das Unrechtsbewusstsein, so Gebhart, wachse aber. Vor allem bei jungen Frauen, bei älteren Frauen beobachte sie eher Unsicherheit. Klar ist: Werde man auf der Straße bedrängt, im Taxi belästigt, ist man auch bei der Polizei richtig, so Polizeisprecher Johann Golob. Diese kläre, um welches Delikt es sich handle, forsche auch Täter aus und vermittle – wenn nötig – psychologische Betreuung. Unter der Annahme, „harmlose“ Übergriffe würden nicht ernst genommen, solle man den Gang zur Polizei nicht scheuen. „Viele Polizisten nehmen sich dieser Fälle sehr ausführlich an“, berichtet Gebhart.

 

Offenbar nicht alle Stellen sensibilisiert

Aber nicht alle Stellen scheinen für die Thematik Belästigung sensibilisiert. Eine Leserin berichtet, sie sei mit dem Versuch, sich nach verbaler sexueller Belästigung durch einen Taxilenker zu beschweren, gescheitert. Telefonisch habe man sie bei der Innung gebeten, den Fall schriftlich zu schildern und inklusive Rechnung an die Beschwerde-E-Mail-Adresse zu schicken. Von dort habe sie, auch nach der Bitte um eine Empfangsbestätigung, nie gehört. Die Taxiinnung der WKW war dazu für keine Stellungnahme bereit.

Gebhart rät besorgten Frauen, eine Taxilenkerin anzufordern oder in Situationen, in denen man sich unsicher fühlt, zu telefonieren und durchzusagen, wo man sei und vorzugeben, man werde erwartet. Eine Sprecherin der Wiener Linien rät, sich bei öffentlichen Verkehrsmitteln in die Nähe des Fahrers zu setzen oder sich per Notrufstelle (in U-Bahnen oder auf Bahnsteigen) mit Fahrer oder der Zentrale in Verbindung zu setzen.

Service

Tipps und Hilfe erhalten Frauen, die in der Öffentlichkeit bedrängt wurden, etwa beim Frauennotruf der Stadt unter 01/1 71 71 9 oder per E-Mail unter frauennotruf@wien.at.
Wer von einem Taxilenker belästigt oder bedrängt wurde, kann sich bei der Taxiinnung der Wiener Wirtschaftskammer unter 01/514 50 3617 oder taxi.mietwagen@wkw.at melden. Die Wiener Linien raten Fahrgästen, die sich bedrängt fühlen, den Notruf in den U-Bahnen oder in den Stationen zu betätigen oder sich an die Fahrer zu wenden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.09.2012)

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272 Kommentare
 
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Bauchgefühl

Ich fühle mich sehr oft sexuell belästigt. Da laufen Mädels/Frauen in knappen Minis, tief dekolletiert und bauchfrei durch die Stadt. Obwohl ich das als Mann (bei hübschen Mädeln und Frauen) durchaus schön finde, handelt es sich hiebei natürlich auch um sexuelle Belästigung meiner Person. Ich werde hier auf sexuelle Gedanken gebracht, auch wenn ich das nicht möchte.

Gehen sie zB. als Lehrer in eine höhere Schule, sehen Sie sich die Mädels in provokanter Kleidung einmal an, aber wehe der Blick dauert um eine Sekunde zu lange. Dann haben ja gleich SIE die Mädchen (welche bewusst mit ihrem Outfit provozieren wollen) belästigt.

Re: Bauchgefühl

Was für Vollspasten hier eine Plattform gegeben wird!
Ich würde eine Therapie anraten, wenn sich dieser Verfasser nicht mehr im Griff hat, sobald er hübsche Frauen sieht. Zudem wage ich die Vermutung, dass ihm eine sorgfältigere Auswahl seiner Garderobe nicht schaden würde, sind es doch immer die unattraktivsten Männer die sich selbst optisch völlig gehen lassen, die beim Anblick von Frauen in Sommerkleidung völlig durchdrehen.

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Re: Bauchgefühl

Mann sollte sich als erwachsener Mann vielleicht auch a bissi besser im Griff haben und/oder vielleicht seine Sexualität ausleben. Dann kämen Sie vielleicht nicht immer auf "sexuelle Gedanken" wenn eine Frau im Sommer mit Rock rumläuft.

Antworten Antworten Gast: Störrisch...
08.10.2012 16:01
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hm...

..bin selbst weiblich...Röcke (knielang) und etwas Ausschnitt sind ja kein Problem, aber wenn der Rock/Hot pants gerade den Popo bedeckt oder halt gerade nicht, darf sich keine Frau wundern, da sie ja mit den weiblichen Reizen arbeitet und diese bewusst zur Schau stellt, dass Männer drauf reagieren (das sollte jeder Frau/jedem Mädchen klar sein, dass Männer so konstruiert sind, dass sie leicht auf visuelle Reize reagieren)

Gast: ZARA
27.09.2012 18:45
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Man muss ja nur in die Frauenhäuser schauen. Da sieht man was "Mann" anrichtet.

Und immer sinds alle unschuldig.
Es fängt bei der Erziehung an. Man muss die Söhne auf die Unrechtmäßigkeit hinweisen, die in jedem Mann schlummert.
Man muss einfach die Kriminalstatistik ansehen. Eigentlich auch nur Männer.

Antworten Gast: killerin
28.09.2012 13:32
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Re: Man muss ja nur in die Frauenhäuser schauen. Da sieht man was "Mann" anrichtet.

sie haben völlig recht männer sind 95% sexualtriebgesteuert und verstehen halt nur die gewalt als sprache.
man bekommt den eindruck, als seien die letzten 20 millionen jahre der evolution nur den frauen passiert.

Antworten Gast: phj
27.09.2012 20:58
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Re: Man muss ja nur in die Frauenhäuser schauen. Da sieht man was "Mann" anrichtet.

In jedem Mann schlummert eine Unrechtmäßigkeit ?
Ich glaub Sie ticken nicht richtig.

Re: Re: Man muss ja nur in die Frauenhäuser schauen. Da sieht man was "Mann" anrichtet.

Bitte nicht ernst nehmen, das ist Gast: ZARA ;).

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Re: Man muss ja nur in die Frauenhäuser schauen. Da sieht man was "Mann" anrichtet.

Das ist nicht wahr. Physische Gewalt zwischen Frauen und Männern ist etwa gleich hoch. Es sterben zusätzlich fünfmal mehr Männer als Frauen an Vergiftungen im Haushalt. Die Männer sind also erheblich stärker betroffen.

Diese weinerlichen Emanzengeschichten glaubt mittlerweile niemand mehr.

Re: Man muss ja nur in die Frauenhäuser schauen. Da sieht man was "Mann" anrichtet.

unreflektierte 0815 Antwort.

erstens gibt es mehre Studien die Belegen, das häusliche Gewalt von beiden Seiten ausgeht, hier eine Bibliographie:

http://www.csulb.edu/~mfiebert/assault.htm

und wieso nichts auf wikipedia steht:

http://genderama.blogspot.de/2012/08/wikipedia-wie-feministinnen-hunderte.html

zweitens ist die Bevorzugung der Frauen vor Gericht nicht zu verachten.

drittens ist Gewalt gegen den Mann lustig.

http://www.youtube.com/watch?v=5rkl_oLSKQc

http://www.youtube.com/watch?v=LlFAd4YdQks

auf englisch.


volle Zustimmung

Danke für das Aufzeigen und die Mühe!

Gast: ZARA entblößt sich zwar wieder selbst allerdings darf man diesen Unsinn nicht unwidersprochen stehen lassen.

Positiv bewertet.

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Re: Re: Man muss ja nur in die Frauenhäuser schauen. Da sieht man was "Mann" anrichtet.

Ja, das ist halt Wikipedia. Und beim Bombenangriff auf Dresden 1944 gab es 15.000-25.000 Opfer. Wikipedia ist einfach ein Propaganda-Medium.

Na,wenn

die Damen so mit ihren Popscher'l wackeln........

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"Nehmen Sie Ihre Hand von meinem Oberschenkel!"

Dürfte bei den heute üblichen Oberschenkeln, die eineinhalb Sitze einnehmen und von der angeekelten Umwelt lediglich durch Leggings isoliert sind, schwierig sein.

Re: "Nehmen Sie Ihre Hand von meinem Oberschenkel!"

Na geh, Sie können ja auch aufstehen. Ich sitze in den Öffis auch nicht neben ungustiösen Menschen, vor denen mir graust.

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Re: Re: "Nehmen Sie Ihre Hand von meinem Oberschenkel!"

Solche Oberschenkel sollten Männer auch als sexuelle Belästigung sehen. Ich finde, Männer sind viel zu gutmütig.

Re: Re: Re: "Nehmen Sie Ihre Hand von meinem Oberschenkel!"

Die sind höchstens belästigend fürs Auge ;). Aber es ist ja auch nicht gerade so, dass alle Männer, die in den Öffis fahren, wandelnde Adonisse wären.

Antworten Gast: nina blum
27.09.2012 18:56
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Re: "Nehmen Sie Ihre Hand von meinem Oberschenkel!"

Sie als Mann sind eh nicht gemeint.
Ihr netter Bierbauch und die pomadegepflegte Ganzglatze sieht ja die Welt eher verzerrt. Wegen der Aschenbecherbrillen, dem Geifer in den Mundwinkeln und der Kronenzeitung mitSeite 5.

Super,

Seitdem der Novak hier das Sagen hat, liest man nichts mehr über den Kampf gegen Genitalverstümmelung gegen männliche Kinder. Nur mehr sexistische Hetzartikel erscheinen! Hauptsache, es gibt Inserate vom Faymann.

Nicht zu vergessen ...

... die Ohrlochverstümmelungen!

liebe

Qualitätszenur wo sind meine Postings ...?

Warum muss man sich als Mann eigentlich alles gefallen lassen?


Gast: Üzgyr Y.
27.09.2012 09:56
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Wer Fraun nicht respekt, der ist echt schlimm. Österreicher, die betrunken sind, machen es oft.

In Bar, in Discos, in der Nachtschicht und so.
Man muss die Fraun schon regelrecht verstecken.

Antworten Gast: 12345
27.09.2012 12:11
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Re: Wer Fraun nicht respekt, der ist echt schlimm. Österreicher, die betrunken sind, machen es oft.

...unterm Kopftuch?

Gast: Wasserlaeufer
26.09.2012 22:48
18 8

Na wer draengt sich bei so einem

Forschungsprojekt des Instituts für Verkehrswesen der Boku immer in die erste Reihe?

Dreimal duerft ihr raten!

So ein Thema ist doch "das Emanzenthema".

Wer das nicht durchschaut, der ist wirklich auf
der Nudelsuppe dahergeschwommen.

Da kommen dann Frageboegen die
jeden Mann zum Sexualstraftaeter machen.

z.B.: " Vergewaltigen sie noch immer Frauen?"

Nur "Ja" oder "Nein" ist als Antwort moeglich.


Gast: Kurz H
26.09.2012 21:30
3 1

nicht nur in Öffis schlagen sie zu

http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,974587

Gast: Gast01
26.09.2012 20:53
15 1

Zum Lachen!

"Klar, Wien ist sicher. Kaum ein Viertel, in dem Frauen nicht jederzeit allein spazieren können, fürchten müssten, in eine Ecke gezerrt zu werden."

Wer's glaubt.

 
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