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Drogentod in Österreich: Hauptursache "Mischkonsum"

01.10.2012 | 09:54 |   (DiePresse.com)

177 Menschen sind im Vorjahr in Österreich - durch Obduktion belegt - an Drogen-Überdosierungen gestorben. Allerdings gibt es immer weniger Obduktionen.

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Im vergangenen Jahr sind in Österreich durch Obduktion belegt 177 Menschen an Suchtgift-Überdosierungen gestorben. Das sind um sieben weniger als im Jahr davor. Keine Obduktionsberichte gab es vergangenes Jahr bei zusätzlich 24 wahrscheinlichen "suchtgiftbezogenen" Todesfällen (2010: 17), was die Zahl der Opfer auf 201 steigen lassen könnte (2010 wären es dann 187 gewesen). Dies geht aus dem aktuellen Bericht hervor, den das Österreichische Bundesinstitut für Gesundheit im Auftrag des Gesundheitsministeriums erstellt hat.

Wesentliche neue Trends sind laut dem Report nicht erkennbar. Allerdings macht den Experten der Rückgang der Obduktionsraten Sorgen: "Es gilt, dem Trend sinkender Obduktionsraten bei Verdacht auf einen suchtgiftbezogenen Todesfall entgegenzuwirken." Diese Problematik gilt allerdings eigentlich für alle Todesursachen in Österreich.

In 95 Prozent der Fälle waren im Jahr 2011 Opiate am Versterben der Drogenkonsumenten beteiligt. Dieser Anteil schwankte zwischen 2007 und 2010 jeweils zwischen 97 und hundert Prozent. Alle diese Zahlen unterliegen im Laufe der Jahre gewissen Veränderungen.

Mischkonsum als Hauptproblem

Weiterhin am tödlichsten ist der Mischkonsum verschiedener Suchtgifte. Hier sind Opiate plus Medikamente und Alkohol die größte Gefahr. Im Jahr 2011 galt das für 151 der insgesamt 170 Drogentoten, bei denen spezielle toxikologische Untersuchungen durchgeführt wurden (89 Prozent; 2010: 92 Prozent). Das altbekannte Drogenersatzmittel Methadon wurde in 30 Fällen nachgewiesen, andere Opiate wie Codein oder Bupremophin in 39 Fällen. Bei sechs Verstorbenen wurden Designer-Drogen (vor allem Cathinonderivate) nachgewiesen.

Der Drogentod ist in Österreich "männlich". "24 Prozent der Verstorbenen (verifizierte Fälle) sind weiblich, 32 Prozent waren zum Zeitpunkt des Todes unter 25 Jahre alt", schrieb das Autorenteam des Berichts unter Charlotte Wirl.

Wien vor westlichen Bundesländern

Unter den Bundesländern liegt bei der Häufigkeit von tödlichen Überdosierungen pro 100.000 Einwohnern im Alter zwischen 15 und 64 Jahren im Jahr 2011 die Bundeshauptstadt Wien mit knapp unter sieben (inklusive Nichtobduzierte Verdachtsfälle: etwas über acht) an der Spitze. Dann folgen Tirol mit knapp unter fünf Opfern pro 100.00 Einwohner und Vorarlberg (statistisch etwas mehr als drei pro 100.000).

Ein Problem akuter Drogenüberdosierungen liegt auch darin, dass sie oft im privaten Bereich erfolgen und - aus Angst vor Polizei etc. - medizinische Hilfe zu spät gerufen wird. 2011 wurden 79 Prozent der Todesfälle in Wohnungen registriert. 2010 waren es 73 Prozent gewesen. Eine allfällige Verdrängung Drogenkranker aus der Öffentlichkeit könnte demnach für die Risikogruppen negative Folgen haben.

(APA)

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39 Kommentare
 
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Gast: Korruptologe
01.10.2012 15:08
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Statistiken in Österreich sind oft wie (höchst unreine) Drogen, und Politiker bzw. von der Politik ernannte Beamte sind die Dealer.

man obduziert weniger

und schon hat man eine jubelmeldung "weniger drogentote in österreich". ist schon eigenartig dieses sich-selbst-belügen als permanenten teil unserer kultur nicht loszuwerden.

Gast: Erfahrener Mischkonsument
01.10.2012 13:45
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ein näschen, ein gläschen

und alles wird einfach.

Gast: zetto
01.10.2012 13:16
2 1

Normaler österreichischer Mischkonsum:

Leberkas, Stelzn und Bier.

Dauert länger, aber die letale Wirkung ist ebenfalls garantiert.

Wie wäre es mit Straffreiheit bei Selbstanzeige...

...und Einholen ärztlicher Hilfe? Wir lassen die verrecken, weil sie sich nicht zum Arzt trauen und der Drogenkonsum schadet ja außer den betroffenen selbst direkt niemandem. So würde wenigstens eine Chance auf Therapie bestehen.

Antworten Gast: Everybody
01.10.2012 12:38
0 0

Re: Wie wäre es mit Straffreiheit bei Selbstanzeige...

Theoretisch besteht diese Möglichkeit ja jetzt schon, viele werden aber sagen sie haben kein Problem da sie mit der Droge an und für sich umgehen können.
Ein Alkoholiker hat ja auch kein Problem wenn er seinen Spiegel halten kann, wenn er aber nicht an Nachschub herankommt muss dann schonmal Parfüm oder ähnliches herhalten, und da wirds gefährlich!
Man kann über Drogen denken was man will, und ob es erlaubt sein sollte sich mit Substanzen in andere Zustände zu versetzen, man sollte aber schon auch wissen, dass die meisten dieser Drogentoten ein Produkt unserer Gesetzgebung sind.

Es stimmt schon, dass die Leute glauben, sie hätten es unter Kontrolle weils ja auch so ist, gefährlich wirds halt, weils keine "Qualitätskontrollen" gibt und man nie weiß was man da jetzt wirklich zu sich nimmt und wie sich das mit anderen Substanzen verträgt.

Das soll hier keine Forderung nach Freigabe aller Drogen werden, aber eine Krontrollierte Abgabe von "harten Drogen" in ärztlich betreuten Konsumräumen wäre sicher eine Lösung.

das wäre imho eine sachlich und menschlich korrekte Lösung

spricht aber max mustermann nicht an, weil die tief sitzende angst vor den phösen haschisch-spritzern und giftlern nicht polemisch und mit dem starken arm des gesetzes niedergerungen wird; *soupir*
aber solang das bier in strömen fließt...

das gibts eigentlich schon....


Gast: total crash
01.10.2012 11:16
1 0

Die Substanzenkonsumierer glauben,

sie haben die "Sache " unter Kontrolle.

Aber das ist eine weitverbreitete Fehleinschätzung , da hilft keine Aufklärung, bleibt eben oft der Weg ins Nirwana .


Gast: Wiener
01.10.2012 11:16
2 1

Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Aber vielleicht will man das Problem ja gar nicht lösen.

Antworten Gast: Dasdarfdochallesnichtwahrsein
01.10.2012 15:10
0 0

"Ein Problem akuter Drogenüberdosierungen liegt auch darin, dass ... - aus Angst vor Polizei etc. - medizinische Hilfe zu spät gerufen wird."

Wenn gegen Süchtige (noch) härter vorgegangen wird, wird im Falle einer Überdosierung noch seltener die Rettung gerufen werden, und es somit noch mehr Drogentote geben.

Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Wie willst denn gegen Süchtige vorgehen? Die Menschen sind krank und sie leiden darunter, ob es ihnen bewusst ist oder nicht und sie brauchen Hilfe. Sie wie Kriminelle zu behandeln ist kontraproduktiv.

Antworten Antworten Gast: Eyjafjallaljökul
01.10.2012 15:16
0 0

Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Was heisst krank? Drogenabhängigkeit ist keine Krankheit, sondern eine Entscheidung, die man treffen kann oder auch nicht.
Wenn diese Leute sich für den Heroinkonsum entscheiden, dann ist das deren Sache und so lange sie es in ihren privaten Räumlichkeiten tun, stört es mich nciht. Das Problem stellt mMn eher die Beschaffungskriminalität, der Konsum/Verkauf im öffentlichen Raum, sowie die, im Falle eines Drogeninduzierten Todes, durch die Öffentlichkeit zu finanzierende Bestattung dar und hier seh' ich keinen Grund, weshalb für diese Leute andere Gesetze gelten sollten als für alle anderen. Das ist verboten und wer gegen das Verbot verstößt, wird bestraft. Wird, trotz vorangegangerner Bestrafung eines Delinquenten, wiedrholt gegen ein und das selbe Verbot verstossen, dann ist einfach Strafe nicht hart genug, als dass sie abschrckend wirken würde.

Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Das sind mir die liebsten Aussagen. Drogen gehören verboten wegen der Beschaffungskriminalität. Denken Sie mal drüber nach.

Sie scheinen das Problem auch nicht ganz zu verstehen. Ja, die Leute haben sich vielleicht einmal dazu entschieden (abgesehen davon dass nicht einmal das der Fall sein muss). Aber jetzt sind sie abhängig, und damit krank. Die treffen dann keine Entscheidungen mehr, sondern geben alles, um mehr von dem Zeug zu bekommen.

Ich kann das als Tabakraucher nachvollziehen, hab' auch schon die irrationalsten Dinge gemacht, um an Zigaretten zu kommen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Eyjaffjallaljoekul.
01.10.2012 17:25
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Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

"Aber jetzt sind sie abhängig, und damit krank. Die treffen dann keine Entscheidungen mehr, sondern geben alles, um mehr von dem Zeug zu bekommen."

Nun, das sind eben chrakterschwache Leute. Jedes Kind weiss, dass Charakterstärke nur durch Strafe herbeigeführt werden kann. Im übrigen wäre so eine längere Haftstrafe ja auch gleich ein super Entzug, oder? 2 Jahre Einzelhaft und jeder noch so oage Junkie ist wieder clean! Selbst wenn es also so wäre, dass diese Leute, so wie sie sagen, tatsächich krank wären, wäre also eine ordentliche Law & Order Politik nur in ihrem Sinn!


"Jedes Kind weiss, dass Charakterstärke nur durch Strafe herbeigeführt werden kann."

Haben Sie das bei Stalin gelesen?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Eyjaffjallalljoekul
02.10.2012 21:55
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Re: "Jedes Kind weiss, dass Charakterstärke nur durch Strafe herbeigeführt werden kann."

Ja, das haben sie gut erkannt.

Re: Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Sind Sie Arzt bzw. waren Sie schon einmal abhängig von harten Drogen? Sie lassen sich ziemlich weit aus dem Fenster mit Ihren Aussagen. Ich glaube bei einer echten Abhängigkeit von bestimmtem Zeug hat das nicht mehr viel mit Charakterstärke zu tun. Die sehen aus (und fühlen sich wohl auch so), als würden sie verrecken wenn sie nicht den nächsten Schuss bekommen und das dominiert dann ihr Handeln.

Wie ein Cold-Turkey-Entzug im Gefängnis wirkt, kann ich nicht beurteilen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Eyjaffjallaljoekul
01.10.2012 18:25
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Sind Sie denn Arzt bzw. waren Sie schon einmal abhängig von harten Drogen? Nur weil jemand so aussieht, als ob er gleich verrecken würd', heisst das noch lange nicht, dass er sich auch so fühlt. Oder glauben Sie wirklich, dass man anhand des äußeren eines Menschen so genau auf sein inneres schliessen kann?

Ich denke, dass man mit ein bisschen Selbstdisziplin locker über jede "Sucht" hinwegkommt. Wer das nicht schafft, der will es auch nicht schaffen.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Ich sehe auch nicht rein, aber wenn ich mich entscheiden muss, etwas potentiell schlimmes zu verharmlosen oder etwas potentiell harmloses ernst zu nehmen, dann lieber letzteres.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Eyjaffjallaljoekul
01.10.2012 20:27
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

wieso rauchen sie dann?

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Weil es eine Abhängigkeit ist, ich eine geistige Tätigkeit ausübe und ich ständig abgelenkt bin, wenn ich die Dinger weglege.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Eyjaffjallaljoekull
02.10.2012 13:20
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Sie verharmlosen also etwas potentiell Gefährliches und rechtfertigen es sich selbst und der welt gegenüber damit, dass Sie eine geistige Tätigkeit ausüben, was ungefähr so klingt wie: "Mein Arzt hat mit 10 Liter Bier am Tag verordnet, für die Nieren!".
Das zeugt von einer geringen Selbstdisziplin (die Unfähigkeit aufzuhören) und einem schwachen Charakter (die Ausrede: "Ich brauch die Dinger zum Arbeiten").
Sie wollen also einfach nicht aufhören, denn sonst wäre ihr Antrieb dazu stark genug, als dass er ihnen die nötige Selbstdisziplin verleihen würde. Ich habe auch Jahrelang geraucht (ich wollte es und es hat mir geschmeckt) und dann von einem Tag auf den anderen aufgehört, als ich gemerkt hab, dass ich eigentlich genug von den depperten stängeln hab und sie mir beim sport nur die Luft rauben. Das war überhaupt kein Problem.

Antworten Antworten Antworten Gast: Everybody
01.10.2012 15:44
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Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Du vergisst da aber was, warum überhaupt verboten sind: (aus der einzigen Suchtgiftkonvention von 1961)

IN DER ERKENNTNIS, daß die Rauschgiftsucht für den einzelnen voller Übel und für die Menschheit sozial und wirtschaftlich gefährlich ist, ...

Mal davon abgesehen, dass nicht jede "Droge" dieser Deklaration entspricht, wenn das Verbot mehr Schaden für die Menschheit anrichtet als die Droge machts doch auch keinen Sinn, oder? Ich meine wegsperren kostet unmengen von Geld und zerstört das Leben genauso.




Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Eyjaffjallaljökul
01.10.2012 16:07
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Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

"Ich meine wegsperren kostet unmengen von Geld und zerstört das Leben genauso."

Das ist auch nur der Fall, wenn man diese Leute einsperrt ohne ihnen eine ordentliche hacken zu geben.
Es geht auch weniger um das Leben der Süchtigen (das ja ohnehin bereits zerstört ist, wie sie selbst sagen), sondern darum, dass diese Süchtigen nicht auch noch andere mit ihrem asozialen Verhalten belästigen. Hier muss Gesetz einschreiten und ohne jedwede Form der Gnade oder Rücksicht durchgreifen! Wollen sie veilleicht, dass ihre Kinder im Park mit den Hepatitisnadeln von irgendwelchen Fixxern spielen?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Everybody
01.10.2012 16:27
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Re: Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Nö will ich nicht, ich will aber auch nicht, dass meine Kinder mal weggesperrt werden weil sie mal was ausprobiert haben! Das Problem mit Nadeln im Park, oder dass die Gesellschaft belästigt wird, könnte man aber auch anders, für alle Beteiligten besser, lösen.

Mit der Hackn ist das so eine Sache, das wäre nämlich Zwangsarbeit und die ist genauso verboten wie Drogen.


 
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