23.05.2013 11:11 Merkliste 0

Drogentod in Österreich: Hauptursache "Mischkonsum"

01.10.2012 | 09:54 |   (DiePresse.com)

177 Menschen sind im Vorjahr in Österreich - durch Obduktion belegt - an Drogen-Überdosierungen gestorben. Allerdings gibt es immer weniger Obduktionen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Im vergangenen Jahr sind in Österreich durch Obduktion belegt 177 Menschen an Suchtgift-Überdosierungen gestorben. Das sind um sieben weniger als im Jahr davor. Keine Obduktionsberichte gab es vergangenes Jahr bei zusätzlich 24 wahrscheinlichen "suchtgiftbezogenen" Todesfällen (2010: 17), was die Zahl der Opfer auf 201 steigen lassen könnte (2010 wären es dann 187 gewesen). Dies geht aus dem aktuellen Bericht hervor, den das Österreichische Bundesinstitut für Gesundheit im Auftrag des Gesundheitsministeriums erstellt hat.

Wesentliche neue Trends sind laut dem Report nicht erkennbar. Allerdings macht den Experten der Rückgang der Obduktionsraten Sorgen: "Es gilt, dem Trend sinkender Obduktionsraten bei Verdacht auf einen suchtgiftbezogenen Todesfall entgegenzuwirken." Diese Problematik gilt allerdings eigentlich für alle Todesursachen in Österreich.

In 95 Prozent der Fälle waren im Jahr 2011 Opiate am Versterben der Drogenkonsumenten beteiligt. Dieser Anteil schwankte zwischen 2007 und 2010 jeweils zwischen 97 und hundert Prozent. Alle diese Zahlen unterliegen im Laufe der Jahre gewissen Veränderungen.

Mischkonsum als Hauptproblem

Weiterhin am tödlichsten ist der Mischkonsum verschiedener Suchtgifte. Hier sind Opiate plus Medikamente und Alkohol die größte Gefahr. Im Jahr 2011 galt das für 151 der insgesamt 170 Drogentoten, bei denen spezielle toxikologische Untersuchungen durchgeführt wurden (89 Prozent; 2010: 92 Prozent). Das altbekannte Drogenersatzmittel Methadon wurde in 30 Fällen nachgewiesen, andere Opiate wie Codein oder Bupremophin in 39 Fällen. Bei sechs Verstorbenen wurden Designer-Drogen (vor allem Cathinonderivate) nachgewiesen.

Der Drogentod ist in Österreich "männlich". "24 Prozent der Verstorbenen (verifizierte Fälle) sind weiblich, 32 Prozent waren zum Zeitpunkt des Todes unter 25 Jahre alt", schrieb das Autorenteam des Berichts unter Charlotte Wirl.

Wien vor westlichen Bundesländern

Unter den Bundesländern liegt bei der Häufigkeit von tödlichen Überdosierungen pro 100.000 Einwohnern im Alter zwischen 15 und 64 Jahren im Jahr 2011 die Bundeshauptstadt Wien mit knapp unter sieben (inklusive Nichtobduzierte Verdachtsfälle: etwas über acht) an der Spitze. Dann folgen Tirol mit knapp unter fünf Opfern pro 100.00 Einwohner und Vorarlberg (statistisch etwas mehr als drei pro 100.000).

Ein Problem akuter Drogenüberdosierungen liegt auch darin, dass sie oft im privaten Bereich erfolgen und - aus Angst vor Polizei etc. - medizinische Hilfe zu spät gerufen wird. 2011 wurden 79 Prozent der Todesfälle in Wohnungen registriert. 2010 waren es 73 Prozent gewesen. Eine allfällige Verdrängung Drogenkranker aus der Öffentlichkeit könnte demnach für die Risikogruppen negative Folgen haben.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
39 Kommentare
 
1 2
Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Everybody
01.10.2012 16:27
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Nö will ich nicht, ich will aber auch nicht, dass meine Kinder mal weggesperrt werden weil sie mal was ausprobiert haben! Das Problem mit Nadeln im Park, oder dass die Gesellschaft belästigt wird, könnte man aber auch anders, für alle Beteiligten besser, lösen.

Mit der Hackn ist das so eine Sache, das wäre nämlich Zwangsarbeit und die ist genauso verboten wie Drogen.


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Eyjaffjallaljoekul
01.10.2012 18:26
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Erzählen Sie das einmal den Zivildienern, dass Zwangsarbeit verboten ist.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Everybody
02.10.2012 08:00
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Ich weiß zwar nicht was dass mit der diskussion hier zu tun haben soll, aber ich für meinen Teil stimme bei der Volksbefragung gegen den Wehrdienst...

Aber ich sehe schon, die These, wer sich nicht an Gesetze hält wird bestraft und das löst dann alle unsere Probleme scheint durchaus noch ihre Anhänger zu haben!
Haben sie sich schon mal mit Drogenpolitik beschäftigt? Vermutlich nicht so genau, sonst würden sie ja sehen, dass die Taktik die sie vorschlagen schon die letzten knapp 100 Jahre nicht funktioniert hat.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Eyjaffjallaljoekull
02.10.2012 13:32
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Ja, schauen sie sich doch einmal an, was für lächerlcihe Strafen wir haben/hatten. Härte (!) ist in diesem Bereich gefragt. Hätten sie sich genauer mit den Gesetzgebungen anderer Länder auseinadergesetzt, dann wüssten sie, das bei Strafen immer auch eine möglichst abschreckende wirkung erzeilt werden muss.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Everybody
02.10.2012 16:19
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Was wäre denn die Verhältnismäßige Strafe?

In Ländern die die Todesstrafe wegen Drogendelikten verhängen gibt es genauso Junkies und Dealer.

Nenn mir doch ein Land, das sein Drogenproblem gelöst hat!

Aber ich seh schon, du bist bei diesem Thema Hardliner und glaubst wirklich das Problem so lösen zu können, die letzten 100 Jahre haben da wohl nicht gereicht...

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Eyjaffjallalljoekul
02.10.2012 18:28
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Der Grund, wieso diese Länder ihre Drogenprobleme nicht zu lösen in der Lage sind ist der, dass die Strafen dort viel zu milde sind und die Behörden zu wenig Befugnisse haben! Warum verstehen sie das nicht?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Everybody
03.10.2012 08:18
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Zu milde? Wenn man erhängt wird weil man mit 20g Marihuana erwischt wurde, wie solls denn noch härter gehen?

Auf was willst du hinaus? Drogenkontrolle für alle und das monatlich/wöchentlich/täglich? schon klar, dann würd sich bestimmt was ändern, aber wer will in einem Staat leben der seine Bürger so dermaßen überwacht?

Du vergisst dabei warum Drogen verboten sind, weil sie der Gesellschaft schaden (obwohl man darüber auch diskutieren kann).
Was macht es es für einen Sinn eine drogenfreie Welt zu haben, wenn der Preis dafür mehr Schaden für die Gessellschaft ist als der Schaden der durch Drogen verursacht wird.

Ich weiß ja nicht was du glaubst, oder was du, aus welchem Grund, gegen Drogen hast, aber ein bisschen Mitgefühl und Toleranz hat noch niemanden geschadet!


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Eyjaffjallaljoekull
03.10.2012 16:03
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Ich finde nicht, dass etwas mehr Kontrolle der Gesellschaft schaden würde. Ich halte mich peinlich genau an das Gesetz und hätte kein Prblem damit, wenn man mir etwas mehr auf die Finger schaut, da ich nichts zu verbergen habe. Hast du etwa was zu verbergen?

Ich finde auch, dass man Drogen auf das allerschärfste aus der Gesellschaft verbannen sollte, da sie der Wirtschaft schaden und die Finanzen des Staates belasten (bzw der "Gesllschaft schaden", obwohl das bereits ein zu difuser Begriff ist für das ist, was ich meine).

Aber über deinen letzten Satz kann ich nur schmunzeln. Ich mein, Toleranz und Mitgefühl, das sind doch nur leere Worte, Hülsen, die andere zu benutzen versuchen um einem ein schelchtes Gewissen einzureden und einen zu ihren Zwecken zu manipulieren - aber bei mir stossen sie da auf Granit!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Everybody
04.10.2012 09:38
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Ganz ehrlich ists mir auch egal was sie denken oder für was sie einstehen...
Das ist halt ihre Meinung, die beweist aber, dass sie sich nicht mit Drogenpolitik und ihrer Auswirkung beschäftigen und keine Ahnung von dem haben was sie hier behaupten, sonst wüssten sie, dass sich der Staat und der Wirtschaft mit den aktuellen Gesetzten nur selbst schadet und kriminelle Organisationen damit reich macht.

Wenn Mitgefühl und Toleranz für sie nur leere Hülsen sind, kann ihnen eh keiner mehr helfen.

Es gibt ein Lied, dass wird ihnen sicher gefallen: I bin a Kniera von Georg Danzer

Antworten Gast: Everybody
01.10.2012 11:33
2 0

Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Davon kannst du ausgehen dass man das "Problem" nicht lösen will, man geht ja auch mit der falschen Strategie zu Werke.

Antworten Antworten Gast: toro
01.10.2012 13:15
0 0

Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Wie ist die richtige?

Antworten Antworten Antworten Gast: Everybody
01.10.2012 13:52
2 0

Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Im Fall von Opiaten bzw. Heroin?

Kontrollierte Abgabe und ärztlich kontrollierter Konsum für bereits Abhängige.
In Zürich gibts dieses Modell, und seither wird so gut wie kein Heroin mehr vertickt, weils ja auch kein Süchtiger mehr beim Dealer kaufen muss, und als Dealer auf "Neukunden" zu setzten macht einen eindeutig nicht reich.

Generell sollte man mal begreifen, dass die Menschen immer "Drogen" genommen haben und es auch immer tun werden.


Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: toro
01.10.2012 14:08
1 1

Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Gebe Ihnen recht.
Ist aber politisch in AT kaum umsetzbar.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Everybody
01.10.2012 14:42
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Hauptursache zu lasches vorgehen gegen Dealer und Süchtige.

Weil die meisten Leute keine Ahnung haben und auf irgendwelchen vorgefertigten Meinungen beharren ohne sich jemals wirklich mit dem Thema befasst zu haben.

Man wird sehen, zur Zeit bewegt sich weltweit einiges beim Thema Drogen.


 
1 2