26.05.2013 09:18 Merkliste 0

Flugzeugunglück in Tirol: Überlebender wird befragt

01.10.2012 | 16:56 |   (DiePresse.com)

Nur zwei der acht Insassen haben den Absturz einer Cessna in Tirol am Sonntag überlebt. Einer wurde schwer verletzt, sein Zustand ist "sehr kritisch". Der andere ist leicht verletzt und kann befragt werden.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

 Nach dem Absturz eines Kleinflugzeuges mit sechs Toten und zwei Verletzten am Sonntag in Tirol ist die Suche nach der Unfallursache am Montag auf Hochtouren gelaufen. Die Erhebungen am Unglücksort waren weitgehend abgeschlossen. Jetzt galt es, die vorhandenen Daten auszuwerten, hieß es seitens der Ermittler. Wann das Wrack geboren werden kann, stand vorerst nicht fest. Die beiden Überlebenden befanden sich in ärztlicher Betreuung in der Innsbrucker Klinik. Der Zustand des schwer verletzten Passagiers wird weiter als "sehr kritisch" beschrieben. Er befinde sich im künstlichen Tiefschlaf und sei "mittelbar in Lebensgefahr", sagte ein Klinik-Sprecher.

Obuktion geplant

Geplant war, den leicht verletzten Passagier im Laufe des Montags zu vernehmen. "Wir werden ihn danach befragen, was er vor dem Absturz mitbekommen hat", sagte der Leiter des Landeskriminalamtes, Walter Pupp, zur APA. Auch die Obduktion der Verunglückten soll durchgeführt werden, die Ergebnisse würden aber nicht bekannt gegeben. Montagnachmittag wurde der Fall der Staatsanwaltschaft übergeben. Laut einer Sprecherin der Anklagebehörde führt ein gerichtlicher Sachverständiger für Flugtechnik aus Salzburg die Erhebungen.

Bei den Ermittlungen müssten die verschiedenen, relevanten Faktoren beleuchtet werden, erklärte Peter Urbanek, Leiter der Unfalluntersuchungsstelle des Bundes, der APA. Neben der Überprüfung des Piloten und dessen Lizenzen würden die Fluganmeldung sowie das Verhalten während des Fluges untersucht, skizzierte Urbanek: "Im Anschluss werden die flugbetrieblichen Daten ausgewertet." Darunter fallen unter anderem das Wetter zum Flug- und Absturzzeitpunkt, die Flugroute und der -verlauf sowie die Kommunikation mit dem Tower. Über einen Datenschreiber oder eine Blackbox habe die Cessna nicht verfügt.

Trauer in Zell am Ziller

In Zell am Ziller im Bezirk Schwaz herrschte am Montag Trauer. Aus der Marktgemeinde und deren Umgebung stammen fünf der getöteten Insassen sowie die beiden Überlebenden. "Die Situation im Ort ist sehr bedrückend", sagte Bürgermeister Robert Pramstrahler der APA. Viele Menschen hätten durch den Unfall Familienmitglieder, Freunde und Geschäftspartner verloren. Das Ausmaß dieses Verlustes sei noch nicht realisierbar. Bereits gestern sei der Verstorbenen gedacht worden. "Heute und in den nächsten Tagen werden die Seelenrosenkränze stattfinden", sagte Pramstrahler.

Das Flugzeugunglück hatte sich am Sonntag kurz vor 7.30 Uhr oberhalb von Ellbögen im Tiroler Bezirk Innsbruck-Land ereignet. An Bord der zweimotorigen Cessna mit der Kennung "N738W" befanden sich der Pilot aus dem Bezirk Zell am See und sieben Fluggäste aus dem Zillertal. Für den Piloten und fünf Passagiere kam jede Hilfe zu spät. Ein Insasse überlebte mit leichten Verletzungen, ein zweiter wurde mit schweren Verletzungen in die Innsbrucker Klinik eingeliefert.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web